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Onyx self-hosted: Installation, Lizenz und Vergleich mit Open WebUI

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
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Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Onyx self-hosted: Installation, Lizenz und Vergleich mit Open WebUI

Onyx im eigenen Netz statt in der Cloud? WZ-IT installiert und betreibt Onyx auf Ihrer Infrastruktur, bindet Datenquellen und lokale Modelle an und übernimmt Updates und Monitoring. Weitere Bausteine im KI-Hub. Termin vereinbaren

Onyx ist eine Open-Source-Plattform, die Unternehmenswissen aus vielen Anwendungen in einen gemeinsamen Suchindex holt und darüber KI-Antworten mit Quellenangaben erzeugt. Das Projekt hieß früher Danswer. Es gehört zu den wenigen Open-Source-Werkzeugen, die Konnektoren, Synchronisation und die Übernahme von Berechtigungen aus Quellsystemen mitbringen, und damit zu den Kandidaten für eine selbst betriebene Alternative zu Microsoft 365 Copilot oder Atlassian Rovo.

Deutschsprachige Informationen zu Onyx gibt es kaum. Dieser Beitrag fasst zusammen, was die Community Edition kann und was nur die Enterprise Edition bietet, welche Konnektoren es gibt, welche Ressourcen Onyx braucht, wie die Installation per Docker Compose abläuft, wie lokale Modelle angebunden werden und wie sich Onyx von der Knowledge-Funktion in Open WebUI unterscheidet. Alle Angaben beziehen sich auf Onyx 4.8.0, Stand September 2026.

Inhaltsverzeichnis

  1. Was Onyx ist
  2. Community Edition und Enterprise Edition
  3. Konnektoren und Berechtigungen
  4. Systemanforderungen von Onyx
  5. Onyx per Docker Compose installieren
  6. Lokale Modelle und Embeddings anbinden
  7. Onyx im Vergleich mit Open WebUI Knowledge
  8. Stolpersteine im Betrieb
  9. Unser Vorgehen bei WZ-IT
  10. Weiterführende Guides

Was Onyx ist

Onyx beschreibt sich als Wissens- und Kontextschicht für Teams und KI-Agenten (Onyx README). Die Plattform zieht Inhalte, Metadaten und Berechtigungen aus angebundenen Anwendungen, speichert sie in einem hybriden Index aus Vektor- und Keyword-Suche und stellt sie über Chat, Suche und Agenten bereit. Eine Einführung in das Prinzip gibt der Artikel Was ist RAG?.

Merkmal Stand September 2026
Früherer Name Danswer, Rechteinhaberin laut Lizenz: DanswerAI, Inc.
Aktuelle stabile Version 4.8.0 vom 23.09.2026 (GitHub Releases)
Release-Rhythmus wöchentlich, jeden Montag wird die letzte Vorabversion stabil (Release Process)
Lizenz MIT für die Community Edition, Onyx Enterprise License für die ee-Verzeichnisse
Betriebsarten Docker Compose, Kubernetes, Helm, Terraform-Module für AWS
Dokumentindex OpenSearch (bis Version 3 zusätzlich Vespa)
Weitere Dienste PostgreSQL, Redis, MinIO, zwei Model-Server, nginx, Code-Interpreter
Sprachmodelle u. a. Ollama, LiteLLM Proxy, LM Studio, OpenAI-kompatible Endpunkte, Cloud-Anbieter
Zugriffswege Web- und Desktop-App, Slack- und Discord-Bot, MCP-Server, Chrome-Erweiterung, Website-Widget

Neben Suche und Chat bringt Onyx Deep Research, eigene Agenten mit abgegrenztem Wissen, Aktionen über MCP und OpenAPI, Websuche (unter anderem über SearXNG) und eine Sandbox für Code mit. Für eine Wissensdatenbank im Unternehmen sind Konnektoren, Index und Rechtemodell der Kern. Die übrigen Funktionen lassen sich später ergänzen.

Community Edition und Enterprise Edition

Onyx gibt es in zwei Editionen (Onyx README, Licensing). Die Grenze ist im Repository klar gezogen: Code in den ee-Verzeichnissen (backend/ee, web/src/app/ee, web/src/ee) steht unter der Onyx Enterprise License, alles andere unter der MIT-Lizenz (LICENSE). Für selbst betriebene Instanzen wird nach dem Abschluss eines Plans eine Lizenz ausgestellt, die lokal gespeichert und geprüft wird; für Air-Gap-Umgebungen ist ein manueller Lizenz-Upload vorgesehen (Plans & Billing).

Funktion Community Edition (MIT) Business Enterprise
Konnektoren, KI-Chat, Agenten, Suche, Aktionen ja ja ja
Ein SSO-Anbieter (Google, OIDC oder SAML) ja ja ja
Mehrere SSO-Anbieter gleichzeitig nein ja ja
Berechtigungen aus Quellsystemen übernehmen nein ja ja
Rollenbasierte Zugriffe (RBAC), gruppenbasierte Rechte nein ja ja
Abfrageverlauf und Nutzungsauswertung nein ja ja
Verschlüsselung gespeicherter Zugangsdaten nein ja ja
SCIM und Gruppensynchronisation nein nein ja
Vollständiges White-Labeling, eigene Rollen, Nutzungslimits nein nein ja

Quellen der Tabelle: Plans & Billing, SSO Providers und Enterprise Edition. Aktuelle Preise stehen auf onyx.app/pricing.

Die Onyx-Dokumentation nennt als typische Kandidaten für die Enterprise Edition Organisationen mit mehr als 100 Nutzern, Umgebungen mit SSO-Pflicht und Instanzen, die Berechtigungen aus externen Systemen erben müssen. Der letzte Punkt entscheidet in der Praxis am häufigsten: Sobald Inhalte mit unterschiedlichen Leserechten in einen gemeinsamen Index laufen, reicht die Community Edition nur, wenn die Wissensbereiche vorab so geschnitten werden, dass jede Nutzergruppe alles sehen darf. Warum das so ist, beschreibt der Artikel zu Berechtigungen in RAG-Systemen.

Konnektoren und Berechtigungen

Die Dokumentation listet 54 offizielle Konnektoren (Connectors Overview). Fast alle synchronisieren laufend: Standardmäßig holt Onyx alle 30 Minuten Änderungen ab und entfernt alle 30 Tage Inhalte, die in der Quelle nicht mehr existieren. Ohne Startdatum liest der erste Durchlauf die gesamte Historie einer Quelle, was bei großen Beständen laut Dokumentation Tage dauern kann.

Kategorie Konnektoren (Auswahl)
Wikis und Wissensbasen Confluence (Cloud sowie Data Center und Server), SharePoint und OneDrive, Notion, BookStack, MediaWiki, Outline, GitBook, Discourse, Guru
Dateiablagen Google Drive, Dropbox, Box, AWS S3, Google Cloud Storage, Cloudflare R2, Egnyte, Oracle Cloud Storage
Tickets und Aufgaben Jira, Zendesk, Freshdesk, Linear, Asana, ClickUp, Airtable, TestRail, Productboard
Kommunikation Slack, Microsoft Teams, Outlook, Gmail, E-Mail per IMAP, Discord, Zulip, XenForo
Vertrieb Salesforce, HubSpot, Gong, Fireflies, Highspot
Code GitHub, GitLab, Bitbucket (nur Cloud)
Sonstige Web-Crawler, Datei-Upload, Braintrust

Der Datei-Konnektor verarbeitet hochgeladene Dateien in den Formaten TXT, PDF, DOCX, PPTX, XLSX, CSV, Markdown, JSON, XML, YAML, EML, EPUB und weiteren, auch als ZIP-Archiv. Über eine Metadatenzeile am Dateianfang lassen sich Link, Verantwortliche, Änderungsdatum und eigene Tags mitgeben.

Drei Zugriffsarten je Konnektor. Ein Konnektor ist privat (nur Ersteller sowie zugewiesene Nutzer und Gruppen), öffentlich (alle Onyx-Nutzer) oder auf „Auto Sync Permissions" gestellt. Nur im letzten Fall übernimmt Onyx die Zugriffslisten der Quelle. Diese Rechteübernahme ist eine Funktion der Enterprise Edition und steht nur für diese Konnektoren bereit:

Konnektor mit Rechteübernahme Zusätzliche Voraussetzung laut Dokumentation
Confluence, Jira, Salesforce, GitHub, Box, Canvas keine
Microsoft Teams, Outlook keine
Google Drive, Gmail Service Account oder Google-Workspace-Admin-OAuth
SharePoint zertifikatsbasierte Authentifizierung
Slack Federated-Slack-Konnektor

Was fehlt. Einen Konnektor für Nextcloud, WebDAV oder SMB-Freigaben gibt es in der offiziellen Liste nicht (Stand September 2026). Für Unternehmen, deren Dokumente in Nextcloud liegen, bleiben der Web-Crawler, der Datei-Upload oder ein eigener Konnektor über die Onyx-API. Rechte aus Nextcloud übernimmt keiner dieser Wege. Welche Optionen es für Nextcloud, SharePoint und Dokumentenmanagementsysteme allgemein gibt, zeigt der Artikel zu RAG-Datenquellen, die Kombination mit Open WebUI der Artikel RAG mit Nextcloud und Open WebUI.

Systemanforderungen von Onyx

Onyx kennt zwei Betriebsarten (Deployment Overview). Onyx Standard enthält Vektor- und Keyword-Index, Hintergrund-Worker für die Konnektoren, zwei Model-Server für Embeddings und Reranking sowie Redis und MinIO. Onyx Lite ist eine Chat-Oberfläche mit Agenten, Datei-Uploads und Projekten, aber ohne Index. Für eine Wissensdatenbank mit Konnektoren kommt nur Standard in Frage.

Ressource Lite minimal Lite empfohlen Standard minimal Standard empfohlen
CPU 2 vCPU 4 vCPU 4 vCPU 8 vCPU oder mehr
RAM 2 GB 4 GB 10 GB 16 GB oder mehr
Speicher 10 GB 50 GB 32 GB plus ca. 2,5-fache indexierte Datenmenge 500 GB für Organisationen unter 5.000 Nutzern

Quelle: Resourcing, Stand September 2026. Für eine Verteilung auf Kubernetes nennt die Dokumentation diese Anforderungen je Dienst:

Dienst CPU RAM
api_server 1 2 GiB
background 2 8 GiB
indexing_model_server 2 4 GiB
inference_model_server 2 4 GiB
postgres 2 2 GiB
opensearch 2 4 GiB
nginx 0,25 128 MiB

Zusammen ergibt das rund 12 CPU und 24 GB RAM. Werden Embeddings über eine externe API statt lokal berechnet, brauchen die beiden Model-Server deutlich weniger Speicher.

Wie der Bedarf mit der Datenmenge wächst. Haupttreiber ist die Menge indexierter Dokumente, die in OpenSearch landet. Der Speicherbedarf auf der Platte liegt bei einer Einzelinstanz ohne Replikate bei etwa dem 1,45-Fachen der Quelldaten. Für den Arbeitsspeicher von OpenSearch gibt die Dokumentation Richtwerte je GB Quelldaten an:

Datenmenge RAM je GB Quelldaten CPU je GB Quelldaten
unter 5 GB ca. 2 GB ca. 0,25
5 bis 50 GB ca. 1,5 GB ca. 0,25
über 50 GB ca. 1 GB ca. 0,2

Das Rechenbeispiel der Dokumentation: 10 GB Textinhalt ergeben für OpenSearch 4 GB Grundbedarf plus 10 × 1,5 GB, also 19 GB RAM, und 4,5 CPU-Kerne. Auf einer einzelnen Maschine kommen die übrigen Dienste hinzu, insgesamt mindestens 9 CPU und 35 GB RAM. Der JVM-Heap von OpenSearch sollte die Hälfte des verfügbaren Speichers bekommen und 32 GB nicht überschreiten.

Diese Werte betreffen nur Onyx selbst. Ein lokales Sprachmodell läuft als eigener Dienst mit eigenem GPU-Bedarf. Wie viel VRAM welches Modell braucht, steht im Artikel GPU- und VRAM-Sizing für LLMs.

Onyx per Docker Compose installieren

Die Dokumentation beschreibt zwei Wege zur Docker-Compose-Installation: den geführten Installer der Onyx-CLI und die manuelle Einrichtung aus dem Repository.

Weg 1: Onyx-CLI. Der empfohlene Weg ist onyx-cli deploy install (Quickstart). Das Skript install_onyx.sh installiert nur die CLI und ruft denselben Befehl auf.

uv tool install onyx-cli
onyx-cli deploy install

Der Installer prüft RAM, Festplatte und freie Ports, installiert unter Linux nach Rückfrage Docker Engine und das Compose-Plugin, fragt nach Betriebsart (Lite oder Standard) und Version, legt eine .env mit zufällig erzeugten Secrets an und startet die Container, bis alle Dienste als gesund gemeldet werden (Onyx CLI). Die Konfiguration liegt unter ~/.config/onyx, die Daten in benannten Docker-Volumes.

Befehl Wirkung
onyx-cli deploy install --tag v4.8.0 --no-prompt Installation ohne Rückfragen auf eine feste Version
onyx-cli deploy upgrade Aktualisiert Compose-Dateien, nginx-Konfiguration und Container auf eine neuere Version
onyx-cli deploy status Versionen, Container und Gesundheitszustand, inklusive Ursache bei ausgefallenen Diensten
onyx-cli deploy logs Logs der Dienste
onyx-cli deploy stop Stoppt die Container, Daten bleiben erhalten
onyx-cli deploy uninstall Löscht die Installation einschließlich aller Daten

Mit --offline lässt sich Onyx aus bereits vorhandenen Images ohne Netzzugang ausrollen. Das ist die Grundlage für abgeschottete Umgebungen.

Weg 2: manuell aus dem Repository (Docker):

git clone --depth 1 https://github.com/onyx-dot-app/onyx.git
cd onyx/deployment/docker_compose
docker compose up -d

Nach der Initialisierung ist Onyx unter Port 3000 erreichbar. Die Compose-Datei von Version 4.8.0 startet diese Dienste:

Dienst Image bzw. Aufgabe
api_server, background Onyx-Backend, API und Worker für Konnektoren und Indexierung
web_server Weboberfläche
inference_model_server, indexing_model_server Embeddings und Reranking
relational_db PostgreSQL 15.2
opensearch OpenSearch 3.6.0 als Dokumentindex
cache Redis 7.4
minio Objektspeicher für Dateien
nginx Reverse Proxy, Ports 80 und 3000
code-interpreter Sandbox für Code-Ausführung

Vor dem Produktivbetrieb. Die Compose-Datei enthält selbst eine Checkliste (docker-compose.yml). Beim manuellen Weg sind vor allem vier Punkte offen:

  • Version festlegen. Die Vorlage env.template setzt IMAGE_TAG=latest. Für einen reproduzierbaren Betrieb gehört dort eine feste Version wie v4.8.0 hin.
  • Passwörter ersetzen. OpenSearch startet ohne gesetzte Variable mit dem Standardpasswort aus der Compose-Datei, MinIO mit Standardzugangsdaten. OPENSEARCH_ADMIN_PASSWORD, die MinIO-Zugangsdaten und USER_AUTH_SECRET sind vor dem Start zu setzen.
  • Ports schließen. Außer nginx sollte kein Dienst nach außen lauschen.
  • TLS einrichten. Entweder über den vorbereiteten Certbot-Dienst oder über einen vorgelagerten Reverse Proxy.

Die CLI erzeugt die Secrets automatisch und ist deshalb für neue Installationen der sauberere Weg. Für größere Umgebungen gibt es ein Helm-Chart, das Dienste einzeln skalieren lässt.

Lokale Modelle und Embeddings anbinden

Onyx trennt zwei Modellarten: das Sprachmodell für Antworten und das Embedding-Modell für den Index.

Sprachmodell. Anbieter werden in der Verwaltungsoberfläche unter „Configuration → Language Models" eingetragen. Für den Betrieb ohne US-Cloud sind drei Wege relevant:

Weg Einrichtung Einsatz
Ollama Anbieter „Ollama", Adresse der Instanz (Standardport 11434), verfügbare Modelle werden abgefragt Einzelserver, kleinere Teams
LiteLLM Proxy Basis-URL und API-Key des Proxys, Modelle kommen aus /v1/models ein Gateway vor mehreren lokalen Modellen oder europäischen APIs
Custom Inference Provider OpenAI-kompatible Basis-URL, Anbietername nach LiteLLM-Schema, Modelle einzeln eintragen vLLM oder andere OpenAI-kompatible Server

Für jeden Anbieter lässt sich festlegen, welche Modelle sichtbar sind und ob er allen Nutzern oder nur bestimmten Gruppen zur Verfügung steht. Wie ein zentrales Gateway vor mehreren Modellen aussieht, erklärt der Artikel Was ist LiteLLM?. Wer europäische Modell-APIs statt eigener Hardware nutzen möchte, findet einen Vergleich im Beitrag zu europäischen LLM-APIs.

Embedding-Modell. Das Embedding-Modell wird unter „Search Settings" gewählt (Index Settings). Voreingestellt ist im Quellcode nomic-ai/nomic-embed-text-v1 mit 768 Dimensionen (configs.py), ein vorwiegend englisch trainiertes Modell. Unter den vorgeschlagenen selbst betriebenen Modellen finden sich mehrsprachige Varianten wie intfloat/multilingual-e5-base und intfloat/multilingual-e5-small (embedding_configs.py); eigene Modelle lassen sich ebenfalls anbinden. Für deutschsprachige Bestände ist die Wahl des Embedding-Modells eine der wichtigsten Stellschrauben, siehe den Vergleich der Embedding-Modelle für Deutsch.

Ein Wechsel des Embedding-Modells löst eine vollständige Neuindexierung aus. Während der Umstellung bleibt das alte Modell für Suchen aktiv. Deshalb gehört die Modellwahl an den Anfang eines Projekts, nicht ans Ende.

Weitere Sucheinstellungen. Auf derselben Seite lassen sich Reranking, mehrsprachige Anfrageerweiterung, Multipass-Indexierung mit Chunks unterschiedlicher Größe, Contextual RAG und die Genauigkeit der Embeddings (bfloat16 oder float) einstellen. Contextual RAG ergänzt jeden Chunk um Informationen zum Gesamtdokument und ist laut Dokumentation sehr aufwendig in der Berechnung. Die Hintergründe erklären die Artikel zu Hybrid Search und Reranking, Contextual Retrieval und Chunking.

Für lokale Embeddings empfiehlt die Onyx-Dokumentation dringend eine GPU für den Indexing-Model-Server. WZ-IT stellt dafür Managed GPU-Server mit NVIDIA RTX PRO 4000 Blackwell (24 GB) oder RTX PRO 6000 Blackwell (96 GB) bereit; für den Betrieb im eigenen Netzwerk gibt es den AI Cube.

Onyx im Vergleich mit Open WebUI Knowledge

Onyx und Open WebUI werden oft gemeinsam genannt, setzen aber an unterschiedlichen Stellen an. Open WebUI ist in erster Linie eine Chat-Oberfläche für lokale und entfernte Modelle, deren Knowledge-Funktion Dokumente in Wissensbereiche aufnimmt (Open WebUI Knowledge). Onyx ist in erster Linie eine Such- und Wissensschicht über vielen Unternehmensquellen.

Kriterium Onyx 4.8 Open WebUI Knowledge
Schwerpunkt Unternehmenssuche, Agenten und Chat über angebundene Quellen Chat mit Modellen, Wissensbereiche als Zusatz
Datenzufuhr 54 offizielle Konnektoren im Kern, laufende Synchronisation Upload, Ordner-Synchronisation, separates Werkzeug oikb mit 44 Konnektoren (ab Open WebUI 0.9.6)
Rechte aus Quellsystemen Enterprise Edition, für 12 Konnektoren in der Dokumentation nicht beschrieben, Zugriff über Gruppen in Open WebUI
Rechte in der Anwendung privat oder öffentlich je Konnektor, Gruppen und RBAC in der Enterprise Edition Gruppen mit additiven Rechten für Modelle, Wissensbereiche und Werkzeuge (Groups)
Suche hybrider Index in OpenSearch, optional Reranking, Multipass, Contextual RAG Vektorsuche, optional BM25 plus Cross-Encoder-Reranking
Index-Backend OpenSearch 13 Vektordatenbanken, offiziell gepflegt ChromaDB und PGVector
Ressourcen Standard ab 4 vCPU und 10 GB RAM, elf Dienste in der Compose-Datei wenige Dienste, Bedarf hängt vor allem vom Modell ab
Lizenz MIT, ee-Verzeichnisse unter Onyx Enterprise License Open WebUI License (BSD-3-Clause mit Branding-Klausel seit Version 0.6.6)
Lokale Modelle Ollama, LiteLLM, OpenAI-kompatible Endpunkte Ollama, OpenAI-kompatible Endpunkte

Die Lizenz von Open WebUI verbietet seit Version 0.6.6, das Branding „Open WebUI" zu entfernen, außer bei höchstens 50 Nutzern in 30 Tagen, mit schriftlicher Erlaubnis oder mit einer Enterprise-Lizenz (Open WebUI License).

Wann Onyx passt: Viele Quellen wie Confluence, Jira, SharePoint und Teams sollen gemeinsam durchsuchbar sein, Inhalte ändern sich laufend, und die Leserechte der Quellsysteme müssen im Index gelten. Letzteres setzt die Enterprise Edition voraus.

Wann Open WebUI passt: Der Chat mit lokalen Modellen steht im Vordergrund, die Wissensbestände sind überschaubar und lassen sich pro Gruppe als eigene Wissensbereiche schneiden, und die Ressourcen sollen gering bleiben. Einen Vergleich von Open WebUI mit AnythingLLM gibt es im Beitrag Open WebUI vs. AnythingLLM.

Beide Werkzeuge schließen sich nicht aus. Onyx lässt sich über seinen MCP-Server als Wissensquelle an andere Clients anbinden, und Open WebUI kann über ein vorgeschaltetes Gateway dieselben Modelle nutzen.

Stolpersteine im Betrieb

  • Upgrade von alten Versionen. Seit Version 3 migriert Onyx indexierte Dokumente automatisch von Vespa nach OpenSearch. Wer von einer Version vor 3 direkt auf 4 springt, verliert den Index und muss alle Konnektoren neu indexieren (OpenSearch Migration). Der Weg führt also immer über Version 3.
  • Ungepinnte Images. Ohne feste Version zieht die Installation das Tag latest. Die Onyx-Dokumentation rät, auf der jeweils neuesten stabilen Version zu bleiben und Versionen gezielt zu setzen. Bei wöchentlichen Releases gehört ein Update-Fenster in den Betriebsplan.
  • Voller Datenträger. OpenSearch setzt Indizes bei 95 Prozent Plattenbelegung auf schreibgeschützt. Neue Dokumente werden dann nicht mehr indexiert. Plattenbelegung gehört ins Monitoring.
  • Erste Indexierung. Ohne Startdatum liest ein Konnektor die komplette Historie der Quelle. Bei großen Confluence- oder SharePoint-Beständen ist ein Startdatum oder ein Pilot mit einem Ausschnitt sinnvoll.
  • Öffentliche Konnektoren. Wird ein Konnektor mit Zugriff auf vertrauliche Bereiche als öffentlich eingerichtet, sieht jeder Onyx-Nutzer diese Inhalte. In der Community Edition muss der Zuschnitt der Quellen das Rechtemodell ersetzen.
  • Neuindexierung beim Modellwechsel. Jeder Wechsel des Embedding-Modells baut den Index neu auf und belastet den Indexing-Model-Server entsprechend.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir betreiben Onyx auf Ihrer Infrastruktur oder auf einem Managed GPU-Server von WZ-IT in Deutschland. Support, Beratung und Implementierung erfolgen durch WZ-IT.

  1. Quellen und Rechte klären. Welche Systeme angebunden werden, welche Bereiche ausgeschlossen bleiben und ob Rechte aus den Quellsystemen übernommen werden müssen. Daraus folgt die Wahl zwischen Community und Enterprise Edition.
  2. Pilot mit echten Fragen. Ein abgegrenzter Bestand mit vereinbarten Referenzfragen und Quellenprüfung, wie im RAG Proof of Value beschrieben.
  3. Installation und Härtung. Onyx per Docker Compose oder Kubernetes mit festen Versionen, eigenen Secrets, TLS, SSO und geschlossenen Ports.
  4. Modelle anbinden. Lokales Sprachmodell über Ollama oder vLLM, Embedding-Modell passend für deutschsprachige Inhalte, auf Wunsch ein Gateway über LiteLLM.
  5. Laufender Betrieb. Updates, Monitoring von Konnektoren, Index und Plattenbelegung sowie Backups, beschrieben auf der Seite Onyx betreiben.

Soll statt einer Such- und Agentenplattform ein Chat mit Wissensbereichen entstehen, setzen wir auf Open WebUI. Für den fertigen Assistenten mit mehreren Wissensbereichen und Rollen gibt es den internen KI-Assistenten.

Weiterführende Guides

Onyx einführen, ohne Daten in fremde Clouds zu geben? Wir richten Onyx mit Ihren Datenquellen und einem lokalen Modell ein und übernehmen auf Wunsch den laufenden Betrieb. Termin vereinbaren

Quellen

Anfrage

Onyx im eigenen Netz betreiben

Wir prüfen Datenquellen, Berechtigungen, Modelle und Hardware und richten Onyx auf Ihrer Infrastruktur oder auf einem Managed GPU-Server von WZ-IT ein.

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Onyx ist eine Open-Source-Plattform für Unternehmenssuche, KI-Chat und Agenten auf Basis von RAG. Sie verbindet sich über Konnektoren mit Anwendungen wie Confluence, SharePoint, Jira oder Google Drive, indexiert deren Inhalte samt Metadaten und beantwortet Fragen mit Quellenangaben. Onyx lässt sich per Docker Compose, Kubernetes oder Helm selbst betreiben.

Ja. Onyx ist der neue Name des Projekts Danswer. Die Lizenzdatei nennt weiterhin die DanswerAI, Inc. als Rechteinhaberin, und interne Indexnamen im Quellcode beginnen noch mit danswer_chunk. Das GitHub-Repository liegt unter onyx-dot-app/onyx.

Nein. Der Code außerhalb der ee-Verzeichnisse steht unter der MIT-Lizenz (Community Edition). Alles in den ee-Verzeichnissen, etwa backend/ee und web/src/ee, steht unter der Onyx Enterprise License und benötigt für den Einsatz eine Lizenz. Der Hinweis MIT im Repository bezieht sich also nur auf die Community Edition.

Nein. Das automatische Übernehmen von Quellberechtigungen (Auto Sync Permissions) ist eine Funktion der Enterprise Edition bzw. ab dem Business-Plan verfügbar. In der Community Edition ist ein Konnektor privat oder öffentlich. Ein öffentlicher Konnektor, der private Inhalte liest, macht diese für alle Onyx-Nutzer sichtbar.

Onyx Standard braucht mindestens 4 vCPU, 10 GB RAM und 32 GB Speicher plus etwa das 2,5-Fache der indexierten Daten; empfohlen sind 8 vCPU und 16 GB RAM oder mehr. Onyx Lite kommt mit 2 vCPU und 2 GB RAM aus, indexiert aber keine Dokumente. Ein lokales Sprachmodell kommt als eigener Bedarf hinzu (Stand September 2026).

Onyx selbst läuft ohne GPU. Für selbst betriebene Embedding-Modelle empfiehlt die Dokumentation dringend, dem Indexing-Model-Server eine GPU bereitzustellen. Wer zusätzlich ein lokales Sprachmodell über Ollama oder vLLM betreibt, braucht dafür eine GPU mit ausreichend VRAM.

Nicht über einen eigenen Konnektor. In der Liste der offiziellen Konnektoren gibt es weder Nextcloud noch WebDAV (Stand September 2026). Möglich sind der Web-Konnektor für freigegebene Seiten, der Datei-Konnektor für hochgeladene Dateien oder ein eigener Konnektor über die Onyx-API. Rechte aus Nextcloud werden dabei nicht übernommen.

Onyx Lite ist eine schlanke Chat-Oberfläche mit Agenten, Datei-Uploads und Projekten, aber ohne Vektorindex und ohne Hintergrund-Worker. Konnektoren lassen sich damit nicht indexieren. Onyx Standard enthält zusätzlich den Vektor- und Keyword-Index, die Worker für die Synchronisation, die Model-Server sowie Redis und MinIO.

Onyx passt, wenn viele Unternehmensquellen laufend synchronisiert und durchsucht werden sollen, idealerweise mit übernommenen Rechten. Open WebUI passt, wenn der Chat mit lokalen Modellen im Vordergrund steht und Wissen über Uploads, Ordner-Synchronisation oder das Zusatzwerkzeug oikb in Wissensbereiche kommt. Beide binden Ollama und OpenAI-kompatible Endpunkte an.

Nein. Onyx ist von Vespa auf OpenSearch als Dokumentindex umgestiegen. Die Docker-Compose-Datei von Version 4.8.0 enthält OpenSearch 3.6.0 und keinen Vespa-Dienst mehr. Wer von einer Version vor 3 kommt, muss zuerst auf Version 3 aktualisieren, damit die Migration der indexierten Dokumente läuft; sonst ist eine Neuindexierung nötig.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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