GPU und VRAM für LLMs richtig dimensionieren
Timo Wevelsiep•Aktualisiert: 23.07.2026Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.
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„Passt dieses Modell auf meine GPU?" ist die praktische Kernfrage beim Aufbau lokaler KI - und sie lässt sich rechnen. Der VRAM-Bedarf eines Sprachmodells setzt sich aus drei Komponenten zusammen, und wer nur die Modellgröße betrachtet, verschätzt sich regelmäßig. Dieser Artikel zeigt die Faustregeln und ein Rechenbeispiel. Stand Juli 2026.
Inhaltsverzeichnis
- Drei Speicher-Komponenten
- Modellgewichte: die Faustregel
- Der KV-Cache: oft der Engpass
- Overhead und die Gesamtrechnung
- Ein Rechenbeispiel
Drei Speicher-Komponenten
Der VRAM-Bedarf eines Sprachmodells im Betrieb hat drei Teile (GPU-Sizing-Guide):
- Modellgewichte - der Speicher für die Parameter des Modells.
- KV-Cache - Zwischenwerte der Attention während der Generierung.
- Overhead - Aktivierungen, Framework und CUDA-Kontext.
Nur alle drei zusammen ergeben den realen Bedarf. Der häufigste Fehler ist, allein von den Gewichten auszugehen und den KV-Cache zu unterschätzen.
Modellgewichte: die Faustregel
Der Speicher für die Gewichte folgt aus Parameterzahl und Zahlenpräzision. Die praktische Faustregel:
- FP16 (volle Präzision): rund 2 GB VRAM je Milliarde Parameter.
- 4-Bit-Quantisierung (AWQ, GPTQ): rund 0,5 GB je Milliarde Parameter.
Ein 70-Milliarden-Modell braucht damit bei FP16 etwa 140 GB - mehr, als eine einzelne 80-GB-Karte (H100, A100) fasst. Quantisiert auf 4 Bit sinkt der reale Bedarf auf rund 40 bis 45 GB und passt auf eine 80-GB-GPU. Quantisierung ist deshalb der wichtigste Hebel, um große Modelle auf verfügbare Hardware zu bringen - meist mit nur geringem Qualitätsverlust.
Der KV-Cache: oft der Engpass
Der KV-Cache ist der am häufigsten übersehene Posten. Er speichert die Attention-Zwischenwerte während der Generierung, und sein Bedarf wächst linear mit der Sequenzlänge und der Zahl gleichzeitiger Anfragen - nicht mit der Modellgröße.
Das hat eine wichtige Konsequenz: Bei kurzem Kontext dominieren die Gewichte den Speicherbedarf. Bei langem Kontext und vielen parallelen Nutzern wird der KV-Cache zum eigentlichen Engpass. Ein 70-Milliarden-Modell mit 32k Kontext und zehn gleichzeitigen Nutzern kann für den Cache allein rund 112 GB (FP16) benötigen - deutlich mehr als die quantisierten Gewichte. Techniken wie das effiziente Speichermanagement von vLLM (PagedAttention) und die Quantisierung des KV-Cache mildern das ab.
Overhead und die Gesamtrechnung
Auf die Summe aus Gewichten und KV-Cache kommt ein Overhead von rund 15 bis 20 Prozent für Aktivierungen, Framework und CUDA-Kontext. Die Gesamtrechnung lautet also:
VRAM ≈ (Gewichte + KV-Cache) × 1,15 bis 1,2
Wer diesen Puffer weglässt, riskiert Out-of-Memory-Abbrüche unter Last - genau dann, wenn viele Nutzer gleichzeitig anfragen.
Ein Rechenbeispiel
Ein mittelgroßes Modell mit 8 Milliarden Parametern, betrieben in FP16 für einige gleichzeitige Nutzer mit moderatem Kontext:
- Gewichte: 8 × 2 GB = 16 GB.
- KV-Cache: je nach Kontext und Parallelität grob 2 bis 6 GB.
- Overhead: rund 15 bis 20 Prozent obendrauf.
Ergebnis: etwa 22 bis 26 GB - passt auf eine 24-GB-Karte, wenn Kontext und Parallelität moderat bleiben, sonst besser eine größere GPU. Dasselbe 8-Milliarden-Modell quantisiert (4 Bit) käme mit rund 4 GB Gewichten aus und ließe deutlich mehr Raum für Cache und Nutzer.
Die Wahl von Modell, Quantisierung und GPU hängt damit unmittelbar zusammen - Welches LLM selbst hosten? ordnet die Modellseite ein, Was ist lokale KI? das Gesamtbild.
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Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Der Bedarf setzt sich aus drei Teilen zusammen: den Modellgewichten, dem KV-Cache und einem Overhead. Als Faustregel brauchen die Gewichte bei FP16 rund 2 GB VRAM je Milliarde Parameter, bei 4-Bit-Quantisierung etwa 0,5 GB. Dazu kommen der KV-Cache (abhängig von Kontextlänge und Parallelität) und rund 15 bis 20 Prozent Overhead.
Deutlich. Ein 70-Milliarden-Modell braucht bei FP16 etwa 140 GB allein für die Gewichte und passt damit auf keine einzelne 80-GB-Karte. Bei 4-Bit-Quantisierung (AWQ, GPTQ) sinkt der reale Bedarf auf rund 40 bis 45 GB und passt auf eine 80-GB-GPU - mit begrenztem Platz für den KV-Cache. Quantisierung ist damit der wichtigste Hebel, um große Modelle auf verfügbare Hardware zu bringen.
Der KV-Cache speichert die Zwischenwerte der Attention während der Generierung. Sein Bedarf wächst linear mit der Sequenzlänge und der Zahl gleichzeitiger Anfragen - nicht mit der Modellgröße. Bei langem Kontext und vielen parallelen Nutzern wird der KV-Cache oft zum eigentlichen Engpass, nicht die Modellgewichte.
Weil bei produktivem Betrieb der KV-Cache stark ins Gewicht fällt. Ein Modell mag mit seinen Gewichten auf die Karte passen, aber sobald mehrere Nutzer mit langem Kontext gleichzeitig anfragen, kann der KV-Cache mehr Speicher verlangen als die Gewichte selbst. Die Dimensionierung muss beide berücksichtigen.
Rund 15 bis 20 Prozent zusätzlich auf die Summe aus Gewichten und KV-Cache - für Aktivierungen, Framework-Overhead und den CUDA-Kontext. Wer diesen Puffer weglässt, riskiert, dass der Betrieb unter Last mit Out-of-Memory-Fehlern abbricht.
Es gibt mehrere Hebel: ein kleineres oder stärker quantisiertes Modell wählen, die maximale Kontextlänge begrenzen, die Zahl gleichzeitiger Anfragen deckeln oder den KV-Cache quantisieren. Reicht das nicht, verteilt man das Modell über mehrere GPUs - eine Inferenz-Engine wie vLLM unterstützt verteiltes Serving.
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