WZ-IT entwickelt eine Wissenslösung für Ihre Interviews und Unterlagen: mit Verarbeitung, fachlicher Freigabe und Wissenschat. Ihr Team kann weitere Inhalte selbst ergänzen. KI-gestützten Wissenstransfer ansehen.
Ein Mitarbeiter verlässt das Unternehmen. Die Prozessbeschreibung ist vorhanden, trotzdem bleiben Fragen: Wann gilt die Ausnahme? Warum wurde ein bestimmter Lieferant ausgewählt? Wer hilft, wenn die Anlage trotz unauffälliger Messwerte anders klingt? Ein geordneter Wissenstransfer erfasst auch diese Zusammenhänge.
Dieser Leitfaden beschreibt einen möglichen Ablauf. Die Beispiele sind hypothetisch und keine WZ-IT-Kundenfälle.
Welche Themen gehören in die Übergabe?
Beginnen Sie bei den Aufgaben der Nachfolge. Eine Sammlung sämtlicher Erinnerungen ist schwer zu prüfen und später schwer anzuwenden. Priorisieren Sie stattdessen Entscheidungen, häufige Rückfragen und seltene Fälle mit großen Auswirkungen.
| Wissensbereich | Frage für die Vorbereitung |
|---|---|
| Wiederkehrende Aufgaben | Was muss wann erledigt werden und woran erkennt man ein gutes Ergebnis? |
| Ausnahmen | Wann reicht die normale Anleitung nicht aus? |
| Entscheidungshintergründe | Welche Alternativen wurden verworfen und warum? |
| Abhängigkeiten | Welche Personen, Systeme oder Lieferanten sind beteiligt? |
| Offene Themen | Was wurde begonnen, aber noch nicht entschieden? |
Erstellen Sie daraus eine Themenliste mit Verantwortlichen, vorhandenen Quellen und vorgesehenen Empfängern. Stimmen Sie Interviewtermine früh ab. Moderierte Transfergespräche mit anschließender Wissensaufbereitung wurden beispielsweise vom Fraunhofer IPK für eine Führungsnachfolge bei der Stadt Köln beschrieben.
Welche Interviewfragen machen Erfahrungswissen sichtbar?
Fragen nach tatsächlichen Ereignissen liefern überprüfbaren Kontext. Ein sinnvoller Leitfaden enthält beispielsweise:
- Beschreiben Sie den letzten Fall, in dem die Standardanleitung nicht genügte.
- Woran haben Sie erkannt, dass eine andere Vorgehensweise notwendig war?
- Welche Informationen fehlten Ihnen damals?
- Welche Alternativen haben Sie erwogen und ausgeschlossen?
- Wer musste informiert werden oder die Entscheidung freigeben?
- Welche Folgen hätte eine falsche Entscheidung gehabt?
- Gilt das Vorgehen heute noch? Welche Bedingungen haben sich verändert?
- Was sollte Ihre Nachfolge selbst ausprobieren oder üben?
Nach dem Gespräch sollte die Nachfolge Rückfragen stellen können. Ein Interview kann praktische Einweisung, gemeinsame Arbeit und Übung ergänzen. Es überträgt nicht automatisch jede körperliche Fertigkeit oder jede Erfahrung.
Wie wird aus dem Interview eine verlässliche Quelle?
Transkripte enthalten Versprecher, Abkürzungen und Aussagen, deren Kontext fehlt. Prüfen Sie Namen, Zahlen und Bedingungen anhand der Aufnahme und vorhandener Unterlagen. Markieren Sie unklare Stellen für eine Rückfrage.
Jeder aufbereitete Wissenseintrag sollte Thema, Quelle, Erfassungsdatum, Gültigkeitsstand, fachliche Verantwortung und Freigabestatus enthalten. Trennen Sie aktuelle Regeln von historischen Erfahrungen und noch offenen Empfehlungen.
Wenn eine Person eine alte Vorgehensweise beschreibt, eine aktuelle Richtlinie aber etwas anderes verlangt, darf die KI den Widerspruch nicht selbst zum Unternehmensstandard erklären. Die zuständige Fachperson entscheidet, welche Aussage freigegeben wird.
Was ist bei einem Geschäftsführungswechsel anders?
Bei einer Führungsübergabe stehen Entscheidungshintergründe, Zuständigkeiten, laufende Verpflichtungen und offene Risiken im Vordergrund. Die Empfänger unterscheiden sich: Ein Einarbeitungsleitfaden kann für ein Team freigegeben werden, vertrauliche Führungsthemen nur für die Nachfolge.
Legen Sie die Empfänger bereits bei der Erfassung fest. Eine gemeinsame Ablage mit dem Hinweis „Bitte vertraulich behandeln“ ersetzt keine Zugriffssteuerung. Eine vollständige Unternehmensnachfolge umfasst darüber hinaus Themen, die eine technische Wissenssicherung nicht abdeckt.
Welche Rolle spielen KI und RAG?
KI kann beim Transkribieren, Strukturieren und Formulieren von Nachfragen unterstützen. Bei RAG sucht das System anschließend passende freigegebene Wissenseinträge und stellt sie dem Sprachmodell für die Antwort bereit. Dafür ist kein Training der Modellgewichte notwendig.
Ein interner Wissensassistent kann solche Interviewbestände mit bestehenden Dokumenten verbinden. Quellenangaben erlauben die Nachprüfung. Fehlende Informationen müssen als Lücke behandelt werden; plausibel klingende Antworten sind kein Ersatz für einen Beleg.
Wie prüfen Sie, ob die Übergabe funktioniert?
Vereinbaren Sie vorab konkrete Fragen der Nachfolge. Prüfen Sie anschließend:
- Findet die berechtigte Person die passende und aktuelle Quelle?
- Sind Bedingungen und Ausnahmen in der Antwort erhalten geblieben?
- Bleiben vertrauliche Inhalte für andere Nutzergruppen unzugänglich?
- Erkennt das System Fragen, die der Bestand noch nicht beantworten kann?
- Kann die Nachfolge eine beschriebene Aufgabe mit den Unterlagen tatsächlich ausführen?
Dokumentieren Sie Wissenslücken und Abweichungen. Die Zahl erfasster Interviewstunden allein zeigt nicht, ob die Übergabe gelungen ist.
Wie bleibt das Wissen nach dem Wechsel aktuell?
Benennen Sie für jeden Themenbereich eine fachliche Verantwortung und einen Anlass zur Überprüfung: Prozessänderung, neue Richtlinie oder wiederkehrende unbeantwortete Fragen. Technischer Betrieb und inhaltliche Pflege sind unterschiedliche Aufgaben. Ein laufender Server hält eine veraltete Anleitung nicht aktuell.
Der Wissenstransfer-Pilot verbindet Ihre Interviews und Unterlagen über eine individuelle Verarbeitungspipeline mit fachlicher Freigabe und einem Wissenschat. Ihr Unternehmen stellt die Inhalte bereit und bestätigt deren fachliche Richtigkeit. WZ-IT baut den technischen Prozess und weist Ihr Team ein, damit es weitere Gespräche und Unterlagen selbst einspeisen kann. Interviewleitfäden, unterstützte Wissenserfassung und KI-gestützte Rückfragen lassen sich projektbezogen ergänzen.
Wenn bereits geprüfte Dokumente vorliegen und zunächst ein vorhandener Bestand erschlossen werden soll, kann der RAG-Sprint direkt bei der technischen Integration beginnen.
Quellen
- Fraunhofer IPK: Wissenssicherung bei ausscheidenden Mitarbeitenden
- Fraunhofer IAO: KI-Buddy zur Sicherung von Erfahrungswissen
Stand: 5. September 2026.










