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GrundlagenMonitoring

Zabbix vs. PRTG: was das Sensor-Modell wirklich kostet

Timo WevelsiepTimo WevelsiepAktualisiert: 09.07.2026

Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.

PRTG von der Paessler AG ist in vielen deutschen IT-Abteilungen die Standardantwort auf die Monitoring-Frage: schnell installiert, viele fertige Sensor-Typen, ordentliche Oberfläche. Zabbix ist die Open-Source-Alternative ohne Lizenzkosten. Der Vergleich entscheidet sich an drei Punkten: am Sensor-Preismodell, an der Plattform-Frage (Windows-Core gegen Linux) und an der Frage, wie die Umgebung in fünf Jahren aussieht (Stand Juli 2026). Den Vergleich mit Checkmk finden Sie unter Zabbix vs. Checkmk.

Einordnung: zwei ungleiche Modelle

Fairerweise vorweg: Die Paessler AG sitzt in Nürnberg - wie Checkmk ist PRTG also ein Produkt aus dem DACH-Raum, mit deutschem Support und langer Historie. Beide Systeme adressieren denselben Kern: Verfügbarkeit und Performance von Servern, Netzwerk und Diensten überwachen, Alarme auslösen, Berichte liefern. Die Unterschiede liegen nicht in der Seriosität, sondern im Modell: PRTG wird pro Sensor lizenziert und gibt es nur noch im Abonnement; Zabbix steht unter der AGPLv3, alle Features sind frei, Hosts und Metriken unbegrenzt (Lizenz).

Das Sensor-Modell erklärt

Ein Sensor überwacht in PRTG genau einen Aspekt eines Geräts: einen Ping, eine CPU, eine Festplatte, einen Switch-Port, einen Windows-Dienst. Die offizielle Faustregel aus dem Paessler-Helpdesk: 5 bis 10 Sensoren pro Server, 1 Sensor pro Switch-Port; 500 Sensoren reichen für etwa 50 Geräte.

Genau hier liegt die Kostendynamik: Die Sensorzahl wächst schneller, als man beim Kauf denkt. Jede zusätzliche Disk, jedes VLAN-Interface, jeder zu überwachende Dienst zählt gegen das Lizenzlimit. Wer heute mit PRTG 1000 startet, diskutiert in zwei Jahren über das Upgrade auf PRTG 2500 - nicht weil die Umgebung sich verdoppelt hat, sondern weil die Überwachung gründlicher geworden ist. Als Richtwert nennt Paessler zudem weniger als 5.000 Sensoren je Core-Server (Systemvoraussetzungen); sehr große Umgebungen brauchen also mehrere Installationen.

Zabbix zählt anders: Items sammeln beliebig viele Werte je Host, ohne dass eine Lizenzgrenze mitläuft. Die Frage „Können wir uns diesen zusätzlichen Check leisten?“ stellt sich schlicht nicht - was im Alltag dazu führt, dass gründlicher überwacht wird, statt Sensoren zu rationieren.

Die Kostenrechnung

Die Listenpreise (Stand Juli 2026, jährlich abgerechnet, in US-Dollar auch auf der deutschen Website, Preisliste):

Lizenzstufe Sensoren Listenpreis pro Monat Entspricht pro Jahr
PRTG 500 500 $200 $2.400
PRTG 1000 1.000 $358 $4.296
PRTG 2500 2.500 $742 $8.904
PRTG 5000 5.000 $1.300 $15.600
PRTG 10000 10.000 $1.642 $19.704

Wer nicht selbst hosten will: PRTG Hosted Monitor kostet je nach Stufe 2.399 bis 19.699 US-Dollar pro Jahr.

Rechenbeispiel für 200 Server: Nach der offiziellen Faustregel (5 bis 10 Sensoren pro Server) landen Sie bei 1.000 bis 2.000 Sensoren. PRTG 1000 reicht nur am unteren Rand und lässt keinen Raum für Switches, Firewalls und Wachstum - realistisch ist PRTG 2500, also 8.904 US-Dollar pro Jahr, jedes Jahr. Bei Zabbix liegt die Lizenzrechnung für dieselbe Umgebung bei 0 Euro - unabhängig davon, ob daraus später 500 Server werden. Fair bleibt: Auch Zabbix ist nicht gratis, denn Plattform und Pflege kosten Zeit oder Geld. Diese Gesamtrechnung schlüsselt Was kostet Server-Monitoring? auf.

Windows-Core gegen Linux

Der zweite strukturelle Unterschied: Der PRTG-Core-Server läuft ausschließlich auf Windows (Windows Server 2016 bis 2025). Linux-Systeme lassen sich selbstverständlich überwachen, und für entfernte Standorte gibt es die Multi-Platform Probe, die auch auf Linux läuft - der zentrale Server selbst verlangt aber immer eine Windows-Maschine (Systemvoraussetzungen). Für Linux-geprägte Umgebungen heißt das: Sie betreiben einen Windows-Server samt Lizenz und Patch-Zyklus nur für das Monitoring.

Zabbix ist Linux-nativ: Server, Proxies und Agents laufen auf denselben Distributionen wie der Rest Ihrer Infrastruktur, lassen sich mit denselben Werkzeugen automatisieren und fügen sich in bestehende Linux-Betriebsprozesse ein. Für verteilte Standorte arbeiten beide Systeme mit Außenposten - PRTG mit Probes, Zabbix mit Proxies, die Messwerte lokal einsammeln und gebündelt an den Server melden. Der strukturelle Unterschied bleibt auch hier bestehen: Zabbix-Proxies laufen auf jeder gängigen Linux-Distribution und kosten keine Lizenz. Wie tief die Integration geht, zeigt beispielhaft das offizielle Proxmox-Template: Proxmox mit Zabbix überwachen.

Migrationspfad: von PRTG zu Zabbix

Der Umstieg ist kein Big Bang, sondern ein geordneter Prozess in vier Schritten:

  1. Inventur: Alle Geräte und Sensoren in PRTG sichten und exportieren. Dabei zeigt sich regelmäßig, welche Sensoren historisch gewachsen und faktisch überflüssig sind - die Migration ist eine gute Gelegenheit zum Aufräumen.
  2. Mapping: PRTG-Sensoren auf Zabbix-Templates und Items abbilden. Für Standard-Technologien (SNMP-Switches, Linux- und Windows-Server, HTTP-Checks, Datenbanken) existieren offizielle, vom Hersteller gepflegte Templates; Spezialfälle werden als eigene Items nachgebaut.
  3. Parallelbetrieb: Zabbix aufbauen, Hosts aufschalten und beide Systeme einige Wochen nebeneinander laufen lassen. Alarme vergleichen, Schwellwerte nachziehen, Vertrauen aufbauen.
  4. Cutover: Alarmierung auf Zabbix umschalten, PRTG-Subscription zum Laufzeitende auslaufen lassen.

Das ehrliche Fazit

PRTG ist ein gepflegtes Produkt mit schnellem Einstieg, und für kleine Umgebungen, die dauerhaft unter wenigen hundert Sensoren bleiben, ist der Listenpreis verkraftbar. Je größer und dynamischer die Umgebung, desto stärker arbeitet das Sensor-Modell gegen Sie: Gründlicheres Monitoring führt direkt zu höheren Lizenzstufen, und der Windows-Core bleibt ein Fremdkörper in Linux-Landschaften. Zabbix dreht die Logik um: Die Plattform kostet keine Lizenz, gründlicheres Monitoring kostet keinen Aufpreis, und bezahlt wird nur der Betrieb - selbst gestemmt oder als Service.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir übernehmen den kompletten Migrationspfad - Inventur, Template-Mapping, Parallelbetrieb, Cutover - und danach den Betrieb: als Managed Zabbix in Ihrer Umgebung oder als Server-Monitoring als Service ab 79,90 Euro pro Monat mit Aufschaltung auf unseren hochverfügbaren Zabbix-Cluster und Alarmen direkt an Ihr Team. Ob sich der Umstieg für Ihre Sensorzahl rechnet, kalkulieren wir in einem kostenlosen Erstgespräch.

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Ein Sensor überwacht genau einen Aspekt eines Geräts: einen Ping, eine CPU-Auslastung, eine Festplatte, einen Switch-Port, einen Dienst. Ein einzelner Server belegt damit schnell mehrere Sensoren - die offizielle Faustregel von Paessler lautet 5 bis 10 Sensoren pro Server und 1 Sensor pro Switch-Port.

Nach der offiziellen Faustregel von Paessler: 5 bis 10 Sensoren pro Server, 1 Sensor pro Switch-Port; 500 Sensoren reichen für etwa 50 Geräte. Für 200 Server landen Sie damit bei 1.000 bis 2.000 Sensoren - also realistisch bei der Lizenzstufe PRTG 2500.

PRTG gibt es nur noch im Abonnement, jährlich abgerechnet (Stand Juli 2026, Listenpreise in US-Dollar): PRTG 500 kostet 200 US-Dollar pro Monat, PRTG 1000 358, PRTG 2500 742, PRTG 5000 1.300 und PRTG 10000 1.642 US-Dollar pro Monat. Der gehostete Dienst PRTG Hosted Monitor liegt je nach Stufe bei 2.399 bis 19.699 US-Dollar pro Jahr.

Der PRTG-Core-Server läuft ausschließlich auf Windows (Windows Server 2016 bis 2025). Linux-Systeme lassen sich überwachen, und für entfernte Netze gibt es die Multi-Platform Probe für Linux - der zentrale Server selbst braucht aber immer eine Windows-Maschine. Zabbix läuft dagegen Linux-nativ.

In vier Schritten: erst die Inventur aller Geräte und Sensoren in PRTG, dann das Mapping der Sensoren auf Zabbix-Templates und Items (für Standard-Technologien wie SNMP, Linux, Windows oder HTTP existieren offizielle Templates), danach ein Parallelbetrieb beider Systeme zum Vergleich der Alarme, zuletzt der Cutover der Alarmierung und das Auslaufenlassen der PRTG-Subscription.

Ja. Wir übernehmen Inventur, Template-Mapping, Aufbau der Zabbix-Umgebung, Parallelbetrieb und Cutover - und danach auf Wunsch den Betrieb: als Managed Zabbix in Ihrer Umgebung oder als Aufschaltung auf unseren hochverfügbaren Zabbix-Cluster ab 79,90 Euro pro Monat.

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