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Was ist Proxmox Datacenter Manager (PDM)?

Timo WevelsiepTimo WevelsiepAktualisiert: 29.06.2026

Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.

Proxmox Datacenter Manager (PDM) ist ein zentrales Verwaltungswerkzeug, mit dem sich beliebig viele voneinander unabhängige Proxmox-VE-Nodes und -Cluster über eine einzige Web-Oberfläche überwachen und in Teilen steuern lassen. PDM aggregiert Ressourcen, Metriken und Gesundheitsstatus der angebundenen Systeme, bietet eine globale Suche und ermöglicht unter anderem Live-Migrationen von virtuellen Maschinen zwischen verschiedenen Clustern. Damit schließt Proxmox die Lücke zwischen dem einzelnen Cluster und einer standortübergreifenden Gesamtsicht, vergleichbar mit der Rolle, die VMware vCenter im VMware-Umfeld spielt.

Wichtig vorweg, weil im Netz viele Anleitungen noch vom Vorab-Stand sprechen: PDM ist nicht mehr im Alpha- oder Beta-Stadium. Die erste Alpha erschien am 19. Dezember 2024, die Beta 0.9 am 11. September 2025, und am 4. Dezember 2025 hat Proxmox die stabile Version 1.0 freigegeben. Am 28. Mai 2026 folgte Version 1.1 (Dokumentationsstand 1.1.4), die unter anderem zentrales Ceph-Monitoring und eine remoteübergreifende Gäste-Übersicht ergänzt. PDM ist damit produktiv einsetzbar, als junges Produkt aber funktional noch nicht so breit wie über Jahre gewachsene Werkzeuge.

PDM und ein Proxmox-Cluster sind nicht dasselbe

Der häufigste Irrtum: PDM sei eine Art Super-Cluster. Das ist es nicht. Ein klassischer Proxmox-Cluster ist ein eng gekoppelter Verbund mehrerer Nodes. Sie teilen sich über Corosync eine gemeinsame Konfiguration (pmxcfs), brauchen Quorum (eine Mehrheit der Stimmen) und niedrige Netzwerklatenz, weshalb ein Cluster typischerweise an einem Standort betrieben wird. Innerhalb dieses Verbunds funktioniert auch Hochverfügbarkeit mit automatischem Failover.

PDM arbeitet auf einer ganz anderen Ebene. Es koppelt mehrere unabhängige Nodes oder Cluster nur lose über deren API. Jedes angebundene System, in der PDM-Terminologie ein "Remote", bleibt vollständig autark und behält sein eigenes Quorum und seine eigene HA. PDM ist die übergreifende Steuerungs- und Sichtebene, nicht der Verbund selbst.

Aspekt Proxmox-Cluster Proxmox Datacenter Manager
Kopplung Eng (Corosync, Quorum) Lose (API-Token je Remote)
Reichweite Ein Standort, niedrige Latenz Mehrere Cluster und Standorte
Gemeinsame Konfiguration Ja (pmxcfs) Nein, jeder Remote bleibt autark
HA und Failover Ja, innerhalb des Clusters Nein, kein automatisches HA über Remotes
Live-Migration Innerhalb des Clusters Auch zwischen Remotes (Cross-Cluster)
Ausfall der Steuerung Quorumverlust blockiert Änderungen Remotes laufen autonom weiter

Die Faustregel: Mehrere Nodes am selben Standort, die zusammen HA bilden sollen, gehören in einen Cluster. Mehrere getrennte Cluster oder Einzel-Nodes, die man aus einer Hand sehen und bedienen will, verbindet man unter PDM.

Wofür Proxmox Datacenter Manager gedacht ist

PDM richtet sich an alle, die mehr als einen Proxmox-Cluster oder verteilte Einzel-Nodes betreiben. Die wichtigsten Funktionen der 1.x-Reihe:

  • Zentrale Übersicht und Metriken: Ein konsolidiertes Dashboard zeigt CPU, RAM und Storage-I/O über alle Remotes hinweg in Echtzeit. Statt sich in jede einzelne Web-Oberfläche einzuloggen, sieht man Auslastung und Gesundheit der gesamten Infrastruktur an einer Stelle.
  • Cross-Cluster-Live-Migration: PDM kann laufende VMs nicht nur innerhalb eines Clusters, sondern auch zwischen verschiedenen Remotes ohne Ausfallzeit verschieben. Das ist nützlich für Wartungsfenster, Lastverteilung oder die Umsiedlung von Workloads zwischen Standorten.
  • Rollenbasierte Sichten und RBAC: Granulare Berechtigungen und individuell zusammenstellbare Ansichten erlauben es, Teams nur die für sie relevanten Ressourcen zu zeigen.
  • Globale Suche: Eine Suchfunktion mit einer an Elasticsearch und GitHub angelehnten Abfragesyntax findet Gäste, Nodes und Ressourcen über die gesamte Flotte hinweg.
  • Zentrales Update-Management: PDM zeigt verfügbare Patches über alle angebundenen Systeme hinweg an.
  • Zentrale SDN- und EVPN-Konfiguration sowie grundlegendes Lifecycle-Management (Power-Aktionen auf Nodes und Gästen) und die Anbindung von Proxmox-Backup-Server-Instanzen.

Architektur: Remotes, API-Token und kein Single Point of Failure

PDM wird als eigene, kleine Appliance betrieben, am einfachsten über das offizielle ISO, das ein vollständiges Debian-System mitbringt. Die aktuelle Version 1.1 basiert auf Debian 13 "Trixie" (13.5) mit Kernel 7.0 und ist in Rust mit einer Yew-basierten Oberfläche umgesetzt. Für den Produktivbetrieb empfiehlt Proxmox mindestens 4 GiB RAM und 40 GB Speicher oder mehr; zur reinen Evaluierung genügen 1 GiB RAM und etwas über 10 GB. Der Bedarf steigt mit der Zahl der verwalteten Remotes und Ressourcen.

Die Anbindung eines Remotes erfolgt über dessen API: Man trägt die URL eines Nodes sowie Zugangsdaten oder ein bestehendes API-Token ein, woraufhin PDM automatisch ein eigenes Token für die laufende Kommunikation erzeugt. PDM muss alle Remotes per Netzwerk direkt erreichen können, um API-Anfragen zu stellen und Metriken abzufragen.

Genau aus dieser losen Kopplung ergibt sich ein wichtiger Vorteil: PDM ist kein Single Point of Failure für die verwaltete Infrastruktur. Fällt die PDM-Instanz aus, laufen alle Cluster und Nodes vollständig autonom weiter, inklusive ihrer eigenen Hochverfügbarkeit. Verloren geht in dieser Zeit nur die zentrale Übersicht und die übergreifenden Aktionen, nicht der Betrieb der VMs.

Reifegrad und für wen sich PDM lohnt

PDM ist freie Software unter der GNU AGPLv3 und ohne Lizenzkosten nutzbar. Für den Produktivbetrieb empfiehlt Proxmox eine Enterprise-Subscription, die Zugang zum stabilen Enterprise-Repository und zertifizierten Support liefert. Wer bereits Enterprise-Support für seine Proxmox-Remotes hat, erhält PDM-Updates und -Support im gleichen Rahmen.

Ehrlich eingeordnet: PDM hat mit der 1.0 die Vorab-Phase verlassen und ist stabil, aber es ist ein junges Produkt. Funktionen wie automatisches Last-Balancing über Cluster hinweg (vergleichbar mit DRS bei VMware) oder ein vollständiger Funktionsumfang für jede Detailaufgabe sind noch nicht in dem Reifegrad vorhanden, den langjährig etablierte Werkzeuge bieten. Für viele alltägliche Aufgaben loggt man sich weiterhin in die jeweilige Cluster-Oberfläche ein.

Sinnvoll ist PDM für Betreiber mit mehreren Clustern oder mehreren Standorten, für MSPs und für Umgebungen, in denen eine konsolidierte Sicht und Cross-Cluster-Migration echten Mehrwert bringen. Für einen einzelnen Cluster ohne weitere Standorte bringt PDM dagegen kaum Nutzen, hier reicht die normale Proxmox-VE-Oberfläche.

Betrieb und Unterstützung

Ob ein zusätzliches PDM in Ihrer Umgebung sinnvoll ist oder ob ein sauber dimensionierter Cluster bereits alle Anforderungen abdeckt, hängt von Standorten, Verfügbarkeitszielen und Team-Struktur ab. WZ-IT betreibt Proxmox in produktiven Kundenumgebungen und plant, baut und wartet Cluster wie Multi-Cluster-Setups. Wir richten PDM ein, binden Ihre Remotes sicher über API-Token an und definieren Rollen und Sichten passend zu Ihren Teams. Mehr dazu auf unserer Seite zu Proxmox-Services oder direkt in einem unverbindlichen Kennenlernen.

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Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen

Proxmox Datacenter Manager (PDM) ist ein zentrales Management-Werkzeug, mit dem sich beliebig viele unabhängige Proxmox-VE-Nodes und -Cluster über eine einzige Web-Oberfläche überwachen und teilweise steuern lassen. PDM aggregiert Ressourcen, Metriken und Status der angebundenen Systeme und ermöglicht unter anderem Live-Migrationen von VMs zwischen verschiedenen Clustern.

Nein. PDM startete im Dezember 2024 als Alpha, erreichte im September 2025 die Beta 0.9 und wurde am 4. Dezember 2025 als stabile Version 1.0 freigegeben. Aktuell (Stand Juni 2026) befindet sich PDM in der 1.1er-Reihe. Es ist damit produktionsreif, aber als junges Produkt funktional noch nicht so umfangreich wie etablierte Tools wie VMware vCenter.

Ein Proxmox-Cluster ist ein eng gekoppelter Verbund mehrerer Nodes mit Corosync, gemeinsamer Konfiguration und Quorum, meist an einem Standort mit niedriger Latenz. PDM koppelt dagegen mehrere unabhängige Nodes oder Cluster lose über API-Token. Jeder angebundene Remote bleibt autark und behält sein eigenes Quorum. PDM bietet die übergreifende Sicht und Cross-Cluster-Funktionen, ersetzt aber nicht den Cluster selbst.

PDM bindet jeden Remote über dessen API an. Bei der Aufnahme gibt man die URL eines Nodes sowie Zugangsdaten oder ein API-Token an. PDM erzeugt daraufhin automatisch ein eigenes API-Token für die Kommunikation. PDM muss alle Remotes per Netzwerk direkt erreichen können, um API-Anfragen zu stellen und Metriken abzufragen.

Nein. PDM ist eine lose gekoppelte Steuerungsebene. Fällt die PDM-Instanz aus, laufen alle angebundenen Cluster und Nodes vollständig autonom weiter, inklusive ihrer eigenen Hochverfügbarkeit. Lediglich die zentrale Übersicht und die übergreifenden Aktionen sind in dieser Zeit nicht verfügbar.

PDM ist freie Software unter der GNU AGPLv3 und ohne Lizenzkosten nutzbar. Für den Produktivbetrieb empfiehlt Proxmox eine Enterprise-Subscription, die Zugang zum stabilen Enterprise-Repository und zertifizierten Support bietet. Kunden mit aktivem Enterprise-Support für ihre Proxmox-Remotes erhalten auch PDM-Updates und -Support.

PDM lässt sich am einfachsten über das offizielle ISO installieren, das ein vollständiges Debian-System mitbringt. Für den Produktivbetrieb empfiehlt Proxmox mindestens 4 GiB RAM und 40 GB Speicherplatz oder mehr, entsprechend mehr bei vielen Remotes und Ressourcen; zur reinen Evaluierung genügen 1 GiB RAM und etwas über 10 GB. Eine eigene, kleine VM oder ein Mini-Host genügt in der Regel.

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