Was kostet Proxmox?
Timo Wevelsiep•Aktualisiert: 29.06.2026Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.
Proxmox Virtual Environment (Proxmox VE) ist Open Source unter der AGPLv3 und ohne Lizenzkosten voll nutzbar. Es gibt keine Gebühr pro CPU-Kern, keine Begrenzung von VMs, Containern oder Cluster-Nodes und keine Zeitsperre. Die einzigen optionalen Kosten sind die Subscription-Tiers, die das stabilere Enterprise-Repository und Hersteller-Support freischalten. Diese werden pro belegtem CPU-Sockel und Jahr berechnet und liegen 2026 zwischen 120 Euro (Community) und 1.100 Euro (Premium) je Sockel. Was Proxmox in der Praxis wirklich kostet, bestimmen daher nicht Lizenzen, sondern Hardware, Betrieb und Backup. Grundlagen zur Plattform finden Sie im Artikel Was ist Proxmox.
Proxmox VE ist Open Source und ohne Lizenzkosten
Proxmox VE gehört der österreichischen Proxmox Server Solutions GmbH und steht unter der GNU Affero General Public License Version 3 (AGPLv3). Das bedeutet konkret:
- Die Software ist kostenlos, dauerhaft und im vollen Funktionsumfang nutzbar.
- Es gibt keine Begrenzung der Anzahl an CPUs, Kernen, RAM, virtuellen Maschinen oder Containern.
- Funktionen wie Hochverfügbarkeit (HA), Live-Migration, Snapshots, integrierte Firewall und Clustering sind ohne Aufpreis enthalten.
- Updates erhalten Sie über das No-Subscription-Repository ebenfalls kostenlos.
Es gibt also keine abgespeckte "Free Edition" mit gesperrten Features. Der Funktionsumfang ist mit und ohne Subscription identisch. Der Unterschied liegt ausschließlich im verwendeten Update-Repository und im Support.
Die Proxmox-VE-Subscription: Tiers und Preise
Die optionale Subscription wird pro physischem CPU-Sockel berechnet, der auf dem Mainboard belegt und tatsächlich in Betrieb ist, nicht pro Kern. Der Abrechnungszeitraum ist ein Jahr ab Kauf. Alle Preise sind Netto-Preise in Euro (Stand 2026, laut offizieller Proxmox-Preisliste).
| Tier | Preis pro Sockel/Jahr | Support-Tickets | Reaktionszeit | Repository |
|---|---|---|---|---|
| Community | 120 Euro | Community-Support | - | Enterprise-Repo |
| Basic | 370 Euro | 3 pro Jahr | 1 Arbeitstag | Enterprise-Repo |
| Standard | 550 Euro | 10 pro Jahr | 4 Stunden | Enterprise-Repo |
| Premium | 1.100 Euro | unbegrenzt | 2 Stunden | Enterprise-Repo |
Ein Server mit zwei belegten Sockeln benötigt entsprechend zwei Subscriptions. Wichtig für Cluster: Alle Nodes müssen denselben Subscription-Level haben, damit Repository und Support konsistent bleiben. Standard und Premium ergänzen Remote-Support per SSH und die Offline-Aktivierung des Subscription-Keys für abgeschottete (Air-Gap-)Umgebungen.
Kostenlos oder Subscription: der Unterschied liegt im Repository
Ob Sie zahlen oder nicht, entscheidet vor allem, aus welchem Paket-Repository Proxmox seine Updates bezieht:
- No-Subscription-Repository (kostenlos): Aktuelle Pakete, die bereits stabil, aber weniger lang getestet sind als die Enterprise-Variante. Gut für Homelabs, Testumgebungen und erfahrene Teams, die Updates kontrolliert einspielen.
- Enterprise-Repository (Subscription nötig): Das von Proxmox empfohlene Standard-Repository für den Produktivbetrieb. Die Pakete sind besonders gründlich getestet und gelten als die stabilste Update-Quelle.
Ohne Subscription erscheint beim Login in die Weboberfläche ein Hinweis-Dialog ("No valid subscription"). Das ist keine Funktionssperre, sondern lediglich ein Hinweis. Wie Sie damit korrekt umgehen, beschreiben wir im Artikel Subscription-Warnung entfernen. Für Produktivsysteme ist allerdings das Enterprise-Repository der saubere Weg, statt die Meldung nur zu unterdrücken.
Ist der Proxmox Backup Server kostenlos?
Ja. Der Proxmox Backup Server (PBS) ist eine eigenständige Lösung für deduplizierte, inkrementelle und verschlüsselte Backups und steht ebenfalls unter der AGPLv3. Er ist kostenlos nutzbar und hat eine eigene Subscription, getrennt von Proxmox VE. PBS wird nicht pro Sockel, sondern pro Backup-Server und Jahr abgerechnet, mit unbegrenzter Storage-Kapazität und unbegrenzter Anzahl an Backup-Clients.
| Tier | Preis pro Server/Jahr | Support-Tickets | Reaktionszeit |
|---|---|---|---|
| Community | 560 Euro | Community-Support | - |
| Basic | 1.120 Euro | 5 pro Jahr | 1 Arbeitstag |
| Standard | 2.240 Euro | 15 pro Jahr | 4 Stunden |
| Premium | 4.480 Euro | unbegrenzt | 2 Stunden |
Auch hier gilt: PBS läuft im vollen Funktionsumfang ohne Subscription. Die Subscription schaltet das Enterprise-Repository und den Hersteller-Support frei.
Darf man Proxmox kommerziell nutzen?
Ja. Die AGPLv3 erlaubt die kommerzielle Nutzung ausdrücklich und ohne zusätzliche Gebühr. Unternehmen dürfen Proxmox VE und PBS produktiv betreiben, auch ganz ohne Subscription. Es gibt keine Klausel, die geschäftliche oder gewerbliche Nutzung einschränkt. Die Subscription ist ein Support- und Stabilitäts-Angebot, keine Nutzungslizenz.
Welche Subscription braucht ein Unternehmen?
Für den Produktivbetrieb empfehlen wir mindestens die Community-Subscription pro Sockel. Damit ist das Enterprise-Repository aktiv, und Sie bekommen die am gründlichsten getesteten Updates, was das Risiko von Regressionen nach Updates deutlich senkt. Die Faustregel:
- Homelab, Test, Entwicklung: No-Subscription-Repository reicht aus, kostenlos.
- Produktivsysteme ohne eigenen Support-Bedarf: Community-Subscription pro Sockel für stabile Enterprise-Updates.
- Geschäftskritische Systeme mit SLA-Anspruch: Basic, Standard oder Premium, je nach gewünschter Reaktionszeit und Ticketvolumen.
Da im Cluster alle Nodes denselben Level haben müssen, rechnet sich Community oft als Basis, ergänzt um eigenen oder externen Betriebssupport. Aktuell ist Proxmox VE in der Version-9-Reihe, mit 9.2 (Mai 2026) als jüngstem Release, basierend auf Debian 13 "Trixie"; für den langfristig stabilen Betrieb sind getestete Updates aus dem Enterprise-Repository der entscheidende Vorteil einer Subscription.
Die ehrlichen Gesamtkosten (TCO)
Lizenzkosten sind bei Proxmox der kleinste Posten. Die realistischen Gesamtkosten setzen sich aus diesen Blöcken zusammen:
- Hardware: Server (CPU-Sockel, RAM, NVMe/SSD), Netzwerk und idealerweise mehrere Nodes für Hochverfügbarkeit. Alternativ gemietete dedizierte Server, etwa bei Hetzner, mit monatlichen Fixkosten statt Anschaffung.
- Subscription (optional): 120 bis 1.100 Euro pro Sockel und Jahr für Proxmox VE, plus ab 560 Euro pro Jahr für PBS, falls gewünscht.
- Backup und Storage: PBS-Server plus Offsite-Speicher für 3-2-1-Backups. Storage-Kapazität ist der oft unterschätzte laufende Posten.
- Betrieb und Personal: Einrichtung, Patch-Management, Monitoring, Updates und Notfallwiederherstellung. Dieser Posten dominiert die TCO über die Jahre, unabhängig von der Software.
Gegenüber kern-basierten Modellen wie VMware vSphere nach der Broadcom-Umstellung ist Proxmox vor allem dort im Vorteil, wo viele Kerne pro Sockel laufen: Die Subscription bleibt sockel-basiert und steigt nicht mit der Kernzahl.
Betrieb und Unterstützung
Die Software ist kostenlos, der zuverlässige Betrieb ist die eigentliche Investition. Wir planen, betreiben und warten Proxmox-Umgebungen produktiv für Kunden, inklusive Subscription-Verwaltung, Enterprise-Updates und PBS-Backups. Wenn Sie eine ehrliche TCO-Rechnung für Ihr Szenario oder einen verlässlichen Betrieb wollen, finden Sie mehr dazu auf unserer Seite zu Proxmox und Private Cloud. Gern besprechen wir Ihr Vorhaben in einem kostenlosen Erstgespräch.
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Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Ja. Proxmox VE steht unter der AGPLv3 und ist vollständig ohne Lizenzkosten nutzbar, ohne Begrenzung von CPUs, Kernen oder VMs. Updates beziehen Sie kostenlos über das No-Subscription-Repository. Eine Subscription ist optional und schaltet das stabilere Enterprise-Repository sowie Hersteller-Support frei.
Die Subscription wird pro belegtem CPU-Sockel und Jahr berechnet (Netto-Preise, Stand 2026): Community 120 Euro, Basic 370 Euro, Standard 550 Euro und Premium 1.100 Euro pro Sockel und Jahr. Alle Tiers geben Zugriff auf das Enterprise-Repository, die höheren Stufen zusätzlich Support-Tickets mit garantierten Reaktionszeiten.
Ja. Proxmox VE läuft im vollen Funktionsumfang ohne Subscription. Sie nutzen dann das No-Subscription-Repository für Updates und erhalten beim Login einen Hinweis auf die fehlende Subscription. Es gibt keine Funktionssperre und keine Zeitbegrenzung.
Ja. Der Proxmox Backup Server (PBS) steht ebenfalls unter der AGPLv3 und ist kostenlos nutzbar. PBS hat aber eine eigene Subscription, getrennt von Proxmox VE. Sie wird pro Backup-Server und Jahr abgerechnet, ab 560 Euro netto für Community, mit unbegrenzter Storage-Kapazität und Anzahl an Backup-Clients.
Ja. Die AGPLv3 erlaubt die kommerzielle Nutzung ohne zusätzliche Gebühren. Unternehmen dürfen Proxmox VE produktiv betreiben, auch ohne Subscription. Für den Geschäftsbetrieb empfehlen wir trotzdem eine Subscription wegen der getesteten Enterprise-Updates und des Supports.
Für Produktivsysteme empfehlen wir mindestens die Community-Subscription pro Sockel, damit das Enterprise-Repository mit stabilen, getesteten Updates aktiv ist. Wer Hersteller-Support mit garantierten Reaktionszeiten benötigt, wählt Basic, Standard oder Premium. In einem Cluster müssen alle Nodes denselben Subscription-Level haben.
Pro physischem CPU-Sockel, nicht pro Kern. Ein Server mit zwei belegten Sockeln benötigt zwei Subscriptions, unabhängig von der Kernzahl. Das ist ein zentraler Kostenvorteil gegenüber kern-basierten Modellen wie bei VMware nach der Broadcom-Umstellung.
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