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Keycloak 26.8 Upgrade: Checkliste mit Breaking Changes und CVE-Fixes

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
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#Keycloak #IAM #SSO #OpenSource #Security #Upgrade

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Keycloak 26.8 Upgrade: Checkliste mit Breaking Changes und CVE-Fixes

Keycloak-Upgrade mit Rückfallplan? WZ-IT prüft Ihre Konfiguration gegen die Änderungen in 26.8, testet das Upgrade auf einer Kopie und betreibt Keycloak auf Wunsch dauerhaft, siehe Keycloak bei WZ-IT. Termin vereinbaren

Keycloak 26.8.0 ist am 1. Oktober 2026 erschienen. Das Release bringt drei Sicherheitskorrekturen, hebt SCIM, Client Secret Rotation und Multi-Cluster v2 auf den Status supported und führt Token-Exchange-Delegation für KI-Agenten als Preview ein. Für den Betrieb wichtiger sind die Änderungen im Upgrade-Handbuch: Mehrere Breaking Changes betreffen Identity-Provider-Mapper, Gruppen-Claims in Autorisierungsrichtlinien, Logout über Broker und die Admin-API.

Dieser Beitrag fasst die Änderungen als Checkliste zusammen, ordnet sie nach Auswirkung auf bestehende Installationen und beschreibt den Ablauf eines Minor-Upgrades. Alle Angaben beruhen auf den Release Notes und dem Upgrade-Handbuch von Keycloak, Stand Oktober 2026.

Inhaltsverzeichnis

  1. Keycloak 26.8.0 auf einen Blick
  2. Sicherheitskorrekturen in 26.8.0
  3. Breaking Changes vor dem Upgrade prüfen
  4. Geändertes Verhalten nach dem Upgrade
  5. Organizations: Identity Provider für mehrere Organisationen
  6. Abkündigungen und Ende des Realm Operators
  7. Neue Funktionen mit Status supported und preview
  8. Upgrade-Ablauf Schritt für Schritt
  9. Unser Vorgehen bei WZ-IT
  10. Weiterführende Guides

Keycloak 26.8.0 auf einen Blick

Merkmal Wert
Version 26.8.0
Veröffentlichung 1. Oktober 2026 (Release-Ankündigung, GitHub)
Vorherige Version 26.7.5 vom 30. September 2026 (GitHub)
Quarkus 3.40 (in 26.7.0: 3.33)
Sicherheitskorrekturen 3 Keycloak-CVEs plus Abhängigkeiten
Upgrade-Art von 26.7 Minor-Upgrade, kein Rolling Update
Neu supported SCIM-API, Client Secret Rotation, Multi-Cluster v2 (stateless)
Neu preview Token-Exchange-Delegation, OID4VCI, Parameterized Scopes, Client Admin API v2

Wichtig für die Planung: Keycloak unterstützt seit 26.6.0 Rolling Updates nur für Patch-Releases innerhalb derselben Minor-Version. Der Schritt von 26.7.x auf 26.8.0 erfordert laut Upgrade-Handbuch das Herunterfahren aller Knoten. Laufende Anmeldevorgänge gehen dabei verloren, Benutzer müssen sie neu starten.

Sicherheitskorrekturen in 26.8.0

Die Release Notes führen folgende Sicherheitskorrekturen auf:

CVE Bereich Problem GitHub
CVE-2026-12388 Identity Brokering Administratoren mit manage-identity-providers konnten über IdP-Mapper administrative Rollen vergeben und so ihre Rechte ausweiten #50444
CVE-2026-14781 OIDC-Broker Bei trustEmail=true und aktivem Userinfo-Endpunkt wurde email_verified aus dem ID-Token auf eine abweichende E-Mail aus Userinfo angewendet #50618
CVE-2026-19608 Authorization Services Gruppen-Claims nur mit Namen ließen gleichnamige Gruppen an anderer Stelle der Hierarchie Gruppenrichtlinien erfüllen #51865
CVE-2026-54515, CVE-2026-59889 Abhängigkeit jackson-databind #52168
CVE-2026-59903 Abhängigkeit netty-codec-http #52169

Die drei Keycloak-eigenen CVEs tragen in GitHub die Priorität "important". In den Release Notes von 26.7.5 sind sie nicht aufgeführt. 26.7.5 behebt andere Lücken, darunter CVE-2026-93999 (deaktivierte Clients in der Token-Audience) und CVE-2026-89298 (Client-Secret für view-clients über Client Registration). Wer auf 26.7 bleibt, sollte 26.7.5 einspielen und die Backports der 26.8-Fixes beobachten. Zusätzlich listen die Release Notes über 80 als "Weaknesses" markierte Härtungen, vor allem in SCIM, OID4VCI und der Admin-API.

Breaking Changes vor dem Upgrade prüfen

Breaking Changes in Minor-Releases führt Keycloak nach eigener Aussage nur zur Behebung von Fehlern ein. In 26.8.0 sind es sechs Punkte, die sich direkt auf bestehende Konfigurationen auswirken können (Upgrade-Handbuch, Breaking changes):

Änderung Wer betroffen ist Was zu tun ist
IdP-Mapper vergeben keine Admin-Rollen mehr (CVE-2026-12388) Realms, in denen Mapper Admin-Rollen oder Gruppen mit Admin-Rollen zuweisen Pro Identity Provider "Allow granting admin roles via mappers" aktivieren (nur mit manage-realm), bestehende Zuweisungen prüfen
Client-Secret nur noch mit manage-clients Delegierte Admins oder Automatisierungen, die Secrets mit view-clients lesen Rolle manage-clients oder entsprechende FGAP-Berechtigung vergeben
Parameter initiating_idp beim Logout wird ignoriert Setups, die Upstream-Logout am Broker unterdrücken Auf OIDC Back-Channel- oder Front-Channel-Logout umstellen; Übergangsoption allow-initiating-idp-logout-param ist bereits abgekündigt
X509-Benutzer-Authentifizierung braucht CA Subject DN Realms mit X509-Login für Benutzer Vertrauenswürdige CA pro Authenticator eintragen; Pflicht ab dem nächsten Major-Release
Deaktivierte Clients nicht mehr in aud und resource_access Ressourcenserver, die auf diese Einträge prüfen Clientstatus und Audience-Prüfungen abgleichen
Normalisierte Resource-URIs in Authorization Services Richtlinien, die nach Matrix-Parametern, Punktsegmenten, Slash am Ende oder Query unterscheiden Ressourcen- und Richtlinienkonfiguration prüfen

Zusätzlich gehört CVE-2026-19608 in diese Prüfung, obwohl das Handbuch sie unter "Notable changes" führt: Gruppennamen ohne Pfad in Token-Claims werden nur noch auf Top-Level-Gruppen aufgelöst. Wer den Mapper "Group Membership" mit deaktiviertem "Full group path" nutzt und Richtlinien auf verschachtelte Gruppen bezieht, muss "Full group path" aktivieren, sonst greifen diese Richtlinien nicht mehr (Upgrade-Handbuch).

Geändertes Verhalten nach dem Upgrade

Diese Änderungen brechen keine Konfiguration, verändern aber Verhalten, Last oder Logs:

Änderung Auswirkung
Login-Fehlversuche in der Datenbank (login-failures:v2) Sperren nach Brute-Force-Erkennung überstehen Neustarts; mehr Datenbankverbindungen und CPU-Last auf der Datenbank möglich
Ablauf von Refresh Tokens Begrenzt durch das Session-Idle-Timeout; Offline-Refresh-Tokens haben immer einen exp-Claim
E-Mail-Verifizierung E-Mails gelten nur nach abgeschlossener Verifizierung als bestätigt, nicht mehr über Account-Linking per E-Mail oder Admin-Mails ohne Verify Email; Trust Email bei IdP und LDAP bleibt unberührt
Client Secret Rotation und SCIM-API Standardmäßig aktiviert; explizite Feature-Flags sind nicht mehr nötig
Feature stateless Nicht mehr über --features=preview aktiviert, sondern nur mit --features=stateless; verlangt einen eigenen Cluster-Namen ungleich ISPN
Index-Erstellung Bei mehr als 300.000 Einträgen in OFFLINE_USER_SESSION wird ein Index während der Migration übersprungen und danach im Hintergrund erstellt (PostgreSQL, Oracle, MySQL/MariaDB, bestimmte SQL-Server-Editionen)
Introspection act.sub Enthält die Benutzer-ID statt des Benutzernamens; Benutzername in act.preferred_username
NO_PROXY Einträge mit führendem Punkt oder Leerzeichen nach Komma werden seit 26.8 korrekt ausgewertet
kcadm und kcreg Setzen Konfigurationsdateien beim Schreiben von Zugangsdaten auf 0600
Operator: OIDC-Client-CRs Referenzierte Secrets brauchen das Label operator.keycloak.org/kind=KeycloakOIDCClient

Für Installationen mit großen Session-Tabellen ist der Index-Punkt relevant: Auf PostgreSQL nutzt Keycloak CREATE INDEX CONCURRENTLY und erkennt ungültige Indizes aus früheren Abbrüchen (Upgrade-Handbuch). Bei MySQL und MariaDB im Stateless-Modus setzt Keycloak die Isolationsstufe READ COMMITTED; mit binlog_format = STATEMENT schlagen Schreibvorgänge dann fehl. Unterstützte Datenbankversionen stehen im Datenbank-Guide, für PostgreSQL sind das 14 bis 18. Wer noch PostgreSQL 14 betreibt, sollte das Supportende von PostgreSQL 14 in die Planung einbeziehen.

Organizations: Identity Provider für mehrere Organisationen

Ein Identity Provider kann in 26.8 mehreren Organisationen zugeordnet werden, die Beziehung ist von viele-zu-eins auf viele-zu-viele umgestellt (Release-Ankündigung). Die Migration läuft automatisch, ändert aber das Datenmodell:

  • Bestehende Verknüpfungen werden mit Auto-Membership und Typ Managed übernommen, neue Verknüpfungen erhalten standardmäßig Unmanaged.
  • Das Domain-Routing wandert vom Identity Provider zur Domain. Die bisherige Ausschlussliste entfällt, ausgeschlossene Domains werden ohne zugeordneten Identity Provider migriert.
  • Einstellungen wie "Hide on login page when organization is not resolved" liegen seit 26.8 in den Einstellungen des Identity Providers auf Realm-Ebene.
  • Die Admin-REST-API ersetzt das Feld organizationId in IdentityProviderRepresentation durch Organisations-Links. Skripte und Terraform-Module, die dieses Feld setzen, müssen angepasst werden.
  • Mapper auf Organisationsgruppen speichern die Organisations-ID explizit; bei mehreren Organisationen ist je Organisation ein eigener Mapper nötig.

Nach dem Upgrade sollten die Reiter "Domains" und "Identity providers" jeder Organisation kontrolliert werden. Wer Organisationen für mandantenfähige Anwendungen nutzt, prüft zusätzlich, ob Realm-Importe die Link-Richtlinien korrekt setzen; Issue #53166 behebt einen Fall, in dem ein Realm-Import sie auf offene Standardwerte zurücksetzte.

Abkündigungen und Ende des Realm Operators

Keine dieser Funktionen fällt in 26.8 weg, sie sollen aber in künftigen Releases entfernt werden (Upgrade-Handbuch, Deprecated features):

Abgekündigt Nachfolger oder Empfehlung
Multi-Cluster v1 (--features=multi-site) Multi-Cluster v2 mit --features=stateless, Migrationsanleitung
Feature clusterless (experimentell) stateless
In-Memory-Login-Failures (login-failures:v1) Standard login-failures:v2 in der Datenbank
Volatile Sessions (persistent-user-sessions deaktiviert) Persistente Sessions werden der einzige Modus
Schalter "Full scope allowed" an Clients Gezielte Role-Scope-Mappings; Keycloak loggt pro Client eine Warnung bei der Token-Ausstellung
Client-Registration-Provider default, install, saml2-entity-descriptor Admin-REST-API oder OIDC Dynamic Client Registration
Schalter in "OpenID Connect Compatibility Modes" Client-Anwendungen aktualisieren
Refresh Tokens bei Client Credentials Grant Neuen Client-Credentials-Request senden
Kerberos Credential Delegation Entfällt aus Sicherheitsgründen
Route im Cookie AUTH_SESSION_ID für Sticky Sessions Gleichmäßige Lastverteilung ohne Sticky Sessions

Endgültig beendet ist der Keycloak Realm Operator: Er hat sein Lebensende erreicht, das Repository wird archiviert. Seine Ressourcen KeycloakRealm und KeycloakClient ersetzen KeycloakRealmImport sowie KeycloakOIDCClient und KeycloakSAMLClient, die als Preview zur Verfügung stehen (Managing Keycloak Clients).

Zur Warnung bei "Full scope allowed": Für die eingebauten Clients security-admin-console und admin-cli ist sie unterdrückt. Das Handbuch rät ausdrücklich davon ab, den Schalter dort manuell zu deaktivieren, da dies den Login in die Admin Console brechen kann.

Neue Funktionen mit Status supported und preview

Funktion Status in 26.8 Einordnung
SCIM-API supported, standardmäßig aktiv Benutzer und Gruppen über den SCIM-Standard verwalten, etwa für Provisionierung aus anderen Identitätssystemen
Client Secret Rotation supported, standardmäßig aktiv Bis zu zwei gleichzeitig gültige Secrets über Client Policies, Wechsel ohne Ausfall
Multi-Cluster v2 (stateless) supported, standardmäßig aus Mehrere Cluster ohne externes Infinispan, Sitzungen in der Datenbank; neuer Guide für Bare Metal und VMs
Token-Exchange-Delegation preview Benutzer delegieren per Consent über den Scope delegation:client:<client-id>; Token mit act-Claim; Freigabe nur über FGAP V2
Verschlüsselte PEM-Schlüssel für TLS neu Option --https-certificate-key-file-password
Stabile Knotennamen neu --cache-embedded-node-name, im Operator automatisch der Pod-Name
Vert.x-HTTP-Client experimentell --features=http-client:v2

Die Token-Exchange-Delegation zielt laut Release-Ankündigung auf KI-Agenten und Automatisierungen, die im Namen eines Benutzers handeln, ohne Admin-Rechte zu erhalten. Ein per Client-Delegation ausgestelltes Token gewährt keinen Zugriff auf die Admin-API, auch wenn der Client Service-Account-Credentials hat. Wer die Funktion aus 26.7 bereits testet, muss den Scope von delegation auf delegation:user umstellen und die Berechtigung über FGAP V2 neu anlegen (Token-Exchange-Dokumentation). Wie Agenten-Rechte grundsätzlich begrenzt werden, beschreibt der Beitrag zu Rechten und Freigaben für KI-Agenten.

Upgrade-Ablauf Schritt für Schritt

Der folgende Ablauf folgt dem Upgrade-Handbuch und ergänzt die Prüfpunkte aus 26.8:

Vorbereitung

  1. Aktuelle Version feststellen und alle "Migrating to"-Abschnitte zwischen dieser Version und 26.8.0 lesen. Bei Sprüngen über mehrere Minor-Versionen summieren sich die Änderungen.
  2. IdP-Mapper auf Zuweisungen administrativer Rollen oder Gruppen mit Admin-Rollen prüfen.
  3. Protokoll-Mapper "Group Membership" und Gruppenrichtlinien auf Namen ohne Pfad prüfen.
  4. Automatisierungen und delegierte Admins identifizieren, die Client-Secrets mit view-clients lesen.
  5. Logout-Flows mit initiating_idp sowie X509-Authenticatoren für Benutzer prüfen.
  6. Eigene Login-Themes auf Überschreibungen von social-providers.ftl und CSS für IdP-Icons prüfen.
  7. Eigene Provider und Erweiterungen gegen Quarkus 3.40 neu bauen und testen; bei mehreren Persistence Units in einer persistence.xml den Hinweis zur Umbenennung auf <default> beachten.
  8. Startparameter prüfen: --features=preview aktiviert stateless nicht mehr, stateless braucht --cache-embedded-cluster-name.
  9. Für Operator-Installationen: Labels an Secrets für KeycloakOIDCClient setzen, Abhängigkeit vom Realm Operator ablösen.

Durchführung

  1. Upgrade auf einer Kopie mit Produktionsdaten testen, inklusive Logins über jeden Identity Provider.
  2. Wartungsfenster einplanen, alle Knoten der alten Version stoppen.
  3. Installation (Konfiguration, Themes, Provider) und Datenbank sichern. Ein Rückweg ist nur über die Wiederherstellung beider Sicherungen möglich, da Keycloak Schemaänderungen nicht zurückrollt.
  4. Neue Version bereitstellen, providers/ und themes/ übernehmen, conf/ ohne cache-ispn.xml kopieren; eigene Cache-Anpassungen auf Basis der neuen cache-ispn.xml neu anwenden.
  5. Ersten Knoten starten und die Schemamigration im Log verfolgen, danach die übrigen Knoten.

Nach dem Upgrade

  1. Organisationen: Domains und Identity-Provider-Verknüpfungen kontrollieren.
  2. Logins, Logout über Broker, Token-Inhalte (aud, groups, resource_access) und Gruppenrichtlinien testen.
  3. Log auf Abkündigungswarnungen prüfen, insbesondere "Full scope allowed", und eine Liste der betroffenen Clients anlegen.
  4. Datenbanklast beobachten, da Login-Fehlversuche seit 26.8 in der Datenbank liegen; Hintergrund-Indexerstellung abwarten.
  5. Client-Bibliotheken (Admin Client, Authorization Client) getrennt aktualisieren, sie werden unabhängig vom Server veröffentlicht.

Für Installationen mit Keycloak als Identity Provider für VPN oder Fernzugriff lohnt sich zusätzlich ein Test der angebundenen Dienste, etwa bei NetBird mit Authentik oder Keycloak.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

  1. Bestandsaufnahme. Version, Betriebsart (VM, Container, Kubernetes mit Operator), Datenbank, Realms, Identity Provider, Themes und eigene Provider.
  2. Abgleich mit den Änderungen. Prüfung der Konfiguration gegen alle Breaking Changes und Abkündigungen zwischen Ihrer Version und 26.8, als dokumentierte Liste mit Maßnahmen.
  3. Testlauf. Upgrade auf einer Kopie mit Produktionsdaten, Tests der Logins, Token-Inhalte und angebundenen Anwendungen.
  4. Durchführung. Sicherung von Installation und Datenbank, Upgrade im abgestimmten Wartungsfenster, Kontrolle nach dem Start und definierter Rückfallweg.
  5. Betrieb. Überwachung, Backups, Updates und Auswertung von Sicherheitsmeldungen, auf Wunsch über CVE-Monitoring. Support, Beratung und Implementierung durch WZ-IT.

Details zu Hosting, Installation und Betrieb stehen auf der Seite Keycloak bei WZ-IT.

Weiterführende Guides

Keycloak 26.8 einspielen, ohne Logins zu riskieren? Wir prüfen Ihre Realms gegen die Breaking Changes, testen auf einer Kopie und führen das Upgrade mit Rückfallplan durch. Termin vereinbaren

Quellen

Anfrage

Keycloak-Upgrade auf 26.8 planen und durchführen

Wir prüfen Ihre Realms, Identity Provider, Themes und Erweiterungen gegen die Änderungen in 26.8, testen das Upgrade auf einer Kopie und führen es mit Rückfallplan durch.

Worum geht es bei Ihnen?

Wie sollen wir antworten?

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Keycloak 26.8.0 wurde am 1. Oktober 2026 veröffentlicht, als Blogbeitrag auf keycloak.org und als Release auf GitHub. Die vorherige Version 26.7.5 erschien am 30. September 2026.

Die Release Notes nennen drei Keycloak-eigene CVEs: CVE-2026-12388 (Identity-Provider-Mapper konnten administrative Rollen vergeben), CVE-2026-14781 (OIDC-Broker übernahm email_verified aus dem ID-Token für eine abweichende E-Mail-Adresse aus dem Userinfo-Endpunkt) und CVE-2026-19608 (Gruppen-Claims nur mit Namen erfüllten Gruppenrichtlinien für gleichnamige Gruppen an anderer Stelle). Dazu kommen aktualisierte Abhängigkeiten (jackson-databind, netty-codec-http).

Die drei genannten CVEs sind in den Release Notes von 26.7.5 nicht aufgeführt (Stand 1. Oktober 2026). 26.7.5 enthält eigene Sicherheitskorrekturen, unter anderem CVE-2026-93999 zu deaktivierten Clients in der Token-Audience. Für CVE-2026-19608 tragen die GitHub-Issues Backport-Markierungen für 26.6 und 26.7, ein Patch-Release mit diesem Fix war zum Stand dieses Beitrags nicht veröffentlicht.

Nein. Rolling Updates ohne Ausfallzeit unterstützt Keycloak nur für Patch-Releases innerhalb derselben Minor-Version. Ein Wechsel von 26.7 auf 26.8 ist ein Minor-Upgrade: alle Knoten der alten Version werden gestoppt, dann migriert die neue Version das Datenbankschema. Ein Rückweg ist nur über das Zurückspielen eines Datenbank-Backups möglich.

Nein. Die neue Einstellung allowAdminRoleMapping steht nach dem Upgrade auf false und blockiert künftige Zuweisungen administrativer Rollen über Mapper. Bereits vergebene Rollen und Gruppenmitgliedschaften bleiben bestehen und müssen bei Bedarf manuell entfernt werden.

Nein. Multi-Cluster v1 (Feature multi-site mit externem Infinispan) ist abgekündigt und soll in einem künftigen Major-Release entfallen. Nachfolger ist Multi-Cluster v2 mit dem Feature stateless, das in 26.8 den Status supported erreicht hat und Sitzungsdaten in der Datenbank speichert.

Sie hat in 26.8 den Status preview, nicht supported. Delegation wird ausschließlich über Fine-Grained Admin Permissions V2 freigegeben, der Scope heißt seit 26.8 delegation:user statt delegation, und Tokens tragen einen act-Claim mit dem handelnden Client. Für produktive Agenten-Szenarien sollte der Preview-Status bei der Planung berücksichtigt werden.

Nein. Für diese beiden eingebauten Clients unterdrückt Keycloak die neue Abkündigungswarnung bewusst. Ein manuelles Abschalten kann den Login in die Admin Console sofort brechen. Für eigene Clients empfiehlt das Upgrade-Handbuch, Full Scope Allowed zu deaktivieren und Rollen gezielt über Scope-Mappings zuzuweisen.

Nicht zwingend. Der Bereich mit den Identity-Provider-Buttons auf der Login-Seite wurde neu gestaltet. Themes, die social-providers.ftl überschreiben oder per CSS die Identity-Provider-Icons ansprechen, können danach fehlerhaft dargestellt werden und sollten vor dem Produktiv-Upgrade getestet werden.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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