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XCP-ng vs. Proxmox: zwei Open-Source-Wege aus der VMware-Welt

Timo WevelsiepTimo WevelsiepAktualisiert: 09.07.2026

Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.

Wer 2026 eine VMware- oder Citrix-Alternative sucht, landet fast immer bei zwei Kandidaten: XCP-ng und Proxmox VE. Beide sind Open Source, beide produktionsreif - und doch grundverschieden. Dieser Vergleich ordnet ehrlich ein, wo welches System die bessere Wahl ist. Den Blick auf VMware selbst liefert der Proxmox-vs-VMware-Vergleich.

Architektur: Xen gegen KVM

XCP-ng stammt von Vates und basiert auf dem Typ-1-Hypervisor Xen (aktuell Xen 4.17) mit einer CentOS-7-basierten dom0 als Steuerdomäne. Proxmox VE setzt auf ein aktuelles Debian mit KVM/QEMU für VMs und LXC für Container. Beide Ansätze sind ausgereift; KVM profitiert direkt vom Mainline-Kernel, Xen bringt eine lange Isolations-Historie mit. XCP-ng 8.3 ist seit Juni 2025 die LTS-Version mit Support bis 30.11.2028 (Release Notes) und wird aktiv gepatcht - ein totes Projekt ist das keineswegs.

Verwaltung: separates XO gegen integrierte Oberfläche

Der größte Alltagsunterschied: XCP-ng wird über Xen Orchestra (XO) verwaltet - eine separat betriebene Web-Oberfläche mit Backup-Funktionen und Terraform-Provider. „XO from sources" ist frei, die fertige Appliance (XOA) samt Support ist kommerziell. Proxmox liefert alles integriert aus: GUI, Clustering, HA und Backup-Anbindung stecken im Produkt selbst, ohne Zusatzkomponente.

Bei den Support-Kosten (Stand Juli 2026): Vates bündelt Support in den VMS-Paketen - Essential 2.000 US-Dollar/Jahr (max. 3 Hosts), Essential+ 4.000, Pro 1.000 je Host/Jahr (min. 3), Enterprise 1.800 je Host/Jahr (min. 4, 24/7). Proxmox-Subscriptions sind optional und kosten je Sockel 120 bis 1.100 Euro pro Jahr.

Storage: SR-Modell gegen natives ZFS und Ceph

XCP-ng organisiert Storage in Storage Repositories (SRs): offiziell unterstützt sind EXT, LVM, NFS, iSCSI und HBA; ZFS und Ceph laufen nur „as-is" ohne offiziellen Support. Block-SRs sind thick-provisioned, und das VHD-Format begrenzte virtuelle Disks historisch auf 2 TiB - erst mit der QCOW2-GA im Mai 2026 stieg das Limit auf 16 TiB. Dazu kommt die Grenze von 64 vCPUs pro VM.

Proxmox integriert ZFS, Ceph und LVM-thin nativ - inklusive Replikation, Snapshots und hyperkonvergentem Ceph aus der eigenen GUI. Wer sein Storage-Konzept um ZFS oder Ceph bauen will, hat bei Proxmox den deutlich kürzeren Weg.

Backup: XO-Backup gegen Proxmox Backup Server

Xen Orchestra bringt Backup-Jobs direkt mit - solide und im Bundle enthalten. Proxmox setzt mit dem Proxmox Backup Server auf ein dediziertes Produkt mit Deduplizierung, inkrementellen Backups und Verifikation. Für größere Umgebungen mit langen Aufbewahrungsfristen ist das der gewichtigere Ansatz.

Migration von XCP-ng zu Proxmox

Der sauberste dokumentierte Weg führt über OVA: Export aus Xen Orchestra, dann Import über den OVA/OVF-Import von Proxmox (GUI seit PVE 8.3, alternativ qm importovf - Migrations-Doku). Der oft zitierte XVA-Export mit Konvertierung per xva-img funktioniert ebenfalls, ist aber reines Community-Tooling ohne offiziellen Import-Pfad. Im Gast müssen die Xen-Tools weichen und VirtIO-Treiber einziehen. Der komfortable PVE-Import-Wizard zielt auf ESXi, nicht auf XCP-ng. Zusätzlichen Schub bekommt das Thema durch Citrix: Zum 15.04.2026 endet das file-based Licensing, der License Activation Service wird Pflicht und verlangt XenServer 8.4 oder neuer - viele XenServer-Häuser stellen deshalb gerade die Plattformfrage.

Die Unterschiede im Überblick

XCP-ng 8.3 LTS Proxmox VE 9.x
Hypervisor Xen 4.17 (Typ-1), LTS-Support bis 30.11.2028 KVM (VMs) + LXC (Container) auf aktueller Debian-Basis
Verwaltung Xen Orchestra als separate Appliance; XOA editions-gestaffelt, „from sources" frei, aber ohne Support; XO Lite eingebaut für Basis-Aufgaben Web-GUI auf jedem Host integriert, kein Management-Server nötig
Storage SR-Konzept (SMAPIv1): thin bei EXT/NFS/ZFS, thick bei LVM über iSCSI/HBA; QCOW2-Disks bis ~16 TiB ZFS, Ceph und LVM-thin nativ; Snapshot-fähige Typen mit Thin Provisioning
Backup Xen Orchestra: Full/Incremental Backup, Incremental Replication, Mirror Proxmox Backup Server: Deduplizierung, inkrementell, Verifikation, Verschlüsselung
HA & Live-Migration Kostenlos; HA braucht Shared SR als Heartbeat, empfohlen ab 3 Hosts Kostenlos und integriert, ohne Feature-Gates
Support-Modell Vates VMS: Essential, Essential+, Pro, Enterprise Proxmox-Subscription je CPU-Sockel; Software in allen Tiers identisch

Das ehrliche Fazit

XCP-ng ist ein solides, aktiv gepflegtes Xen-Ökosystem - gerade für Teams mit XenServer-Vergangenheit ein natürlicher Hafen. Proxmox punktet mit dem integrierten Storage-Ökosystem (Ceph, ZFS), dem Proxmox Backup Server und dem größeren Community-Momentum. Beides sind legitime Entscheidungen; Proxmox ist unser Betriebs-Schwerpunkt, weil Integration und Storage-Flexibilität im Managed-Betrieb den Ausschlag geben.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Wir betreiben Proxmox-Umgebungen als Managed Proxmox ab 179,90 € pro Node und Monat - und übernehmen bestehende Umgebungen auch dann, wenn sie erst noch von XCP-ng oder XenServer dorthin migriert werden müssen: Health-Check, Migrationsplan, Umzug, Betriebsverantwortung. Welche Plattform zu Ihrer Umgebung passt, klären wir neutral in einem kostenlosen Erstgespräch.

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Ja. XCP-ng selbst ist Open Source und ohne Lizenzkosten nutzbar, ebenso „Xen Orchestra from sources“, wenn man es selbst baut. Kommerziell wird es bei der fertigen XOA-Appliance und beim Support: Beides bündelt Vates in den kostenpflichtigen VMS-Paketen.

Vates VMS (Stand Juli 2026): Essential 2.000 US-Dollar pro Jahr (max. 3 Hosts), Essential+ 4.000, Pro 1.000 je Host und Jahr (min. 3 Hosts), Enterprise 1.800 je Host und Jahr (min. 4 Hosts, 24/7). Proxmox-Subscriptions sind optional und kosten je Sockel 120 bis 1.100 Euro pro Jahr - die Software ist in beiden Fällen identisch.

Ja. Der sauberste Weg ist der OVA-Export aus Xen Orchestra mit anschließendem Import über den OVA/OVF-Import von Proxmox (GUI seit PVE 8.3, alternativ qm importovf). Der XVA-Export mit Konvertierung per xva-img funktioniert ebenfalls, ist aber Community-Tooling. Im Gast gehören die Xen-Tools raus und VirtIO-Treiber rein - der Weg ist manueller als bei VMware, wo PVE einen Import-Wizard mitbringt.

Beide sind ausgereifte Hypervisor, die Frage entscheidet sich nicht im Kern. Xen (XCP-ng) ist ein klassischer Typ-1-Hypervisor mit langer Isolations-Historie; KVM lebt im Mainline-Linux-Kernel und profitiert direkt von dessen Entwicklungstempo und Hardware-Support. In der Praxis zählt das Ökosystem drumherum: Storage, Backup, Tooling, Community.

Citrix stellt das file-based Licensing zum 15.04.2026 ein; danach ist der License Activation Service (LAS) Pflicht und setzt XenServer 8.4 oder neuer voraus. Für viele XenServer-Bestandskunden ist das der Anlass, die Plattformfrage neu zu stellen - XCP-ng und Proxmox sind die naheliegenden Open-Source-Ziele.

Wir betreiben Proxmox als Schwerpunkt und begleiten den Weg dorthin: Health-Check der bestehenden XCP-ng- oder XenServer-Umgebung, Migrationsplan, Umzug der VMs und anschließend Betriebsübernahme der neuen Proxmox-Plattform - inklusive Monitoring, Patching und Backup-Verantwortung.

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