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Llama 4 vs. Qwen 3.5 vs. DeepSeek V4: Welches Open-Source-Modell für lokale Enterprise-KI?

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
Aktualisiert: 01.08.2026
#LLM #Llama4 #Qwen #DeepSeek #OpenSource #KI #OnPremise #Enterprise

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Llama 4 vs. Qwen 3.5 vs. DeepSeek V4: Welches Open-Source-Modell für lokale Enterprise-KI?

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2026 ist das Jahr der Open-Source-LLMs. Fast jedes Flagship-Modell ist ein Mixture of Experts (MoE): riesige Parametermengen, aber effiziente Inferenz weil pro Token nur ein Bruchteil aktiviert wird. Für Unternehmen bedeutet das: leistungsfähige KI auf eigener Hardware — ohne OpenAI-API-Abhängigkeit.

Aber welches Modell? Llama 4 von Meta, Qwen 3.5 von Alibaba oder DeepSeek V4 aus China? Dieser Vergleich zeigt die Unterschiede — mit Fokus auf lokale Enterprise-Nutzung.

Inhaltsverzeichnis

Die Modelle im Überblick

Llama 4 Maverick Llama 4 Scout Qwen 3.5 DeepSeek V4 DeepSeek V4 Pro
Hersteller Meta Meta Alibaba DeepSeek DeepSeek
Architektur MoE MoE MoE MoE MoE
Parameter (total) 400B 109B 397B ~685B 1.6T
Parameter (aktiv) 17B 17B 17B ~37B 49B
Kontextfenster 1M 10M 256K 1M 1M
Sprachen 12 12 200+ 20+ 20+
Lizenz Llama License Llama License Apache 2.0 MIT MIT

Alle fünf sind MoE-Modelle. Das heißt: die totale Parameteranzahl ist irreführend — entscheidend sind die aktiven Parameter pro Token und die Hardware die dafür nötig ist.

Benchmarks: Wer führt wo?

Benchmark Llama 4 Maverick Qwen 3.5 DeepSeek V4 DeepSeek V4 Pro
MMLU-Pro 80.5 86.7 ~82 83.7
GPQA Diamond ~75 88.4 ~80 ~82
LiveCodeBench 43.4 ~55 ~70 93.5
SWE-bench ~35 ~40 ~75 83.7
AIME ~45 ~60 ~85 99.4

DeepSeek V4 Pro dominiert bei Code und Reasoning — mit großem Abstand. Aber es ist auch das größte Modell (49B aktive Parameter) und braucht entsprechend mehr Hardware.

Qwen 3.5 führt bei GPQA Diamond (wissenschaftliches Reasoning) und MMLU (Allgemeinwissen). Bei 200+ Sprachen ist es die beste Wahl für multilinguale Anwendungen.

Llama 4 Maverick liegt in den Benchmarks hinter den anderen — aber hat das zweitgrößte Kontextfenster und ist durch Meta gut in westliche Toolchains integriert.

Hardware-Anforderungen

Wichtig bei Mixture-of-Experts: Der VRAM-Bedarf richtet sich nach den Gesamt-Parametern, nicht nach den aktiven. Aktiv ist nur die Rechenlast pro Token - im Speicher müssen alle Experten liegen. Faustregel für die Gewichte: quantisiert (Q4) rund 0,5 GB je Milliarde Parameter, in FP16 etwa das Vierfache. Für Kontext und KV-Cache kommt je nach Kontextlänge und Parallelität noch einiges dazu.

Modell Gesamt / aktiv VRAM (Q4, nur Gewichte) Läuft auf
Llama 4 Scout 109B / 17B rund 55 GB RTX PRO 6000 (96 GB), AI Cube (128 GB)
DeepSeek V4 Flash 284B / 13B rund 142 GB 2x RTX PRO 6000
Qwen 3.5 397B / 17B rund 199 GB 3x RTX PRO 6000 oder Multi-Node
Llama 4 Maverick 400B / 17B rund 201 GB 3x RTX PRO 6000 oder Multi-Node
DeepSeek V4 Pro 1,6T / 49B rund 800 GB Multi-Node

Für die meisten Unternehmens-Anwendungsfälle brauchen Sie diese Klasse gar nicht. Ein dichtes Modell mit 27B bis 70B Parametern deckt Chat, RAG, Zusammenfassungen und Code-Generierung ab und passt quantisiert auf eine einzelne Karte - Qwen3 32B belegt in Q4 rund 20 GB, Llama 3.3 70B rund 48 GB. Die MoE-Riesen oben lohnen sich, wenn Sie an die Qualitätsgrenze der dichten Modelle stoßen und die Hardware dafür stellen können.

Kontextfenster und RAG

Für RAG-Pipelines (Retrieval Augmented Generation) ist das Kontextfenster entscheidend:

  • Llama 4 Scout: 10M Tokens — theoretisch riesig, aber in der Praxis durch Hardware limitiert. 10M Tokens brauchen enorm viel Speicher für den KV-Cache.
  • DeepSeek V4: 1M Tokens — praxistauglich für große Dokumentensammlungen.
  • Qwen 3.5: 256K Tokens — für die meisten RAG-Pipelines mehr als ausreichend. Realistischer als 10M die man selten braucht.

Empfehlung: Für Enterprise-RAG auf internen Dokumenten ist Qwen 3.5 mit 256K Kontext der pragmatischste Kompromiss. Wer einzelne, sehr große Dokumente komplett verarbeiten muss (Verträge, technische Handbücher), profitiert von DeepSeeks 1M.

Lizenzmodelle

Modell Lizenz Kommerzielle Nutzung Einschränkungen
Llama 4 Llama Community License ✅ Ja >700M MAU braucht Meta-Lizenz
Qwen 3.5 Apache 2.0 ✅ Ja Keine
DeepSeek V4 MIT ✅ Ja Keine

DeepSeek V4 unter MIT ist die freizügigste Option — keine Einschränkungen, keine Benachrichtigungspflicht, keine MAU-Grenzen. Für Unternehmen die rechtliche Klarheit brauchen, ist das ein starkes Argument.

Qwen 3.5 unter Apache 2.0 ist ebenfalls unkompliziert — Patent-Grant inklusive.

Llama 4 hat die Llama Community License — keine echte Open-Source-Lizenz im OSI-Sinn. Kommerzielle Nutzung ist erlaubt, aber mit Einschränkungen:

  • 700M MAU-Grenze: Ab 700 Millionen Monthly Active Users braucht es eine separate Meta-Lizenz
  • EU-Einschränkung für Multimodal: Die Vision/Multimodal-Fähigkeiten von Llama 4 sind für Unternehmen mit Hauptsitz in der EU nicht lizenziert (https://www.llama.com/llama4/license/). Das betrifft Bild-Analyse, OCR und multimodale RAG-Pipelines.
  • Attribution-Pflicht: "Built with Llama" muss bei Derivaten angegeben werden
  • Acceptable Use Policy: Meta kann die Nutzung einschränken — z.B. für juristische oder medizinische Beratung
  • Kein OSI-Standard: Meta behält sich Rechte vor und kann Bedingungen ändern

Für EU-Unternehmen die Multimodal-KI einsetzen wollen, fällt Llama 4 komplett raus. Für reine Text-Inferenz ist es nutzbar, aber Qwen 3.5 (Apache 2.0) oder DeepSeek V4 (MIT) bieten mehr rechtliche Sicherheit.

Empfehlung nach Use Case

Use Case Empfohlenes Modell Warum
Allgemeiner Enterprise-Chat Qwen 3.5 Beste Multilingualität, starkes Allgemeinwissen
Code-Generierung & Review DeepSeek V4 LiveCodeBench und SWE-bench Spitzenreiter
RAG auf deutschen Dokumenten Qwen 3.5 200+ Sprachen, 256K Kontext reicht für die meisten Pipelines
Juristische Textanalyse DeepSeek V4 Stärkstes Reasoning, MIT-Lizenz für Compliance
Budgetlösung (24 GB VRAM) Llama 4 Scout oder Qwen 3.5 Beide 17B aktive Parameter, beide auf Consumer-GPUs lauffähig
Maximaler Kontext Llama 4 Scout 10M Token Kontextfenster (wenn Hardware es hergibt)

Für die Mehrheit der Enterprise-Anwendungen empfehlen wir Qwen 3.5 oder DeepSeek V4 Flash. Beide laufen auf einer einzelnen RTX 6000, beide haben offene Lizenzen, beide liefern exzellente Ergebnisse bei deutschen und englischen Texten.

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Es gibt kein universell bestes Modell. DeepSeek V4 führt bei Code und Reasoning, Qwen 3.5 bei Multilingualität (200+ Sprachen), Llama 4 Scout beim Kontextfenster (10M Tokens). Die Wahl hängt vom Use Case ab.

Llama 4 Maverick hat 400B Parameter total, aber nur 17B aktive Parameter (MoE). Ein einzelner Server mit 48 GB VRAM kann das Modell quantisiert laden, für volle Qualität braucht man 96+ GB.

MoE-Modelle haben viele Parameter, aktivieren aber pro Anfrage nur einen Teil. Llama 4 Maverick hat 400B Parameter, nutzt aber pro Token nur 17B. Das spart Rechenleistung bei gleichbleibender Qualität.

Qwen 3.5 unterstützt 200+ Sprachen explizit und scored 86.7% auf MMLU. Für deutsche Enterprise-Anwendungen ist es die beste Wahl — gefolgt von DeepSeek V4 und Llama 4.

Llama 4 und Qwen 3.5 nutzen eigene Open-Weight-Lizenzen mit kommerzieller Nutzung. DeepSeek V4 steht unter MIT-Lizenz — die freizügigste Option ohne Einschränkungen.

Für Modelle bis 32B Parameter reicht eine GPU mit 24-48 GB VRAM (z.B. RTX 4090 oder RTX 6000). Für 70B+ braucht man 48-96 GB VRAM oder Unified Memory (DGX Spark: 128 GB).

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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