Self-hosted PaaS im Vergleich 2026: Coolify, Dokploy, CapRover, Dokku und Kamal

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Sie suchen eine Deployment-Plattform auf eigener Infrastruktur? WZ-IT betreibt Coolify und weitere Open-Source-Anwendungen im Kundenauftrag, einschließlich Updates, Backups und Monitoring. Vorhaben gemeinsam einordnen
Seit Februar 2026 stellt sich die Frage nach einer eigenen Deployment-Plattform neu. Heroku entwickelt keine neuen Funktionen mehr, und die Suche nach Ersatz führt regelmäßig zu einer Handvoll self-hosted Plattformen, die alle dasselbe versprechen: Anwendungen per Git-Push auf eigene Server bringen, mit Datenbanken, Zertifikaten und Reverse Proxy inklusive.
Die Vergleiche, die man dazu findet, stammen überwiegend von Anbietern konkurrierender Plattformen. Das ist kein Vorwurf, aber es verschiebt den Blick: Was verglichen wird, sind Funktionslisten. Was in der Praxis über die Wahl entscheidet, sind Lizenzbedingungen, Aktualisierungspfade und die Frage, wie viel Betrieb nach der Einrichtung übrig bleibt.
Dieser Beitrag ordnet fünf Plattformen anhand überprüfbarer Merkmale ein. Alle Angaben zu Lizenzen, Versionen und Verbreitung stammen aus den jeweiligen Repositories, Stand 23. August 2026.
Inhaltsverzeichnis
- Was sich im Februar 2026 geändert hat
- Die fünf Plattformen im Überblick
- Lizenzen: wo Open Source endet
- Coolify: der größte Funktionsumfang
- Dokploy: modern, aber mit Lizenzgrenze
- CapRover: Swarm-Cluster und lange Laufzeit
- Dokku: die Kommandozeile als Oberfläche
- Kamal: kein PaaS, sondern ein Deployment-Werkzeug
- Welche Plattform wofür
- Was ein Funktionsvergleich nicht beantwortet
- Unser Vorgehen bei WZ-IT
- Weiterführende Guides
Was sich im Februar 2026 geändert hat
Am 6. Februar 2026 hat Heroku den Wechsel in ein sustaining engineering model bekanntgegeben. Der Wortlaut ist eindeutig: Die Plattform konzentriert sich auf "stability, security, reliability, and support" und legt den Schwerpunkt auf "maintaining quality and operational excellence rather than introducing new features".
Für Bestandskunden ändert sich zunächst nichts. Die Ankündigung stellt ausdrücklich fest: "There is no change for customers using Heroku today", und die Kernfunktionen einschließlich Anwendungen, Pipelines, Teams und Add-ons bleiben unverändert. Eine Abkündigung ist das nicht.
Eine Einschränkung gibt es dennoch: "Enterprise Account contracts will no longer be offered to new customers." Bestehende Verträge werden weiter erfüllt.
Wer heute eine Plattform für die nächsten Jahre auswählt, rechnet damit, dass sie sich weiterentwickelt. Genau diese Erwartung erfüllt Heroku nicht mehr, und daraus entsteht der aktuelle Zulauf zu self-hosted Alternativen.
Die fünf Plattformen im Überblick
Alle Zahlen aus den öffentlichen Repositories, Stand 23. August 2026.
| Plattform | GitHub-Sterne | Lizenz | Aktuelle Version | Veröffentlicht | Grundlage |
|---|---|---|---|---|---|
| Coolify | 60.955 | Apache-2.0 | v4.3.10 | 21.08.2026 | Docker |
| Dokploy | 36.826 | Apache-2.0 + DSAL | v0.30.2 | 18.08.2026 | Docker Swarm |
| Dokku | 32.111 | MIT | v0.38.27 | 12.08.2026 | Docker |
| CapRover | 15.139 | Apache-2.0 | v1.15.3 | 20.08.2026 | Docker Swarm |
| Kamal | 14.529 | MIT | v2.12.0 | 18.06.2026 | SSH, ohne Orchestrierung |
Zwei Dinge fallen auf. Erstens: Vier der fünf Projekte haben im August 2026 eine Version veröffentlicht, alle fünf sind aktiv. Die verbreitete Annahme, CapRover sei eingeschlafen, trifft nicht zu.
Zweitens: Dokploy ist mit knapp 37.000 Sternen deutlich größer, als seine Darstellung als Neuling vermuten lässt. Es steht allerdings weiterhin vor Version 1.0, was für die Stabilität von Schnittstellen und Verhalten eine Rolle spielt.
Lizenzen: wo Open Source endet
Dieser Punkt entscheidet häufiger als der Funktionsumfang, und er wird in Vergleichen fast durchgehend übergangen.
| Plattform | Kern | Einschränkung |
|---|---|---|
| Coolify | Apache-2.0 | keine |
| CapRover | Apache-2.0 | keine |
| Dokku | MIT | keine |
| Kamal | MIT | keine |
| Dokploy | Apache-2.0 | /proprietary unter DSAL 1.0 |
Dokploy trennt seinen Quelltext auf. Die Lizenzdatei stellt klar, dass alles im Verzeichnis /proprietary der Dokploy Source Available License unterliegt. Deren Bedingung ist unmissverständlich: Die Software darf produktiv nur genutzt werden, wenn ein gültiger kommerzieller Vertrag mit Dokploy besteht. Für Entwicklung und Tests gilt das nicht.
Das macht Dokploy nicht zu einer schlechten Wahl. Es heißt aber, dass "Open Source" hier nicht die ganze Plattform beschreibt, und dass die Prüfung, welche Funktionen im proprietären Teil liegen, vor der Entscheidung gehört, nicht danach.
Bei den anderen vier Plattformen stellt sich diese Frage nicht.
Coolify: der größte Funktionsumfang
Coolify ist die bekannteste der fünf Plattformen und bietet den größten Katalog fertiger Dienste, laut Projektbeschreibung über 280 mit einem Klick installierbare Anwendungen. Dazu kommen Weboberfläche, Git-Anbindung, Datenbankverwaltung mit automatischen Sicherungen und Vorschauumgebungen je Branch.
Die Kehrseite eines breiten Funktionsumfangs ist ein schnelles Entwicklungstempo. Wer Coolify produktiv betreibt, sollte Aktualisierungen nicht ungeprüft einspielen, sondern eine Testinstanz vorschalten.
Für den Einstieg und die Einordnung gegenüber Heroku und Vercel haben wir Coolify in einem eigenen Beitrag zu Version 4 ausführlicher beschrieben.
Dokploy: modern, aber mit Lizenzgrenze
Dokploy zielt auf dieselbe Zielgruppe wie Coolify, mit schlankerer Oberfläche und Docker Swarm als Grundlage. Die Entwicklung ist aktiv, die Verbreitung inzwischen erheblich.
Zwei Punkte gehören in die Bewertung. Der eine ist die Lizenzaufteilung oben. Der andere ist der Versionsstand: Mit v0.30.2 steht das Projekt vor 1.0, und Vorversionen behalten sich üblicherweise Änderungen an Schnittstellen und Verhalten vor. Für eine Plattform, die produktive Anwendungen trägt, ist das eine Frage der Aktualisierungsdisziplin.
CapRover: Swarm-Cluster und lange Laufzeit
CapRover existiert seit 2017 und ist damit deutlich älter als Coolify und Dokploy. Es setzt auf Docker Swarm und bringt damit Cluster-Fähigkeiten über mehrere Server mit, ohne dass Kubernetes nötig wird. Der Katalog umfasst über 100 vorkonfigurierte Anwendungen.
Der Funktionsumfang ist kleiner als bei Coolify, die Unterstützung für Docker Compose eingeschränkt, weil Swarm ein eigenes Format verwendet. Dafür ist das Verhalten über Jahre dokumentiert, und die Zahl der Sonderfälle, auf die man ohne Vorwarnung stößt, ist entsprechend geringer.
Dokku: die Kommandozeile als Oberfläche
Dokku ist die älteste Idee in dieser Liste: ein schlankes PaaS auf Docker, bedient über die Kommandozeile, erweiterbar über Plugins. Es gibt kein Dashboard.
Das ist kein Mangel, sondern eine Entscheidung. Wer Deployments ohnehin skriptet und keine Oberfläche für ein Team braucht, bekommt mit Dokku den geringsten Ressourcenbedarf und die wenigsten beweglichen Teile. Wer eine Oberfläche erwartet, ist hier falsch.
Kamal: kein PaaS, sondern ein Deployment-Werkzeug
Kamal gehört streng genommen nicht in eine PaaS-Liste, taucht in Vergleichen aber regelmäßig auf, weil es dieselbe Aufgabe von einer anderen Seite löst. Es rollt Container per SSH auf beliebige Server aus, konfiguriert über eine YAML-Datei im Projekt. Entwickelt wird es von 37signals, dem Unternehmen hinter Basecamp und Ruby on Rails.
Was fehlt, fehlt bewusst: kein Dashboard, keine Nutzerverwaltung, kein Dienstekatalog, keine Datenbankverwaltung. Was bleibt, ist ein reproduzierbarer Weg vom Container-Image auf den Server, versioniert im Projekt statt in einer Plattformdatenbank.
Für Teams, die Infrastruktur als Code behandeln, ist das ein Vorteil. Für Teams, die eine Oberfläche zum Klicken brauchen, ist es keine Alternative.
Welche Plattform wofür
| Ausgangslage | Passende Wahl | Begründung |
|---|---|---|
| Gemischter Stack, mehrere Anwendungen und Datenbanken, Oberfläche gewünscht | Coolify | größter Dienstekatalog, Docker Compose direkt nutzbar |
| Mehrere Server als Cluster, Stabilität vor Funktionsumfang | CapRover | Docker Swarm eingebaut, lange dokumentierte Laufzeit |
| Moderne Oberfläche, Bereitschaft zum Umgang mit einer Vorversion | Dokploy | aktive Entwicklung, Lizenzprüfung vorher nötig |
| Deployments werden ohnehin geskriptet, keine Oberfläche nötig | Dokku | geringster Ressourcenbedarf, wenige bewegliche Teile |
| Wenige Anwendungen, Infrastruktur als Code, Team arbeitet in der Kommandozeile | Kamal | keine Plattform zu betreiben, Konfiguration im Projekt |
Was ein Funktionsvergleich nicht beantwortet
Die Merkmale oben sind überprüfbar. Die Fragen, an denen Projekte im Betrieb scheitern, stehen in keiner Vergleichstabelle:
Wer aktualisiert die Plattform? Alle fünf Projekte veröffentlichen regelmäßig. Eine Deployment-Plattform, die ein halbes Jahr nicht aktualisiert wird, ist irgendwann selbst das Risiko, über das alle Anwendungen laufen. Für Coolify haben wir die Sicherheitslücken der letzten Jahre zusammengetragen, was die Größenordnung zeigt.
Was passiert beim Ausfall des Servers? Die Plattform hält Konfiguration, Zertifikate und Umgebungsvariablen. Ohne eine Sicherung, die diese Zustände mit einschließt und deren Wiederherstellung geprüft wurde, ist der Neuaufbau Handarbeit unter Zeitdruck.
Wer erreicht wen um drei Uhr nachts? Self-hosted heißt, dass es keinen Anbieter-Support gibt. Diese Rolle muss jemand übernehmen, intern oder vertraglich.
Wie kommt man wieder heraus? Der gemeinsame Nenner aller fünf Plattformen ist der Container. Anwendungen lassen sich deshalb verschieben. Nicht übertragbar sind Reverse-Proxy-Konfiguration, Zertifikatsverwaltung, Umgebungsvariablen, Datenbankdienste und Sicherungen. Wer das vorher weiß, plant den Wechsel als Projekt statt als Nachmittag.
Unser Vorgehen bei WZ-IT
Wir betreiben Coolify für Kunden und setzen es auch für eigene Anwendungen ein. Die Plattformwahl treffen wir nicht nach Funktionsumfang, sondern nach drei Fragen: Wie viele Anwendungen sollen darauf laufen, wer bedient die Oberfläche, und wer verantwortet Aktualisierungen und Wiederherstellung.
Bei einer einzelnen Anwendung ist eine vollständige PaaS oft mehr Aufwand als Nutzen. Ab einer Handvoll Anwendungen mit Datenbanken und mehreren Umgebungen kehrt sich das um.
Den Betrieb übernehmen wir auf Wunsch vollständig: Plattform-Updates, Sicherungen mit geprüfter Wiederherstellung, Monitoring und Reaktion auf Störungen. Die Infrastruktur kann dabei bei uns oder beim Kunden stehen. Wie das im Zusammenspiel mit dem Rest der Infrastruktur aussieht, beschreibt unsere Leistungsübersicht.
Weiterführende Guides
- Coolify v4.0.0: souveräne Deployment-Plattform statt Heroku und Vercel - die Plattform im Einzelnen
- Coolify CVE-Übersicht 2025/2026 - warum Aktualisierungen zum Betrieb gehören
- KI-generierte Apps sicher deployen - wenn die Anwendung schneller entsteht als die Infrastruktur darunter
- Managed Open Source und Managed Operations - der Betrieb hinter der Plattform
Unklar, welche Plattform zu Ihrem Stack passt? Wir sichten Anwendungen, Datenbanken und Team, empfehlen eine Plattform und übernehmen auf Wunsch Einrichtung und Betrieb. Termin vereinbaren
Quellen
Deployment-Plattform auswählen und betreiben lassen
Wir ordnen ein, welche Plattform zu Ihrem Stack passt, und übernehmen auf Wunsch Einrichtung, Updates und Betrieb auf Ihrer oder unserer Infrastruktur.
Häufig gestellte Fragen
Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema
Nur teilweise. Der Hauptteil steht unter Apache License 2.0, aber alles im Verzeichnis /proprietary unterliegt der Dokploy Source Available License (DSAL) 1.0. Diese erlaubt produktive Nutzung ausdrücklich nur mit einem gültigen kommerziellen Vertrag mit Dokploy. Für Entwicklung und Tests ist kein Abonnement nötig.
Coolify steht unter Apache License 2.0, CapRover ebenfalls, Dokku und Kamal unter MIT. Diese vier enthalten keine proprietären Bestandteile. Dokploy ist gemischt lizenziert.
Nein. Heroku hat am 6. Februar 2026 den Wechsel in ein sustaining engineering model bekanntgegeben. Bestehende Anwendungen, Pipelines, Teams und Add-ons laufen unverändert weiter. Neue Funktionen kommen nicht mehr hinzu, und Enterprise-Account-Verträge werden neuen Kunden nicht mehr angeboten.
Nein. Coolify, Dokploy und Dokku setzen auf Docker, CapRover auf Docker Swarm. Kamal deployt Container per SSH ganz ohne Orchestrierungsschicht. Kubernetes ist bei keiner der fünf Plattformen Voraussetzung.
Coolify und Dokploy unterstützen Docker Compose direkt. CapRover ist auf Docker Swarm aufgebaut, wo Compose-Dateien nur eingeschränkt nutzbar sind. Dokku und Kamal folgen einem anderen Modell und erwarten pro Anwendung ein Container-Image.
Ein Wechsel ist möglich, aber keine Konfigurationsübernahme. Anwendungen laufen überall als Container, das ist der gemeinsame Nenner. Plattformspezifisch sind Reverse Proxy, Zertifikatsverwaltung, Umgebungsvariablen, Datenbankdienste und Backups. Diese Teile werden beim Wechsel neu aufgesetzt.
Kamal ist keine PaaS mit Weboberfläche, sondern ein Kommandozeilenwerkzeug, das Container über SSH auf Server ausrollt. Konfiguriert wird per YAML-Datei im Projekt. Es gibt kein Dashboard, keine Nutzerverwaltung und keinen Katalog vorkonfigurierter Dienste.
Ja. Die aktuelle Version v1.15.3 wurde am 20. August 2026 veröffentlicht. Das Projekt existiert seit 2017 und ist damit die älteste der fünf Plattformen.
Coolify, mit einem Katalog von über 280 Ein-Klick-Diensten. CapRover bietet über 100. Dokku und Kamal haben keinen vergleichbaren Katalog, dort werden Dienste als reguläre Container definiert.
Nein. Die Plattform automatisiert Deployments, aber Betriebssystem-Updates, Plattform-Updates, Backups mit geprüfter Wiederherstellung, Monitoring und Reaktion auf Störungen bleiben Aufgaben des Betreibers. Der Aufwand verschiebt sich, er verschwindet nicht.

Geschrieben von
Timo Wevelsiep
Co-Founder & CEO
Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.
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