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ThingsBoard Community vs Professional Edition: Welche passt zu Ihrem IoT-Projekt?

ThingsBoard Community vs Professional Edition: Welche passt zu Ihrem IoT-Projekt?

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

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ThingsBoard ist eine der ausgereiftesten Open-Source-IoT-Plattformen am Markt. Doch mit zwei Editionen – Community Edition (CE) und Professional Edition (PE) – stellt sich die Frage: Welche passt zu Ihrem Projekt? Dieser Beitrag vergleicht beide Editionen im Detail: Features, Preise, Deployment-Optionen und konkrete Entscheidungshilfe.

Stand Oktober 2026: Mit ThingsBoard 4.4 (29. September 2026) hat der Hersteller CE und PE zu einem Produkt unter der Business Source License 1.1 zusammengeführt. Kommerziell ist die Nutzung nur noch bis 100 Geräte auf einem Server kostenlos, mit Lizenzschlüssel und sichtbarem Branding. Versionen bis 4.3 bleiben dauerhaft Apache 2.0, die LTS-Linie 4.3 erhält Sicherheitsupdates bis zum 20. Juli 2027. Der Vergleich unten beschreibt die Editionen bis 4.3; was der Wechsel für Betreiber bedeutet, steht im Beitrag ThingsBoard 4.4 unter BUSL 1.1 (ThingsBoard, Ankündigung).

Inhaltsverzeichnis


Was ist ThingsBoard?

ThingsBoard ist eine Open-Source-IoT-Plattform für Device Management, Datenerfassung, Datenverarbeitung und Visualisierung. Die Plattform unterstützt Protokolle wie MQTT, CoAP und HTTP, bietet eine leistungsstarke Rule Engine und skaliert im Cluster-Betrieb auf Millionen von Geräten.

Bis Version 4.3 gab es zwei Editionen:

  • Community Edition (CE): Kostenlos, Apache 2.0 Lizenz, vollständig Open Source
  • Professional Edition (PE): Kommerziell, enthält alle CE-Features plus Enterprise-Funktionen

Laut ThingsBoard fließen 80% der Code-Änderungen direkt in die CE zurück. Die PE erweitert die CE um Features wie RBAC, White-Labeling, SSO und native Plattform-Integrationen.


Community Edition: Features im Detail

Die CE ist keine abgespeckte Testversion – sie ist eine vollwertige, skalierbare IoT-Plattform:

Protokolle und Konnektivität

  • MQTT, CoAP, HTTP, SNMP, LWM2M als Transportprotokolle
  • IoT Gateway mit Industrieprotokoll-Konnektoren: Modbus, OPC-UA, BACnet, BLE, CAN und weitere

Device Management

  • Device & Asset Management mit Digital Twins
  • OTA Firmware Updates über die Plattform
  • Device Provisioning und Gruppierung

Datenverarbeitung

  • Rule Engine für Datenverarbeitung, Alarme und Aktionen
  • Calculated Fields und AI Rule Nodes
  • Datenweiterleitungen an externe Systeme

Visualisierung

  • Echtzeit-Dashboards mit 600+ IoT-spezifischen Widgets
  • Mobile-responsive Dashboard-Ansichten
  • Alarmmanagement und Benachrichtigungen

Architektur

  • Multi-Tenancy out of the box
  • Cluster-fähig – skalierbar auf Millionen Geräte
  • PostgreSQL als Datenbank (bis ca. 5.000 msg/sec), Hybrid mit Cassandra für höhere Last
  • Deployment: Nur Self-managed (Docker, Kubernetes, Bare-Metal)

Professional Edition: Was kommt dazu?

Die PE enthält alle CE-Features plus folgende Enterprise-Funktionen:

Feature Details
RBAC Rollenbasierte Zugriffskontrolle mit granularen Berechtigungen
White-Labeling Eigenes Branding (Logo, Farben, E-Mail-Templates) ohne Code-Änderung
SSO / OAuth2 Single Sign-On Integration mit Identity Providern
Platform Integrations AWS IoT, Azure IoT Hub, Google PubSub, Kafka, LoRaWAN, Sigfox
Device Library 400+ vorgefertigte Payload-Decoder für LoRaWAN und andere Protokolle
Automated Reporting Geplante Report-Generierung und -Verteilung
Solution Templates Vorgefertigte IoT-Lösungsvorlagen
Secrets Storage Sichere Speicherung von Credentials
Scheduler Zeitgesteuerte Aktionen
Dedizierter Support SLA-basierter Support statt Community-Forum

Die PE ist besonders relevant für Unternehmen, die Multi-Kunden-Plattformen mit eigenem Branding aufbauen oder native LPWAN-Integration ohne externe Komponenten benötigen.


Feature-Vergleichstabelle

Bereich CE PE
Multi-Tenancy & Clustering ✅ ✅
Rule Engine & AI Models ✅ ✅
MQTT / CoAP / HTTP ✅ ✅
IoT Gateway (Modbus, OPC-UA, BACnet) ✅ ✅
OTA Firmware Updates ✅ ✅
Echtzeit-Dashboards (600+ Widgets) ✅ ✅
Digital Twins ✅ ✅
Calculated Fields & AI Rule Nodes ✅ ✅
Mobile App ✅ ✅ (+ PE Mobile App)
LPWAN (LoRaWAN, Sigfox) nativ ❌ ✅
System-Integrationen (AWS/Azure/Kafka) ❌ ✅
RBAC ❌ ✅
SSO / OAuth2 ❌ ✅
White-Labeling ❌ ✅
Reporting & Scheduling ❌ ✅
Device Payload Library (400+) ❌ ✅
Solution Templates ❌ ✅
Managed Cloud ❌ ✅
Support-Modell Community Advanced + SLA

Lizenzwechsel mit Version 4.4

Seit dem 29. September 2026 gilt (Stand Oktober 2026):

Punkt Versionen bis 4.3 (CE) Version 4.4 und neuer
Lizenz Apache 2.0, dauerhaft BUSL 1.1, je Version nach vier Jahren Apache 2.0
Kostenlose Produktion ohne Geräte-Limit kommerziell bis 100 Geräte auf einem Server, nicht-kommerziell bis 1.000 Geräte
Lizenzschlüssel nicht nötig für jeden Produktivbetrieb, Online-Prüfung etwa stündlich
Branding frei anpassbar "Powered by ThingsBoard" muss sichtbar bleiben, White-Labeling kostenpflichtig
Sicherheitsupdates 4.3 bis 20.07.2027, 4.2 bis 15.02.2027 laufend

Bestehende CE-Installationen, die vor dem 29. September 2026 produktiv liefen, können über das Community Grant Program bis zum 20. Juli 2027 ihre Größe plus 10 Prozent Reserve (höchstens 1.000 Geräte zusätzlich) dauerhaft kostenlos auf 4.4 mitnehmen. Voraussetzung ist der neueste 4.3-LTS-Patch. Integrationen, Scheduler, Reporting und White-Labeling-Funktionen sind im Grant nicht enthalten; sie kosten als Professional Pack einmalig 2.999 USD je Installation. Quellen: Lizenztext, Release-Richtlinie. Die Optionen für Betreiber ordnet der Beitrag ThingsBoard 4.4 unter BUSL 1.1 ein.


Deployment-Optionen und Preise

Community Edition

Bis Version 4.3 kostenlos. Apache 2.0 Lizenz, kommerzielle Nutzung erlaubt. Deployment auf eigener Infrastruktur (Docker, Kubernetes, Bare-Metal). Keine Geräte- oder Nutzerlimits in der Software. Ab 4.4 ersetzt die Free License unter BUSL 1.1 die CE (siehe oben).

PE Public Cloud (ThingsBoard Cloud)

Hosted von ThingsBoard in Nordamerika oder Europa:

Plan Preis/Monat (EUR) Devices Assets Datenpunkte/Monat Support
Free 0 € 5 5 1M Community
Prototype 45 € 50 50 10M Community
Pilot 145 € 100 100 100M Help Desk + White-Label
Startup 385 € 500 500 500M Priority Help Desk
Business 725 € 1.000 1.000 1B Priority Help Desk

Ab Business: 0,30 €/zusätzliches Device. Top-ups für Devices, Integrations, Traffic und Storage verfügbar.

Self-managed (kommerzielle Lizenz, vormals PE)

Lizenz für eigene Infrastruktur, Hosting-Kosten kommen extra. Stand Oktober 2026 laut Preisseite; die früheren Pläne Maker und Prototype werden nicht mehr angeboten:

Plan Preis/Monat Devices Assets Instanzen
Free $0 100 100 1 Prod
Pilot $99 100 100 1 Prod
Startup $299 500 500 2 Prod
Business $499 1.000 1.000 3 Prod

White-Labeling ab Pilot-Plan inklusive. Im Business-Plan 0,10 USD je zusätzlichem Gerät. Trendz Analytics und Edge Computing als Add-ons.

PE Private Cloud (Managed)

Vollständig verwaltete Infrastruktur durch ThingsBoard:

Plan Preis/Monat Devices Uptime Msg/Min
Launch $1.499 5.000 99,9% 50.000
Growth $2.199 25.000 99,9% 100.000
Scale $3.999 50.000 99,95% 500.000
Enterprise Custom 100.000+ Custom Unlimited

Inklusive automatische Backups, 24/7 Monitoring, Production Support und Multi-AZ Datenbankreplikation.

Eine europäische, DSGVO-konforme Alternative zum Managed-Betrieb bietet ThingsBoard Managed Hosting von merkaio.

PE Perpetual License

Einmalige Lizenzgebühr (CAPEX statt OPEX) für Air-gapped und Offline-Szenarien, ab 4.999 USD (Stand Oktober 2026). Ab 4.4 gibt es einen Offline-Schlüssel ohne Online-Lizenzprüfung nur für eine Perpetual License mit vereinbartem Offline-Betrieb.


LoRaWAN-Integration: CE vs PE

Die LoRaWAN-Frage ist einer der häufigsten Entscheidungsfaktoren:

PE: Native Integration

Die Professional Edition bringt eine eingebaute LoRaWAN-Integration mit 400+ vorgefertigten Payload-Decodern. Geräte werden direkt in ThingsBoard registriert und verwaltet.

CE: ChirpStack als externe Lösung

Die Community Edition hat keine native LoRaWAN-Unterstützung. Die bewährte Alternative: ChirpStack als externer LoRaWAN Network Server. ChirpStack dekodiert die Payloads und sendet die Daten per MQTT an ThingsBoard CE.

Unsere Einschätzung: CE + ChirpStack bietet mehr Flexibilität als die PE-eigene Integration. ChirpStack ist Open Source, herstellerunabhängig und unterstützt alle LoRaWAN-Gateways. Der zusätzliche Aufwand bei der Einrichtung ist minimal – und Sie vermeiden Lizenzkosten und Vendor-Lock-in. Details zum Zusammenspiel beschreiben wir in ThingsBoard, Grafana & ChirpStack im IoT-Stack.


Add-ons im ThingsBoard-Okosystem

Produkt Beschreibung Verfügbarkeit
Trendz Analytics KI-gestützte Analyse, Anomalieerkennung, Prognosen Add-on für CE & PE
ThingsBoard Edge Edge Computing – lokale Datenverarbeitung an der Quelle CE Edge (mit CE Server), PE Edge (mit PE Server)
TBMQ Eigenständiger MQTT Broker (CE kostenlos, PE mit Lizenz) Eigenständig
PE Mobile App White-Label Mobile App (iOS + Android) $99/Monat + $1.000 Setup
IoT Gateway Industrieprotokolle (Modbus, OPC-UA, BACnet) Kostenlos mit CE & PE

Migration CE zu PE

ThingsBoard ermöglicht eine nahtlose Migration von CE zu PE:

  • Telemetriedaten und Konfigurationen bleiben vollständig erhalten
  • Dashboards, Devices und Rules werden übernommen
  • Achtung: Eigene Source-Code-Anpassungen an der CE gehen beim Upgrade verloren

Die Migration ist in beide Richtungen möglich – von CE zu PE und zurück. Das reduziert das Risiko beim Evaluieren der PE.


Wann welche Edition?

Szenario Empfehlung
PoC / Prototyping / Evaluierung 4.4 im Entwicklungsmodus oder CE 4.3 – kostenlos, volles Feature-Set
Bestehende CE in Produktion 4.3.1.6 + Community Grant – Registrierung bis 20.07.2027
Neue kommerzielle Projekte bis 100 Geräte, ein Server 4.4 Free License – Lizenzschlüssel, sichtbares Branding
Neue Projekte über 100 Geräte kommerzielle Lizenz oder offener Stack mit ChirpStack, Node-RED und Grafana
LoRaWAN-Projekte CE + ChirpStack – flexibler als PE-eigene Integration
Multi-Kunden-Plattform mit eigenem Branding PE – White-Labeling ohne Code-Änderung
Enterprise mit SSO, RBAC und SLA-Support PE – granulare Zugriffskontrolle und garantierter Support
Managed Hosting ohne eigene Infrastruktur PE Cloud oder WZ-IT Managed CE
Offline / Air-gapped Deployment Perpetual mit Offline-Freigabe – Einmalkauf, kein Internet erforderlich

Noch unklar, welche Edition passt? Der IoT-Architektur-Check bewertet Datenweg und Plattform und liefert eine dokumentierte Zielarchitektur, ab 1.490 € netto.

Unsere Empfehlung bei WZ-IT

Diese Empfehlung stammt aus der Zeit vor dem Lizenzwechsel. Stand Oktober 2026 gilt: Bestehende CE-Installationen aktualisieren wir auf den aktuellen 4.3-LTS-Patch und registrieren den Community Grant vor dem 20. Juli 2027. Für neue Projekte über 100 Geräte vergleichen wir die kommerzielle Lizenz mit einem offenen Stack, siehe ThingsBoard 4.4 unter BUSL 1.1. Funktional bietet ThingsBoard Device Management, Rule Engine, Dashboards und Multi-Tenancy, das deckt die Anforderungen der meisten IoT-Projekte ab.

Unser Stack

Wir setzen auf einen bewährten Open-Source-Stack:

Der gesamte Stack läuft auf deutschen Hetzner-Servern. ChirpStack (MIT), Node-RED (Apache 2.0) und Grafana (AGPL-3.0) haben keine Geräte-Limits; für ThingsBoard ab 4.4 hängen die Lizenzkosten von Geräten, Servern und Branding ab.

Wann empfehlen wir die PE?

Die PE lohnt sich bei:

  • White-Label-Anforderungen (eigenes Branding für Endkunden)
  • Enterprise-SSO (Integration mit Azure AD, Okta etc.)
  • Granularer RBAC (wenn Multi-Tenancy allein nicht reicht)

Ab 4.4 kommen Projekte mit mehr als 100 Geräten oder einem Cluster im kommerziellen Betrieb hinzu, sofern kein Community Grant die bestehende Größe abdeckt.

→ IoT-Projekt besprechen → ThingsBoard Managed Hosting


Weiterfuhrende Guides

Quellen

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

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Timo und Robin, Gründer von WZ-IT

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