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Jira-Alternativen selbst hosten: OpenProject, Plane und Vikunja im Vergleich

Jira-Alternativen selbst hosten: OpenProject, Plane und Vikunja im Vergleich

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Wollen Sie Projektarbeit im eigenen Haus abbilden? WZ-IT wählt das passende Werkzeug, überführt Bestände und übernimmt den Betrieb, siehe Managed Open Source. Vorhaben gemeinsam einordnen

Listen mit Jira-Alternativen gibt es reichlich, und die meisten haben dasselbe Problem: Sie werden abgeschrieben statt geprüft. Einer der am häufigsten genannten Kandidaten wird nicht mehr gepflegt, ein anderer wirkt nur still, weil die Listen auf das falsche Repository verweisen.

Dieser Beitrag prüft zuerst, was überhaupt noch lebt, vergleicht dann die drei aktiven Kandidaten und beantwortet die Frage, an der die Entscheidung im Unternehmen meist hängt: wo endet die freie Ausgabe.

Alle Angaben aus den Repositories und Herstellerseiten, Stand Oktober 2026.

Inhaltsverzeichnis

Was von den üblichen Empfehlungen übrig ist

Bevor man Funktionen vergleicht, lohnt ein Blick auf das Datum des letzten Commits, und zwar im richtigen Repository.

Kandidat Repository letzter Push Status
OpenProject opf/openproject 12.10.2026 aktiv
Plane makeplane/plane 12.10.2026 aktiv
Vikunja go-vikunja/vikunja 12.10.2026 aktiv
Taiga taigaio/taiga-back, taigaio/taiga-front 07.10.2026 gepflegt, ruhiges Tempo
Taiga (Neuentwicklung) kaleidos-ventures/taiga 13.12.2023 still
Focalboard mattermost-community/focalboard 18.05.2026 nicht gepflegt

Taiga wird in Empfehlungslisten regelmäßig geführt, oft mit Verweis auf kaleidos-ventures/taiga. Dieses Repository ruht seit Dezember 2023. Die produktive Version liegt jedoch in taigaio/taiga-back und taigaio/taiga-front und wird weiter gepflegt: 6.9.0 erschien im Oktober 2025, 6.10.0 bis 6.10.3 im April und Mai 2026, Fehlerbehebungen folgen bis in den Oktober 2026. Taiga ist damit eine Option für agile Teams, entwickelt sich aber deutlich langsamer als die drei Kandidaten unten.

Focalboard ist von mattermost/ nach mattermost-community/ umgezogen und trägt im README den Hinweis, dass es derzeit nicht gepflegt wird und Interessenten sich als Betreuer melden mögen. Die Fassung als Mattermost-Erweiterung wird getrennt weitergeführt; das eigenständige Werkzeug nicht.

Focalboard ist damit keine tragfähige Grundlage für eine Neueinführung. Wer es trotzdem einsetzt, sollte das bewusst tun und nicht, weil es in einer Liste stand.

Die drei aktiven Kandidaten

Angaben aus den öffentlichen Repositories, Stand 12. Oktober 2026.

OpenProject Plane Vikunja
GitHub-Sterne 16.394 60.718 5.701
Lizenz GPL-3.0 AGPL-3.0 AGPL-3.0
aktuelle Version v17.9.1 (01.10.2026) v1.4.2 (23.08.2026) v2.7.0 (02.10.2026)
Trägerschaft OpenProject GmbH (DE) Plane (IN/US) Vikunja (DE)
Ausrichtung klassisches Projektmanagement agile Vorgangsverwaltung Aufgaben und Listen
Single Sign-on (OIDC/SAML) frei? nein nein ja

Drei Arten, eine kommerzielle Grenze zu ziehen

Bei quelloffener Software mit kommerziellem Angebot gibt es drei Bauarten, und sie unterscheiden sich vor allem darin, wie gut Sie die Grenze vorher erkennen können.

Bauart Beispiel Grenze erkennbar?
Kommerzieller Code liegt nicht im öffentlichen Repository Plane Die freie Ausgabe ist vollständig prüfbar, das Gekaufte nicht
Kommerzieller Code liegt im selben Repository unter anderer Lizenz NetBird, Netmaker im Verzeichnisbaum ablesbar
Derselbe Code, Freischaltung über einen Lizenzschlüssel OpenProject, Vikunja Pro Nur in der Preistabelle

Die dritte Bauart ist die unauffälligste. Bei OpenProject installieren Sie dieselbe Software, ob mit oder ohne Vertrag; ein Schlüssel schaltet Funktionen frei. Im Quelltext ist damit nicht ablesbar, was zur freien Ausgabe gehört, weil alles darin liegt.

Das ist kein Vorwurf. Es bedeutet nur, dass die Prüfung "steht der Code offen" hier nichts über den nutzbaren Umfang aussagt. Diese Frage beantwortet allein die Funktionsübersicht des Anbieters.

Wie sich solche Grenzen über die Jahre verschieben können, haben wir in der Chronik der Lizenzwechsel zusammengetragen.

OpenProject

OpenProject kommt aus Berlin und ist der Kandidat, der Jira im klassischen Sinn am nächsten kommt: Arbeitspakete, Gantt-Diagramme, Zeiterfassung, Budgets, Wiki, Berichte.

Die Community Edition steht unter GPL-3.0, ist selbst hostbar und hat keine Nutzergrenze. Das ist mehr, als viele Anbieter in einer freien Ausgabe zulassen.

Die kostenpflichtigen Stufen heißen Basic, Professional, Premium und Corporate. Dort liegen unter anderem:

  • Portfolioverwaltung über mehrere Projekte
  • Ressourcenplanung
  • erweiterte Baseline-Vergleiche
  • Single Sign-on

Der letzte Punkt ist für Unternehmen der bedeutsamste, und wir kommen unten darauf zurück.

Die Freischaltung erfolgt über einen Lizenzschlüssel in derselben Installation. Ein Testzeitraum lässt sich über die Verwaltungsoberfläche anfordern, was den Vergleich vor der Entscheidung erleichtert.

Plane

Plane ist mit über 60.000 Sternen das sichtbarste Projekt im Vergleich und das jüngste. Die Ausrichtung ist agil: Vorgänge, Zyklen, Module, Ansichten als Liste, Board oder Kalender. Wer aus Jira Software kommt und dort mit Sprints gearbeitet hat, findet sich schnell zurecht.

Das öffentliche Repository steht vollständig unter AGPL-3.0. Es enthält kein Verzeichnis mit abweichender Lizenz; der Quelltext der kostenpflichtigen Stufen ist nicht veröffentlicht.

Für die Prüfung heißt das: Was Sie selbst betreiben, ist vollständig einsehbar. Was in den kostenpflichtigen Stufen dazukommt, lässt sich nur der Funktionsübersicht entnehmen.

Bei der Anmeldung zieht Plane die Grenze ähnlich wie OpenProject: Die Community Edition kennt Passwort, Einmalcode und einzelne OAuth-Anbieter wie GitHub oder Google. OpenID Connect und SAML für einen eigenen Identitätsanbieter wie Keycloak oder Authentik gibt es erst in den Stufen Pro und Business.

Vikunja

Vikunja ist der schlankeste der drei und der ehrlichste in seinem Anspruch: Es verwaltet Aufgaben, nicht Projekte. Listen, Kanban, Gantt, Kalender, Beschriftungen, Erinnerungen.

Es steht unter AGPL-3.0, ist in Go geschrieben und kommt entsprechend mit wenig Arbeitsspeicher aus. Für ein kleines Team auf einem gemeinsam genutzten Server ist es der ressourcenschonendste Weg.

Seit Version 2.4.0 vom Juli 2026 gibt es zusätzlich Vikunja Pro. Ein Lizenzschlüssel schaltet eine Verwaltungsoberfläche für die ganze Instanz, Zeiterfassung pro Aufgabe und Audit-Logs frei. Der Pro-Code liegt im selben öffentlichen Repository unter AGPL-3.0; bestehende Funktionen sind nach Angabe des Projekts nicht hinter die Bezahlschranke gewandert. Pro befindet sich laut Produktseite im Oktober 2026 noch in einer geschlossenen Beta mit Warteliste.

Was es nicht kann, gehört zur Einordnung: keine Portfolioverwaltung über Projekte hinweg, keine Budgetverfolgung, keine Berichte im Umfang von OpenProject. Vikunja ersetzt Jira nicht, sondern deckt den Teil ab, für den Jira in vielen Teams ohnehin überdimensioniert war.

Single Sign-on als Trennlinie

Über die Vergleiche hinweg zeigt sich ein Muster, das sich lohnt auszusprechen: Die kommerzielle Grenze verläuft auffällig oft bei der Anbindung an die zentrale Benutzerverwaltung.

Bei OpenProject ist Single Sign-on per SAML oder OpenID Connect eine Enterprise-Funktion ab der Professional-Stufe, die LDAP-Anmeldung ist dagegen auch in der Community Edition enthalten (nur die Gruppensynchronisation ist Enterprise), bei Plane gibt es OIDC und SAML erst ab Pro. Bei Seafile liegt die LDAP-Anbindung in der Professional Edition. Das ist kein Zufall: Es ist die Funktion, die ein Werkzeug vom Einzelplatz zum Unternehmenswerkzeug macht, und damit der Punkt, an dem sich zahlungsbereite Kundschaft von der übrigen trennt.

Für die Entscheidung folgt daraus eine einfache Prüffrage, die vor allen Funktionsvergleichen kommt: Müssen Konten zentral verwaltet werden? Wenn ja, gehört die Anbindung an Keycloak oder Authentik in die Kostenrechnung, und für Single Sign-on per OIDC oder SAML bedeutet sie bei zwei der drei Kandidaten einen Vertrag. Vikunja bindet OpenID Connect und LDAP in der freien Ausgabe an, OpenProject in der Community Edition immerhin LDAP.

Was eine Migration aus Jira wirklich kostet

Der Umzug der Daten ist der einfache Teil. Vorgänge, Kommentare und Anhänge lassen sich überführen.

Der Aufwand liegt in dem, was Jira über Jahre angesammelt hat:

Arbeitsabläufe. Ein gewachsenes Jira hat Statusübergänge mit Bedingungen, Nachbedingungen und Prüfungen. Keine der Alternativen bildet das eins zu eins ab, und der Versuch, es nachzubauen, ist der häufigste Grund, warum Migrationen scheitern.

Automatisierungen. Regeln, die Vorgänge zuweisen, Felder setzen oder Benachrichtigungen auslösen, müssen neu gedacht werden.

Eigene Feldtypen und Berechtigungsschemata. Beides ist übertragbar, aber selten mechanisch.

Berichte und Auswertungen. Was jemand monatlich exportiert, muss im neuen Werkzeug entstehen können, sonst kommt es nach drei Monaten zurück.

Der Weg, der in der Praxis funktioniert: Nicht den Bestand nachbauen, sondern mit einem Team anfangen, dessen Ablauf einfach ist, und die übrigen erst danach überführen. Was dabei nicht vermisst wird, muss auch nicht nachgebaut werden.

Welches wofür

Ausgangslage naheliegende Wahl
Klassisches Projektmanagement mit Terminen, Abhängigkeiten, Berichten OpenProject
Agile Arbeitsweise, Vorgänge und Zyklen, Oberfläche zählt Plane
Aufgabenverwaltung für ein kleines Team, wenig Ressourcen Vikunja
Zentrale Kontenverwaltung ohne zusätzliche Kosten Vikunja
Deutsche Trägerschaft als Beschaffungsanforderung OpenProject

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Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir beginnen mit der Frage, was heute in Jira tatsächlich benutzt wird, nicht mit dem, was eingerichtet ist. In den Umgebungen, die wir gesehen haben, liegt zwischen beidem regelmäßig ein erheblicher Unterschied, und er entscheidet, ob ein schlankes Werkzeug genügt.

Danach klären wir die Anmeldefrage, weil sie bei zwei der Kandidaten Kosten auslöst und bei einem nicht. Erst dann folgt der Funktionsvergleich.

Den Betrieb übernehmen wir auf Wunsch einschließlich Aktualisierung, Sicherung und Wiederherstellungstest. Eine Migration gilt bei uns als abgeschlossen, wenn ein Rückholvorgang einmal funktioniert hat.

Weiterführende Guides

Unklar, welches Werkzeug zu Ihrer Arbeitsweise passt? Wir sehen uns an, was heute tatsächlich genutzt wird, klären die Anmeldefrage und begleiten die Überführung. Termin vereinbaren

Quellen

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

Häufig gestellte Fragen

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