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Aktualisiert am 12. Oktober 2026. Dieser Beitrag erschien im Mai, als die Verschiebung noch ein Vorschlag war. Sie ist inzwischen beschlossen: Die Verordnung (EU) 2026/1744 (Digital Omnibus) wurde am 24. Juli 2026 im Amtsblatt veröffentlicht und ist am 27. Juli 2026 in Kraft getreten.
Die Hochrisiko-Pflichten des EU AI Act greifen nicht zum 2. August 2026. Eigenständige Hochrisiko-Systeme nach Anhang III haben jetzt bis zum 2. Dezember 2027 Zeit, Hochrisiko-KI in regulierten Produkten nach Anhang I bis zum 2. August 2028.
Seit dem 2. August 2026 gelten dagegen die Transparenzpflichten nach Artikel 50: Anbieter müssen KI-Systeme, mit denen Menschen direkt interagieren, so gestalten, dass die Betroffenen das erkennen (Art. 50 Abs. 1). Synthetische Audio-, Bild-, Video- und Textinhalte müssen maschinenlesbar gekennzeichnet sein (Art. 50 Abs. 2). Nur für Systeme, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden, hat der Omnibus eine Übergangsfrist für diese Kennzeichnung bis zum 2. Dezember 2026 eingeführt (neuer Art. 111 Abs. 4).
Dieser Guide erklärt die konkreten Anforderungen und liefert eine Checkliste. Die Kernanforderungen an Hochrisiko-Systeme sind gleich geblieben, der Omnibus hat aber neben den Fristen auch Inhalte geändert, etwa bei KI-Kompetenz, Registrierung, KMU-Erleichterungen und einem neuen Verbot.
Inhaltsverzeichnis
- Zeitplan: Was wann gilt
- Wie es zur Verschiebung kam
- Was ist ein Hochrisiko-KI-System?
- Die sieben Pflichten für Hochrisiko-KI
- Strafen und Durchsetzung
- Praktische Checkliste für Unternehmen
- On-Premise-KI als Compliance-Vorteil
- Unser Vorgehen bei WZ-IT
- Weiterführende Guides
Zeitplan: Was wann gilt
Der EU AI Act trat am 1. August 2024 in Kraft. Die Umsetzung erfolgt gestaffelt:
| Datum | Was gilt |
|---|---|
| 2. Februar 2025 | Verbot von KI-Systemen mit unannehmbarem Risiko (Social Scoring, Emotionserkennung am Arbeitsplatz, prädiktive Polizeiarbeit) |
| 2. August 2025 | Pflichten für General-Purpose AI (GPAI) Modelle, Governance-Strukturen, Notifizierung von Konformitätsbewertungsstellen |
| 2. August 2026 | Transparenzpflichten nach Art. 50: KI-Interaktionen müssen erkennbar sein, synthetische Inhalte maschinenlesbar gekennzeichnet, Deepfakes offengelegt |
| 2. Dezember 2026 | Neues Verbot: KI zur Erzeugung nicht einvernehmlicher intimer Inhalte („Nudifier") und von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs (Art. 5 Abs. 1 lit. ba und bb) |
| 2. Dezember 2026 | Ende der Übergangsfrist für die Kennzeichnung nach Art. 50 Abs. 2 bei Systemen, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden (Art. 111 Abs. 4) |
| 2. Dezember 2027 | Anforderungen für eigenständige Hochrisiko-KI nach Anhang III, CE-Kennzeichnung, EU-Datenbank-Registrierung (verschoben vom 2. August 2026) |
| 2. August 2028 | Hochrisiko-KI als Sicherheitskomponente in regulierten Produkten (Medizinprodukte, Maschinen, Fahrzeuge) - verschoben vom 2. August 2027 |
Betroffen von den Hochrisiko-Pflichten sind Unternehmen, die KI in den Bereichen nach Anhang III einsetzen, etwa für Bewerberauswahl und Leistungsbewertung, für die Kreditwürdigkeitsprüfung natürlicher Personen, für Risikobewertung und Preisbildung bei Lebens- und Krankenversicherungen oder für biometrische Fernidentifizierung. Ein allgemeines Kundenscoring nennt Anhang III nicht, und die reine biometrische Verifizierung (etwa ein Zugang per Gesichtsabgleich mit der berechtigten Person) ist ausdrücklich ausgenommen (Anhang III Nr. 1 lit. a). Diese Pflichten greifen jetzt zum 2. Dezember 2027.
Wie es zur Verschiebung kam
Der Weg dorthin war kurz: Im Parlament führten der Binnenmarktausschuss (IMCO) und der Innenausschuss (LIBE) das Verfahren. Am 7. Mai 2026 einigten sich Rat und Parlament im Trilog, am 16. Juni 2026 stimmte das Plenum zu, am 29. Juni 2026 der Rat, am 8. Juli 2026 wurde die Verordnung unterzeichnet. Veröffentlicht wurde die Verordnung (EU) 2026/1744 am 24. Juli, in Kraft ist sie seit dem 27. Juli 2026.
Die Begründung blieb über das ganze Verfahren dieselbe: Viele Unternehmen - insbesondere KMU - seien nicht bereit, die notwendigen harmonisierten Normen lägen noch nicht vollständig vor, und eine Durchsetzung ohne klare Standards schaffe Rechtsunsicherheit.
Was verschoben wurde und was nicht:
- Verschoben sind die Pflichten für eigenständige Anhang-III-Hochrisiko-Systeme auf den 2. Dezember 2027 und für Anhang-I-Produkte auf den 2. August 2028
- Nicht verschoben sind die Transparenzpflichten nach Art. 50, sie gelten seit dem 2. August 2026. Neu eingeführt hat der Omnibus nur eine Übergangsfrist bis zum 2. Dezember 2026 für die Kennzeichnung nach Art. 50 Abs. 2 bei Systemen, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr gebracht wurden (Art. 111 Abs. 4)
- Verbotene KI-Praktiken gelten seit Februar 2025, GPAI-Pflichten seit August 2025. Neu ist ab dem 2. Dezember 2026 das Verbot von KI zur Erzeugung nicht einvernehmlicher intimer Inhalte und von Darstellungen sexuellen Kindesmissbrauchs (Art. 5 Abs. 1 lit. ba und bb)
- KI-Kompetenz (Art. 4) neu gefasst: Anbieter und Betreiber ergreifen Maßnahmen, um die KI-Kompetenz ihres Personals zu fördern. Ein bestimmtes „ausreichendes Maß" müssen sie nicht mehr sicherstellen
- KMU-Erleichterungen erweitert: Den niedrigeren Bußgeldbetrag nach Art. 99 Abs. 6 erhalten jetzt auch kleine Mid-Caps mit weniger als 750 Beschäftigten und bis zu 150 Mio. EUR Umsatz
- Registrierung reduziert: Die Registrierungspflicht nach Art. 49 Abs. 2 für Systeme, die Anbieter selbst als nicht hochriskant einstufen, wurde eingeschränkt
- Aufsicht gebündelt: Für KI-Systeme, die auf einem GPAI-Modell desselben Anbieters beruhen, ist das AI Office zuständig
- Anders als im Kommissionsentwurf vom November 2025 hängen die neuen Termine an festen Kalenderdaten, nicht mehr an der Verfügbarkeit harmonisierter Normen. Eine weitere Verschiebung bräuchte ein neues Gesetzgebungsverfahren
Für Unternehmen bedeutet das: Sie haben Zeit gewonnen, aber keine Entwarnung. Wer ein Anhang-III-System betreibt, hat jetzt einen belastbaren Termin statt eines strittigen - und gut ein Jahr, um die Dokumentation aufzubauen, die vorher in Wochen hätte stehen müssen.
Was ist ein Hochrisiko-KI-System?
Anhang III des EU AI Act definiert acht Kategorien von Hochrisiko-KI-Systemen:
- Biometrische Identifizierung und Kategorisierung - Gesichtserkennung, Emotionserkennung (soweit nicht verboten)
- Kritische Infrastruktur - KI-Steuerung von Strom-, Wasser-, Gas- und Verkehrsnetzen
- Bildung und Berufsausbildung - Prüfungsbewertung, Zugangssteuerung zu Bildungseinrichtungen
- Beschäftigung und Personalmanagement - Bewerber-Screening, KI-gestützte Leistungsbewertung, Kündigungsentscheidungen
- Zugang zu wesentlichen Dienstleistungen - Kreditwürdigkeitsprüfung, Versicherungsbewertung, Sozialleistungsentscheidungen
- Strafverfolgung - Risikobewertung, Lügendetektion, prädiktive Analytik
- Migration, Asyl und Grenzkontrolle - Risikobewertung bei Einreise, Dokumentenprüfung
- Rechtspflege und demokratische Prozesse - KI-gestützte Gerichtsentscheidungen, Wahlbeeinflussung
Wichtig: Es kommt nicht darauf an, ob das System als „KI" vermarktet wird. Entscheidend ist, ob es ein KI-System im Sinne der Verordnung ist und in einem dieser Bereiche eingesetzt wird. Ein Machine-Learning-Modell, das Bewerbungen vorselektiert, ist Hochrisiko - unabhängig davon, ob der Hersteller es „intelligente Filterung" nennt.
Leitlinien der Kommission zur Einstufung nach Artikel 6 liegen bisher nur als Entwurf vom 19. Mai 2026 vor, die finale Fassung ist für Ende 2026 angekündigt.
Sonderfall: Sicherheitskomponenten in Produkten
KI-Systeme, die als Sicherheitskomponente in regulierten Produkten eingesetzt werden (Medizinprodukte nach MDR, Maschinen nach Maschinenverordnung, Fahrzeuge), unterliegen ebenfalls der Hochrisiko-Klassifizierung. Für diese gilt die längere Frist bis zum 2. August 2028, da sie an bestehende EU-Produktgesetzgebung gekoppelt sind.
Die sieben Pflichten für Hochrisiko-KI
Anbieter, die ein Hochrisiko-KI-System in Verkehr bringen, müssen sieben Kernanforderungen erfüllen. Betreiber haben eigene Pflichten nach Artikel 26, etwa zu menschlicher Aufsicht und Aufbewahrung der Logs:
1. Risikomanagement-System (Artikel 9)
Ein kontinuierliches, dokumentiertes Risikomanagement über den gesamten Lebenszyklus des KI-Systems:
- Identifizierung und Analyse bekannter und vorhersehbarer Risiken
- Bewertung der Risiken bei bestimmungsgemäßer Nutzung und vorhersehbarer Fehlanwendung
- Maßnahmen zur Risikominderung
- Regelmäßige Überprüfung und Aktualisierung
2. Daten-Governance (Artikel 10)
Training, Validierung und Test müssen auf Datensätzen basieren, die:
- Relevanz, Repräsentativität und Fehlerfreiheit gewährleisten
- Bias-Prüfungen durchlaufen haben
- Dokumentiert und rückverfolgbar sind
- Besondere Kategorien personenbezogener Daten nur unter strengen Bedingungen enthalten
3. Technische Dokumentation (Artikel 11)
Vor dem Inverkehrbringen muss eine umfassende technische Dokumentation erstellt werden:
- Allgemeine Beschreibung des Systems und seines Zwecks
- Detaillierte Beschreibung der Entwicklungsmethodik
- Informationen zu Trainingsdaten und deren Aufbereitung
- Leistungskennzahlen und deren Messmethodik
- Beschreibung der Risikomanagement-Maßnahmen
4. Aufzeichnungspflichten / Logging (Artikel 12)
Hochrisiko-KI-Systeme müssen automatische Aufzeichnungen (Logs) generieren:
- Start- und Endzeitpunkt jeder Nutzung
- Referenzdatenbank, gegen die Input geprüft wurde
- Eingabedaten, die zu einer Übereinstimmung geführt haben
- Identifizierung der an der menschlichen Aufsicht beteiligten Personen
Die Logs müssen für einen Zeitraum aufbewahrt werden, der dem Verwendungszweck angemessen ist - mindestens sechs Monate.
5. Transparenz (Artikel 13)
Nutzer müssen angemessen informiert werden:
- Über die Fähigkeiten und Grenzen des Systems
- Über den Grad der Genauigkeit und bekannte Fehlerquellen
- Über die Umstände, unter denen Risiken entstehen können
- Über Maßnahmen zur menschlichen Aufsicht
6. Menschliche Aufsicht (Artikel 14)
Hochrisiko-KI-Systeme müssen so konzipiert sein, dass sie von Menschen wirksam beaufsichtigt werden können:
- Der Mensch muss die Ausgaben des Systems verstehen können
- Der Mensch muss in der Lage sein, die Nutzung des Systems zu unterbrechen oder zu beenden
- Der Mensch muss Ergebnisse des Systems ignorieren oder überstimmen können
- Der Mensch muss Automatisierungsbias erkennen können
7. Qualitätsmanagementsystem (Artikel 17)
Anbieter von Hochrisiko-KI müssen ein QMS implementieren:
- Strategie zur Einhaltung der regulatorischen Anforderungen
- Techniken zur Gestaltung und Kontrolle
- Verfahren für das Risikomanagement
- Post-Market-Monitoring
- Maßnahmen zur Gewährleistung der Cybersicherheit
Strafen und Durchsetzung
Die Bußgelder sind gestaffelt nach Schwere des Verstoßes:
| Verstoß | Bußgeld (Maximum) |
|---|---|
| Verbotene KI-Praktiken | 35 Mio. EUR oder 7 % des globalen Jahresumsatzes |
| Hochrisiko-Pflichten, Transparenzpflichten nach Art. 50 | 15 Mio. EUR oder 3 % des globalen Jahresumsatzes |
| Falsche Angaben an Behörden | 7,5 Mio. EUR oder 1 % des globalen Jahresumsatzes |
Grundsätzlich gilt der höhere der beiden Beträge (Art. 99 Abs. 3 bis 5 der Verordnung (EU) 2024/1689). Für KMU einschließlich Start-ups und seit dem Omnibus auch für kleine Mid-Caps (weniger als 750 Beschäftigte, bis 150 Mio. EUR Umsatz) gilt der niedrigere (Art. 99 Abs. 6).
Die Durchsetzung erfolgt auf nationaler Ebene. In Deutschland regelt das KI-Marktüberwachungsgesetz (KI-MIG) vom 22. Juli 2026 (BGBl. 2026 I Nr. 223) die Aufsicht, in Kraft seit dem 29. Juli 2026. Zentrale Marktüberwachungsbehörde ist die Bundesnetzagentur (§ 2 Abs. 1 KI-MIG). Für Finanztätigkeiten ist die BaFin zuständig, für öffentliche Stellen die Länder. Das KI-MIG sieht zusätzlich nationale Bußgelder bis 50.000 EUR vor (§§ 15, 16).
Praktische Checkliste für Unternehmen
Schritt 1: KI-Inventar erstellen
Erfassen Sie alle KI-Systeme im Unternehmen - nicht nur die offensichtlichen:
- Welche Modelle werden eingesetzt? (Eigen-Entwicklung, API-basiert, eingebettet in SaaS)
- In welchem Kontext? (HR, Kundenservice, Finanzentscheidungen, Produktion)
- Wer ist Anbieter, wer ist Deployer?
- Welche Daten fließen in das System?
Schritt 2: Risikokategorisierung
Für jedes identifizierte System prüfen:
- Fällt es unter Anhang III? (Hochrisiko-Standalone)
- Ist es Sicherheitskomponente eines regulierten Produkts?
- Fällt es unter die Transparenzpflichten (Chatbots, Deepfakes)?
- Oder ist es ein minimales Risiko (keine spezifischen Pflichten)?
Schritt 3: Gap-Analyse
Für jedes Hochrisiko-System die Lücke zwischen Ist-Stand und Soll-Stand ermitteln:
- Existiert eine technische Dokumentation?
- Gibt es ein Risikomanagement-System?
- Werden Logs gespeichert?
- Ist menschliche Aufsicht implementiert?
- Wurde eine Bias-Prüfung durchgeführt?
Schritt 4: Conformity Assessment vorbereiten
Die meisten Hochrisiko-Systeme nach Anhang III können über eine Selbstbewertung (interne Konformitätsbewertung) in Verkehr gebracht werden. Bei biometrischen Systemen nach Anhang III Nr. 1 ist grundsätzlich eine notifizierte Stelle beteiligt. Wendet der Anbieter harmonisierte Normen oder gemeinsame Spezifikationen vollständig an, kann er auch hier die interne Kontrolle wählen (Art. 43 Abs. 1).
Für die Selbstbewertung benötigen Sie:
- Vollständige technische Dokumentation
- Nachweis eines QMS
- EU-Konformitätserklärung
- CE-Kennzeichnung
- Registrierung in der EU-Datenbank
Schritt 5: Registrierung und CE-Kennzeichnung
Vor dem Inverkehrbringen oder der Inbetriebnahme muss das System in der EU-Datenbank für Hochrisiko-KI-Systeme registriert werden. Die Datenbank wird von der EU-Kommission betrieben und ist teilweise öffentlich zugänglich. Für Systeme, die der Anbieter nach Art. 6 Abs. 3 als nicht hochriskant einstuft, hat der Omnibus die Registrierung nach Art. 49 Abs. 2 reduziert.
On-Premise-KI als Compliance-Vorteil
Die Anforderungen des EU AI Act klingen komplex - und sie sind es. Aber ein Faktor vereinfacht die Compliance erheblich: Kontrolle über die Infrastruktur.
Warum lokale Inferenz hilft
| Anforderung | Cloud-API | On-Premise |
|---|---|---|
| Technische Dokumentation | Abhängig vom Anbieter, oft unvollständig | Vollständige Kontrolle über Modell, Version, Konfiguration |
| Logging / Aufzeichnungen | API-Logs oft limitiert, nicht exportierbar | Alle Logs lokal, unbegrenzt aufbewahrbar |
| Daten-Governance | Daten verlassen das Unternehmen | Daten bleiben im Rechenzentrum |
| Menschliche Aufsicht | Schwer umsetzbar bei Black-Box-APIs | Vollständiger Zugriff auf Modellverhalten |
| Bias-Prüfung | Nur über den Output möglich | Input, Output und Modellgewichte prüfbar |
| Risikomanagement | Teilweise an Anbieter delegiert | Vollständig im eigenen Einflussbereich |
Konkretes Beispiel: Bewerber-Screening
Ein Unternehmen nutzt ein LLM für die Vorselektion von Bewerbungen. Das ist ein Hochrisiko-Anwendungsfall (Kategorie 4: Beschäftigung).
Mit Cloud-API (z.B. GPT-4):
- Bewerbungsdaten (Name, Lebenslauf, Foto) werden an US-Server gesendet
- Kein Einblick in die Modelllogik (Artikel 13-Transparenz problematisch)
- Logs nur über API-Dashboard verfügbar (Artikel 12-Logging begrenzt)
- Bias-Prüfung nur am Output (Artikel 10-Daten-Governance eingeschränkt)
- Bei CLOUD-Act-Anfrage: Zugriff auf Bewerberdaten durch US-Behörden möglich
Mit On-Premise-KI (z.B. Llama 3.3 70B auf eigenem GPU-Server):
- Bewerbungsdaten verlassen das Unternehmen nicht
- Modell, Prompt und Entscheidungslogik vollständig dokumentierbar
- Alle Logs lokal gespeichert und auditierbar
- Bias-Prüfung an Input-Daten, Prompt-Design und Output möglich
- Kein Drittlandzugriff, keine CLOUD-Act-Problematik
Beide Ansätze können EU AI Act-konform betrieben werden. Aber der On-Premise-Ansatz macht die Compliance praktisch umsetzbar, während der Cloud-Ansatz auf Zusicherungen des Anbieters angewiesen ist.
Unser Vorgehen bei WZ-IT
Wir helfen Unternehmen, KI-Infrastruktur EU AI Act-konform aufzubauen - nicht mit Beratungsfolien, sondern mit konkreter Technik:
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Bestandsaufnahme: Welche KI-Systeme sind im Einsatz? Welche davon fallen unter Hochrisiko? Welche unter Transparenzpflichten?
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Infrastruktur-Design: Für Hochrisiko-Anwendungen kommen dedizierte GPU-Server auf kontrollierter Infrastruktur oder ein AI Cube am eigenen Standort infrage. Datenstandort, Modelle, Zugriffe und Logs werden in der Zielarchitektur festgelegt.
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Logging und Audit-Trail: Wir konfigurieren vollständiges Request-Response-Logging mit Zeitstempeln, User-IDs und Modellversionen - exportierbar für Audits und Behördenanfragen.
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Managed Operations: Laufender Betrieb inkl. Monitoring, Updates und Compliance-Dokumentation - damit die technische Dokumentation nicht veraltet.
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DSGVO + AI Act: Wir adressieren beide Regulierungsrahmen gleichzeitig. Lokale Inferenz löst DSGVO-Transferprobleme und vereinfacht die AI-Act-Dokumentation.
Ob GPU-Server auf eigener oder europäischer Infrastruktur oder AI Cube als lokaler Einstieg: WZ-IT plant Datenstandort, Zugriffswege und Betriebsverantwortung passend zum konkreten Einsatz.
Weiterführende Guides
- KI-Souveränität: Warum deutsche Firmen Daten nicht an US-KI-Dienste schicken sollten
- DSGVO-konforme KI-Inferenz mit GPU-Servern
- Ollama vs. vLLM: Vergleich für Self-Hosted LLMs
- LLM-Observability mit Langfuse: KI-Logging für den EU AI Act
- Lokale KI-Inferenz mit dem AI Cube
- Managed Operations: Compliance
- GPU Server bei WZ-IT
- AI Cube
Stand: Oktober 2026, nach Inkrafttreten der Verordnung (EU) 2026/1744 und des KI-MIG. Leitlinien der Kommission, etwa zur Hochrisiko-Einstufung, werden weiter ergänzt. Unternehmen sollten die offiziellen Kanäle der EU-Kommission und der Bundesnetzagentur verfolgen.













