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Tailscale Alternative für Unternehmen: Wann lohnt sich der Wechsel?

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
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Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Tailscale Alternative für Unternehmen: Wann lohnt sich der Wechsel?

Wenn Ihre VPN-Kosten mit jedem neuen Mitarbeitenden oder Device steigen, lohnt sich ein Wechsel typischerweise ab ca. 9 Seats (bei $18/Seat) in Richtung Flatrate-Modell. Besonders dann, wenn Sie zusätzlich SSO/Policies, weniger Betriebsaufwand und EU/DE-Hosting sauber abbilden wollen.

Tailscale basiert zwar auf WireGuard – aber die Fragen in Unternehmen sind meist weniger "Protokoll", sondern: Kostenmodell, Kontrolle, Betrieb, Compliance, Skalierung.

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Inhaltsverzeichnis


Warum nach einer Tailscale-Alternative suchen?

Tailscale ist ein starkes Produkt: WireGuard-basiert, modern, flexibel. In der Praxis kommen Unternehmen aber oft an einen Punkt, an dem drei Themen dominieren.

A) Kosten wachsen automatisch mit

Viele Enterprise-Setups landen schnell bei "per seat"-Modellen. Bei Tailscale liegt der Premium-Plan bei $18 pro Nutzer/Monat. Bei Twingate wird der Business-Plan mit $10 pro Nutzer/Monat ausgewiesen.

Das fühlt sich an wie eine "Steuer" aufs Wachstum – besonders bei Teams mit vielen Endpoints.

Anbieter Preismodell Beispiel 50 User
Tailscale Premium $18/User/Monat $900/Monat
Twingate Business $10/User/Monat $500/Monat
Flatrate Festpreis €149,90/Monat

B) Betrieb & Ownership

In kleineren IT-Teams ist die Realität: Netzwerk-/VPN-Betrieb konkurriert immer mit Business-Prioritäten. Deshalb suchen viele nach einer Lösung, die funktioniert, aber keine Dauerbaustelle wird.

C) EU/DE-Hosting & Governance

Viele Firmen wollen – aus Compliance-, Kunden- oder Risiko-Gründen – klare Antworten zu Datenhoheit, Logs, Betrieb und Standort. Selbst wenn ein Tool technisch top ist, bleibt die Governance-Frage oft das Nadelöhr.


Was braucht eine Alternative wirklich?

Bevor man Tools vergleicht, lohnt ein kurzer Anforderungskatalog. Für die meisten B2B-Use-Cases sind das die "Must-haves":

Anforderung Warum wichtig
SSO/MFA & Rollen Azure AD, Okta, Google, Keycloak – Identität zentral verwalten
Granulare Policies Wer darf zu welchen Ressourcen (Least Privilege)
Subnet Routing / Site-to-Site Standorte, Cloud, On-Prem verbinden
Sauberes Rollout MDM, Skripte, stufenweise Migration ohne Big-Bang
Planbare Kosten Keine Überraschungen bei Wachstum
Klare Betriebsverantwortung Wer patcht, monitort, reagiert bei Incidents?

NetBird als Alternative

NetBird ist ein Open-Source-Ansatz für ein Mesh-VPN, das auf WireGuard aufsetzt. Die Architektur umfasst:

  • Management/UI (Control Plane): Zentrale Verwaltung von Peers, Gruppen, Policies
  • Signal Service: Koordination der Peer-Verbindungen
  • STUN/TURN (Coturn): Relay für Verbindungen hinter NAT/Firewalls

Wichtig für Business-Entscheider: Management und Policies (Control Plane) laufen zentral – der eigentliche Datenverkehr (Data Plane) läuft wo möglich Peer-to-Peer. Relay-Server kommen nur zum Einsatz, wenn direkter Verbindungsaufbau nicht möglich ist.

Warum das technisch Sinn ergibt

Aspekt Vorteil
WireGuard-Basis Schnelle, moderne Tunnel-Technik mit starker Kryptografie
Mesh + P2P Reduziert "Gateway-Bottleneck"-Probleme
Zentrale Policies Macht es B2B-tauglich (statt Bastel-VPN)
Open Source Volle Transparenz, Self-Hosting möglich

Detaillierter Vergleich: NetBird vs. Tailscale →


Break-even: Per-Seat vs. Flatrate

Nehmen wir eine Flatrate von €149,90/Monat als Referenz und vergleichen das mit typischen "per seat"-Werten.

Die Faustformel

Break-even Seats = Flatrate / Preis pro Seat

Konkrete Rechnung

Vergleich Rechnung Break-even
vs. Tailscale ($18/Seat) 149,90 / 18 = 8,33 ~9 Seats
vs. Twingate ($10/Seat) 149,90 / 10 = 14,99 ~15 Seats

Beispiel-Tabelle nach Teamgröße

Teamgröße Tailscale ($18/Seat) Twingate ($10/Seat) Flatrate
10 $180/mo $100/mo €149,90/mo
25 $450/mo $250/mo €149,90/mo
50 $900/mo $500/mo €149,90/mo
100 $1.800/mo $1.000/mo €149,90/mo
200 $3.600/mo $2.000/mo €149,90/mo

Hinweis: Preise Stand Dezember 2025 (Quellen: Tailscale Pricing, Twingate Pricing). Preise in unterschiedlichen Währungen – als Faustformel für die Größenordnung trotzdem hilfreich.


Wann lohnt sich der Wechsel?

Ein Wechsel ist meistens dann sinnvoll, wenn mindestens 2–3 der folgenden Punkte zutreffen.

Wechsel lohnt sich häufig, wenn...

  • ✅ Sie sind > 9 Nutzer (oder wachsen dahin) und zahlen pro Seat
  • ✅ Sie haben viele Geräte pro Nutzer (Engineering/Support/Field)
  • ✅ Sie wollen zentrale Policies, Audit-Logs und Management-Features ohne Komplexitäts-Overhead
  • ✅ Sie möchten EU/DE-Hosting als Standard-Option (Compliance)
  • ✅ Ihr Team will keine "VPN-Ops"-Daueraufgabe

Wechsel lohnt sich oft (noch) nicht, wenn...

  • ❌ Sie sind ein sehr kleines Team (5–10 Seats) und Kosten sind aktuell egal
  • ❌ Sie haben keine Governance-Anforderungen
  • ❌ Die aktuelle Lösung läuft seit Jahren problemlos

Schnell-Check

Kriterium Per-Seat Flatrate
< 9 User ✅ Oft günstiger ⚠️ Überdimensioniert
9–15 User ⚠️ Wird teuer ✅ Break-even erreicht
> 15 User ❌ Sehr teuer ✅ Deutlich günstiger
Wachstum geplant ❌ Kosten steigen ✅ Kosten fix
EU/DE-Hosting nötig ⚠️ Prüfen ✅ Standard-Option

Migration ohne Risiko

Gute Nachricht: Sie müssen fast nie "Big Bang" umstellen. Der typische B2B-Rollout sieht so aus:

5-Phasen-Modell

Phase 1: Pilotgruppe (10–20 User) + Policies testen
    ↓
Phase 2: SSO/Identity anbinden (Azure AD/Okta/Google/Keycloak)
    ↓
Phase 3: Subnet Routes / Site-to-Site ergänzen
    ↓
Phase 4: Parallelbetrieb (altes VPN bleibt, bis alles läuft)
    ↓
Phase 5: Cutover + Doku + Monitoring

Warum das funktioniert

NetBird ist dafür gebaut, zentral gemanagt zu werden (UI/Policies), statt rein manuell-konfiguriert wie "klassisches WireGuard". Das ermöglicht:

  • Schrittweise Migration ohne Downtime
  • Parallelbetrieb mit bestehendem VPN
  • Klare Rollback-Option bei Problemen

Managed NetBird Flatrate

Wann Managed statt Self-Hosted?

Ein Managed-Ansatz ist oft die pragmatische Wahl, wenn:

  • Kein dediziertes Ops-Team für VPN-Infrastruktur vorhanden ist
  • Schneller Rollout wichtiger ist als maximale Kontrolle über jeden Server
  • Planbare Kosten und ein fester Ansprechpartner gewünscht sind

Was ist im Managed Service enthalten?

  • Betrieb & Monitoring: 24/7 Überwachung, Alerting, Incident Response
  • Updates & Security Patches: Regelmäßig, ohne dass Sie sich darum kümmern müssen
  • SSO-Integration: OIDC-Setup mit Ihrem Identity Provider (Okta, Keycloak, Azure AD, etc.)
  • EU/DE-Hosting: Standard-Option – kein US-Cloud-Lock-in

Preise (Flatrate)

  • Monatlich: €149,90/Monat (monatlich kündbar)
  • Jährlich: €1.349,10/Jahr – effektiv €112,43/Monat (3 Monate gratis)

Empfohlen für bis zu 500 aktive Clients. Unbegrenzte User & Geräte inklusive.

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Fazit

Tailscale ist ein gutes Produkt – aber nicht für jedes Unternehmen die beste Wahl. Der Wechsel zu einer Alternative wie NetBird lohnt sich besonders, wenn:

  1. Kosten mit dem Team wachsen (per-seat wird teuer ab ~9 Seats)
  2. Governance/Compliance wichtig sind (EU/DE-Hosting, Datenhoheit)
  3. Betriebsaufwand reduziert werden soll (Managed statt Self-Ops)

Die gute Nachricht: Eine Migration muss kein Risiko sein. Mit Parallelbetrieb und schrittweisem Rollout können Sie die neue Lösung testen, bevor Sie das alte VPN abschalten.


Unsere Leistungen

Als erfahrener IT-Dienstleister unterstützen wir Sie bei der Evaluation und dem Wechsel:

Beratung

  • Kostenanalyse: Ihr aktuelles Setup vs. Alternativen
  • Anforderungs-Check: SSO, Routing, Compliance

Migration

  • Schrittweiser Rollout ohne Downtime
  • SSO-Integration (Azure AD, Okta, Google, Keycloak)
  • Subnet Routing und Site-to-Site Konfiguration

Managed Service

  • 24/7 Monitoring und Alerting
  • Updates und Security Patches
  • Direkter Ansprechpartner (kein Callcenter)

→ Beratungstermin vereinbaren


Weitere Artikel

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Quellen


Tailscale, Twingate und NetBird sind Marken ihrer jeweiligen Inhaber. Dieser Artikel dient der technischen und wirtschaftlichen Einordnung für Unternehmen. Preise und Funktionen können sich ändern; maßgeblich sind die offiziellen Anbieterangaben.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Sobald die Kosten pro User/Device spürbar werden (ab ca. 9 Seats bei $18/Seat) oder wenn Governance-Anforderungen wie EU-Hosting, Datenhoheit oder zentrale Policies wichtig sind. Auch wenn das interne Team keine VPN-Ops-Daueraufgabe übernehmen möchte, ist ein Wechsel sinnvoll.

Beide nutzen WireGuard als Basis. Der Hauptunterschied liegt im Kostenmodell (per-seat vs. Flatrate), der Hosting-Option (US-Cloud vs. EU/DE Self-Hosted) und der Betriebsverantwortung (Self-Service vs. Managed). NetBird ist zudem vollständig Open Source.

Für kleine Teams ja. Bei $18/Seat/Monat zahlt ein 50-Personen-Team aber bereits $900/Monat – Tendenz steigend mit jedem neuen Mitarbeitenden oder Gerät. Eine Flatrate von €149,90/Monat ist ab ca. 9 Seats günstiger.

Tailscale und NetBird basieren beide auf WireGuard, das als modern und kryptografisch stark gilt. Die Sicherheit hängt zusätzlich von Identity-Management, Policies, Update-Prozessen und Logging ab – hier punkten Managed-Lösungen durch professionellen Betrieb.

Nein. Sowohl Tailscale als auch NetBird bauen primär Peer-to-Peer-Verbindungen auf. Zentrale Server (Coordination/STUN/TURN) werden nur für Verbindungsaufbau und Relay bei NAT-Problemen genutzt – der eigentliche Datenverkehr läuft direkt zwischen den Peers.

Die häufigsten Gründe: 1) Kosten wachsen mit dem Team, 2) EU/DE-Hosting für Compliance nötig, 3) Wunsch nach zentralem Management ohne Betriebsaufwand, 4) Mehr Kontrolle über Policies und Logging, 5) Vermeidung von Vendor-Lock-in durch Open Source.

Ja, das ist sogar der Standardweg: Pilotgruppe testen → SSO anbinden → Subnet Routes ergänzen → Parallelbetrieb → Cutover. Das alte VPN bleibt aktiv, bis alles läuft. Bei Problemen gibt es eine klare Rollback-Option.

SSO ist bei NetBird über OIDC gelöst – damit lässt sich praktisch jeder gängige Identity Provider (z. B. Okta, Keycloak oder Authentik) anbinden und MFA/Policies zentral durchsetzen.

In der Regel nicht. NetBird nutzt STUN/TURN/Relay-Mechanismen für Verbindungen hinter NAT und Firewalls. Das bedeutet deutlich weniger 'Firewall-Tetris' als bei klassischen VPN-Gateways.

Neben den Lizenzkosten kommen oft hinzu: Mehrere Devices pro User (zählen extra), Admin-Seats, Premium-Support-Pakete, Compliance-Features nur in höheren Tiers, und der interne Aufwand für Betrieb, Updates und Troubleshooting.

Teams ab 6+ Usern mit Wachstumsplänen, Unternehmen mit vielen Devices pro Mitarbeiter (Engineering, Support, Field), Firmen mit EU-Compliance-Anforderungen, und IT-Abteilungen, die keine VPN-Ops-Ressourcen binden wollen.

Einfache Rechnung: Aktuelle Kosten (Seats × Preis) vs. Flatrate (€149,90/Monat). Break-even bei Tailscale ($18): ~9 Seats. Dazu: Haben Sie Governance-Anforderungen? Wächst das Team? Bindet VPN-Betrieb interne Ressourcen? Bei 2+ Ja-Antworten lohnt sich ein genauerer Blick.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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