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NetBird Self-Hosting-Lizenz 2026: was der Commercial Starter für 2.000 Euro ändert

Timo Wevelsiep
Timo Wevelsiep
#NetBird #ZeroTrust #SelfHosting #NIS2 #Lizenzen

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

NetBird Self-Hosting-Lizenz 2026: was der Commercial Starter für 2.000 Euro ändert

Fernzugriff souverän aufbauen, ohne Lizenzfallen? Wir planen und betreiben NetBird auf Ihrer oder unserer Infrastruktur in der EU, inklusive Identity Provider und Zugriffsrichtlinien - siehe Managed Secure Access und NetBird-Expertise, oder direkt ein Erstgespräch vereinbaren.

NetBird hat seine Self-Hosting-Lizenzierung geöffnet: Statt „Preis auf Anfrage" steht jetzt eine Zahl auf der Preisseite. Der Commercial Starter kostet 2.000 Euro pro Jahr für bis zu 50 Nutzer und 500 Geräte (netbird.io/pricing, Stand Juli 2026). Das ist mehr als eine Preisanpassung. Es verschiebt die Grenze, ab der selbst gehostetes Zero-Trust-Networking für den Mittelstand realistisch wird. Dieser Beitrag ordnet ein, was gratis bleibt, was die Lizenz freischaltet und ab wann sie sich rechnet.

Inhaltsverzeichnis

Was NetBird geändert hat

Der Hintergrund beginnt im August 2025. NetBird stellte die serverseitigen Komponenten management/, signal/, relay/ sowie das Dashboard von BSD-3 auf AGPLv3 um, wirksam mit Version 0.53.0 (Ankündigung vom 04.08.2025). Clients und das Root-Repository blieben BSD-3. Self-Hosting für die eigene Organisation blieb ausdrücklich erlaubt.

Offen blieb die Frage nach den kommerziellen Funktionen. Die Dokumentation beschreibt bis heute genau eine „Enterprise Commercial License" und nennt keine Preise; wer sie wollte, musste den Vertrieb kontaktieren. In der GitHub-Diskussion #6543 forderten Nutzer im Juni 2026 öffentlich transparente Preise, Direktkauf ohne Vertriebskontakt und eine klar abgegrenzte Community Edition. Ein Teilnehmer berichtete dort am 25. Juni 2026 von einem Angebot über 11.000 US-Dollar für ein Jahr bei 50 Nutzern. Das ist ein Nutzerbericht und kein offizieller Listenpreis, erklärt aber, warum die Debatte Fahrt aufnahm.

Der jetzt veröffentlichte Commercial Starter beantwortet beide Punkte: eine öffentliche Zahl, und eine Stufe unterhalb von Enterprise. Bemerkenswert ist, dass die Dokumentation diese Staffelung noch nicht abbildet - die Preisseite ist an dieser Stelle aktueller als die Docs.

Was die Community Edition kann

Der wichtigste Teil der Nachricht ist nicht der Preis, sondern was nicht hinter ihm liegt. Die kostenlose Community Edition hat kein Nutzer- und kein Gerätelimit und enthält:

  • Peer-to-Peer-Verbindungen samt Verschlüsselung und das Control Center
  • SSO und MFA über den eigenen Identity Provider
  • Zugriffsrichtlinien und Device Posture Checks
  • privates DNS, NetBird Networks und Netzwerk-Routen
  • Audit-Event-Logging
  • Community-Support

Das ist die vollständige Funktionsbasis für einen identitätsbasierten Fernzugriff. Wie die Architektur darunter arbeitet, steht in Was ist NetBird?; die Anbindung des Identity Providers beschreibt NetBird mit Authentik oder Keycloak verbinden.

Was der Commercial Starter freischaltet

Die kommerzielle Lizenz ergänzt Betriebsfunktionen, keine Sicherheitsfunktionen (Dokumentation):

Funktion Community Commercial Starter Enterprise
Nutzer / Geräte unbegrenzt bis 50 / 500 ab 50 / unbegrenzt
SSO und MFA mit eigenem IdP
Zugriffsrichtlinien, Posture Checks
Audit-Event-Logging
Active-Active-HA (Management, Signal) -
SCIM-Provisionierung -
Device Approvals -
EDR- und MDM-Integrationen - -
Traffic-Flow-Logging und -Streaming - -
Support Community E-Mail SLA, fester Ansprechpartner
Preis pro Jahr 0 Euro 2.000 Euro auf Anfrage

Technisch ist der Wechsel unspektakulär: Der Schlüssel wird als NB_LICENSE_KEY in die .env des Deployments eingetragen, der Server prüft ihn beim Start und schaltet die Funktionen frei. Eine Neuinstallation ist nicht nötig, was den Aufstieg von Community auf Commercial Starter zu einer Betriebsentscheidung macht statt zu einem Projekt.

Die Rechnung: ab wann sich die Lizenz trägt

Interessant wird der Preis im Vergleich zur eigenen Cloud des Anbieters. Die NetBird Cloud kostet 6 Euro pro Nutzer und Monat im Team-Plan und 12 Euro im Business-Plan, der kostenlose Einstiegstarif deckt 5 Nutzer und 100 Maschinen ab (Stand Juli 2026).

Reine Lizenzkosten pro Jahr, ohne Infrastruktur:

Nutzer Cloud Team (6 Euro) Cloud Business (12 Euro) Self-Hosted Starter
20 1.440 Euro 2.880 Euro 2.000 Euro
30 2.160 Euro 4.320 Euro 2.000 Euro
50 3.600 Euro 7.200 Euro 2.000 Euro

Der Break-even liegt bei rund 28 Nutzern gegenüber dem Team-Plan und bei rund 14 Nutzern gegenüber dem Business-Plan. Weil der Starter eine Pauschale ist, wird der Abstand mit jedem weiteren Nutzer größer, bis die Grenze von 50 Nutzern erreicht ist.

Ehrlich dazugerechnet gehört, was die Cloud mitliefert und Self-Hosting nicht: Server, Updates, Monitoring, Backups und Erreichbarkeit. Diese Kosten sind real und verschieben den Break-even nach oben. Der Unterschied ist ihre Natur - sie sind weitgehend fix und wachsen nicht mit jedem neuen Mitarbeiter. Wie sich das gegenüber Seat-Pricing anderer Anbieter entwickelt, rechnen wir in Tailscale Preise 2026 durch.

Self-Hosted und Cloud schneiden die Funktionen unterschiedlich

Ein Detail, das in Vergleichstabellen gerne untergeht: Dieselbe Funktion liegt in beiden Modellen auf unterschiedlichen Stufen.

  • Device Posture Checks sind self-hosted bereits in der kostenlosen Community Edition enthalten. In der Cloud setzen sie den Business-Plan für 12 Euro pro Nutzer und Monat voraus.
  • Audit-Event-Logging ist self-hosted kostenlos. In der Cloud beginnt es beim Team-Plan.
  • SSO und MFA mit einem Unternehmens-IdP sind self-hosted kostenlos. Der kostenlose Cloud-Tarif bietet nur Social SSO; für den eigenen Identity Provider braucht es den Team-Plan.

Für Unternehmen mit Compliance-Anforderungen dreht das die übliche Logik um. Genau die Funktionen, die für Nachweise gebraucht werden, sind im Self-Hosting am günstigsten - nicht am teuersten.

Was das für NIS2-Projekte bedeutet

Das NIS2-Umsetzungsgesetz ist seit dem 6. Dezember 2025 in Kraft, und das BSI führt unter den Risikomanagementmaßnahmen ausdrücklich Lösungen zur Multi-Faktor-Authentifizierung auf. Für Unternehmen, die noch OpenVPN, WireGuard oder eine VPN-Appliance betreiben, ist das der Auslöser für die Migration.

Die Einordnung ist damit eindeutig: Für die Erfüllung der MFA-Anforderung fällt bei NetBird keine Lizenzgebühr an. Die Faktorprüfung findet ohnehin im Identity Provider statt, etwa in Authentik oder Keycloak, und die Anbindung ist Teil der Community Edition. Welche Wege es sonst gibt und wo ihre Grenzen liegen, vergleicht MFA für VPN nachrüsten; den regulatorischen Rahmen ordnet NIS2-konformer Fernzugriff ein.

Bezahlt wird für Ausfallsicherheit der Steuerungsebene und für automatisches Provisioning. Beides ist Betrieb, nicht Compliance.

Wann Sie die Lizenz nicht brauchen

Drei Fälle, in denen die 2.000 Euro nicht nötig sind:

Wenn Sie unter 50 Nutzer bleiben und Konten manuell pflegen. SCIM automatisiert das Anlegen und Deaktivieren. Wer Gruppen ohnehin im Identity Provider führt, überträgt sie über den JWT-Claim in NetBird - das funktioniert in der Community Edition und deckt den größeren Teil des Nutzens ab.

Wenn ein kurzer Ausfall der Steuerungsebene tragbar ist. Bestehende Peer-Verbindungen laufen weiter, weil der Datenverkehr direkt zwischen den Peers fließt. Betroffen sind Neuanmeldungen und Token-Erneuerungen. Für viele Mittelständler ist das ein Wartungsfenster, kein Ausfall.

Wenn Sie über 50 Nutzer liegen. Dann greift der Starter nicht mehr, und es geht wieder in die Enterprise-Verhandlung. Der Sprung sollte vor dem Aufbau bekannt sein, nicht beim Onboarding des 51. Mitarbeiters.

Umgekehrt ist die Lizenz gut investiert, sobald Fernzugriff geschäftskritisch ist, Personalwechsel häufig sind oder ein Auditor automatisches Deprovisioning sehen will.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir starten Projekte grundsätzlich auf der Community Edition und klären die Lizenzfrage anhand von drei Punkten: Wie viele Nutzer werden es in zwölf Monaten, wie kritisch ist der Zugriff, und gibt es eine Nachweispflicht für automatisches Deprovisioning? Erst daraus ergibt sich, ob der Commercial Starter sinnvoll ist.

Was wir übernehmen, ist der Teil, der bei Self-Hosting tatsächlich Aufwand macht: Control Plane in der EU, Anbindung des Identity Providers samt MFA-Regel, Gruppen- und Richtlinienmodell, Standortanbindung über Routing-Peers, Updates und Monitoring. Wer das als Festpreis statt als Per-Seat-Modell möchte, findet es in unserer VPN-Flatrate.

Was wir nicht tun: eine Lizenz verkaufen, die Sie nicht brauchen. In den meisten Setups unter 30 Nutzern ist die Community Edition die richtige Antwort.

Weiterführende Guides

Unklar, ob Community Edition oder Lizenz? Wir rechnen den Fall mit Ihnen durch, statt pauschal zu empfehlen - inklusive Migrationspfad von OpenVPN, WireGuard oder Appliance. Jetzt Erstgespräch vereinbaren.

Quellen

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema

Die Community Edition bleibt kostenlos, ohne Nutzer- oder Gerätelimit. Neu darüber steht der Commercial Starter mit 2.000 Euro pro Jahr für bis zu 50 Nutzer und 500 Geräte. Für größere Umgebungen gibt es weiterhin eine Enterprise-Lizenz mit Preis auf Anfrage (Stand Juli 2026).

Mehr als viele erwarten: Peer-to-Peer-Verbindungen samt Verschlüsselung, das Control Center, SSO und MFA über den eigenen Identity Provider, Zugriffsrichtlinien, Device Posture Checks, privates DNS, Netzwerk-Routen und Audit-Event-Logging. Nutzer und Geräte sind nicht begrenzt. Damit lässt sich ein NIS2-tauglicher Fernzugriff ohne Lizenzkosten aufbauen.

Active-Active-Hochverfügbarkeit für Management und Signal, SCIM-Provisionierung von Nutzern und Gruppen, Device Approvals und Support per E-Mail. Die Enterprise-Lizenz ergänzt darüber hinaus EDR- und MDM-Integrationen sowie Traffic-Flow-Event-Logging und -Streaming.

Reine Lizenzkosten gerechnet: Der Commercial Starter kostet so viel wie rund 28 Nutzer im Cloud-Team-Plan (6 Euro pro Nutzer und Monat) oder rund 14 Nutzer im Business-Plan (12 Euro). Darüber wird self-hosted günstiger. Dagegen zu rechnen sind Infrastruktur und Betriebsaufwand, die in der Cloud im Preis enthalten sind.

Nein. Die für NIS2 entscheidenden Bausteine liegen in der kostenlosen Community Edition: Mehrfaktorauthentifizierung über den eigenen Identity Provider, Zugriffsrichtlinien statt flachem Netz, Posture Checks und Audit-Logging. Bezahlt wird für Betriebskomfort, nicht für Sicherheitsfunktionen.

Über die Umgebungsvariable NB_LICENSE_KEY in der .env-Datei des Deployments. Beim Start prüft der Server den Schlüssel und schaltet die lizenzierten Funktionen frei. Ein Wechsel von der Community Edition erfordert keine Neuinstallation.

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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