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Was ist Proxmox Backup Server (PBS)?

Timo WevelsiepTimo WevelsiepAktualisiert: 29.06.2026

Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.

Proxmox Backup Server als Managed Service - WZ-IT plant, baut und betreibt Ihre PBS-Umgebung: dedupliziert, verschlüsselt, mit Offsite-Sicherung und dokumentierten Restore-Tests. Termin vereinbaren · Mehr zu Proxmox Backup Server

Der Proxmox Backup Server (PBS) ist eine quelloffene Backup-Lösung der Proxmox Server Solutions GmbH, die speziell für die Sicherung von Proxmox-VE-Umgebungen entwickelt wurde. PBS sichert virtuelle Maschinen, LXC-Container und physische Hosts inkrementell, dedupliziert und verschlüsselt und reduziert dadurch Speicherbedarf und Netzwerklast erheblich. Die Software steht unter der GNU AGPLv3 und ist vollständig kostenlos nutzbar; eine optionale Subscription liefert das stabile Enterprise-Repository und Hersteller-Support.

PBS ist als eigenständiges System konzipiert. Es läuft auf einer eigenen Debian-basierten Maschine und kommuniziert über ein effizientes Client-Server-Protokoll mit den zu sichernden Systemen. Damit ist es deutlich mehr als ein Skript, das Disk-Images wegkopiert: PBS ist eine zentrale Sicherungsplattform mit eigener Datenhaltung, Integritätsprüfung und Rechteverwaltung.

Was der Proxmox Backup Server konkret leistet

PBS übernimmt die Rolle des zentralen Backup-Servers für eine oder viele Proxmox-VE-Instanzen. Die Backups landen in einem sogenannten Datastore, der lokal, auf ZFS, auf angebundenem Storage oder seit Version 4 auch auf S3-kompatiblem Objektspeicher liegen kann.

Die Anbindung erfolgt nach dem Client-Server-Prinzip:

  • Proxmox VE spricht PBS nativ an. Sie tragen den Backup-Server als Storage ein und sichern VMs und Container direkt aus der Weboberfläche oder per Zeitplan.
  • Der proxmox-backup-client sichert zusätzlich physische Linux-Hosts sowie einzelne Verzeichnisse und Dateisysteme.
  • Verwaltung, Überwachung und Restore laufen über die Weboberfläche, eine REST-API und die Kommandozeile.

Wiederherstellungen sind granular möglich: ganze VMs, einzelne Container, einzelne Dateien aus einem Backup oder ein kompletter Bare-Metal-Restore.

Ist Proxmox Backup Server kostenlos?

Ja. PBS steht vollständig unter der GNU AGPLv3. Es gibt kein Feature-Gating, keine Begrenzung der Anzahl von VMs, Clients oder Datastores und keine Speicherobergrenze. Der Unterschied zwischen der kostenlosen und der bezahlten Nutzung liegt im Repository und im Support, nicht im Funktionsumfang:

  • Ohne Subscription nutzen Sie das No-Subscription-Repository mit aktuellen, aber weniger intensiv getesteten Updates.
  • Mit Subscription erhalten Sie das Enterprise-Repository mit besonders stabilen Paketen sowie Hersteller-Support.

Die Subscription wird pro Server und Jahr abgerechnet und schließt unbegrenzten Backup-Speicher und unbegrenzte Backup-Clients ein. Die offiziellen Tarife (Stand Juni 2026):

Tarif Preis pro Server/Jahr Support
Community 560 EUR Community-Support, Enterprise-Repo
Basic 1.120 EUR 5 Tickets/Jahr, Reaktion 1 Werktag
Standard 2.240 EUR 15 Tickets/Jahr, Reaktion 4 Stunden
Premium 4.480 EUR Unbegrenzte Tickets, Reaktion 2 Stunden

Für eine Einordnung der Gesamtkosten von Proxmox VE und PBS lesen Sie Was kostet Proxmox?.

Die Kernfeatures im Überblick

PBS unterscheidet sich von einfachen Backup-Skripten durch eine Reihe von Funktionen, die zusammen erst einen verlässlichen Unternehmens-Backup ergeben:

  • Inkrementell ("incremental forever"): Nach der ersten Vollsicherung überträgt PBS nur noch geänderte Datenblöcke. Bei laufenden VMs erkennt eine Dirty-Bitmap die Änderungen, was sehr schnelle tägliche Backups erlaubt.
  • Deduplizierung: Daten werden in Chunks zerlegt und per SHA-256 identifiziert. Identische Blöcke werden nur einmal gespeichert, über alle VMs und Snapshots eines Datastores hinweg. Das ist der größte Hebel für den Speicherbedarf.
  • Kompression: Chunks werden zusätzlich mit Zstandard komprimiert, was Platz und Übertragungszeit spart.
  • Clientseitige Verschlüsselung: AES-256 im GCM-Modus, ausgeführt auf dem Client. Der Schlüssel bleibt beim Client, der Server speichert nur verschlüsselte Chunks. Details dazu in unserem Guide zu verschlüsselten Offsite-Backups bei Hetzner.
  • Verify-Jobs: PBS prüft gespeicherte Backups planmäßig auf Integrität und erkennt so stille Datenkorruption (Bit-Rot), bevor sie im Ernstfall auffällt.
  • Pruning und Garbage Collection: Eine Retention-Policy (keep-last, keep-daily, keep-weekly, keep-monthly, keep-yearly) markiert alte Snapshots zum Löschen. Die Garbage Collection entfernt anschließend die nicht mehr referenzierten Chunks und gibt den Speicher frei.
  • Tape-Backup (LTO): Für Air-Gap- und Langzeitarchivierung schreibt PBS Backups auf LTO-Bänder, inklusive Verwaltung von Labels und Tape-Bibliotheken.
  • Remote-Sync und S3: Datastores lassen sich zwischen PBS-Instanzen synchronisieren. Seit Version 4 unterstützt PBS außerdem S3-kompatiblen Objektspeicher als Backend, in Version 4.2 offiziell und mit parallelen Sync-Jobs.

PBS vs. vzdump: wo liegt der Unterschied?

Proxmox VE bringt mit vzdump ein eigenes Backup-Werkzeug mit. Es erzeugt pro Lauf ein vollständiges Archiv je VM oder Container und eignet sich gut für einfache, gelegentliche Sicherungen. Sobald jedoch Speichereffizienz, Aufbewahrung über lange Zeiträume und nachweisbare Integrität gefragt sind, spielt PBS seine Stärken aus.

Merkmal vzdump Proxmox Backup Server
Backup-Art Vollarchiv pro Lauf Inkrementell, dedupliziert
Speicherbedarf Hoch (je Vollbackup) Niedrig (Dedup + Kompression)
Deduplizierung Nein Ja, datastore-weit
Verschlüsselung Nein (nur extern) Clientseitig, AES-256-GCM
Integritätsprüfung Nein Verify-Jobs gegen Bit-Rot
Zentrale Verwaltung Pro Host Zentral für viele Hosts
Einzeldatei-Restore Eingeschränkt Ja, granular
Tape / S3 Nein Ja

vzdump bleibt nützlich für Einzelsicherungen oder Setups ohne dedizierten Backup-Server. Für den Unternehmensbetrieb mit mehreren Hosts ist PBS der klare Standard.

Backup-Strategien für Unternehmen

Ein Backup-Server allein ist noch keine Strategie. Bewährt hat sich die 3-2-1-Regel: mindestens 3 Datenkopien auf 2 verschiedenen Medien, davon 1 an einem anderen Standort. PBS deckt das technisch sauber ab:

  • Lokaler Datastore für schnelle, häufige Restores im Alltag.
  • Offsite-Kopie über einen zweiten PBS oder ein S3-Backend an einem getrennten Standort. Aus Ransomware-Sicht ist die Pull-Richtung entscheidend, der externe Server zieht die Daten und ist von der Quelle aus nicht erreichbar. Wie das im Detail funktioniert, beschreibt unser How-to zur Offsite-Pull-Architektur mit PBS.
  • Immutability gegen Verschlüsselungstrojaner über S3 Object Lock, Tape oder Removable Datastores.
  • Restore-Tests: Ein Backup, das nie zurückgespielt wurde, ist nur eine Vermutung. Regelmäßige, dokumentierte Restore-Tests gehören zu jeder belastbaren Strategie und sind im NIS2-Kontext faktisch Pflicht.

Aktuelle Version: Proxmox Backup Server 4.2

Die aktuelle Version ist Proxmox Backup Server 4.2, veröffentlicht am 29. April 2026. Sie basiert auf Debian 13.4 (Trixie), nutzt Linux-Kernel 7.0 als neuen Standard und bringt ZFS 2.4 mit. Die wichtigsten Neuerungen:

  • S3-kompatibler Objektspeicher wird offiziell als Backend unterstützt.
  • Parallele Sync-Jobs über Worker-Threads erhöhen den Durchsatz, besonders bei hoher Netzlatenz.
  • Verschlüsselter Sync ermöglicht das Ver- und Entschlüsseln von Snapshots beim Push- und Pull-Sync.
  • Namespace-Verwaltung erlaubt das Verschieben von Backup-Gruppen und Namespaces innerhalb eines Datastores.

Betrieb und Unterstützung

Ein Backup ist erst dann etwas wert, wenn der Restore im Ernstfall funktioniert. Genau hier setzen wir an: WZ-IT plant, baut und betreibt Proxmox-Backup-Server-Umgebungen mit Deduplizierung, clientseitiger Verschlüsselung, Offsite-Pull-Sicherung und regelmäßigen, dokumentierten Restore-Tests. Mehr dazu auf unserer Seite zu Proxmox Backup Server als Managed Service oder direkt im unverbindlichen Erstgespräch.

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Ja. Der Proxmox Backup Server steht unter der GNU AGPLv3 und ist vollständig kostenlos nutzbar, ohne Funktionsbeschränkung und ohne Limit bei VMs, Clients oder Speicher. Optional gibt es eine Subscription pro Server, die Zugriff auf das stabile Enterprise-Repository und Hersteller-Support liefert. Für den Produktivbetrieb im Unternehmen ist eine Subscription empfehlenswert, aber technisch nicht zwingend.

vzdump ist das in Proxmox VE eingebaute Werkzeug, das pro Lauf ein vollständiges Backup-Archiv pro VM oder Container erzeugt. PBS arbeitet inkrementell und dedupliziert: Nach der ersten Vollsicherung werden nur geänderte Datenblöcke übertragen, identische Blöcke landen nur einmal im Speicher. PBS bringt außerdem zentrale Verwaltung, Verify gegen Bit-Rot, Pruning und Verschlüsselung mit. vzdump bleibt sinnvoll für einfache Einzelsicherungen ohne separaten Server.

PBS zerlegt Daten in Chunks: virtuelle Maschinen in 4-MiB-Blöcke fester Größe, Dateien und Container in variable Chunks per Buzhash-Rolling-Hash. Jeder Chunk wird per SHA-256 identifiziert. Identische Chunks werden nur einmal gespeichert, über alle VMs und Snapshots eines Datastores hinweg. In der Praxis sinkt der Speicherbedarf dadurch oft um ein Vielfaches gegenüber klassischen Vollbackups.

PBS sichert virtuelle Maschinen und LXC-Container aus Proxmox VE direkt über die integrierte Anbindung. Über den proxmox-backup-client lassen sich zusätzlich physische Linux-Hosts sowie einzelne Verzeichnisse und Dateisysteme sichern. PBS ist damit nicht nur ein VM-Backup, sondern eine zentrale Sicherungsplattform für gemischte Umgebungen.

Ja. Die Verschlüsselung erfolgt clientseitig mit AES-256 im Galois/Counter Mode (GCM), einem authentifizierten Verfahren. Der Schlüssel bleibt beim Client, der Backup-Server speichert ausschließlich verschlüsselte Chunks. Das ist besonders relevant für Offsite-Backups bei einem Hoster: Wer nur Zugriff auf den Backup-Speicher hat, kann die Inhalte ohne den Schlüssel nicht lesen.

Aktuell ist Proxmox Backup Server 4.2, veröffentlicht am 29. April 2026. Die Version basiert auf Debian 13.4 (Trixie), nutzt Linux-Kernel 7.0 und ZFS 2.4 und unterstützt S3-kompatiblen Objektspeicher als Backend sowie parallele Sync-Jobs für höheren Durchsatz.

Im Produktivbetrieb ja. PBS sollte auf einem eigenen System laufen, getrennt von der Proxmox-VE-Umgebung, idealerweise auf separater Hardware oder an einem zweiten Standort. Nur so überstehen die Backups einen Ausfall oder eine Kompromittierung des Virtualisierungs-Clusters. Eine Installation auf demselben Host ist für Tests möglich, schützt aber nicht gegen Hardwareausfall.

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