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Hetzner-Preiserhöhung Juni 2026: CPX und CCX bis +176% - unsere Einordnung

Hetzner-Preiserhöhung Juni 2026: CPX und CCX bis +176% - unsere Einordnung

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Cloud-Kosten oder Provider-Strategie auf dem Prüfstand? Wir rechnen Workloads neu durch und betreiben sie souverän - mehr unter Cloud-Architektur & Migration und Managed Operations, oder direkt ein Erstgespräch vereinbaren.

Hetzner war für viele - auch für uns - jahrelang die naheliegende Antwort auf teure Hyperscaler: günstig, solide, in der EU betrieben. Genau deshalb müssen wir die jüngste Preisrunde klar benennen. Zum 15. Juni 2026 hebt Hetzner die Cloud-Preise erneut an, und bei den dedizierten-vCPU-Linien CPX und CCX geht es um bis zu rund 176% nach oben. Das ist keine Feinjustierung mehr, das verschiebt die Rechnung.

Ein großer Teil unseres Angebots - von Migration bis Betrieb - ist auf Hetzner ausgerichtet. Und gerade deshalb sagen wir offen: Bei etlichen Workloads ist Hetzner mit dieser Runde nicht mehr automatisch die erste Wahl bei Preis-Leistung - und wir beschäftigen uns nun intensiver mit europäischen Alternativen.

Inhaltsverzeichnis

Was sich zum 15. Juni 2026 ändert

Es ist bereits die zweite Preisrunde 2026. Schon zum 1. April gab es eine breitere Anpassung von bis zu rund 37%, die auch Bestandskunden traf. Die Runde zum 15. Juni trifft nun gezielt die leistungsstärkeren Cloud-Linien - und sie gilt laut Hetzner nur für Neubestellungen und Rescales; bestehende Server behalten ihre Konditionen.

Die Größenordnung (Deutschland/Finnland, EUR/Monat) laut Hetzners eigener Preisanpassungs-Doku:

Plan alt neu Änderung
CX23 (Cost-Optimized) 3,99 € 5,49 € +37,6%
CAX11 (Cost-Optimized, ARM) 4,49 € 5,99 € +33,4%
CPX22 (dediziert vCPU) 7,99 € 19,49 € +143,8%
CPX52 36,49 € 100,49 € +175,3%
CCX13 (dediziert) 15,99 € 42,99 € +168,9%
CCX63 374,49 € 853,49 € +127,9%

Kurz: Die günstigen Cost-Optimized-Linien (CX/CAX) steigen moderat (rund 33-38%). Die dedizierten-vCPU-Linien CPX (rund +144-176%) und CCX (rund +113-169%) ziehen drastisch an.

Auch die dedizierten Root-Server ändern sich

Parallel ordnet Hetzner das Dedicated-Portfolio neu: Alle Modelle bekommen die Zusätze -1/-2/-3, dazu eine neue „-1-Ltd"-Linie (Limited, begrenzte Stückzahl aus günstiger beschaffter Hardware, zu attraktiven Konditionen). Die einmaligen Setup-Gebühren sinken deutlich für die meisten Dedicated-Server - dafür wird dieser Posten in eine höhere Monatsrate eingerechnet. Für Neubestellungen werden dedizierte Server damit teurer, aber moderater als die Cloud-CPX/CCX; Branchenberichte sprechen von überschaubaren Aufschlägen, bei einzelnen Serien rund einem Fünftel. Bestehende Dedicated-Verträge behalten ihre Konditionen; die Änderung greift nur bei Neubestellungen. Die konkreten Modellpreise listet Hetzner in der Preis-Doku.

Wichtiger Spartipp: Die Server-Auktion (gebrauchte Hardware) ist von der Anpassung ausgenommen und bleibt damit oft die günstigste Option für eigene Hardware. Wie sich Cloud- und Dedicated-Preise nach der Anpassung je vCPU und GB RAM vergleichen, zeigt Hetzner Cloud oder Dedicated Server?

Stand Oktober 2026: Verfügbarkeit und Images

Seit der Juni-Runde hat sich die Lage weniger über Preise als über die Verfügbarkeit verändert (Stand 1. Oktober 2026):

Punkt Stand Quelle
Cost-Optimized (CX/CAX) auf der Cloud-Produktseite als "Currently not available" geführt Hetzner Cloud
Seit wann Berichten zufolge seit Anfang September 2026 (Prüfungen vom 7. bis 9. September) bex.co, 25. September 2026
Kapazität allgemein Statusmeldung seit 26. Juni 2026: Bereitstellung von Cloud-Servern nur eingeschränkt möglich, betroffen sind alle Neukunden und zufällig ausgewählte Bestandskunden Hetzner Status
Debian 11 Image debian-11 seit 31. August 2026 deprecated, für neue Server nur bis 30. November 2026 verfügbar Hetzner Cloud Changelog
API-Feld deprecated wird am 2. November 2026 bei Images, Server Types und Load Balancer Types entfernt, Ersatz ist das Feld deprecation Hetzner Cloud Changelog

Hetzner begründet die Einschränkung mit anhaltend hoher Nachfrage und der begrenzten Verfügbarkeit benötigter Hardwarekomponenten; einzelne Anfragen können laut Statusmeldung nicht priorisiert werden.

Für die Planung folgt daraus:

  • Der günstigste Tarif ist nur ein Preisanker, solange er nicht bestellbar ist. Eine Kalkulation, die neue CX- oder CAX-Server voraussetzt, ist derzeit nicht umsetzbar. Für neue Lasten zählen die bestellbaren Klassen.
  • Bestehende Server nicht leichtfertig löschen. Ein Neuaufbau in derselben Klasse ist im Moment nicht gesichert.
  • Automatisierung prüfen. Terraform-, Ansible- oder Cloud-Init-Vorlagen mit debian-11 brechen für neue Server nach dem 30. November 2026. Skripte, die das API-Feld deprecated auswerten, sind bis zum 2. November auf deprecation umzustellen.

Warum die Preise steigen

Hetzner begründet den Schritt offiziell mit „dramatisch gestiegenen Kosten für den Betrieb der Infrastruktur und die Beschaffung neuer Hardware". Das ist nicht vorgeschoben: Der Speichermarkt steht unter massivem Druck. Durch die KI-Nachfrage sind DRAM-Preise stark gestiegen (laut Marktberichten rund +171% im Jahresvergleich), und auch NVMe-SSDs wurden deutlich teurer. Wer viel RAM pro Kern verkauft - und genau das tun CPX und CCX - bekommt diesen Schock am direktesten zu spüren.

Der Auslöser ist also ein externer Marktschock, keine simple Fehlkalkulation. Das ist wichtig für eine faire Bewertung - aber es entschuldigt nicht jede Entscheidung.

Unsere kritische Einordnung

Drei Punkte stören uns:

1. Höhe und Tempo. Zwei Erhöhungen in rund zehn Wochen, und im Juni Sprünge von über 170% in einem einzigen Schritt - das ist für jede TCO-Planung brutal. Genau die Planbarkeit war einer der Gründe, warum Hetzner so beliebt wurde.

2. Zu wenig Puffer im Kampfpreis. Dass ein DRAM-Schock CPX/CCX so hart durchschlägt, zeigt, wie dünn die Marge dieser aggressiven Kampfpreise war. Ultragünstig zu sein ist eine Stärke - aber ohne Puffer für Input-Kosten-Schwankungen wird daraus ein Risiko, das am Ende der Kunde trägt.

3. Der „immer 4x billiger"-Reflex stimmt nicht mehr pauschal. Bei Cost-Optimized (CX/CAX) bleibt Hetzner sehr günstig - hier liegt der Vorsprung gegenüber DigitalOcean oder AWS Lightsail weiter bei grob 3-4x. Bei CPX und CCX schrumpft dieser Vorsprung deutlich, und damit fällt ein zentrales Verkaufsargument für einen ganzen Produktbereich weg.

Wir sagen das als Befürworter: Unsere Migrationsangebote zielen seit Jahren auf Hetzner, und für viele Fälle bleibt das richtig. Aber wir dürfen unseren Kunden nicht aus Gewohnheit eine Lösung empfehlen, die für ihren konkreten Workload nicht mehr die beste ist.

Europäische Alternativen im Blick

Die gute Nachricht: Souveränität heißt nicht „Hetzner oder Hyperscaler". Es gibt mehrere ernstzunehmende europäische Anbieter, die wir je nach Workload prüfen:

  • OVHcloud (Frankreich) und Scaleway (Frankreich) - breite Cloud-Portfolios, EU-Rechenzentren.
  • IONOS und STACKIT (Deutschland) - STACKIT betreibt ausschließlich in Deutschland, interessant für strenge Compliance.
  • netcup und Contabo (Deutschland) - oft sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bei vCPU-Servern.
  • Open Telekom Cloud (T-Systems) - für regulierte Branchen.

Und ganz wichtig: eigene Hardware bzw. dedizierte Root-Server (zum Beispiel mit Proxmox als Private-Cloud-Basis) sind bei stabilen, RAM-lastigen Workloads häufig die wirtschaftlichste Antwort - gerade jetzt, da Hetzner die Setup-Gebühren für Dedicated gesenkt hat. Statt teurer dedizierter-vCPU-Cloud kann ein dedizierter Server mit eigener Virtualisierung deutlich günstiger pro Leistung sein. Wer den Server nicht selbst anmieten und betreiben will, bekommt ihn mit Managed Proxmox Hosting samt Betrieb von WZ-IT.

Wichtig bleibt: All das sind EU-souveräne Optionen. Es geht nicht zurück zu AWS oder Azure, sondern um die beste Preis-Leistung innerhalb der Souveränität.

Was Hetzner-Kunden jetzt tun sollten

  • TCO pro Workload neu rechnen. Pauschalannahmen über Bord werfen und den konkreten Server gegen Alternativen stellen.
  • Instance-Klasse hinterfragen. Brauchen Sie wirklich dedizierte vCPU (CPX/CCX)? Cost-Optimized (CX/CAX) wäre die günstigere Klasse, ist aber derzeit nicht bestellbar (Stand Oktober 2026).
  • Dedizierte Root-Server prüfen. Für stabile Lasten oft das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, jetzt mit gesenkten Setup-Gebühren.
  • Bestand bewusst halten. Bestehende Server behalten ihre Preise - ein vorschneller Rescale greift dagegen zum neuen Tarif.
  • Multi-Provider denken. Nicht alles auf einen Anbieter, damit die nächste Preisrunde Sie nicht erneut kalt erwischt.

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Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir betreiben Infrastruktur für Kunden provider-übergreifend und anbieterneutral. Konkret heißt das: Wir nehmen Ihre Workloads auf, rechnen die TCO über Hetzner, europäische Alternativen und eigene Hardware durch, empfehlen die wirtschaftlichste souveräne Variante - und betreiben sie als Managed Operations mit Monitoring, Updates und SLA. Hetzner bleibt dabei eine starke Option, aber eben nicht die einzige.

Weiterführende Guides

Fazit

Die Preisrunde zum 15. Juni 2026 ist ein Einschnitt: Bei CPX und CCX ist Hetzners Preisvorteil weitgehend verbraucht, und zwei Erhöhungen in zehn Wochen kosten Vertrauen in die Planbarkeit. Der Auslöser - der DRAM-Schock - ist real, aber er zeigt auch, wie wenig Puffer in den Kampfpreisen steckte.

Für uns heißt das nicht „weg von Hetzner", sondern ehrlich pro Workload rechnen. Bei Cost-Optimized und vielen Dedicated-Setups bleibt Hetzner stark. Bei dedizierter vCPU lohnt der Blick auf europäische Alternativen und eigene Hardware mehr denn je.

Unsicher, was Ihre Server jetzt kosten - und wo sie am besten laufen? Wir rechnen es anbieterneutral durch und betreiben die souveräne Lösung. Jetzt Erstgespräch vereinbaren.

Quellen

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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