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GrundlagenProxmox

Was ist Proxmox?

Timo WevelsiepTimo WevelsiepAktualisiert: 01.07.2026

Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.

Proxmox Virtual Environment (kurz Proxmox VE oder PVE) ist eine quelloffene Plattform für Virtualisierung und Container. Damit betreiben Unternehmen virtuelle Maschinen und Container auf eigener Hardware, zentral verwaltet über eine Weboberfläche, ganz ohne Lizenzkosten pro CPU-Kern. Proxmox ist damit die wohl bekannteste Open-Source-Alternative zu VMware vSphere und Microsoft Hyper-V.

Proxmox VE basiert auf Debian GNU/Linux und kombiniert zwei Virtualisierungstechnologien in einem Produkt: KVM für vollwertige virtuelle Maschinen und LXC für leichtgewichtige Linux-Container. Es steht unter der AGPLv3, gehört der österreichischen Proxmox Server Solutions GmbH und bindet Sie an keinen Hersteller, weder bei der Hardware noch beim Betrieb. Das ist der entscheidende Unterschied zu proprietären Plattformen, deren Anbieter Preise ändern oder Produkte umstellen können, wie zuletzt bei VMware nach der Übernahme durch Broadcom.

Wofür wird Proxmox eingesetzt

Proxmox ist die Grundlage für eine eigene Private Cloud. Typische Einsatzzwecke:

  • Server-Konsolidierung: Viele physische Server werden zu wenigen leistungsstarken Nodes zusammengeführt, auf denen Dutzende VMs und Container laufen.
  • VMware-Ablösung: Unternehmen migrieren weg von kostenintensiven vSphere-Lizenzen auf eine wirtschaftliche, souveräne Plattform.
  • Hochverfügbarkeit: Im Cluster laufen geschäftskritische Anwendungen ausfallsicher; fällt ein Node aus, starten die VMs automatisch auf einem anderen.
  • Test- und Entwicklungsumgebungen: Schnell bereitgestellte, isolierte Umgebungen mit Snapshots und Klonen.
  • Hosting von Open-Source-Anwendungen: Nextcloud, GitLab, Datenbanken und mehr, sauber getrennt in eigenen VMs oder Containern.

Wie Proxmox aufgebaut ist

Ein Proxmox-Setup besteht aus wenigen, klar abgegrenzten Bausteinen:

  • KVM (Kernel-based Virtual Machine) ist der Hypervisor für vollständige virtuelle Maschinen. Damit läuft jedes Gastsystem inklusive Windows.
  • LXC (Linux Containers) bietet ressourcenschonende Container, die sich den Kernel des Hosts teilen, ideal für viele kleine Linux-Dienste.
  • Die Weboberfläche verwaltet Nodes, VMs, Container, Storage und Netzwerk zentral im Browser. Alles ist zusätzlich über eine REST-API und die Kommandozeile steuerbar.
  • Clustering über Corosync verbindet mehrere Nodes zu einem Verbund mit gemeinsamer Verwaltung.
  • Storage: Proxmox unterstützt ZFS, Ceph, LVM, NFS und mehr, von lokaler Festplatte bis zum verteilten, hochverfügbaren Speicher.
  • Proxmox Backup Server (PBS) ergänzt die Plattform um deduplizierte, inkrementelle und verschlüsselte Backups.

Diese überschaubare Architektur ist einer der Gründe, warum Proxmox zuverlässig läuft, vom einzelnen Server bis zum Multi-Node-Cluster.

Was Proxmox konkret leistet

Über das reine Starten von VMs hinaus übernimmt Proxmox die Aufgaben, die einen produktiven Betrieb erst praxistauglich machen:

  • Hochverfügbarkeit (HA): Bei Ausfall eines Nodes werden VMs automatisch auf einem gesunden Node neu gestartet.
  • Live-Migration: Laufende VMs werden ohne Unterbrechung zwischen Nodes verschoben, etwa für Wartung.
  • Snapshots und Klone: Zustände einfrieren, zurückrollen oder Vorlagen für neue Systeme erstellen.
  • Integrierte Firewall: Regeln auf Cluster-, Node- und VM-Ebene.
  • Rollen- und Rechteverwaltung: Feingranulare Zugriffskontrolle, inklusive Anbindung an LDAP oder OpenID.
  • Backup und Restore: Geplante Sicherungen, mit PBS dedupliziert und verschlüsselt.

Proxmox vs. VMware vs. Hyper-V

Proxmox VE VMware vSphere Microsoft Hyper-V
Modell Open Source (AGPLv3) Proprietär Proprietär
Lizenzkosten Keine (optional Support-Abo) Kern-basiertes Abo Windows-Server-Lizenz
Virtualisierung KVM (VMs) + LXC (Container) ESXi-Hypervisor Hyper-V-Hypervisor
Vendor-Lock-in Keiner Hoch Mittel (Microsoft-Ökosystem)
Storage ZFS, Ceph, LVM, NFS u. v. m. vSAN, VMFS Storage Spaces
Datenhoheit Vollständig, eigene Infrastruktur Beim Setup, aber kostenintensiv Microsoft-nah
Passt für Souveräne Private Cloud ohne Lizenzfalle Bestehende VMware-Landschaften Windows-zentrierte Umgebungen

Ehrlich gesagt: Für eine bestehende, tief integrierte VMware-Landschaft kann ein Umstieg Aufwand bedeuten. Sobald aber Lizenzkosten, Datenhoheit oder Unabhängigkeit eine Rolle spielen, führt für viele Unternehmen kein Weg an Proxmox vorbei, es ist der ausgereifteste quelloffene Standard.

Wann sich Proxmox lohnt

Proxmox ist die richtige Wahl, wenn Sie:

  • Lizenzkosten senken wollen, gerade nach den VMware-Preisänderungen,
  • Datenhoheit brauchen und Ihre Infrastruktur selbst kontrollieren möchten,
  • eine Private Cloud auf eigener oder gemieteter Hardware (z. B. bei Hetzner) betreiben,
  • Hochverfügbarkeit ohne teure Zusatzlizenzen benötigen,
  • oder unabhängig von einem einzelnen Hersteller bleiben wollen.

Für ein einzelnes kleines System reicht oft schon ein Single-Node-Setup. Ab dem produktiven Einsatz mit mehreren Anwendungen wird der Cluster zur sinnvollen Grundlage.

Nächste Schritte

In den weiteren Artikeln dieses Hubs zeigen wir, wie Sie Proxmox sauber einrichten, von VMware migrieren und einen Hochverfügbarkeits-Cluster aufbauen. Wenn Sie Proxmox nicht selbst betreiben möchten, übernehmen wir Konzeption, Einrichtung und Betrieb: mehr dazu auf unserer Seite zu Proxmox & Private Cloud und zur Migration von VMware zu Proxmox.

Sie möchten Proxmox nicht selbst betreiben? WZ-IT übernimmt Einrichtung, Betrieb und Wartung – DSGVO-konform aus Deutschland.

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Ja. Proxmox VE steht unter der AGPLv3 und ist vollständig kostenlos nutzbar, ohne Lizenzgebühren und ohne Begrenzung von CPUs, Kernen oder VMs. Optional gibt es ein Enterprise-Subscription-Modell für das stabilere Enterprise-Repository und Hersteller-Support. Für den Betrieb ist es nicht zwingend nötig, im Unternehmensumfeld aber empfehlenswert.

Proxmox VE ist Open Source und kennt keine Lizenzkosten pro CPU-Kern, VMware vSphere ist proprietär und seit der Broadcom-Übernahme auf Kern-basierte Abos umgestellt worden. Technisch nutzt Proxmox KVM und LXC, VMware den ESXi-Hypervisor. Für viele Unternehmen ist Proxmox die wirtschaftliche und souveräne Alternative ohne Vendor-Lock-in.

Eine VM (über KVM) virtualisiert vollständige Hardware und kann jedes Betriebssystem inklusive Windows ausführen. Ein LXC-Container teilt sich den Kernel des Hosts und ist dadurch leichtgewichtiger und ressourcensparender, läuft aber nur unter Linux. Proxmox verwaltet beide in derselben Oberfläche.

Nein. Proxmox läuft auf handelsüblicher x86-64-Hardware. Für Cluster und Hochverfügbarkeit empfehlen sich mehrere Nodes mit ähnlicher Ausstattung sowie geteilter oder replizierter Storage (z. B. ZFS oder Ceph). Auch dedizierte Server bei Anbietern wie Hetzner eignen sich gut.

Ja. Proxmox VE bringt einen integrierten Import-Assistenten für VMware-VMs mit. Bestehende virtuelle Maschinen lassen sich übernehmen, oft mit überschaubarem Aufwand. Wir begleiten solche Migrationen regelmäßig und übernehmen Planung, Umzug und Betrieb.

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