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ThingsBoard 4.4 unter BUSL 1.1: Was der Lizenzwechsel für Betreiber bedeutet

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
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#ThingsBoard #IoT #BUSL #Lizenz #OpenSource #SelfHosted #CommunityEdition

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

ThingsBoard 4.4 unter BUSL 1.1: Was der Lizenzwechsel für Betreiber bedeutet

ThingsBoard nach dem Lizenzwechsel weiter betreiben? WZ-IT ordnet Ihre Installation den neuen Lizenzwegen zu, aktualisiert auf den aktuellen LTS-Patch und betreibt ThingsBoard auf Servern in Deutschland, siehe ThingsBoard-Entwicklung und Betrieb im IoT-Hub. Termin vereinbaren

ThingsBoard hat am 29. September 2026 mit Version 4.4 die Lizenz gewechselt. Die bisherige Trennung in eine Community Edition unter Apache 2.0 und eine kommerzielle Professional Edition entfällt. Es gibt nur noch ein Produkt unter der Business Source License 1.1 (BUSL), dessen Quellcode öffentlich bleibt, dessen produktive Nutzung aber nur in festgelegten Grenzen kostenlos ist (ThingsBoard, Ankündigung).

Für Betreiber einer selbst gehosteten Community Edition ist die Lage weniger dringend, als sie zunächst wirkt. Bestehende Versionen bleiben unter Apache 2.0, die LTS-Linie 4.3 erhält Sicherheitsupdates bis Juli 2027, und ein Community Grant hält bestehende Installationen in ihrer heutigen Größe auch unter 4.4 kostenlos. Entscheidend sind einige Fristen und Details: wer den Grant bekommt, was als Gerät und Server zählt, dass 4.4 eine regelmäßige Lizenzprüfung über das Internet erwartet und welche Funktionen im Grant fehlen. Dieser Beitrag ordnet die Änderung anhand des Lizenztexts und der Herstellerdokumentation ein, Stand Oktober 2026.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was sich mit ThingsBoard 4.4 ändert
  2. Die kostenlose Nutzung unter BUSL 1.1
  3. Lizenzschlüssel, Lizenzprüfung und Nutzungsdaten
  4. Was mit der Community Edition passiert
  5. Das Community Grant Program
  6. Sicherheitsupdates in 4.4, 4.3 und 4.2
  7. Kommerzielle Lizenz und Preise
  8. Entscheidungsoptionen für Betreiber
  9. Alternativen mit offener Lizenz
  10. Zeitplan bis Juli 2027
  11. Unser Vorgehen bei WZ-IT
  12. Weiterführende Guides

Was sich mit ThingsBoard 4.4 ändert

Punkt Bis Version 4.3 Ab Version 4.4
Editionen Community Edition (CE) und Professional Edition (PE) ein Produkt
Lizenz der Plattform CE: Apache 2.0, PE: kommerziell Business Source License 1.1
Quellcode CE öffentlich, PE geschlossen vollständig öffentlich auf GitHub
Produktive Nutzung ohne Lizenzgebühr CE unbegrenzt nur innerhalb der Additional Use Grant
Lizenzschlüssel CE: nicht nötig für jeden Produktivbetrieb nötig
Funktionsumfang PE-Funktionen nur gegen Lizenz gleicher Funktionsumfang, Preis nach Geräten, Servern, Branding und Support
Umwandlung in Apache 2.0 entfällt je Version vier Jahre nach Veröffentlichung

Quellen: Lizenztext im ThingsBoard-Repository, ThingsBoard BUSL-Seite, Release 4.4 auf GitHub.

Die BUSL ist eine von MariaDB entworfene Source-Available-Lizenz (MariaDB, BSL 1.1). Sie erlaubt Kopieren, Ändern, Weitergeben und nicht-produktive Nutzung. Produktive Nutzung ist nur über die vom Lizenzgeber formulierte Additional Use Grant erlaubt oder gegen eine kommerzielle Lizenz. Nach der Change Date gilt die Change License, hier Apache 2.0. Für ThingsBoard 4.4.0 ist das der 29. September 2030. ThingsBoard selbst bezeichnet die Plattform als Source-Available und nicht als OSI-zertifizierte Open-Source-Software (Open Source Definition).

Funktionen, die bisher der Professional Edition vorbehalten waren, etwa Integrationen, Scheduler, Reporting, feingranulare Rechte, SSO und Secrets Storage, stehen in 4.4 grundsätzlich allen Lizenzwegen zur Verfügung. Bezahlt wird für Größe, White-Labeling, Cluster im kommerziellen Betrieb und den Help Desk.

Die kostenlose Nutzung unter BUSL 1.1

Die Additional Use Grant im Lizenztext erlaubt kostenlose Produktion in zwei Fällen:

Merkmal Kommerzielle Nutzung Nicht-kommerzielle Nutzung
Wer Unternehmen, auch interne Nutzung akkreditierte Bildungseinrichtungen, gemeinnützige Organisationen, ohne Gewinnzweck
Geräte höchstens 100 in der gesamten Organisation höchstens 1.000 in der gesamten Organisation
Server höchstens ein produktiver Server beliebig viele
Branding Name, Logo und "Powered by ThingsBoard" sichtbar und unverändert ebenso
Lizenzschlüssel kostenloser Schlüssel vom Hersteller, nicht umgehen ebenso

Drei Definitionen aus dem Lizenztext bestimmen, ob eine Installation in diese Grenzen passt:

  • Commercial Purpose: jede Nutzung im Zusammenhang mit einer Tätigkeit, die auf kommerziellen Vorteil oder Vergütung ausgerichtet ist, ausdrücklich auch der Betrieb in einem gewinnorientierten Unternehmen. Ein internes Dashboard, mit dem drei Ingenieure reale Maschinen überwachen, ist laut Hersteller-FAQ produktive Nutzung.
  • Device: jede physische oder logische Datenquelle, direkt oder über ein Gateway angebunden. Ein Gateway zählt nur für Daten, die es selbst erzeugt. Die FAQ nennt als Beispiel eine Pumpe mit 13 Sensoren, SPS und Gateway, die als ein Gerät zählt, und ein Gateway, das 100 Räume anbindet, das als 100 Geräte zählt.
  • Organization: der Lizenznehmer zusammen mit allen Unternehmen, die ihn kontrollieren, von ihm kontrolliert werden oder unter gemeinsamer Kontrolle stehen. Konzerngesellschaften teilen sich also die 100 Geräte.

Die kommerzielle Freigabe gilt für eine Production Instance, laut FAQ eine voll funktionsfähige Installation, die einem Serverprozess entspricht. Ein Cluster für Hochverfügbarkeit fällt damit im kommerziellen Betrieb nicht unter die kostenlose Nutzung. Für Entwicklung, Test und Staging ist kein Schlüssel nötig. Ohne Schlüssel läuft die Software im Entwicklungsmodus mit sichtbarem Hinweis und höchstens 30 Tagen kumulierter Laufzeit; ein kostenloser Development-Key hebt diese Grenze auf. Ein Standby-System, das replizierte Daten empfängt, aber weder Nutzer bedient noch Befehle sendet, gilt bis zur Aktivierung nicht als Produktion (ThingsBoard, FAQ zur Ankündigung).

Lizenzschlüssel, Lizenzprüfung und Nutzungsdaten

Für Betreiber in Produktionsnetzen ist dieser Teil oft wichtiger als die Gerätegrenze. Jede produktive Installation von 4.4 braucht einen Schlüssel aus dem ThingsBoard License Portal.

Aspekt Online-Schlüssel (Standard) Offline-Schlüssel
Verfügbar für Free License, Community Grant, Abonnement Perpetual License mit vereinbartem Offline-Betrieb
Lizenzprüfung etwa stündlich beim Lizenzserver im Schlüssel kodiert, keine Prüfung beim Lizenzserver
Verbindungsausfall bis zu 48 Stunden toleriert, danach Sperre der Verwaltungsoberfläche nicht relevant
Nutzungsübersicht standardmäßig etwa alle 12 Stunden, abschaltbar wird nicht gesendet

Die Nutzungsübersicht enthält laut Hersteller aggregierte Zahlen: Anzahl von Mandanten, Geräten, Assets und Nutzern, genutzte Funktionen, Verarbeitungsvolumen des Vortags, Datenbankgröße und Version. Telemetrie, Nachrichteninhalte, Namen, Zugangsdaten, Konfiguration und Skripte sind nicht enthalten. ThingsBoard weist selbst darauf hin, dass die Daten nicht anonym sind, weil sie mit den Kennungen der Lizenzprüfung übertragen werden, und dass die IP-Adresse der Instanz erfasst wird. Die Übersicht lässt sich abschalten, die Lizenzprüfung nicht.

Für eine Installation in einem abgeschotteten OT-Netz bedeutet das: Die kostenlose Free License setzt eine ausgehende Verbindung zum Lizenzserver voraus. Fällt sie länger als 48 Stunden aus, sperrt die Verwaltungsoberfläche, während Geräte weiter Daten senden. Wer ohne Internetverbindung betreiben muss, braucht eine Perpetual License mit Offline-Freigabe oder bleibt vorerst bei 4.3. Für die Dokumentation nach DSGVO gehört die Verbindung zum Lizenzserver in das Verzeichnis der Verarbeitungstätigkeiten und in die Firewall-Freigaben.

Was mit der Community Edition passiert

Die Community Edition wird als eigenes Produkt nicht weiterentwickelt. Die bestehenden Versionen bleiben aber nutzbar:

  • Alle Versionen vor 4.4 bleiben dauerhaft unter Apache 2.0 (Community Grant Program, FAQ). Eine laufende CE braucht keinen Schlüssel und wird nicht abgeschaltet.
  • Die LTS-Linien werden weiter gepflegt. Laut Release-Richtlinie gilt Stand Oktober 2026:
Version Erstveröffentlichung Aktueller Patch Status Supportende
4.3.x 20.01.2026 4.3.1.6 (29.09.2026) Active LTS: Sicherheits- und kritische Fehlerkorrekturen 20.07.2027
4.2.x 15.08.2025 4.2.2.6 (29.09.2026) Maintenance LTS: nur kritische Sicherheitskorrekturen 15.02.2027
4.1.x 03.07.2025 4.1.0 End of Life 03.01.2026
4.0.x 15.04.2025 End of Life 15.10.2025

Nach dem 20. Juli 2027 gibt es für die Apache-2.0-Linie keine Sicherheitsupdates des Herstellers mehr. Ein eigener Fork von 4.3 ist rechtlich zulässig, verlagert aber die gesamte Pflege auf den Betreiber, einschließlich der Abhängigkeiten in Java- und Web-Oberfläche. Wie umfangreich diese Pflege ist, zeigt der nächste Abschnitt.

Wer Code beiträgt, unterschreibt ab sofort einmalig ein Contributor License Agreement, das ThingsBoard erlaubt, Beiträge unter künftigen Lizenzen zu verwenden.

Das Community Grant Program

Mit dem Community Grant Program können bestehende CE-Installationen auf 4.4 und alle späteren Versionen wechseln, ohne für ihre heutige Größe zu zahlen.

Regel Wert laut Programmseite
Berechtigt Organisationen mit einer CE-Installation, die vor dem 29.09.2026 produktiv lief
Voraussetzung für die Registrierung neuester 4.3-LTS-Patch, Registrierung aus der Plattform heraus
Registrierungsfrist bis 20.07.2027
Geräte Bestand vom 29.09.2026 plus 10 Prozent, aufgerundet auf volle 10; mindestens 10 und höchstens 1.000 zusätzlich; mindestens 100 insgesamt
Produktive Server Anzahl wie registriert, ohne Reserve; Hochverfügbarkeits-Cluster sind abgedeckt
Laufzeit unbefristet, keine Verlängerung nötig
Enthalten 4.4 und Folgeversionen, feingranulare Rechte, SSO und OAuth2, Secrets Storage, bereits umgesetztes Branding
Nicht enthalten Integrationen, Scheduler, Reporting, White-Labeling-Funktionen, Help Desk
Professional Pack 2.999 USD einmalig je Installation für die nicht enthaltenen Funktionen, Help Desk im ersten Jahr

Beispiel aus der Programmseite: Eine Installation mit 3.268 Geräten erhält 3.598 Geräte, eine mit 30 Geräten die Mindestgröße von 100. Mehrere getrennte Produktivumgebungen werden einzeln registriert und erhalten je eigene Kapazität. Die Kapazität wird einmal berechnet und wächst nicht mit. Ein Grant ist nicht auf eine andere Organisation übertragbar.

Die Registrierung erfolgt als Systemadministrator über die Versionskarte auf der Startseite der Plattform. Ein Prüfprogramm liest Strukturdaten der Installation und erzeugt einen verschlüsselten Bericht, Telemetrie und Gerätenamen gehören laut Hersteller nicht dazu. Die Registrierung aktualisiert und startet die Installation nicht neu; der Schlüssel wird erst beim Update auf 4.4 benötigt (Anleitung zur Registrierung). Für Installationen ohne Internetzugang gibt es ein Offline-Werkzeug.

Wer die Frist verpasst, kann laut Programmseite nur noch mit einer kommerziellen Lizenz auf 4.4 oder neuer wechseln, sofern die Installation die kostenlosen Grenzen überschreitet.

Sicherheitsupdates in 4.4, 4.3 und 4.2

Die Release Notes von ThingsBoard 4.4 führen 26 CVE-Kennungen als behoben. Die zugehörigen Änderungen betreffen überwiegend Abhängigkeiten: npm-Pakete der Web-Oberfläche und des JavaScript-Executors sowie Java-Bibliotheken wie Netty, Jackson, ZooKeeper und FreeMarker (PR 16200, Release 4.4).

Dieselben Korrekturen sind in den LTS-Patches enthalten, die am 29. September 2026 zeitgleich erschienen sind:

Release Lizenz Sicherheitskorrekturen aus dem September-Paket
4.4 BUSL 1.1 enthalten
4.3.1.6 Apache 2.0 enthalten
4.2.2.6 Apache 2.0 enthalten

Die Release Notes von 4.3.1.6 und 4.2.2.6 nennen nur einen Teil der Kennungen. Die Änderungen des dritten CVE-Pakets sind laut Git-Historie trotzdem in beiden Tags enthalten. Für die Sicherheit ist ein Wechsel auf 4.4 bis zum jeweiligen Supportende damit nicht erforderlich, ein Update auf den aktuellen LTS-Patch dagegen schon. Installationen auf 4.1 oder älter erhalten keine Korrekturen mehr. Laufende Hinweise zu Sicherheitslücken in betriebenen Komponenten liefert unser CVE-Monitoring.

Kommerzielle Lizenz und Preise

Die kommerzielle Lizenz entspricht laut Hersteller den bisherigen Preisen der Professional Edition. Stand Oktober 2026 nennt die Preisseite für selbst betriebene Installationen:

Plan Preis pro Monat Geräte Assets Produktive Instanzen Support White-Labeling
Free 0 USD 100 100 1 Community nein
Pilot 99 USD 100 100 1 Help Desk ja
Startup 299 USD 500 500 2 Priority Help Desk ja
Business 499 USD 1.000 1.000 3 Priority Help Desk ja

Zusätzliche Geräte kosten im Business-Plan 0,10 USD je Gerät und Monat. Die Perpetual License beginnt bei 4.999 USD einmalig; neue Versionen nach dem ersten Jahr setzen eine Update-Gebühr voraus. Die Abonnements sind monatlich kündbar. Hosting, Betrieb und Wartung sind in den Preisen für selbst betriebene Installationen nicht enthalten. Eine Kostenübersicht mit ThingsBoard Cloud und Private Cloud enthält der Artikel ThingsBoard Preise.

Entscheidungsoptionen für Betreiber

Ausgangslage Naheliegender Weg Zu beachten
CE in Produktion, Größe bleibt stabil auf 4.3.1.6 aktualisieren, Grant registrieren, Wechsel auf 4.4 vor Juli 2027 planen Integrationen, Scheduler, Reporting nur mit Professional Pack; Online-Lizenzprüfung
CE in Produktion, starkes Wachstum geplant Grant registrieren, Kosten für Wachstum über die Reserve hinaus anhand der Preisseite rechnen Kapazität wächst nicht mit, Reserve höchstens 1.000 Geräte
Neue Installation, kommerziell, bis 100 Geräte, ein Server 4.4 mit Free License Branding bleibt sichtbar, kein Cluster, Schlüssel und Internetverbindung
Neue Installation über 100 Geräte oder mit Hochverfügbarkeit kommerzielle Lizenz oder offener Stack Lizenzkosten gegen Eigenentwicklung und Betrieb abwägen
Kundenplattform mit eigenem Branding kommerzielle Lizenz ab Pilot White-Labeling ist in jeder Größe kostenpflichtig
Abgeschottetes Netz ohne Internetzugang 4.3 bis Juli 2027, danach Perpetual mit Offline-Freigabe oder Alternative Free License und Grant arbeiten mit Online-Prüfung
Bildungseinrichtung oder gemeinnützige Organisation nicht-kommerzielle Free License höchstens 1.000 Geräte, keine Gewinnerzielung
Stark angepasster CE-Quellcode Fork von 4.3 unter Apache 2.0 oder Anpassungen auf 4.4 übertragen Sicherheitspflege nach Juli 2027 liegt beim Betreiber

Die Reihenfolge der ersten Schritte ist in allen Fällen mit bestehender CE gleich: Bestand erfassen (Version, Geräte nach der Zählregel, produktive Server, Branding), auf den aktuellen 4.3-LTS-Patch aktualisieren und den Grant registrieren, solange die Frist läuft. Die Registrierung legt sich nicht auf 4.4 fest, sie sichert nur die Option. Eine Anleitung für Installation und Update auf eigener Infrastruktur enthält der Artikel ThingsBoard installieren.

Alternativen mit offener Lizenz

Wer eine Plattform ohne Lizenzschlüssel und ohne Geräteobergrenze braucht, setzt den Funktionsumfang aus Einzelkomponenten zusammen. Das ersetzt nicht alles, was ThingsBoard in einem System bündelt, insbesondere Geräteverwaltung, Mandanten und Kundendashboards.

Komponente Aufgabe Lizenz (Stand Oktober 2026)
ChirpStack LoRaWAN Network Server, Gateway- und Geräteverwaltung MIT
Node-RED Datenflüsse, Dekodierung, Regeln und Weiterleitung Apache 2.0
Grafana Dashboards und Alarmierung AGPL-3.0
Zeitreihendatenbank, z. B. PostgreSQL mit TimescaleDB oder InfluxDB Speicherung der Messwerte je nach Produkt prüfen

Grafana steht unter der AGPL-3.0, die bei Änderungen am Grafana-Code und deren Bereitstellung über ein Netzwerk Pflichten zur Offenlegung auslöst. Für die reine Nutzung und Konfiguration ist das in der Regel unproblematisch, für eine angepasste Kundenplattform gehört es in die Prüfung. Wie sich ThingsBoard und ChirpStack in einem Stack ergänzen oder abgrenzen, beschreiben ThingsBoard vs. ChirpStack und der Beitrag zum IoT-Stack mit ThingsBoard, Grafana und ChirpStack. Einen Überblick über weitere Plattformen gibt der Vergleich offener IoT-Plattformen.

Für Kundenportale mit eigener Geräteverwaltung und eigenem Branding kann auch eine eigene IoT-Plattform auf Basis offener Komponenten sinnvoll sein, wenn die Lizenzkosten für White-Labeling dauerhaft anfallen würden. Den Managed-Betrieb von ThingsBoard, ChirpStack und Grafana bietet auch unser IoT-Partner merkaio als ThingsBoard Managed Hosting an.

Zeitplan bis Juli 2027

Datum Ereignis
29.09.2026 ThingsBoard 4.4 unter BUSL 1.1, Stichtag für Geräte und Server im Grant, Start der Registrierung, LTS-Patches 4.3.1.6 und 4.2.2.6
15.02.2027 Ende der Sicherheitskorrekturen für 4.2
20.07.2027 Ende der Registrierung für den Community Grant, Ende der Pflege für 4.3 LTS
29.09.2030 ThingsBoard 4.4.0 wird Apache 2.0

Quellen: Community Grant Program, Release-Richtlinie, Lizenztext.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

  1. Bestandsaufnahme. Version, Geräte nach der Zählregel des Herstellers, produktive Serverprozesse, Branding-Anpassungen, Integrationen und Netzanbindung der Installation.
  2. Update auf den aktuellen LTS-Patch. Backup, Update auf 4.3.1.6 und Funktionsprüfung, damit Sicherheitskorrekturen eingespielt sind und die Grant-Registrierung möglich wird.
  3. Lizenzweg festlegen. Abgleich mit Free License, Community Grant, Professional Pack und kommerzieller Lizenz sowie mit einem offenen Stack. Lizenzen erwerben Sie direkt beim Hersteller.
  4. Wechsel auf 4.4 planen. Firewall-Freigabe zum Lizenzserver, Entscheidung zur Nutzungsübersicht, Test in einer Staging-Umgebung, Update mit Rückfallweg.
  5. Betrieb. Monitoring, Backups, Updates und Sicherheitspatches, Support, Beratung und Implementierung durch WZ-IT, siehe ThingsBoard Managed Hosting.

Für eine strukturierte Bewertung der gesamten IoT-Architektur, von Geräten über Protokolle bis zur Plattformwahl, gibt es den IoT-Architektur-Check zum Festpreis von 1.490 € netto.

Weiterführende Guides

Lizenzweg für Ihre ThingsBoard-Installation klären Wir erfassen den Bestand, aktualisieren auf den aktuellen LTS-Patch und planen Grant-Registrierung, Wechsel auf 4.4 oder einen offenen Stack. Termin vereinbaren

Quellen

Anfrage

ThingsBoard-Lizenzweg nach dem Wechsel auf BUSL festlegen

Wir prüfen Geräteanzahl, Server, Branding und Netzanbindung Ihrer Installation, ordnen sie den neuen Lizenzwegen zu und planen Update, Grant-Registrierung oder Alternative.

Welche Entscheidung steht an?

Wie sollen wir antworten?

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Nein, nicht im Sinne der Open Source Definition. ThingsBoard 4.4 steht unter der Business Source License 1.1 und ist damit Source-Available: Der Quellcode bleibt auf GitHub öffentlich, die produktive Nutzung ist aber nur innerhalb der Additional Use Grant kostenlos. Alle Versionen vor 4.4 bleiben dauerhaft unter Apache 2.0. Jede BUSL-Version wird vier Jahre nach ihrer Veröffentlichung Apache 2.0, ThingsBoard 4.4.0 also am 29. September 2030.

Produktive Nutzung ist kostenlos bei kommerzieller Nutzung mit höchstens 100 Geräten in der gesamten Organisation auf höchstens einem Server sowie bei nicht-kommerzieller Nutzung durch Bildungseinrichtungen und gemeinnützige Organisationen mit höchstens 1.000 Geräten auf beliebig vielen Servern. In beiden Fällen braucht es einen kostenlosen Lizenzschlüssel von ThingsBoard, und Name, Logo sowie der Hinweis 'Powered by ThingsBoard' müssen sichtbar bleiben. Entwicklung und Test sind ohne Schlüssel möglich.

Nein. Versionen vor 4.4 bleiben unter Apache 2.0 und brauchen keinen Lizenzschlüssel. Eine laufende CE 4.3 oder 4.2 arbeitet unverändert weiter. Kosten entstehen erst, wenn Sie auf 4.4 oder neuer wechseln und dabei die kostenlosen Grenzen überschreiten, ohne vorher einen Community Grant registriert zu haben.

ThingsBoard CE 4.3 ist Active LTS und erhält Sicherheits- und kritische Fehlerkorrekturen bis zum 20. Juli 2027. Version 4.2 ist Maintenance LTS mit kritischen Sicherheitskorrekturen bis zum 15. Februar 2027. Danach endet die Pflege durch den Hersteller für die Apache-2.0-Linie.

Der Community Grant hält bestehende CE-Installationen beim Wechsel auf 4.4 kostenlos. Berechtigt sind Installationen, die vor dem 29. September 2026 produktiv liefen. Gewährt werden die Geräte vom 29. September 2026 plus 10 Prozent Reserve (aufgerundet auf volle 10, mindestens 10 und höchstens 1.000 zusätzliche Geräte, mindestens 100 insgesamt) sowie die damalige Zahl produktiver Server. Die Registrierung setzt den neuesten 4.3-LTS-Patch voraus und ist bis zum 20. Juli 2027 möglich. Der Grant läuft danach nicht ab.

Nein. Die CVE-Korrekturen aus ThingsBoard 4.4 sind auch in den LTS-Patches 4.3.1.6 und 4.2.2.6 enthalten, die am selben Tag (29. September 2026) erschienen sind. Für die Sicherheit reicht bis zum jeweiligen Supportende der aktuelle LTS-Patch.

Mit einem normalen Online-Schlüssel ja. Die Instanz prüft die Lizenz etwa stündlich beim Lizenzserver und toleriert Unterbrechungen bis zu 48 Stunden. Danach sperrt die Verwaltungsoberfläche bis zur nächsten erfolgreichen Prüfung; angebundene Geräte senden weiter, Daten werden nicht gelöscht. Einen Offline-Schlüssel gibt es nur für eine Perpetual License, deren Bestellung einen Offline-Betrieb vorsieht.

Nein. Neben der Lizenzprüfung sendet eine Online-Instanz standardmäßig etwa alle 12 Stunden eine Nutzungsübersicht mit aggregierten Zahlen wie Anzahl von Mandanten, Geräten und Nutzern, genutzten Funktionen, Datenbankgröße und Version. Telemetrie, Nachrichteninhalte, Namen, Zugangsdaten und Skripte sind laut Hersteller nicht enthalten. Die Übersicht ist nicht anonym und lässt sich per Konfigurationsschalter abschalten; die Lizenzprüfung läuft weiter.

Für ThingsBoard Cloud ändert sich nichts, der Wechsel betrifft die selbst betriebene Plattform. Die BUSL gilt nur für das Plattform-Repository. Produkte in eigenen Repositories behalten ihre eigenen Lizenzen; Stand Oktober 2026 führen ThingsBoard Edge, IoT Gateway und TBMQ auf GitHub Apache 2.0.

Gezählt wird jede überwachte oder gesteuerte Einheit, nicht jeder Sensor oder Datenpunkt. Eine Pumpe mit mehreren Sensoren, SPS und Gateway ist ein Gerät. Ein Gateway, das Daten aus 100 Räumen weiterleitet, zählt als 100 Geräte, ein Raum je Gerät. Die Grenzen gelten für die gesamte Organisation einschließlich verbundener Unternehmen; mehrere Instanzen vervielfachen die Free License nicht.

Laut Hersteller fällt nichts aus. Bestehende Geräte, Daten und Dienste arbeiten weiter, nur neue Geräteverbindungen werden abgewiesen, bis die Kapazität erhöht wird. Das gilt für Free License, Community Grant und kommerzielle Lizenz gleichermaßen.

Ja. Beratung, Integration, Konfiguration und Betrieb schränkt die Lizenz nicht ein. Ist der Kunde Lizenznehmer, nutzt er einen eigenen Schlüssel und eigene Grenzen. Betreibt der Dienstleister eine Instanz für mehrere Kunden unter eigenem Schlüssel, zählen deren Geräte zu den Grenzen des Dienstleisters, und das ThingsBoard-Branding muss sichtbar bleiben.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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