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Jira-Alternativen selbst hosten: OpenProject, Plane und Vikunja im Vergleich

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
#Jira #OpenProject #Plane #Vikunja #Projektmanagement

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Jira-Alternativen selbst hosten: OpenProject, Plane und Vikunja im Vergleich

Wollen Sie Projektarbeit im eigenen Haus abbilden? WZ-IT wählt das passende Werkzeug, überführt Bestände und übernimmt den Betrieb, siehe Managed Open Source. Vorhaben gemeinsam einordnen

Listen mit Jira-Alternativen gibt es reichlich, und die meisten haben dasselbe Problem: Sie werden abgeschrieben statt geprüft. Zwei der am häufigsten genannten Kandidaten werden seit Jahren nicht mehr entwickelt, und das steht in kaum einer dieser Listen.

Dieser Beitrag prüft zuerst, was überhaupt noch lebt, vergleicht dann die drei aktiven Kandidaten und beantwortet die Frage, an der die Entscheidung im Unternehmen meist hängt: wo endet die freie Ausgabe.

Alle Angaben aus den Repositories und Herstellerseiten, Stand 31. August 2026.

Inhaltsverzeichnis

Was von den üblichen Empfehlungen übrig ist

Bevor man Funktionen vergleicht, lohnt ein Blick auf das Datum des letzten Commits. Bei zwei verbreiteten Empfehlungen fällt er ernüchternd aus.

Kandidat Repository letzter Push Status
OpenProject opf/openproject 31.08.2026 aktiv
Plane makeplane/plane 31.08.2026 aktiv
Vikunja go-vikunja/vikunja 31.08.2026 aktiv
Taiga kaleidos-ventures/taiga 13.12.2023 still
Focalboard mattermost-community/focalboard 18.05.2026 nicht gepflegt

Taiga wird in Empfehlungslisten regelmäßig geführt. Das kanonische Repository wurde zuletzt im Dezember 2023 angefasst, also vor fast drei Jahren. Ein aktiv gepflegter Nachfolger ist nicht erkennbar.

Focalboard ist von mattermost/ nach mattermost-community/ umgezogen und trägt im README den Hinweis, dass es derzeit nicht gepflegt wird und Interessenten sich als Betreuer melden mögen. Die Fassung als Mattermost-Erweiterung wird getrennt weitergeführt; das eigenständige Werkzeug nicht.

Beide sind damit keine tragfähige Grundlage für eine Neueinführung. Wer sie trotzdem einsetzt, sollte das bewusst tun und nicht, weil sie in einer Liste standen.

Die drei aktiven Kandidaten

Angaben aus den öffentlichen Repositories, Stand 31. August 2026.

OpenProject Plane Vikunja
GitHub-Sterne 15.975 58.588 5.215
Lizenz GPL-3.0 AGPL-3.0 AGPL-3.0
letzter Push 31.08.2026 31.08.2026 31.08.2026
Trägerschaft OpenProject GmbH (DE) Plane (IN/US) Vikunja (DE)
Ausrichtung klassisches Projektmanagement agile Vorgangsverwaltung Aufgaben und Listen
Single Sign-on frei? nein ja ja

Drei Arten, eine kommerzielle Grenze zu ziehen

Bei quelloffener Software mit kommerziellem Angebot gibt es drei Bauarten, und sie unterscheiden sich vor allem darin, wie gut Sie die Grenze vorher erkennen können.

Bauart Beispiel Grenze erkennbar?
Kommerzieller Code liegt nicht im öffentlichen Repository Plane Die freie Ausgabe ist vollständig prüfbar, das Gekaufte nicht
Kommerzieller Code liegt im selben Repository unter anderer Lizenz NetBird, Netmaker im Verzeichnisbaum ablesbar
Derselbe Code, Freischaltung über einen Lizenzschlüssel OpenProject Nur in der Preistabelle

Die dritte Bauart ist die unauffälligste. Bei OpenProject installieren Sie dieselbe Software, ob mit oder ohne Vertrag; ein Schlüssel schaltet Funktionen frei. Im Quelltext ist damit nicht ablesbar, was zur freien Ausgabe gehört, weil alles darin liegt.

Das ist kein Vorwurf. Es bedeutet nur, dass die Prüfung "steht der Code offen" hier nichts über den nutzbaren Umfang aussagt. Diese Frage beantwortet allein die Funktionsübersicht des Anbieters.

Wie sich solche Grenzen über die Jahre verschieben können, haben wir in der Chronik der Lizenzwechsel zusammengetragen.

OpenProject

OpenProject kommt aus Berlin und ist der Kandidat, der Jira im klassischen Sinn am nächsten kommt: Arbeitspakete, Gantt-Diagramme, Zeiterfassung, Budgets, Wiki, Berichte.

Die Community Edition steht unter GPL-3.0, ist selbst hostbar und hat keine Nutzergrenze. Das ist mehr, als viele Anbieter in einer freien Ausgabe zulassen.

Die kostenpflichtigen Stufen heißen Basic, Professional, Premium und Corporate. Dort liegen unter anderem:

  • Portfolioverwaltung über mehrere Projekte
  • Ressourcenplanung
  • erweiterte Baseline-Vergleiche
  • Single Sign-on

Der letzte Punkt ist für Unternehmen der bedeutsamste, und wir kommen unten darauf zurück.

Die Freischaltung erfolgt über einen Lizenzschlüssel in derselben Installation. Ein Testzeitraum lässt sich über die Verwaltungsoberfläche anfordern, was den Vergleich vor der Entscheidung erleichtert.

Plane

Plane ist mit 58.588 Sternen das sichtbarste Projekt im Vergleich und das jüngste. Die Ausrichtung ist agil: Vorgänge, Zyklen, Module, Ansichten als Liste, Board oder Kalender. Wer aus Jira Software kommt und dort mit Sprints gearbeitet hat, findet sich schnell zurecht.

Das öffentliche Repository steht vollständig unter AGPL-3.0. Es enthält kein Verzeichnis mit abweichender Lizenz; der Quelltext der kostenpflichtigen Stufen ist nicht veröffentlicht.

Für die Prüfung heißt das: Was Sie selbst betreiben, ist vollständig einsehbar. Was in den kostenpflichtigen Stufen dazukommt, lässt sich nur der Funktionsübersicht entnehmen.

Die Anmeldung über einen Identitätsanbieter ist in der selbst betriebenen Ausgabe möglich, was Plane für Unternehmen mit zentraler Kontenverwaltung zum unkomplizierteren Kandidaten macht.

Vikunja

Vikunja ist der schlankeste der drei und der ehrlichste in seinem Anspruch: Es verwaltet Aufgaben, nicht Projekte. Listen, Kanban, Gantt, Kalender, Beschriftungen, Erinnerungen.

Es steht unter AGPL-3.0, ist in Go geschrieben und kommt entsprechend mit wenig Arbeitsspeicher aus. Für ein kleines Team auf einem gemeinsam genutzten Server ist es der ressourcenschonendste Weg.

Was es nicht kann, gehört zur Einordnung: keine Portfolioverwaltung über Projekte hinweg, keine Budgetverfolgung, keine Berichte im Umfang von OpenProject. Vikunja ersetzt Jira nicht, sondern deckt den Teil ab, für den Jira in vielen Teams ohnehin überdimensioniert war.

Single Sign-on als Trennlinie

Über die Vergleiche hinweg zeigt sich ein Muster, das sich lohnt auszusprechen: Die kommerzielle Grenze verläuft auffällig oft bei der Anbindung an die zentrale Benutzerverwaltung.

Bei OpenProject ist Single Sign-on eine Enterprise-Funktion. Bei Seafile liegt die LDAP-Anbindung in der Professional Edition. Das ist kein Zufall: Es ist die Funktion, die ein Werkzeug vom Einzelplatz zum Unternehmenswerkzeug macht, und damit der Punkt, an dem sich zahlungsbereite Kundschaft von der übrigen trennt.

Für die Entscheidung folgt daraus eine einfache Prüffrage, die vor allen Funktionsvergleichen kommt: Müssen Konten zentral verwaltet werden? Wenn ja, gehört die Anbindung an Keycloak oder Authentik in die Kostenrechnung, und bei einem der drei Kandidaten bedeutet sie einen Vertrag.

Was eine Migration aus Jira wirklich kostet

Der Umzug der Daten ist der einfache Teil. Vorgänge, Kommentare und Anhänge lassen sich überführen.

Der Aufwand liegt in dem, was Jira über Jahre angesammelt hat:

Arbeitsabläufe. Ein gewachsenes Jira hat Statusübergänge mit Bedingungen, Nachbedingungen und Prüfungen. Keine der Alternativen bildet das eins zu eins ab, und der Versuch, es nachzubauen, ist der häufigste Grund, warum Migrationen scheitern.

Automatisierungen. Regeln, die Vorgänge zuweisen, Felder setzen oder Benachrichtigungen auslösen, müssen neu gedacht werden.

Eigene Feldtypen und Berechtigungsschemata. Beides ist übertragbar, aber selten mechanisch.

Berichte und Auswertungen. Was jemand monatlich exportiert, muss im neuen Werkzeug entstehen können, sonst kommt es nach drei Monaten zurück.

Der Weg, der in der Praxis funktioniert: Nicht den Bestand nachbauen, sondern mit einem Team anfangen, dessen Ablauf einfach ist, und die übrigen erst danach überführen. Was dabei nicht vermisst wird, muss auch nicht nachgebaut werden.

Welches wofür

Ausgangslage naheliegende Wahl
Klassisches Projektmanagement mit Terminen, Abhängigkeiten, Berichten OpenProject
Agile Arbeitsweise, Vorgänge und Zyklen, Oberfläche zählt Plane
Aufgabenverwaltung für ein kleines Team, wenig Ressourcen Vikunja
Zentrale Kontenverwaltung ohne zusätzliche Kosten Plane oder Vikunja
Deutsche Trägerschaft als Beschaffungsanforderung OpenProject

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir beginnen mit der Frage, was heute in Jira tatsächlich benutzt wird, nicht mit dem, was eingerichtet ist. In den Umgebungen, die wir gesehen haben, liegt zwischen beidem regelmäßig ein erheblicher Unterschied, und er entscheidet, ob ein schlankes Werkzeug genügt.

Danach klären wir die Anmeldefrage, weil sie bei einem der Kandidaten Kosten auslöst und bei den anderen nicht. Erst dann folgt der Funktionsvergleich.

Den Betrieb übernehmen wir auf Wunsch einschließlich Aktualisierung, Sicherung und Wiederherstellungstest. Eine Migration gilt bei uns als abgeschlossen, wenn ein Rückholvorgang einmal funktioniert hat.

Weiterführende Guides

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Von den üblicherweise genannten sind OpenProject, Plane und Vikunja aktiv; alle drei wurden Ende August 2026 aktualisiert. Taiga wurde im kanonischen Repository zuletzt im Dezember 2023 angefasst, und das eigenständige Focalboard trägt im README den Hinweis, dass es nicht gepflegt wird. Beide stehen weiterhin in vielen Empfehlungslisten.

Die Community Edition ist quelloffen unter GPL-3.0, selbst hostbar und ohne Nutzergrenze. Funktionen wie Portfolioverwaltung, Ressourcenplanung und Single Sign-on liegen in den kostenpflichtigen Enterprise-Stufen und werden im selben Installationsstand über einen Lizenzschlüssel freigeschaltet.

Bei OpenProject ja, dort ist Single Sign-on eine Enterprise-Funktion. Bei Plane und Vikunja ist die Anmeldung über einen Identitätsanbieter in der freien Ausgabe möglich. Für Unternehmen, die Konten zentral verwalten, ist das häufig der entscheidende Punkt.

Das öffentliche Repository steht vollständig unter AGPL-3.0 und enthält kein Verzeichnis mit abweichender Lizenz. Plane bietet daneben kostenpflichtige Stufen an, deren Quelltext nicht veröffentlicht ist.

Ein schlankes Werkzeug für Aufgaben und Listen unter AGPL-3.0, geschrieben in Go. Es deckt Aufgabenverwaltung mit Listen, Kanban, Gantt und Kalender ab, aber keine Projektportfolios oder Zeiterfassung im Umfang von OpenProject. Für kleine Teams ist es der ressourcenschonendste Einstieg.

OpenProject, wenn es um klassisches Projektmanagement mit Portfolios, Zeiterfassung und Berichten geht. Plane, wenn die Arbeitsweise agil ist und Vorgänge, Zyklen und Module im Vordergrund stehen. Vikunja ersetzt Jira nicht, sondern deckt den Teil ab, für den Jira oft überdimensioniert war.

Vorgänge und Anhänge lassen sich in aller Regel überführen. Aufwendig sind die Dinge, die Jira über Jahre angesammelt hat: Arbeitsabläufe, Automatisierungen, eigene Feldtypen, Berechtigungsschemata und Berichte. Wer diese eins zu eins nachbauen will, unterschätzt den Aufwand regelmäßig.

Von der OpenProject GmbH in Berlin. Für Beschaffungen mit Anforderungen an europäische Trägerschaft ist das der unkomplizierteste Fall unter den drei Kandidaten.

Das kanonische Repository unter kaleidos-ventures/taiga wurde zuletzt am 13. Dezember 2023 aktualisiert. Ein aktiv gepflegter Nachfolger ist nicht erkennbar. Wer Taiga heute neu einführt, führt Software ein, für die seit fast drei Jahren keine Änderungen veröffentlicht wurden.

Das eigenständige Focalboard liegt unter mattermost-community/focalboard und trägt im README den Hinweis, dass es derzeit nicht gepflegt wird. Die Fassung als Mattermost-Erweiterung wird in einem eigenen Repository weitergeführt. Für eine Neueinführung als eigenständiges Werkzeug ist das kein tragfähiger Ausgangspunkt.

Es gibt drei Bauarten. Entweder liegt der kommerzielle Code gar nicht im öffentlichen Repository, oder er liegt darin unter einer abweichenden Lizenz in einem eigenen Verzeichnis, oder es ist derselbe Code und ein Lizenzschlüssel schaltet Funktionen frei. Nur im zweiten Fall lässt sich die Grenze im Quelltext ablesen; sonst hilft nur die Preistabelle.

OpenProject, wenn Projektplanung mit Terminen, Abhängigkeiten und Berichten gebraucht wird und Single Sign-on budgetiert werden kann. Plane, wenn agil gearbeitet wird und die Oberfläche zählt. Vikunja, wenn es um Aufgabenverwaltung geht und nicht um Projektsteuerung.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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