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Proxmox-Monitoring: Die Tools im Vergleich (Zabbix, Checkmk, Grafana, Pulse)

Timo WevelsiepTimo WevelsiepAktualisiert: 09.07.2026

Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.

Proxmox VE bringt Live-Graphen in der Weboberfläche mit - aber kein Monitoring im Betriebssinne: Niemand wird geweckt, wenn nachts ein Node ausfällt, ein ZFS-Pool degraded ist oder der Backup-Job seit Tagen scheitert. Dafür braucht es ein externes System. Vier Ansätze haben sich etabliert: Zabbix mit dem offiziellen Template, Checkmk mit seinem Special Agent, der Prometheus-Exporter mit Grafana und das leichtgewichtige Pulse. Dieser Vergleich zeigt, was die Tools wirklich abdecken - und wo bei jedem die Lücken liegen (Stand Juli 2026).

Was ein Proxmox-Monitoring abdecken muss

Bevor das Tool gewählt wird, lohnt der Blick auf die Checkliste. Ein vollständiges Proxmox-Monitoring umfasst:

  • Host-Ebene: CPU, RAM, Swap, Disk-I/O, Netzwerk, Temperatur und SMART-Status der Platten
  • Virtualisierungs-Ebene: Status und Ressourcen aller VMs und Container, automatische Erkennung neuer Gäste
  • Cluster-Ebene: Quorum, Node-Erreichbarkeit, Corosync-Gesundheit
  • Storage: Füllstände, ZFS-Pool-Status bzw. Ceph-Health
  • Backups: Laufen die PBS-Jobs? Wie alt ist das letzte erfolgreiche Backup?
  • Alarmierung: Eskalationsketten, Bereitschaft, Wartungsfenster - sonst ist es ein Dashboard, kein Monitoring

Kein Tool deckt alle sechs Punkte allein ab. Die Unterschiede liegen darin, wie viel fehlt und wie viel Eigenbau nötig ist.

Zabbix: der Allrounder mit offiziellem Template

Zabbix liefert mit „Proxmox VE by HTTP" ein offizielles, vom Hersteller gepflegtes Template (verfügbar für Zabbix 6.0 bis 7.4, Zabbix-Integrationsseite). Es arbeitet agentenlos über die PVE-REST-API (Port 8006) mit einem API-Token, der nur Lese-Rechte braucht (Sys.Audit, Datastore.Audit, VM.Audit - praktisch: die PVEAuditor-Rolle). Per Low-Level-Discovery erkennt es automatisch Cluster samt Quorum, alle Nodes (Status, CPU, RAM, Uptime, Version), Storages und sämtliche VMs und LXC-Container - inklusive Triggern für Node-Ausfall und Überlast. Seit Zabbix 7.4 kommen Disk-Discovery mit SMART-Health über die PVE-API, Zertifikats- und Update-Überwachung dazu.

Die Lücken: ZFS-Pool-Health und PBS-Backup-Jobs deckt das Template nicht ab. Dafür installiert man den Zabbix Agent 2 auf dem Host (offizielles SMART-Plugin mit smartmontools; für ZFS gibt es bewährte Community-Templates) oder baut eigene Checks. Zabbix ist damit das Werkzeug mit dem besten Verhältnis aus Abdeckung, Alarmierungs-Tiefe und Betreibbarkeit - vorausgesetzt, jemand pflegt es.

Checkmk: stark bei Backups

Checkmk bringt einen dedizierten Proxmox-VE-Special-Agent mit, der sich mit einem checkmk@pve-User und der PVEAuditor-Rolle verbindet (Checkmk-Doku). VM- und Container-Daten laufen über den Piggyback-Mechanismus den richtigen Hosts zu. Der große Pluspunkt sind die fertigen Backup-Checks: proxmox_ve_vm_backup_status überwacht Datum, Alter, Größe und Bandbreite des letzten erfolgreichen Backups pro Gast, proxmox_ve_vm_snapshot_age schlägt bei zu alten Snapshots an - genau die Disziplin, die anderswo Eigenbau bedeutet.

Einschränkungen: Die automatische Host-Anlage für entdeckte VMs (Dynamic Host Management) ist den kommerziellen Editionen vorbehalten; in der freien Raw Edition bedeutet das Handarbeit. Die Doku beschreibt zudem die Anmeldung per Benutzername und Passwort statt API-Token.

Grafana + Prometheus: die Dashboard-Königsklasse

Der prometheus-pve-exporter (aktiv gepflegt, Version 3.9) exportiert Cluster-, Node-, VM/LXC- und Storage-Metriken samt Backup-Abdeckung auf Port 9221 - auch hier genügt ein Read-only-Zugang (PVEAuditor). Zusammen mit Prometheus und Grafana entsteht die flexibelste Visualisierung, inklusive Alerting über den Alertmanager.

Alternativ pusht Proxmox Metriken auch nativ an externe Systeme: Graphite, InfluxDB und seit PVE 9.1 OpenTelemetry, konfiguriert unter Datacenter → Metric Server (Proxmox-Doku zum External Metric Server). Wichtig zur Einordnung: Das ist reiner Metrik-Export - Zustandslogik, Trigger und Eskalation muss der Stack dahinter liefern. Wie ein Grafana-Dashboard-Stack aufgebaut wird, zeigt unsere Grafana-Expertise.

Pulse: der schnellste Überblick

Pulse ist ein leichtgewichtiges Dashboard mit Echtzeit-Ansicht und Alarmierung (Discord, Slack, Telegram, E-Mail, Webhooks) für Proxmox VE, PBS und PMG - inzwischen auch für Docker und Kubernetes. Installation per LXC-Skript oder Docker in wenigen Minuten, rund 6.000 GitHub-Sterne. Für Homelabs und den schnellen Team-Überblick ist es unschlagbar pragmatisch. Für den Unternehmenseinsatz relevant: Das Projekt folgt inzwischen einem Open-Core-Modell - die freie Version hält Metriken 7 Tage vor, RBAC, Audit-Logs und 90-Tage-Retention sind dem kostenpflichtigen Pro-Tier vorbehalten.

Der direkte Vergleich

Zabbix Checkmk Grafana/Prometheus Pulse
Offizielle PVE-Integration Hersteller-Template Special Agent Community-Exporter (aktiv gepflegt) eigenes Projekt
VM/LXC-Discovery ja (LLD) ja (Piggyback) ja ja
Backup-Überwachung Eigenbau fertige Checks Basis (Backup-Abdeckung) PBS-Ansicht
SMART/Disks ab Zabbix 7.4 bzw. Agent 2 über Host-Agent über node_exporter begrenzt
Alarmierung/Eskalation sehr stark stark Alertmanager Basis (Webhooks & Co.)
Aufwand Einstieg mittel mittel hoch minimal
Geeignet für Produktivbetrieb mit Bereitschaft Backup-fokussierte Teams Dashboard-liebende DevOps-Teams Homelab, schneller Überblick

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir betreiben für Kunden einen hochverfügbaren Zabbix-Cluster als Monitoring-Backbone: das offizielle Proxmox-Template als Basis, ergänzt um Agent-2-Checks für SMART und ZFS, eigene Prüfungen für PBS-Backup-Läufe und Alarmierung mit Eskalationsketten bis zur Bereitschaft. Grafana setzen wir ergänzend für Dashboards auf - die Stärken beider Welten. Fällt ein Monitoring-Node aus, läuft die Überwachung unterbrechungsfrei weiter; das Monitoring selbst ist kein Single Point of Failure.

Wer das nicht selbst aufbauen und pflegen will: Im Managed Proxmox ist genau dieses Monitoring enthalten (ab 179,90 Euro pro Node und Monat), als eigenständiger Baustein gibt es Managed Zabbix auch ohne Vollbetrieb - Einstieg ab 79,90 Euro pro Monat. Die Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Selbstaufbau liefert der Guide Proxmox mit Zabbix überwachen. Gern besprechen wir Ihr Setup in einem kostenlosen Erstgespräch.

Sie möchten Proxmox nicht selbst betreiben? WZ-IT übernimmt Einrichtung, Betrieb und Wartung – DSGVO-konform aus Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Nur ansatzweise. Die Weboberfläche zeigt Live-Graphen zu CPU, RAM und I/O, und Proxmox kann Metriken nativ an externe Server pushen (Graphite, InfluxDB, seit PVE 9.1 auch OpenTelemetry). Das ist aber reiner Metrik-Export ohne Alarmierung und Eskalation - für den Produktivbetrieb braucht es ein vollwertiges Monitoring-System davor.

Es hängt vom Ziel ab: Zabbix bietet mit dem offiziellen Template die vollständigste Alarmierungs-Lösung für Infrastruktur, Checkmk punktet mit fertigen Backup-Alter-Checks, Grafana/Prometheus liefert die schönsten Dashboards, Pulse den schnellsten Einstieg. Für den verantworteten Produktivbetrieb setzen wir auf Zabbix als Backbone.

Nein. Das Template „Proxmox VE by HTTP“ deckt Cluster, Nodes, Storage-Füllstände und VM/LXC-Status ab - PBS-Backup-Jobs und ZFS-Pool-Health gehören nicht dazu. Diese Lücken schließt man über den Zabbix Agent 2 auf dem Host (SMART-Plugin, Community-ZFS-Template) oder eigene Checks.

Nur Lese-Rechte: Die Zabbix-Template-Dokumentation verlangt Sys.Audit, Datastore.Audit und VM.Audit - in der Praxis vergibt man die PVEAuditor-Rolle an einen dedizierten Monitoring-User mit API-Token. Checkmk dokumentiert explizit die PVEAuditor-Rolle. Schreibrechte braucht Monitoring nie.

Pulse ist ein leichtgewichtiges Open-Source-Dashboard mit Alarmierung für Proxmox VE, PBS und PMG (inzwischen auch Docker und Kubernetes). Es ist in Minuten installiert und ideal für den schnellen Überblick. Zu beachten: Das Projekt ist zum Open-Core-Modell gewechselt - die freie Version hält Metriken 7 Tage vor, längere Retention und RBAC sind kostenpflichtig.

Wir. WZ-IT betreibt einen hochverfügbaren Zabbix-Cluster für das Infrastruktur-Monitoring unserer Kunden - inklusive Proxmox-spezifischer Checks, Backup-Verifikation und Alarmierung mit Eskalationsketten. Im Managed-Proxmox-Paket (ab 179,90 Euro pro Node und Monat) ist das enthalten; als eigenständiger Baustein ist es ebenfalls buchbar.

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