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ThingsBoard Community vs Professional Edition: Welche passt zu Ihrem IoT-Projekt?

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
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ThingsBoard Community vs Professional Edition: Welche passt zu Ihrem IoT-Projekt?

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ThingsBoard ist eine der ausgereiftesten Open-Source-IoT-Plattformen am Markt. Doch mit zwei Editionen – Community Edition (CE) und Professional Edition (PE) – stellt sich die Frage: Welche passt zu Ihrem Projekt? Dieser Beitrag vergleicht beide Editionen im Detail: Features, Preise, Deployment-Optionen und konkrete Entscheidungshilfe.

Inhaltsverzeichnis


Was ist ThingsBoard?

ThingsBoard ist eine Open-Source-IoT-Plattform für Device Management, Datenerfassung, Datenverarbeitung und Visualisierung. Die Plattform unterstützt Protokolle wie MQTT, CoAP und HTTP, bietet eine leistungsstarke Rule Engine und skaliert im Cluster-Betrieb auf Millionen von Geräten.

Es gibt zwei Editionen:

  • Community Edition (CE): Kostenlos, Apache 2.0 Lizenz, vollständig Open Source
  • Professional Edition (PE): Kommerziell, enthält alle CE-Features plus Enterprise-Funktionen

Laut ThingsBoard fließen 80% der Code-Änderungen direkt in die CE zurück. Die PE erweitert die CE um Features wie RBAC, White-Labeling, SSO und native Plattform-Integrationen.


Community Edition: Features im Detail

Die CE ist keine abgespeckte Testversion – sie ist eine vollwertige, skalierbare IoT-Plattform:

Protokolle und Konnektivität

  • MQTT, CoAP, HTTP, SNMP, LWM2M als Transportprotokolle
  • IoT Gateway mit Industrieprotokoll-Konnektoren: Modbus, OPC-UA, BACnet, BLE, CAN und weitere

Device Management

  • Device & Asset Management mit Digital Twins
  • OTA Firmware Updates über die Plattform
  • Device Provisioning und Gruppierung

Datenverarbeitung

  • Rule Engine für Datenverarbeitung, Alarme und Aktionen
  • Calculated Fields und AI Rule Nodes
  • Datenweiterleitungen an externe Systeme

Visualisierung

  • Echtzeit-Dashboards mit 600+ IoT-spezifischen Widgets
  • Mobile-responsive Dashboard-Ansichten
  • Alarmmanagement und Benachrichtigungen

Architektur

  • Multi-Tenancy out of the box
  • Cluster-fähig – skalierbar auf Millionen Geräte
  • PostgreSQL als Datenbank (bis ca. 5.000 msg/sec), Hybrid mit Cassandra für höhere Last
  • Deployment: Nur Self-managed (Docker, Kubernetes, Bare-Metal)

Professional Edition: Was kommt dazu?

Die PE enthält alle CE-Features plus folgende Enterprise-Funktionen:

Feature Details
RBAC Rollenbasierte Zugriffskontrolle mit granularen Berechtigungen
White-Labeling Eigenes Branding (Logo, Farben, E-Mail-Templates) ohne Code-Änderung
SSO / OAuth2 Single Sign-On Integration mit Identity Providern
Platform Integrations AWS IoT, Azure IoT Hub, Google PubSub, Kafka, LoRaWAN, Sigfox
Device Library 400+ vorgefertigte Payload-Decoder für LoRaWAN und andere Protokolle
Automated Reporting Geplante Report-Generierung und -Verteilung
Solution Templates Vorgefertigte IoT-Lösungsvorlagen
Secrets Storage Sichere Speicherung von Credentials
Scheduler Zeitgesteuerte Aktionen
Dedizierter Support SLA-basierter Support statt Community-Forum

Die PE ist besonders relevant für Unternehmen, die Multi-Kunden-Plattformen mit eigenem Branding aufbauen oder native LPWAN-Integration ohne externe Komponenten benötigen.


Feature-Vergleichstabelle

Bereich CE PE
Multi-Tenancy & Clustering
Rule Engine & AI Models
MQTT / CoAP / HTTP
IoT Gateway (Modbus, OPC-UA, BACnet)
OTA Firmware Updates
Echtzeit-Dashboards (600+ Widgets)
Digital Twins
Calculated Fields & AI Rule Nodes
Mobile App ✅ (+ PE Mobile App)
LPWAN (LoRaWAN, Sigfox) nativ
System-Integrationen (AWS/Azure/Kafka)
RBAC
SSO / OAuth2
White-Labeling
Reporting & Scheduling
Device Payload Library (400+)
Solution Templates
Managed Cloud
Support-Modell Community Advanced + SLA

Deployment-Optionen und Preise

Community Edition

Kostenlos. Apache 2.0 Lizenz, kommerzielle Nutzung erlaubt. Deployment auf eigener Infrastruktur (Docker, Kubernetes, Bare-Metal). Keine Geräte- oder Nutzerlimits in der Software.

PE Public Cloud (ThingsBoard Cloud)

Hosted von ThingsBoard in Nordamerika oder Europa:

Plan Preis/Monat (EUR) Devices Assets Datenpunkte/Monat Support
Free 0 € 5 5 1M Community
Prototype 45 € 50 50 10M Community
Pilot 145 € 100 100 100M Help Desk + White-Label
Startup 385 € 500 500 500M Priority Help Desk
Business 725 € 1.000 1.000 1B Priority Help Desk

Ab Business: 0,30 €/zusätzliches Device. Top-ups für Devices, Integrations, Traffic und Storage verfügbar.

PE Self-managed (Pay-as-you-go)

Lizenz für eigene Infrastruktur – Hosting-Kosten kommen extra:

Plan Preis/Monat Devices Assets Instanzen
Maker $10 10 10 1 Prod
Prototype $39 50 50 1 Prod
Pilot $99 100 100 1 Prod
Startup $299 500 500 2 Prod
Business $499 1.000 1.000 3 Prod

White-Labeling ab Pilot-Plan inklusive. Trendz Analytics und Edge Computing als Add-ons.

PE Private Cloud (Managed)

Vollständig verwaltete Infrastruktur durch ThingsBoard:

Plan Preis/Monat Devices Uptime Msg/Min
Launch $1.499 5.000 99,9% 50.000
Growth $2.199 25.000 99,9% 100.000
Scale $3.999 50.000 99,95% 500.000
Enterprise Custom 100.000+ Custom Unlimited

Inklusive automatische Backups, 24/7 Monitoring, Production Support und Multi-AZ Datenbankreplikation.

PE Perpetual License

Einmalige Lizenzgebühr (CAPEX statt OPEX) für Air-gapped und Offline-Szenarien. Volle Datensouveränität. Preis auf Anfrage.


LoRaWAN-Integration: CE vs PE

Die LoRaWAN-Frage ist einer der häufigsten Entscheidungsfaktoren:

PE: Native Integration

Die Professional Edition bringt eine eingebaute LoRaWAN-Integration mit 400+ vorgefertigten Payload-Decodern. Geräte werden direkt in ThingsBoard registriert und verwaltet.

CE: ChirpStack als externe Lösung

Die Community Edition hat keine native LoRaWAN-Unterstützung. Die bewährte Alternative: ChirpStack als externer LoRaWAN Network Server. ChirpStack dekodiert die Payloads und sendet die Daten per MQTT an ThingsBoard CE.

Unsere Einschätzung: CE + ChirpStack bietet mehr Flexibilität als die PE-eigene Integration. ChirpStack ist Open Source, herstellerunabhängig und unterstützt alle LoRaWAN-Gateways. Der zusätzliche Aufwand bei der Einrichtung ist minimal – und Sie vermeiden Lizenzkosten und Vendor-Lock-in. Details zum Zusammenspiel beschreiben wir in ThingsBoard, Grafana & ChirpStack im IoT-Stack.


Add-ons im ThingsBoard-Okosystem

Produkt Beschreibung Verfügbarkeit
Trendz Analytics KI-gestützte Analyse, Anomalieerkennung, Prognosen Add-on für CE & PE
ThingsBoard Edge Edge Computing – lokale Datenverarbeitung an der Quelle CE Edge (mit CE Server), PE Edge (mit PE Server)
TBMQ Eigenständiger MQTT Broker (CE kostenlos, PE mit Lizenz) Eigenständig
PE Mobile App White-Label Mobile App (iOS + Android) $99/Monat + $1.000 Setup
IoT Gateway Industrieprotokolle (Modbus, OPC-UA, BACnet) Kostenlos mit CE & PE

Migration CE zu PE

ThingsBoard ermöglicht eine nahtlose Migration von CE zu PE:

  • Telemetriedaten und Konfigurationen bleiben vollständig erhalten
  • Dashboards, Devices und Rules werden übernommen
  • Achtung: Eigene Source-Code-Anpassungen an der CE gehen beim Upgrade verloren

Die Migration ist in beide Richtungen möglich – von CE zu PE und zurück. Das reduziert das Risiko beim Evaluieren der PE.


Wann welche Edition?

Szenario Empfehlung
PoC / Prototyping / Evaluierung CE – kostenlos, volles Feature-Set
Kleine bis mittlere kommerzielle Projekte CE – keine Lizenzkosten, keine Geräte-Limits
LoRaWAN-Projekte CE + ChirpStack – flexibler als PE-eigene Integration
Multi-Kunden-Plattform mit eigenem Branding PE – White-Labeling ohne Code-Änderung
Enterprise mit SSO, RBAC und SLA-Support PE – granulare Zugriffskontrolle und garantierter Support
Managed Hosting ohne eigene Infrastruktur PE Cloud oder WZ-IT Managed CE
Offline / Air-gapped Deployment PE Perpetual – Einmalkauf, kein Internet erforderlich

Unsere Empfehlung bei WZ-IT

Für die Mehrheit der KMU-Projekte ist die Community Edition die richtige Wahl. Die CE bietet Device Management, Rule Engine, Dashboards und Multi-Tenancy – das deckt die Anforderungen der meisten IoT-Projekte ab.

Unser Stack

Wir setzen auf einen bewährten Open-Source-Stack:

Der gesamte Stack läuft auf deutschen Hetzner-Servern – DSGVO-konform, ohne Vendor-Lock-in, ohne laufende Lizenzkosten.

Wann empfehlen wir die PE?

Die PE lohnt sich bei:

  • White-Label-Anforderungen (eigenes Branding für Endkunden)
  • Enterprise-SSO (Integration mit Azure AD, Okta etc.)
  • Granularer RBAC (wenn Multi-Tenancy allein nicht reicht)

Für die meisten anderen Szenarien – auch größere Projekte mit hunderten Geräten – bietet die CE mit dem richtigen Stack-Setup alles, was Sie brauchen.

→ IoT-Projekt besprechen → ThingsBoard Managed Hosting


Weiterfuhrende Guides

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Ja. Die Community Edition ist unter der Apache 2.0 Lizenz veröffentlicht und darf kostenlos für kommerzielle Projekte genutzt werden. Es gibt keine Geräte-Limits in der Software – die Skalierung hängt nur von der Hardware ab.

Die CE enthält Device Management, Rule Engine, Dashboards, Multi-Tenancy und Clustering. Die PE fügt RBAC, White-Labeling, SSO/OAuth2, native LoRaWAN/Sigfox-Integration, 400+ Payload-Decoder, Automated Reporting und dedizierten Support hinzu.

Nein. Die CE kann LoRaWAN-Daten über ChirpStack als externen LoRaWAN Network Server empfangen. ChirpStack sendet die dekodierten Daten per MQTT an ThingsBoard CE. Die PE bietet native LoRaWAN-Integration ohne externen Server.

Ja. Die Apache 2.0 Lizenz erlaubt kommerzielle Nutzung ohne Einschränkungen. Sie können die CE für Kundenprojekte einsetzen, auf eigener Infrastruktur hosten und auch Managed-Hosting-Services damit anbieten.

Die PE Self-managed startet bei $10/Monat (Maker, 10 Devices). Der Pilot-Plan mit 100 Devices und White-Labeling kostet $99/Monat. ThingsBoard Cloud (gehostet) beginnt bei $49/Monat (Prototype, 50 Devices). Managed Private Cloud ab $1.499/Monat.

Ja. ThingsBoard bietet eine nahtlose Migration. Telemetriedaten und Konfigurationen bleiben erhalten. Eigene Source-Code-Anpassungen an der CE gehen beim Upgrade verloren.

ThingsBoard CE kann vollständig auf eigener Infrastruktur in Deutschland betrieben werden – etwa auf einem Hetzner-Server. Da keine Daten an Dritte fließen, ist die DSGVO-Konformität in der eigenen Hand.

Die CE hat keine Software-Limits. PostgreSQL als Datenbank unterstützt bis ca. 5.000 msg/sec. Für über 1 Million Geräte oder mehr als 5.000 msg/sec empfiehlt ThingsBoard einen Hybrid aus PostgreSQL + Cassandra im Cluster-Betrieb.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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