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NetBird vs. Tailscale Vergleich 2026: Self-Hosted oder Cloud?

NetBird vs. Tailscale Vergleich 2026: Self-Hosted oder Cloud?

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

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NetBird und Tailscale sind beide moderne Mesh-VPNs auf WireGuard-Basis - doch sie verfolgen grundlegend unterschiedliche Philosophien. Tailscale setzt auf maximalen Komfort mit einer proprietären Cloud-Lösung, NetBird bietet vollständige Kontrolle durch Open Source und Self-Hosting.

In diesem Vergleich zeigen wir, worin sich beide unterscheiden und für welche Anforderungen jeweils welche Lösung besser passt.

Kurz gesagt (Stand Oktober 2026): Tailscale ist ein SaaS mit geschlossenem Koordinationsserver, bis 6 Nutzer kostenlos und danach 8 oder 18 US-Dollar pro Nutzer und Monat. NetBird lässt sich vollständig selbst hosten und ist in der Community Edition ohne Nutzerlimit kostenlos; Lizenzkosten fallen nur für Hochverfügbarkeit, SCIM und Device Approvals an (Commercial Starter: 2.000 € pro Jahr). Beim Durchsatz liegen beide gleichauf.

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Inhaltsverzeichnis


Kurzüberblick: NetBird und Tailscale

NetBird Dashboard Screenshot aus dem Cloud-Angebot von NetBird - die angezeigte Nutzer-Einschränkung gilt nur für die Cloud-Version. Self-Hosting hat keine Limitierungen.

Lösung Fokus
NetBird Open-Source Mesh-VPN auf WireGuard-Basis mit selbst-hostbarer Steuerung, Zero-Trust-Ansatz, Identity-Based Access Control und Web-Admin-Oberfläche
Tailscale Mesh-VPN auf WireGuard-Basis mit zentral gehostetem Control-Plane, sehr einfacher Einrichtung und Fokus auf Plug-and-Play-Remote-Zugriff

Beide bieten moderne VPN-/Mesh-Funktionalität - trotzdem gibt es gerade in Bereichen wie Hosting, Kontrolle, Bedienbarkeit und Kosten deutliche Unterschiede.


Technik und Architektur

Gemeinsamkeiten

Beide Lösungen teilen wichtige technische Grundlagen:

  • WireGuard als Basis: Moderner VPN-Protokollstandard mit hoher Performance, Sicherheit und Effizienz
  • Mesh-Netzwerk / Peer-to-Peer: Geräte verbinden sich direkt statt über zentrale Gateways - reduziert Latenz und verbessert Performance
  • Breite Plattformunterstützung: Server, Desktops, Mobile, Cloud, Container - beide sind flexibel hinsichtlich Betriebssystem und Umgebung
  • NAT-Traversal: Automatische Verbindung auch durch Firewalls und NAT

Unterschiede

Der fundamentale Unterschied liegt in der Control-Plane:

Aspekt NetBird Tailscale
Control-Plane Open Source (AGPLv3), selbst hostbar Closed Source, nur SaaS
Client Open Source (BSD-3-Clause) Kern Open Source (BSD-3-Clause), Windows-/macOS-GUI geschlossen
Self-Hosting Vollständig möglich Nicht offiziell vorgesehen
Datenhoheit 100% möglich Eingeschränkt (Cloud)
Verwaltung Web-UI, Identity-basiert Admin-Konsole mit visuellem Policy-Editor und HuJSON-Policy-Datei

NetBird: Sowohl der Client als auch der Steuerungs-/Koordinationsserver kann selbst gehostet werden. Der Client steht unter BSD-3-Clause, die Serverkomponenten management/, signal/, relay/ und combined/ unter AGPLv3 (LICENSE im NetBird-Repository). Der Self-Hosted-Quickstart installiert einen kombinierten Server mit eingebettetem Identity Provider (Dex) auf einer Linux-VM mit 1 CPU und 2 GB RAM; externe IdPs wie Entra ID, Google oder Okta lassen sich anbinden. Man behält vollständige Kontrolle über Infrastruktur und Daten.

Tailscale: Client-Daemon, Linux- und Android-Clients sowie die DERP-Relays sind quelloffen; die GUIs für Windows und macOS und der Koordinationsserver sind Closed Source (tailscale.com/opensource). Die Control-Plane wird ausschließlich von Tailscale gehostet. Self-Hosting ist nur über das unabhängige Projekt Headscale möglich, das Tailscale nicht als Produkt anbietet.


Sicherheit und Access Control

Tailscale

  • WireGuard-Verschlüsselung: Sichere, private Verbindungen zwischen Geräten
  • Automatisches NAT-Traversal: Peer-Discovery und Mesh-Netzwerke auch durch Firewalls
  • Zero-Trust-Richtlinien: Pflege in der HuJSON-Policy-Datei oder seit Oktober 2025 im visuellen Policy-Editor, der in allen Tarifen verfügbar ist
  • MagicDNS: Automatische DNS-Auflösung für Geräte im Netzwerk

NetBird

  • WireGuard + Zero-Trust: Verschlüsselte Peer-to-Peer-Tunnel mit vergleichbarem Sicherheitsniveau
  • Identity-basierte Zugriffskontrolle: Verwaltung über Web-UI ohne JSON-Files
  • Posture Checks: Zugriff nur wenn Geräte Sicherheitsanforderungen erfüllen
  • IdP-Integration: SSO mit Google, Azure AD, Okta, Keycloak
  • Self-Hosting: Alle Daten bleiben im eigenen Umfeld - wichtig für Datenschutz und Compliance
Feature NetBird Tailscale
WireGuard-Verschlüsselung Ja Ja
Zero Trust ACLs Ja, Web-UI Ja, visueller Editor oder HuJSON
Posture Checks Ja Ja (Device Posture)
IdP-Integration Umfassend Umfassend
Self-Hosted möglich Ja Nein (nur Headscale)
Daten im eigenen Umfeld Ja Nein

Fazit Sicherheit: Beide sind sicher und modern aufgestellt. Der große Vorteil von NetBird liegt in der Verwaltung und Governance bei Self-Hosting - ideal für Unternehmen, die Kontrolle und Compliance priorisieren.


Reverse Proxy und öffentlicher Zugriff

Seit v0.65 (Februar 2026) bietet NetBird einen eingebauten Reverse Proxy - ein Feature, das den Vergleich mit Tailscale Funnel deutlich verschiebt.

NetBird Reverse Proxy

Der NetBird Reverse Proxy ist direkt in den Management Server integriert und ermöglicht es, interne Services über öffentliche Domains zu exponieren - ohne Port-Forwarding, ohne Firewall-Regeln:

  • Automatische TLS-Zertifikate via Let's Encrypt - kein manuelles Certificate-Management
  • Custom Domains - eigene Domains statt generierter Subdomains
  • Flexible Authentifizierung: SSO/OIDC mit IdP-Integration, Passwort, PIN oder öffentlicher Zugriff - mehrere Methoden gleichzeitig kombinierbar
  • Path-Based Routing - mehrere Backend-Services unter einer Domain konsolidieren
  • netbird expose - CLI-Befehl für schnelle, temporäre Freigaben mit optionalem PIN/Passwort/SSO-Schutz
  • Self-Hosted: Gesamter Traffic fließt über die eigene Infrastruktur, nie über Drittanbieter

Mehr dazu: NetBird Reverse Proxy - Interne Services sicher exponieren

Tailscale Funnel

Tailscale Funnel exponiert Services ebenfalls öffentlich, allerdings mit Einschränkungen:

  • Traffic fließt zwingend über Tailscale-Infrastruktur
  • Keine Custom Domains: Funnel nutzt nur Namen in der Tailnet-Domain tailnet-name.ts.net (Funnel-Dokumentation)
  • Nur die Ports 443, 8443 und 10000, mit nicht konfigurierbaren Bandbreitenlimits
  • Keine granularen Auth-Optionen wie SSO, PIN oder Passwort
  • Kein Path-Based Routing für mehrere Backend-Services

Vergleich

Feature NetBird Reverse Proxy Tailscale Funnel
Interne Services exponieren ✅ ✅
Custom Domains ✅ ❌ (nur *.ts.net)
Automatische TLS-Zertifikate ✅ Let's Encrypt ✅
SSO/OIDC-Authentifizierung ✅ ❌
PIN/Passwort-Schutz ✅ ❌
Path-Based Routing ✅ ❌
CLI Quick-Expose ✅ netbird expose ✅ tailscale funnel
Self-Hosted möglich ✅ ❌
Traffic-Kontrolle Eigene Infra Tailscale Cloud

Fazit Reverse Proxy: NetBird bietet mit dem eingebauten Reverse Proxy eine deutlich leistungsfähigere Alternative zu Tailscale Funnel - mit Custom Domains, flexibler Authentifizierung und voller Kontrolle über den Traffic. Tailscale Funnel bleibt einfacher in der Einrichtung, ist aber funktional eingeschränkter.


Bedienung und Administration

Tailscale: Schnell und einfach

Tailscale überzeugt durch minimalen Einrichtungsaufwand:

  • Client installieren, Login - das war's
  • Für einfache Netzwerke und Remote-Zugriffe sehr bequem
  • Ideal bei kleinen Teams, Homelabs oder schnellen Setups
  • Features wie Taildrop (Dateitransfer) und Funnel (öffentlicher Zugang)

Nachteile:

  • ACL- und Subnet-Routing-Konfiguration kann komplex werden
  • Der visuelle Policy-Editor deckt Standardregeln ab; komplexe Regelwerke mit vielen Gruppen, Tags und Subnetzen landen weiterhin in der HuJSON-Policy-Datei
  • Keine Self-Hosting-Option - Abhängigkeit von Tailscale-Infrastruktur

NetBird: Mehr Komfort bei Komplexität

NetBird bietet mehr Governance-Funktionen:

  • Web-UI für Management, Zugriffskontrolle, Gruppensteuerung
  • Auch Nicht-Netzwerk-Admins können damit arbeiten
  • Self-Hosting oder Cloud-basiert - je nach Bedarf
  • Ideal für Unternehmen, DevOps-Teams oder MSP-Umgebungen

Das 2026 überarbeitete Dashboard trennt die Peers-Ansicht in User Devices und Servers und macht große Netze damit deutlich übersichtlicher. Dazu kommen identitätsbasiertes SSH statt verteilter SSH-Keys und seit v0.71 ein IPv6-Dual-Stack-Overlay - die Details fassen wir im Beitrag Was ist neu in NetBird zusammen.

Aspekt NetBird Tailscale
Einrichtung Einfach Sehr einfach
Web-UI Ja, umfassend (auch Self-Hosted) Ja (SaaS-Admin-Konsole)
ACL-Verwaltung Web-UI Visueller Editor + HuJSON
Multi-Tenant Ja Eingeschränkt
Self-Hosting Ja Nein
Reverse Proxy / Funnel ✅ Reverse Proxy ✅ Funnel
Taildrop Nein Ja

Fazit Usability: Für einfache Setups und schnelle Remote-Verbindungen reicht Tailscale oft völlig. Für Unternehmen mit mehreren Nutzern, Geräten oder Compliance-Ansprüchen ist NetBird durch seine Web-Verwaltung und Self-Hosting-Option komfortabler und sicherer im Betrieb.


Kosten im Vergleich

NetBird: Self-Hosted = Kostenlos

Die Self-Hosted Community Edition ist kostenlos - keine Lizenzgebühren, keine Nutzergebühren, keine Per-Seat-Abrechnung.

  • Community Edition: kostenlos, unbegrenzte Nutzer und Geräte
  • Enthalten sind SSO und MFA über den eigenen Identity Provider, Zugriffsrichtlinien, Device Posture Checks, privates DNS und Audit-Logging
  • Nur Betriebskosten der eigenen Infrastruktur
  • Kostenpflichtig wird es erst bei Hochverfügbarkeit, SCIM-Provisionierung und Device Approvals: die kommerzielle Self-Hosted-Lizenz Commercial Starter kostet 2.000 € pro Jahr für bis zu 50 Nutzer und 500 Geräte, Enterprise (ab 50 Nutzern) gibt es auf Anfrage (netbird.io/pricing, Stand Oktober 2026)

Lizenz über uns beziehen: WZ-IT ist offizieller NetBird-Reseller. Commercial Starter und Enterprise bekommen Sie unkompliziert über uns - und im Managed Service kommt qualifizierte Unterstützung dazu, die über den E-Mail-Support von NetBird hinausgeht.

Für den Vergleich mit Tailscale ist die Unterscheidung wichtig: Die Funktionen, die den Fernzugriff NIS2-tauglich machen, kosten im Self-Hosting nichts. Bezahlt wird für Betriebskomfort - Ausfallsicherheit der Steuerungsebene und automatisches Provisioning.

Wichtige Unterscheidung:

  • NetBird (Software): Open Source, selbst hostbar, keine Per-Seat-Lizenzkosten.
  • WZ-IT Managed NetBird: Festpreis-Modell für Setup, Betrieb und Support - mehr erfahren.

Wer NetBird gemanagt betreiben lassen möchte, bekommt mit unserer VPN-Flatrate genau dieses Modell: Festpreis statt Per-Seat- oder Per-Device-Gebühren.

Für Teams ohne eigene Server gibt es zusätzlich NetBird Cloud (Stand Oktober 2026, netbird.io/pricing):

Tarif Preis Grenzen
Free 0 € bis 5 Nutzer, 100 Maschinen
Team 6 €/Nutzer/Monat 100 Maschinen + 10 pro Nutzer, SCIM, Audit-Events
Business 12 €/Nutzer/Monat wie Team, zusätzlich Device Approvals, MDM/EDR, Posture Checks, Traffic-Events
Enterprise auf Anfrage unbegrenzte Nutzer und Maschinen

Tailscale: Cloud-Abhängigkeit mit Kosten

Tailscale arbeitet mit einem Freemium-Modell und hat mit dem Pricing-Update v4 (8. April 2026) die Business-Pläne auf seat-basierte Abrechnung umgestellt (Stand Oktober 2026, tailscale.com/pricing):

  • Personal (Free): bis zu 6 Nutzer, unbegrenzte Nutzergeräte, 50 Tagged Resources inklusive (jede weitere $1/Monat); Personal Plus wurde eingestellt
  • Standard (früher Starter): $8/Nutzer/Monat, unbegrenzte Nutzer; seit v4 inklusive SCIM, Device Posture, User-Management-APIs und Webhooks
  • Premium: $18/Nutzer/Monat
  • Enterprise: individuelle Preise
  • Bestehende bezahlte Tarife behalten ihren Preis noch mindestens 12 Monate nach der Umstellung
  • Control-Plane ist Closed Source und Cloud-gehostet

Wie schnell Seat-Pricing bei wachsender Nutzerzahl teuer wird, rechnen wir im Beitrag Tailscale Preise 2026: Wann Headscale oder NetBird selbst hosten günstiger ist durch.

Aspekt NetBird Self-Hosted Tailscale
Lizenzkosten Keine Kostenlos bis 6 Nutzer, danach pro Seat
Nutzergebühren Keine $8-18/Nutzer/Monat
Unbegrenzte Geräte Ja Personal: unbegrenzte nutzereigene Geräte
Enterprise-Features Weitgehend inklusive; HA, SCIM, Device Approvals ab 2.000 €/Jahr Kostenpflichtig (Standard, Premium)
Infrastruktur-Kontrolle Vollständig Keine

Fazit Kosten: Tailscale Standard kostet 96 US-Dollar pro Nutzer und Jahr. Die NetBird-Lizenz Commercial Starter (2.000 € pro Jahr) ist damit bei rund 20 Nutzern erreicht, ohne Berücksichtigung des Wechselkurses; ohne HA und SCIM fallen in der Community Edition gar keine Lizenzkosten an. Hinzu kommen beim Self-Hosting Server- und Betriebskosten, die im Tailscale-Preis enthalten sind. Für sehr kleine Teams bleibt der Tailscale-Free-Tier die einfachste Lösung.


Performance

Beide Produkte nutzen WireGuard und verbinden Peers direkt, der Durchsatz hängt daher vor allem vom Netzpfad ab, nicht vom Overlay. Die einzige öffentliche Direktmessung ist ein Herstellerbenchmark von NetBird (Cloudflare Mesh vs NetBird vs Tailscale, 17. April 2026):

  • Aufbau: Ubuntu 24.04, NetBird 0.68.3, Tailscale 1.96.4, iperf3 3.16, VMs bei AWS, GCP und Hetzner sowie private Anschlüsse in Berlin
  • NetBird lief für den Test im Userspace-Modus, damit beide P2P-Lösungen unter gleichen Bedingungen arbeiten; unter Linux nutzt NetBird standardmäßig Kernel-WireGuard
  • Beispiel Hetzner Falkenstein nach Nürnberg: NetBird 1.260/1.260 Mbit/s, Tailscale 1.300/1.220 Mbit/s (Upload/Download)
  • Ergebnis laut Hersteller: NetBird und Tailscale lagen in allen Tests abwechselnd vorn, innerhalb normaler Netzschwankungen
  • Im Artikel genannte Einschränkung: Die Werte sind Einzelmessungen, keine Mittelwerte über viele Durchläufe

Da der Benchmark von einem der beiden Hersteller stammt und auf Einzelmessungen beruht, trägt er eine Aussage: Zwischen NetBird und Tailscale gibt es keinen relevanten Durchsatzunterschied. Performance ist zwischen beiden kein Entscheidungskriterium; Betriebsmodell, Lizenz und Kosten sind es.


Headscale: Tailscale-Control-Server selbst hosten

Wer die Tailscale-Clients behalten, die Control-Plane aber selbst betreiben möchte, nutzt Headscale. Headscale ist ein unabhängiges Open-Source-Projekt (BSD-3-Clause), das den Tailscale-Control-Server nachbildet (GitHub); aktuell ist Version v0.29.5 (13. Oktober 2026).

  • Umfang: bewusst ein einzelnes Tailnet, ausgerichtet auf Self-Hoster, Hobbyisten und kleine Organisationen (Projektziel)
  • Funktionen: MagicDNS, Subnet Router, Exit Nodes, ACLs und Grants, Tailscale SSH, OIDC-Login; OIDC-Gruppen lassen sich nicht in ACLs verwenden (Feature-Liste)
  • Verwaltung: CLI und API; eine eingebaute Weboberfläche gibt es nicht, Web-UIs sind Community-Projekte (Übersicht Web-UIs)
  • Support: Community-Support über GitHub und Discord; eine kommerzielle Lizenz gibt es nicht

Headscale oder NetBird? Headscale passt, wenn die Tailscale-Clients bleiben sollen und ein einzelnes Tailnet genügt. NetBird bringt als selbst gehostetes Produkt ein eigenes Web-Dashboard, einen eingebetteten Identity Provider, einen Reverse Proxy und eine kommerzielle Lizenz mit Hochverfügbarkeit mit. Wie sich Headscale, NetBird, Tailscale, ZeroTier und weitere Lösungen unterscheiden, zeigt unser Mesh-VPN-Vergleich 2026.


Vergleichstabelle

Feature NetBird Tailscale
Protokoll WireGuard WireGuard
Lizenz Client BSD-3, Server AGPLv3 Client-Kern BSD-3, Control-Server geschlossen
Vollständig Open Source ✅ ❌ (nur Client-Kern)
Self-Hosting ✅ Vollständig ❌ (nur Headscale)
Web-UI (Self-Hosted) ✅ ❌ (Headscale: nur Community-UIs)
Zero Trust ACLs ✅ Web-UI ✅ Visueller Editor + HuJSON
Posture Checks ✅ ✅
IdP-Integration ✅ Umfassend ✅ Umfassend
Reverse Proxy / Funnel ✅ Custom Domains, Auth, Self-Hosted ✅ Funnel (Cloud-only)
Taildrop (Dateitransfer) ❌ ✅
MagicDNS ✅ ✅
Performance Gleichwertig (Herstellerbenchmark) Gleichwertig
Benutzerfreundlichkeit ⭐⭐⭐⭐ ⭐⭐⭐⭐⭐
Self-Hosted Kosten Kostenlos (Community), 2.000 €/Jahr (Starter) Nicht möglich
Cloud-Preis (Stand Oktober 2026) Bis 5 Nutzer kostenlos, 6-12 €/Nutzer/Monat Bis 6 Nutzer kostenlos, $8-18/Nutzer/Monat
Datenhoheit 100% Eingeschränkt

Wann NetBird, wann Tailscale?

Wählen Sie NetBird, wenn Sie:

  • ✅ Vollständige Kontrolle über Ihre Infrastruktur benötigen (Self-Hosting)
  • ✅ Datenschutz und Compliance wichtig sind (DSGVO, eigene Server)
  • ✅ Externe Abhängigkeiten minimieren wollen
  • ✅ Open Source und Auditierbarkeit priorisieren
  • ✅ Eine Web-UI für einfache Verwaltung wünschen
  • ✅ Keine laufenden Lizenzkosten haben möchten
  • ✅ Interne Services sicher publizieren möchten (Reverse Proxy mit Custom Domains und Auth)
  • ✅ Mehrere Kunden oder Teams verwalten (MSP)
  • ✅ Cloud + On-Prem Hybridumgebungen betreiben

Wählen Sie Tailscale, wenn Sie:

  • ✅ Schnellsten Einstieg ohne eigenes Hosting wünschen
  • ✅ Ein kleines Team (bis 6 Nutzer) mit dem Free-Tier auskommen
  • ✅ Features wie Taildrop und Funnel benötigen
  • ✅ Minimale Administration bevorzugen
  • ✅ Cloud-Abhängigkeit und laufende Kosten akzeptieren
  • ✅ Einfache Remote-Verbindungen für Homelab oder Prototyping brauchen

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Fazit

Der Vergleich zeigt klar: NetBird und Tailscale sind beide starke WireGuard-basierte Mesh-VPNs, verfolgen aber unterschiedliche Philosophien.

NetBird glänzt mit:

  • Vollständiger Offenheit (100% Open Source)
  • Self-Hosting ohne Kompromisse
  • Web-basierter Verwaltung für Teams
  • Kostenlosem Betrieb ohne Nutzergebühren
  • Voller Kontrolle über Daten und Infrastruktur
  • Eingebautem Reverse Proxy mit Custom Domains und Auth

Tailscale punktet mit:

  • Extrem einfachem Einstieg
  • Praktischen Features (Taildrop, Funnel)
  • Komfort ohne eigene Infrastruktur
  • Guter Free-Tier für Privatnutzer

Für Unternehmen mit Fokus auf Datenschutz, Kosten und Kontrolle passt NetBird besser: gleiche WireGuard-Performance, Zero-Trust-Richtlinien, vollständiges Self-Hosting und keine Lizenzkosten in der Community Edition.

Tailscale bleibt interessant für schnelle Setups, Prototyping oder kleine Teams - wenn man bereit ist, Cloud-Abhängigkeit und potenziell steigende Kosten zu akzeptieren.


Unsere Leistungen

Als erfahrener IT-Dienstleister unterstützen wir Sie bei Evaluation, Implementierung und Betrieb von NetBird:

Beratung und Konzeption

  • Analyse Ihrer Netzwerk-Anforderungen
  • Zero-Trust-Strategieentwicklung

Installation und Setup

  • Self-Hosted NetBird-Deployment (Docker, Kubernetes, Bare-Metal)
  • Integration mit bestehenden Identity Providern (Azure AD, Okta, Keycloak)
  • Access Control-Konfiguration und Policy-Design
  • Migration von Tailscale oder klassischen VPNs

Managed Service

  • Betrieb der NetBird-Infrastruktur
  • Monitoring und Alerting
  • Security Updates und Patches
  • Support und Troubleshooting

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Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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