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Plausible, Umami oder Matomo: Web-Analytics selbst hosten im Vergleich 2026

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
#WebAnalytics #Plausible #Umami #Matomo #DSGVO

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Plausible, Umami oder Matomo: Web-Analytics selbst hosten im Vergleich 2026

Reichweitenmessung ohne Google und ohne Daten außerhalb der EU? WZ-IT richtet datenschutzfreundliche Analytics auf eigener Infrastruktur ein und übernimmt Managed Hosting und laufenden Betrieb. Vorhaben gemeinsam einordnen

Bei Web-Analytics zum Selbsthosten fallen fast immer dieselben drei Namen. Die Vergleiche dazu enden meist bei der Oberfläche und beim Ressourcenbedarf. Beides ist nachrangig gegenüber einer Frage, die seltener gestellt wird: Welche Funktionen bekommt man im Selbstbetrieb überhaupt?

Bei zwei der drei Werkzeuge ist die Antwort "nicht alle", und das ist dokumentiert. Wer das erst nach der Einrichtung merkt, hat die Entscheidung auf falscher Grundlage getroffen.

Dieser Beitrag ordnet die drei anhand von Lizenz, Funktionsumfang im Eigenbetrieb und Betriebsaufwand ein. Alle Angaben aus den Repositories und Anbieterseiten, Stand 24. August 2026.

Inhaltsverzeichnis

Die drei im Überblick

Angaben aus den öffentlichen Repositories, Stand 24. August 2026.

Werkzeug GitHub-Sterne Lizenz Unterbau Gehostetes Angebot
Umami 38.338 MIT PostgreSQL oder MySQL ja
Plausible 28.730 AGPL-3.0 PostgreSQL und ClickHouse ja
Matomo 21.800 GPL-3.0 PHP und MySQL ja

Alle drei Repositories wurden in den Tagen vor dem 24. August 2026 aktualisiert. Keines der Projekte ist stehengeblieben.

Die entscheidende Frage: was enthält der Selbstbetrieb

Hier trennen sich die drei deutlich, und das steht nicht in Funktionslisten, sondern in den Angaben der Anbieter zum Unterschied zwischen Selbstbetrieb und Cloud.

Plausible Community Edition steht unter AGPLv3 und enthält den Kern samt Tracker. Nach Angaben des Anbieters bleiben mehrere Funktionen dem gehosteten Angebot vorbehalten, darunter Funnels, User Journeys, E-Commerce-Umsatzziele, SSO, die Sites-API und die weitergehende Bot-Erkennung. Die Begründung ist offen genannt: Die Abonnements finanzieren die Entwicklung.

Der Punkt zur Bot-Erkennung ist der praktisch folgenreichste. Wer selbst hostet, bekommt mehr Rauschen von Scrapern und Rechenzentrumsverkehr in die Zahlen als in der Cloud.

Matomo stellt alles, was offiziell unter dem Namen Matomo veröffentlicht wird, als quelloffene und kostenlose Software bereit. Daneben existiert ein Marketplace mit Premium-Plugins, die ausdrücklich nicht unter einer Open-Source-kompatiblen Lizenz stehen und kostenpflichtig sind. Der Kern ist frei, ein Teil der Funktionen liegt außerhalb.

Umami steht unter MIT. Ein abgetrennter proprietärer Bereich, wie ihn die anderen beiden dokumentieren, ist im Repository nicht erkennbar. Es gibt ein gehostetes Angebot, aber die Funktionsgrenze zum Selbstbetrieb ist nicht in vergleichbarer Weise ausgewiesen.

Praktische Folge: Wer eine bestimmte Funktion braucht, prüft vor der Entscheidung, auf welcher Seite dieser Grenze sie liegt. Bei Plausible und Matomo ist das eine reale Einschränkung des Eigenbetriebs, bei Umami nach derzeitigem Stand nicht.

Datenschutz: was voreingestellt ist und was nicht

Der häufigste Grund für den Umstieg, und zugleich der am ungenauesten behandelte.

Alle drei lassen sich so betreiben, dass keine personenbezogenen Daten gespeichert werden und keine Cookies gesetzt werden. Der Unterschied liegt in der Voreinstellung:

  • Umami und Plausible sind von Beginn an auf aggregierte Messung ohne Einzelbesucherverfolgung ausgelegt.
  • Matomo protokolliert in der Standardkonfiguration ausführlicher, einschließlich Besucherprofilen. Das ist gewollt, weil Matomo bewusst der vollständigste Ersatz für Google Analytics sein will, und es bedeutet, dass Datenschutzkonformität dort eine Frage der Konfiguration ist statt eine der Voreinstellung.

Was hier bewusst nicht steht: eine Aussage, ob ein Einwilligungsbanner nötig ist. Das hängt von der konkreten Konfiguration, dem Einsatzzweck und der Rechtsauffassung ab und gehört zur Datenschutzberatung, nicht in einen Werkzeugvergleich. Wir haben die Anforderungen an Compliance im Betrieb an anderer Stelle beschrieben.

Betriebsaufwand und Unterbau

Werkzeug Benötigt Aufwand
Umami Anwendung plus PostgreSQL oder MySQL am geringsten
Matomo PHP plus MySQL mittel, wächst mit der Datenmenge
Plausible Anwendung plus PostgreSQL und ClickHouse am höchsten

Plausible bringt mit ClickHouse eine spezialisierte Datenbank mit, die für die Auswertung großer Ereignismengen gebaut ist. Das ist technisch sinnvoll und bedeutet für den Selbstbetrieb ein zusätzliches System mit eigenem Aktualisierungspfad, eigener Sicherung und eigenem Betriebswissen.

Umami kommt mit einer gewöhnlichen relationalen Datenbank aus (PostgreSQL oder MySQL), die in den meisten Umgebungen ohnehin vorhanden ist. Das ist der Grund, warum es der schlankeste Einstieg ist.

Matomo skaliert über PHP und MySQL und braucht bei wachsender Datenmenge Aufmerksamkeit bei Archivierung und Datenbankpflege.

Plausible

Plausible steht unter AGPL-3.0 und hat 28.730 Sterne. Klare, reduzierte Oberfläche, cookiefrei ausgelegt, europäischer Anbieter mit Hosting in der EU.

Die Cloud-Tarife liegen bei 9 US-Dollar im Monat bis 10.000 Seitenaufrufe, 14 US-Dollar für die nächste Stufe und 19 US-Dollar für bis zu zehn Websites, Enterprise nach Absprache. Die Community Edition kostet nichts.

Stärke: Die klarste Oberfläche der drei und ein Anbieter, dessen Positionierung zum Datenschutzargument passt. Grenze: die oben beschriebene Funktionsgrenze im Selbstbetrieb und der Unterbau mit ClickHouse.

Umami

Umami steht unter MIT, hat 38.338 Sterne und ist damit das beachtetste der drei auf GitHub. Sehr schlank, schnell aufgesetzt, verlangt keine spezialisierte Datenbank.

Wir setzen Umami selbst ein. Die Auswertungen, mit denen wir die Wirksamkeit einzelner Seiten prüfen, stammen daraus. Aus dieser Praxis zwei Beobachtungen: Der Betrieb ist tatsächlich unauffällig, und die Aussagekraft der Zahlen steht und fällt damit, dass man Seitenaufrufe als Bezugsgröße mitführt. Absolute Ereigniszahlen ohne Nenner sind nicht interpretierbar.

Stärke: geringster Aufwand, keine erkennbare Funktionsgrenze zum Eigenbetrieb, MIT-Lizenz. Grenze: der geringste Funktionsumfang der drei, keine Besucherprofile, keine E-Commerce-Auswertung in der Tiefe von Matomo.

Matomo

Matomo steht unter GPL-3.0, hat 21.800 Sterne und ist das älteste und funktionsreichste der drei. Als einziges bildet es Google Analytics weitgehend nach: Besucherprofile, E-Commerce-Auswertung mit Produktebene, Formularanalyse, Tag Manager.

Stärke: Wer bestehende Berichte nachbauen muss, kommt hier am weitesten. Grenzen: höherer Konfigurationsaufwand für Datenschutzkonformität, wachsender Pflegeaufwand bei großen Datenmengen, und ein Teil der Funktionen liegt in kostenpflichtigen Plugins außerhalb der freien Lizenz.

Welches Werkzeug wofür

Ausgangslage Naheliegende Wahl Begründung
Reichweite messen, geringster Betriebsaufwand Umami schlankster Unterbau, keine Funktionsgrenze
Google-Analytics-Berichte weitgehend nachbauen Matomo einziges mit vergleichbarer Funktionstiefe
Klare Oberfläche, Betrieb soll fremd bleiben Plausible Cloud Funktionen vollständig, kein Eigenbetrieb
Klare Oberfläche, Betrieb im eigenen Haus Plausible CE prüfen Funktionsgrenze vorher gegen den Bedarf halten
E-Commerce mit Produktebene Matomo Umsatzauswertung im Kern enthalten

Was beim Umstieg von Google Analytics passiert

Die Zahlen weichen ab, und das ist normal. Werbeblocker greifen unterschiedlich, die Bot-Erkennung unterscheidet sich, und die Definition einer Sitzung ist nicht dieselbe. Abweichungen im zweistelligen Prozentbereich sind beim Umstieg üblich.

Historische Daten wandern in der Regel nicht mit. Ein verlustfreier Import ist bei keinem der drei der Normalfall. Wer Vergleichbarkeit über den Wechsel hinweg braucht, lässt beide Systeme eine Zeit lang parallel laufen und dokumentiert die Abweichung, statt sie später wegzuerklären.

Der Selbstbetrieb verlagert Arbeit, er spart sie nicht. Sicherung, Aktualisierung, Verfügbarkeit und die Filterung von Bot-Verkehr werden zur eigenen Aufgabe. Bei Plausible ist die schwächere Bot-Erkennung im Eigenbetrieb ausdrücklich benannt.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir setzen Umami für die eigenen Auswertungen ein, weil der Betrieb schlank ist und die Fragen, die wir stellen, keine Besucherprofile brauchen. Für Kunden entscheidet der Bedarf: Wo bestehende Berichte nachgebaut werden müssen, ist Matomo die realistische Wahl, auch mit dem höheren Aufwand.

Was wir vor jeder Einrichtung klären, ist die Funktionsgrenze. Bei Plausible und Matomo gehört die Frage, ob eine gebrauchte Funktion im freien Teil liegt, vor die Installation und nicht danach.

Und unabhängig vom Werkzeug: Reichweitenzahlen ohne Bezugsgröße führen in die Irre. Wir führen Seitenaufrufe als Nenner mit, damit Ereigniszahlen überhaupt einzuordnen sind.

Weiterführende Guides

Unklar, ob die gebrauchte Funktion im Selbstbetrieb enthalten ist? Wir prüfen den Bedarf gegen die Funktionsgrenze und richten die Messung so ein, dass sie belastbar ist. Termin vereinbaren

Quellen

Anfrage

Web-Analytics ohne Google und ohne Einwilligungsbanner

Wir richten eine datenschutzfreundliche Reichweitenmessung auf eigener Infrastruktur ein und übernehmen den Betrieb.

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Plausible Community Edition steht unter AGPLv3 und enthält den Kern. Nach Angaben des Anbieters bleiben Funnels, User Journeys, E-Commerce-Umsatzziele, SSO, die Sites-API und die weitergehende Bot-Erkennung dem gehosteten Angebot vorbehalten. Wer diese Funktionen braucht, kommt mit dem Selbstbetrieb nicht dorthin.

Der Kern ja, unter GPL-3.0. Daneben gibt es Premium-Plugins über den Matomo Marketplace, die ausdrücklich nicht unter einer Open-Source-kompatiblen Lizenz stehen und kostenpflichtig sind. Was zum Kern gehört und was nicht, gehört vor der Entscheidung geprüft.

Umami steht unter MIT, und im Repository ist kein abgetrennter proprietärer Bereich erkennbar, wie ihn Plausible und Matomo für einen Teil ihrer Funktionen führen. Es gibt daneben ein gehostetes Angebot, aber die Funktionsgrenze ist nicht in gleicher Weise dokumentiert.

Das ist eine rechtliche Frage, keine technische, und sie hängt von der konkreten Konfiguration ab. Alle drei lassen sich cookiefrei betreiben und ohne personenbezogene Daten zu speichern. Matomo protokolliert in der Voreinstellung ausführlicher als die anderen beiden, was Anpassungen erfordert. Eine belastbare Aussage für den Einzelfall trifft die Datenschutzberatung, nicht ein Vergleichsbeitrag.

Plausible steht unter AGPL-3.0, Matomo unter GPL-3.0, Umami unter MIT. AGPL verlangt bei Bereitstellung über ein Netzwerk die Offenlegung von Änderungen, was für den reinen Eigenbetrieb ohne Weitergabe in der Regel unproblematisch ist.

Starter 9 US-Dollar im Monat bis 10.000 Seitenaufrufe, Growth 14 US-Dollar, Business 19 US-Dollar für bis zu zehn Websites, Enterprise nach Absprache. Stand August 2026. Der Selbstbetrieb der Community Edition ist kostenfrei.

Matomo kommt dem am nächsten und bildet Besucherprofile, E-Commerce-Auswertung und einen Tag Manager ab. Plausible und Umami verfolgen bewusst einen schlankeren Ansatz und verzichten auf Einzelbesucherverfolgung. Wer Berichte eins zu eins nachbauen will, landet bei Matomo, wer eine überschaubare Reichweitenmessung will, bei den anderen beiden.

Umami ist am schlanksten und braucht neben der Anwendung eine PostgreSQL- oder MySQL-Datenbank. Plausible bringt zusätzlich ClickHouse mit, was mehr Ressourcen und mehr Betriebswissen verlangt. Matomo läuft auf PHP und MySQL und wächst mit der Datenmenge deutlich.

In der Regel ja. Ein verlustfreier Import ist bei keinem der drei der Normalfall. Übliche Praxis ist, beide Systeme eine Zeit lang parallel laufen zu lassen und die Abweichung zu dokumentieren, statt Vergleichbarkeit über den Wechsel hinweg zu behaupten.

Weil anders gezählt wird. Werbeblocker greifen unterschiedlich, Bot-Erkennung unterscheidet sich, und die Definition einer Sitzung ist nicht dieselbe. Abweichungen von zehn bis dreißig Prozent sind beim Umstieg normal und kein Fehler.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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