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PostgreSQL 14 Supportende am 12. November 2026: Upgrade auf 18 oder 19

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
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#PostgreSQL #Datenbank #Upgrade #pgupgrade #EndOfLife #OpenSource

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

PostgreSQL 14 Supportende am 12. November 2026: Upgrade auf 18 oder 19

PostgreSQL 14 im Einsatz? WZ-IT plant und führt Major-Upgrades von PostgreSQL durch und betreibt die Datenbank anschließend mit Monitoring, Backups und Restore-Tests, siehe PostgreSQL bei WZ-IT und Managed Operations. Termin vereinbaren

Am 12. November 2026 erscheint das letzte Minor-Release für PostgreSQL 14. Danach gibt es für diese Major-Version keine Fehler- und Sicherheitskorrekturen mehr. Die PostgreSQL Global Development Group hat das in der Ankündigung vom 13. August 2026 noch einmal ausdrücklich formuliert: Wer PostgreSQL 14 produktiv betreibt, sollte ein Upgrade auf eine unterstützte Version planen (Release-Ankündigung).

Gleichzeitig steht PostgreSQL 19 kurz vor der Veröffentlichung, angekündigt für Oktober 2026. Damit stellt sich die Frage nach der Zielversion neu: das seit einem Jahr verfügbare PostgreSQL 18 oder direkt die neue Version 19. Dieser Beitrag zeigt die offiziellen Supportzeiträume, ordnet die Zielversionen ein, vergleicht die drei Upgrade-Wege und listet die Inkompatibilitäten, die beim Sprung von 14 auf 18 relevant sind. Alle Versionsangaben haben den Stand Oktober 2026.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was das Supportende von PostgreSQL 14 bedeutet
  2. Supportzeiträume aller PostgreSQL-Versionen
  3. Zielversion: PostgreSQL 17, 18 oder 19
  4. PostgreSQL 19 vor dem Release
  5. Drei Upgrade-Wege im Vergleich
  6. In-Place-Upgrade von 14 auf 18
  7. Upgrade über logische Replikation
  8. Inkompatibilitäten zwischen Version 14 und 18
  9. Checkliste vor dem Upgrade
  10. Unser Vorgehen bei WZ-IT
  11. Weiterführende Guides

Was das Supportende von PostgreSQL 14 bedeutet

PostgreSQL unterstützt jede Major-Version fünf Jahre lang ab der Erstveröffentlichung. Danach folgt ein letztes Minor-Release, anschließend gilt die Version als End-of-Life (Versioning Policy). PostgreSQL 14 erschien am 30. September 2021, das letzte Release ist für den 12. November 2026 angesetzt, zeitgleich mit dem regulären Minor-Release-Termin im Release-Kalender.

Punkt Stand Oktober 2026
Aktuelles Minor-Release 14.24 vom 13. August 2026
Letztes Release 12. November 2026
Danach keine Fehler- und Sicherheitskorrekturen mehr
Betrieb nach dem Stichtag technisch möglich, ohne Updates

Der Betrieb bricht am Stichtag nicht ab. Das Risiko liegt in den Lücken, die danach bekannt werden. Wie viel in einem Quartal zusammenkommt, zeigt das Release vom 13. August 2026: Es behob 28 Sicherheitslücken und mehr als 110 Fehler. Darunter war CVE-2026-16239, eine Type Confusion im Lebenszyklus von Cursorn, über die ein angemeldeter Datenbanknutzer Code als Betriebssystemnutzer des Datenbankservers ausführen kann (CVSS 8.8). Sie betraf alle Versionen von 14 bis 18 und ist in 14.24 behoben. Für eine vergleichbare Lücke nach dem 12. November 2026 gäbe es für PostgreSQL 14 keinen Patch mehr.

Für Unternehmen im Geltungsbereich von NIS2 oder mit ISO-27001-Zertifizierung kommt hinzu, dass nicht mehr gepflegte Software in Audits regelmäßig als Befund auftaucht. Wie sich Versionsstände und Schwachstellen systematisch verfolgen lassen, beschreibt der Beitrag zum CVE-Monitoring für Self-Hosted-Software.

Distributionspakete. Ubuntu 22.04 LTS liefert im Paket postgresql die Version 14 aus (packages.ubuntu.com). Ob und wie lange ein Distributor nach dem Ende des Upstream-Supports Korrekturen zurückportiert, regelt dessen eigener Lebenszyklus, nicht die PostgreSQL-Community. Neuere Major-Versionen für Debian und Ubuntu stellt das Community-Repository apt.postgresql.org bereit.

Supportzeiträume aller PostgreSQL-Versionen

Version Aktuelles Minor-Release Erstveröffentlichung Letztes Release
18 18.6 25. September 2025 14. November 2030
17 17.11 26. September 2024 8. November 2029
16 16.15 14. September 2023 9. November 2028
15 15.19 13. Oktober 2022 11. November 2027
14 14.24 30. September 2021 12. November 2026
13 13.23 24. September 2020 13. November 2025 (nicht mehr unterstützt)

Quelle: PostgreSQL Versioning Policy, Stand Oktober 2026. Minor-Releases erscheinen mindestens einmal pro Quartal; die nächsten Termine sind laut Release-Kalender der 12. November 2026, der 11. Februar 2027, der 13. Mai 2027 und der 12. August 2027. Die Community empfiehlt, immer das aktuelle Minor-Release der eingesetzten Major-Version zu betreiben.

Wer von 14 auf 15 oder 16 aktualisiert, steht in ein bis zwei Jahren erneut vor einem Major-Upgrade. PostgreSQL 15 endet im November 2027, 16 im November 2028. Das spricht dafür, beim Wechsel mindestens auf 17 zu gehen.

Zielversion: PostgreSQL 17, 18 oder 19

Kriterium PostgreSQL 17 PostgreSQL 18 PostgreSQL 19
Status Oktober 2026 stabil, 17.11 stabil, 18.6 Beta 4, Release für Oktober 2026 angekündigt
Support bis 8. November 2029 14. November 2030 nach Richtlinie fünf Jahre ab Release
Reife zwei Jahre im Feld ein Jahr im Feld, sechs Minor-Releases neu, erste Minor-Releases ausstehend
Erweiterungen breit verfügbar breit verfügbar, im Einzelfall prüfen Pakete der Erweiterungen folgen zeitversetzt
pg_upgrade behält Planer-Statistiken nein ja ja
Passt für Anwendungen, die 18 noch nicht freigeben die meisten produktiven Upgrades Neuprojekte, Upgrades mit Testzeit nach GA

PostgreSQL 18 ist für die meisten Systeme, die jetzt von 14 wechseln müssen, das naheliegende Ziel. Die Version läuft seit September 2025, hat sechs Minor-Releases hinter sich und wird bis November 2030 unterstützt. Für den Upgrade-Vorgang selbst bringt sie zwei konkrete Vorteile (Release-Ankündigung PostgreSQL 18): pg_upgrade übernimmt die meisten Planer-Statistiken, wodurch das System nach der Umstellung schneller die gewohnte Abfrageleistung erreicht, und der neue Modus --swap verschiebt die Datenverzeichnisse, statt Dateien zu kopieren oder zu verlinken. Daneben kamen ein neues asynchrones I/O-Subsystem, Skip Scan auf mehrspaltigen B-Tree-Indizes, uuidv7() und OAuth-Authentifizierung hinzu.

PostgreSQL 17 kommt infrage, wenn ein Anwendungshersteller oder eine Erweiterung PostgreSQL 18 noch nicht freigegeben hat. Mit Support bis November 2029 bleibt ausreichend Abstand zum nächsten Pflicht-Upgrade.

PostgreSQL 19 ist für den Oktober 2026 angekündigt. Für ein Upgrade, das bis zum 12. November 2026 abgeschlossen sein soll, ist das ein knappes Fenster: Zwischen Release und Stichtag blieben wenige Wochen für Tests, und Erweiterungen wie PostGIS oder TimescaleDB brauchen erfahrungsgemäß eine Weile, bis passende Pakete vorliegen. Wer 14 bis zum Stichtag ablösen muss, wechselt deshalb auf 18 und plant 19 als späteres, reguläres Upgrade ein.

PostgreSQL 19 vor dem Release

Die Release Notes zu PostgreSQL 19 führen Stand Ende September 2026 noch kein Veröffentlichungsdatum. Laut Ankündigung von Beta 4 ist ein Release Candidate für Anfang Oktober geplant, die allgemeine Verfügbarkeit für Oktober 2026 (Beta 4).

Neuerung in PostgreSQL 19 Wirkung
REPACK, auch mit CONCURRENTLY vereint VACUUM FULL und CLUSTER; mit CONCURRENTLY Reorganisation einer Tabelle ohne lange Sperre
Parallel Autovacuum Autovacuum kann Indizes einer Tabelle mit parallelen Workern bearbeiten (autovacuum_max_parallel_workers)
Priorisierung von Autovacuum Tabellen werden nach einer gewichteten Bewertung abgearbeitet, steuerbar über autovacuum_*_score_weight
Automatische Skalierung der I/O-Worker io_min_workers, io_max_workers für io_method = worker
Fremdschlüssel schnellere Prüfung von Fremdschlüssel-Constraints
Sequenzen in logischer Replikation ALL SEQUENCES in Publikationen, ALTER SUBSCRIPTION ... REFRESH SEQUENCES
WAIT FOR LSN Standby wartet, bis eine bestimmte WAL-Position angekommen ist, für Read-your-writes-Muster
TLS SNI mehrere Hostnamen mit eigenen Zertifikaten über pg_hosts.conf
Neue Statistik-Views pg_stat_lock, pg_stat_recovery

Quelle: Release Notes PostgreSQL 19, Stand Beta 4.

Zurückgenommen mit Beta 4. Einige Funktionen, die in früheren Betas enthalten waren und in vielen Vorschauen genannt werden, sind nicht mehr Teil von PostgreSQL 19: SQL/PGQ für Property-Graph-Abfragen, das Ein- und Ausschalten von Data Checksums im laufenden Betrieb, temporale Updates und Deletes mit FOR PORTION OF, ALTER TABLE ... MERGE PARTITIONS und SPLIT PARTITIONS sowie die Funktionen pg_get_role_ddl(), pg_get_tablespace_ddl() und pg_get_database_ddl(). Begründet wird das mit Zuverlässigkeit und dem Ziel, den Release-Termin zu halten.

Inkompatibilitäten in 19. Die Release Notes nennen unter anderem: RADIUS-Authentifizierung entfällt, standard_conforming_strings lässt sich nicht mehr ausschalten, JIT ist standardmäßig deaktiviert, max_locks_per_transaction steigt von 64 auf 128, und die Kodierung MULE_INTERNAL wird nicht mehr unterstützt. Auch diese Punkte sind Stand Beta 4 und können sich bis zum Release noch ändern.

Drei Upgrade-Wege im Vergleich

Ein Major-Upgrade ändert das interne Speicherformat. Ein einfacher Paketwechsel wie bei Minor-Updates reicht nicht. Die PostgreSQL-Dokumentation beschreibt drei Wege (Upgrading a PostgreSQL Cluster):

Weg Ausfallzeit Voraussetzungen Rückweg Passt für
pg_dump / pg_restore wächst mit der Datenmenge Speicherplatz für Dump und neuen Cluster alter Cluster bleibt unverändert kleine Datenbanken, gleichzeitiger Wechsel von Server oder Betriebssystem
pg_upgrade Minuten im Link- oder Swap-Modus beide Versionen auf demselben Host, passende Erweiterungen Copy- und Clone-Modus: alter Cluster bleibt nutzbar; Link und Swap: nur über Backup die meisten Einzelinstanzen
Logische Replikation Sekunden für die Umschaltung Primärschlüssel oder Replica Identity, wal_level = logical auf der Quelle alter Server läuft bis zur Umschaltung weiter große Datenbanken mit engem Wartungsfenster, Wechsel auf neue Hardware

Für den Dump empfiehlt die Dokumentation, pg_dump und pg_dumpall der neueren Version zu verwenden. Unabhängig vom Weg gilt: ein aktuelles, getestetes Backup vor dem Upgrade, und der Abschnitt "Migration" in den Release Notes jeder übersprungenen Version.

In-Place-Upgrade von 14 auf 18

pg_upgrade unterstützt Upgrades ab Version 9.2 direkt auf die aktuelle Major-Version (pg_upgrade). Ein Zwischenschritt über 15, 16 oder 17 ist nicht nötig. Der Ablauf in Kurzform:

  1. Pakete für PostgreSQL 18 parallel zu 14 installieren, inklusive aller Erweiterungen in Versionen für 18.
  2. Neuen Cluster mit initdb anlegen, mit denselben Einstellungen für Kodierung, Locale und Data Checksums.
  3. pg_upgrade --check ausführen. Die Prüfung läuft auch, während der alte Server noch in Betrieb ist.
  4. Alten Server stoppen, pg_upgrade mit dem gewählten Transfermodus ausführen.
  5. Konfiguration (postgresql.conf, pg_hba.conf) übertragen und prüfen, neuen Server starten.
  6. Fehlende Statistiken erzeugen: vacuumdb --all --analyze-in-stages --missing-stats-only, danach vacuumdb --all --analyze-only.

Transfermodi. Der Standard --copy kopiert alle Datendateien. --clone und --copy-file-range nutzen effizientere Kopierverfahren des Dateisystems. --link arbeitet mit Hardlinks und ist deutlich schneller, der alte Cluster ist aber nicht mehr nutzbar, sobald der neue gestartet wurde. Der in 18 neue Modus --swap verschiebt die Datenverzeichnisse; ab Beginn des Dateitransfers wird der alte Cluster verändert und darf nicht mehr gestartet werden. Bei Link und Swap ist ein Rückweg nur über ein Backup möglich.

Data Checksums. Ab PostgreSQL 18 aktiviert initdb Prüfsummen auf Datenseiten standardmäßig. pg_upgrade verlangt, dass alter und neuer Cluster dieselbe Einstellung haben (Release Notes 18, Migration). Viele PostgreSQL-14-Cluster laufen ohne Prüfsummen. Zwei Lösungen: Den neuen Cluster mit initdb --no-data-checksums anlegen, oder die Prüfsummen vorher im gestoppten alten Cluster mit pg_checksums aktivieren. pg_checksums setzt einen sauber gestoppten Server voraus und schreibt die betroffenen Blöcke neu; bei großen Datenbanken kann das laut Dokumentation lange dauern.

Streaming-Replikation. Physische Standbys lassen sich nicht über Major-Versionen hinweg betreiben. Nach dem Upgrade des Primärservers werden Standbys entweder neu aufgebaut oder, wenn pg_upgrade im Link-Modus lief, nach dem in der pg_upgrade-Dokumentation beschriebenen rsync-Verfahren aktualisiert. Hochverfügbarkeits-Setups mit Patroni oder repmgr brauchen dafür einen eigenen, vorab getesteten Ablauf.

Statistiken. pg_upgrade in Version 18 übernimmt die meisten Planer-Statistiken. Nicht übertragen werden mit CREATE STATISTICS angelegte erweiterte Statistiken, Statistiken von Erweiterungen und die kumulativen Statistiken (pg_stat_*). Ohne die Nacharbeit mit vacuumdb können einzelne Abfragen nach dem Upgrade schlechtere Pläne bekommen.

Upgrade über logische Replikation

Die logische Replikation funktioniert zwischen unterschiedlichen Major-Versionen. Damit lässt sich ein neuer Server mit PostgreSQL 18 als Abonnent eines PostgreSQL-14-Servers aufbauen, im laufenden Betrieb synchronisieren und zu einem festgelegten Zeitpunkt umschalten. Die Unterbrechung beschränkt sich laut Dokumentation auf wenige Sekunden (Upgrading via Replication).

Die Einschränkungen der logischen Replikation gelten auch für diesen Weg (Restrictions):

Was Wird repliziert Konsequenz für das Upgrade
Tabellendaten (INSERT, UPDATE, DELETE, TRUNCATE) ja Kerninhalt der Migration
Schema und DDL nein Schema vorab mit pg_dump --schema-only übertragen, Schemaänderungen während der Migration einfrieren
Sequenzwerte nein vor der Umschaltung auf dem Ziel auf den aktuellen Stand setzen
Large Objects nein separat übertragen oder vorher in normale Tabellen überführen
Views, Materialized Views, Foreign Tables nein Teil des Schemas; Materialized Views nach der Umschaltung aktualisieren
Tabellen ohne Primärschlüssel nur mit REPLICA IDENTITY UPDATE und DELETE brauchen eine Replica Identity

Die Replikation von Sequenzen, die PostgreSQL 19 mitbringt, hilft bei einem Upgrade von 14 nicht, weil die Quelle die Funktion nicht kennt. Die Umschaltung selbst umfasst: Schreibzugriffe auf der Quelle anhalten, Replikationsrückstand abwarten, Sequenzen setzen, Anwendung auf den neuen Server umstellen. Ein Rückweg bleibt möglich, solange auf dem alten Server keine Daten verloren gehen; für einen Rückweg nach Schreibzugriffen auf dem neuen Server braucht es eine Replikation in Gegenrichtung.

Dieser Weg eignet sich auch, wenn mit dem Upgrade gleichzeitig der Server oder der Standort wechselt, etwa von einem Managed-Datenbankdienst eines Hyperscalers auf eigene Infrastruktur. Wie das mit Dump und Restore abläuft, zeigen die Guides zur Migration von AWS RDS und Azure Database for PostgreSQL.

Inkompatibilitäten zwischen Version 14 und 18

Beim Sprung von 14 auf 18 gelten die Migrationshinweise der Versionen 15, 16, 17 und 18 gemeinsam. Eine Auswahl der Punkte, die in der Praxis häufig auffallen:

Version Änderung Was zu prüfen ist
15 PUBLIC hat kein CREATE-Recht mehr auf dem Schema public in neuen Datenbanken Upgrades behalten die alten Rechte; neu angelegte Datenbanken verhalten sich anders, Deployment-Skripte prüfen
15 Exklusiver Backup-Modus entfernt, pg_start_backup() / pg_stop_backup() heißen pg_backup_start() / pg_backup_stop() eigene Backup-Skripte und ältere Backup-Werkzeuge
15 stats_temp_directory entfernt Konfigurationsdateien
18 Data Checksums standardmäßig aktiv Einstellung für pg_upgrade angleichen
18 MD5-Passwörter abgekündigt, Warnung bei CREATE ROLE und ALTER ROLE Umstellung auf SCRAM-SHA-256 planen
18 VACUUM und ANALYZE verarbeiten Kindtabellen bei Vererbung standardmäßig Wartungsjobs auf Laufzeit prüfen, bei Bedarf ONLY
18 COPY FROM behandelt \. in CSV nicht mehr als Dateiende Importprozesse
18 AFTER-Trigger laufen mit der Rolle, die beim Auslösen aktiv war Trigger mit Rollenwechsel innerhalb der Transaktion
18 Volltextsuche nutzt den Standard-Collation-Provider des Clusters bei ICU- oder builtin-Provider Volltext- und pg_trgm-Indizes neu aufbauen

Quellen: Migrationsabschnitte der Release Notes 15 und Release Notes 18. Die Tabelle ersetzt nicht das Lesen der Release Notes 16 und 17, die weitere Änderungen an Funktionen, Systemkatalogen und Konfigurationsparametern enthalten.

Die MD5-Abkündigung verdient besondere Aufmerksamkeit. PostgreSQL 19 gibt nach einer erfolgreichen MD5-Anmeldung bereits eine Warnung aus, die Entfernung ist für eine künftige Version angekündigt. Wer ohnehin ein Upgrade durchführt, stellt Passwörter am besten im selben Zug auf SCRAM-SHA-256 um.

Checkliste vor dem Upgrade

Bereich Prüfpunkt
Inventar alle Instanzen mit Version, Datenmenge, Betriebssystem, Replikation
Erweiterungen Liste aus pg_extension; für jede Erweiterung eine Version für die Zielversion
Anwendungen Freigabe des Herstellers für die Zielversion, Treiberversionen (JDBC, psycopg, Npgsql)
Authentifizierung MD5-Passwörter, pg_hba.conf, LDAP oder RADIUS (RADIUS entfällt in 19)
Backup aktuelles Backup mit erfolgreichem Restore-Test; Backup-Werkzeug unterstützt die Zielversion
Testlauf Upgrade an einer Kopie der Produktivdaten, Laufzeit messen, Anwendungstests
Data Checksums Einstellung des alten Clusters ermitteln (SHOW data_checksums;)
Hochverfügbarkeit Ablauf für Standbys und Cluster-Manager festlegen
Monitoring Dashboards und Alarme auf neue Views und umbenannte Spalten prüfen
Rückfallplan Kriterium für Abbruch, Weg zurück je nach Upgrade-Methode
Nacharbeit Statistiken, Reindex wo nötig, Minor-Updates in den Wartungsplan

Ein Testlauf an einer Kopie ist der wichtigste Punkt. Er zeigt die tatsächliche Laufzeit, fehlende Erweiterungspakete und Fehler aus pg_upgrade --check, bevor das produktive Wartungsfenster beginnt.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

  1. Bestandsaufnahme. Alle PostgreSQL-Instanzen mit Version, Erweiterungen, Replikation, Backup-Verfahren und abhängigen Anwendungen.
  2. Zielversion und Weg. Festlegung von Zielversion (in der Regel 18, bei fehlender Freigabe 17) und Upgrade-Methode nach Datenmenge, zulässiger Ausfallzeit und Infrastruktur.
  3. Testlauf. Upgrade an einer Kopie der Produktivdaten, Messung der Laufzeit, Abstimmung der Tests mit den Anwendungsverantwortlichen.
  4. Durchführung. Upgrade im vereinbarten Wartungsfenster mit dokumentiertem Rückfallplan, anschließend Statistiken, Prüfung der Anwendungen und Monitoring.
  5. Betrieb. Auf Wunsch übernimmt WZ-IT den laufenden Betrieb von PostgreSQL mit Monitoring, Backups, Restore-Tests und regelmäßigen Minor-Updates, eingebettet in Managed Operations und das CVE-Monitoring.

Die Upgrades führen wir auf Ihrer eigenen Infrastruktur, on-premise oder auf Servern in deutschen Rechenzentren durch. Wenn mit dem Upgrade auch ein Umzug aus einem Hyperscaler ansteht, verbinden wir beides mit einem Vorgehen aus dem Bereich Migration.

Weiterführende Guides

PostgreSQL 14 vor dem 12. November ablösen Wir prüfen Ihre Instanzen, testen das Upgrade an einer Kopie und führen die Umstellung auf PostgreSQL 18 im abgestimmten Wartungsfenster durch. Termin vereinbaren

Quellen

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PostgreSQL-Upgrade planen und durchführen

Wir prüfen Ihre PostgreSQL-14-Installation, wählen Zielversion und Upgrade-Weg, testen das Upgrade an einer Kopie und führen die Umstellung im abgestimmten Wartungsfenster durch.

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Die PostgreSQL Global Development Group veröffentlicht am 12. November 2026 das letzte Minor-Release für PostgreSQL 14. Danach erhält die Version keine Fehler- und Sicherheitskorrekturen mehr. Das Datum steht in der offiziellen Versionstabelle unter postgresql.org/support/versioning.

Ja. Die Software stellt den Betrieb nicht ein, es gibt keine Lizenzprüfung und keine Abschaltung. Es erscheinen aber keine Updates mehr. Sicherheitslücken, die nach diesem Datum bekannt werden, bleiben in PostgreSQL 14 offen. Allein im Minor-Release vom 13. August 2026 wurden 28 Sicherheitslücken behoben.

Stand Oktober 2026 ist PostgreSQL 18 für die meisten produktiven Systeme das naheliegende Ziel: Die Version ist seit September 2025 verfügbar, liegt bei Minor-Release 18.6 und wird bis 14. November 2030 unterstützt. PostgreSQL 19 ist für Oktober 2026 angekündigt; für produktive Systeme ist es sinnvoll, die ersten Minor-Releases abzuwarten. PostgreSQL 17 passt, wenn Anwendung oder Erweiterungen 18 noch nicht unterstützen.

Ja. pg_upgrade unterstützt Upgrades von Version 9.2 und neuer direkt auf die aktuelle Major-Version, Zwischenschritte über 15, 16 und 17 sind nicht nötig. Zu prüfen sind aber die Inkompatibilitäten aller übersprungenen Versionen, die jeweils im Abschnitt Migration der Release Notes stehen.

Nein. Minor-Updates innerhalb einer Major-Version wie 14.23 auf 14.24 erfordern weder Dump noch pg_upgrade: Server stoppen, neue Pakete installieren, Server starten. Ein Major-Upgrade von 14 auf 18 ändert das interne Speicherformat und erfordert pg_upgrade, Dump und Restore oder logische Replikation.

Ab PostgreSQL 18 aktiviert initdb die Prüfsummen auf Datenseiten standardmäßig. pg_upgrade verlangt identische Einstellungen in altem und neuem Cluster. Ein PostgreSQL-14-Cluster ohne Prüfsummen braucht deshalb einen neuen Cluster, der mit initdb --no-data-checksums angelegt wird, oder die Prüfsummen werden vorher im gestoppten alten Cluster mit pg_checksums aktiviert.

Das hängt vom Weg ab. Dump und Restore skaliert mit der Datenmenge. pg_upgrade im Link- oder Swap-Modus kopiert keine Datendateien und ist meist in Minuten erledigt. Bei logischer Replikation beschränkt sich die Unterbrechung laut PostgreSQL-Dokumentation auf wenige Sekunden für die Umschaltung, der Aufbau der Replikation läuft vorher im Betrieb.

Nein. Mit Beta 4 am 24. September 2026 wurden SQL/PGQ (Property-Graph-Abfragen), das Ein- und Ausschalten von Data Checksums im laufenden Betrieb, FOR PORTION OF, MERGE und SPLIT PARTITIONS sowie die Funktionen pg_get_role_ddl, pg_get_tablespace_ddl und pg_get_database_ddl wieder aus PostgreSQL 19 entfernt. Ältere Feature-Übersichten aus den frühen Betaphasen nennen diese Funktionen noch.

Bei einem Quellsystem mit PostgreSQL 14 nicht. Die logische Replikation bis einschließlich PostgreSQL 18 überträgt keine Sequenzwerte, kein Schema und keine Large Objects. Sequenzen müssen vor der Umschaltung auf dem Zielsystem nachgezogen werden. PostgreSQL 19 kann Sequenzen über ALL SEQUENCES replizieren, das setzt aber 19 auf beiden Seiten voraus.

Weniger als früher, aber ja. Seit PostgreSQL 18 überträgt pg_upgrade die meisten Planer-Statistiken. Nicht übertragen werden unter anderem mit CREATE STATISTICS angelegte erweiterte Statistiken. Die Dokumentation empfiehlt vacuumdb --all --analyze-in-stages --missing-stats-only und anschließend vacuumdb --all --analyze-only.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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