Proxmox-Server mieten und Hosting-Anbieter im Vergleich
Timo Wevelsiep•Aktualisiert: 29.06.2026Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.
Einen Proxmox-Server mieten Sie bei Anbietern dedizierter Bare-Metal- oder Root-Server. In Deutschland und der EU sind das vor allem Hetzner, IONOS, OVHcloud und netcup. Proxmox VE ist ein Typ-1-Hypervisor auf Debian-Basis, der direkt auf der Hardware läuft und die CPU-Virtualisierungserweiterungen Intel VT-x beziehungsweise AMD-V benötigt. Deshalb gehört Proxmox auf einen dedizierten Server und läuft nicht sinnvoll auf den meisten Shared-VPS, die selbst bereits virtualisiert sind. Die aktuelle Version ist Proxmox VE 9.2 (Mai 2026, basierend auf Debian 13 "Trixie"). Wer den Server nicht selbst administrieren will, mietet die Hardware bei einem Hoster und lässt Einrichtung, Betrieb und Backup von einem Managed-Proxmox-Dienstleister wie WZ-IT übernehmen. Grundlagen zur Plattform finden Sie unter Was ist Proxmox.
Wo kann ich einen Proxmox-Server mieten?
Die österreichische Proxmox Server Solutions GmbH verkauft ausschließlich die Software und optionale Subscriptions, aber kein Hosting. Die Hardware mieten Sie bei einem Server-Hoster. Geeignet sind dedizierte Server (Bare Metal) oder dedizierte Root-Server. Die in der DACH-Region relevantesten Anbieter sind:
- Hetzner (Rechenzentren in Falkenstein und Nürnberg in Deutschland sowie Helsinki in Finnland)
- IONOS (deutsche Rechenzentren, gehört zur United Internet)
- OVHcloud (französischer Anbieter mit EU-Rechenzentren, unter anderem Frankfurt)
- netcup (deutscher Anbieter mit Rechenzentren in Nürnberg und Wien)
Auf allen vier installieren Sie Proxmox VE selbst oder lassen es installieren. OVHcloud bietet Proxmox VE als vorinstallierbares Betriebssystem-Image im Bestellprozess an. Bei Hetzner installieren Sie über das Rescue-System mit der offiziellen Auto-Install-ISO oder über Debian. Wie das Schritt für Schritt funktioniert, beschreiben wir unter Proxmox auf Hetzner einrichten.
Warum Proxmox Bare-Metal braucht und nicht auf Shared-VPS läuft
Proxmox VE ist ein Bare-Metal-Hypervisor: Er ersetzt das Betriebssystem auf dem physischen Server und teilt dessen CPU, RAM und Storage in virtuelle Maschinen (KVM) und Container (LXC) auf. Dafür braucht er direkten Zugriff auf die Hardware-Virtualisierung der CPU.
Ein klassischer Shared-VPS ist selbst bereits eine virtuelle Maschine auf einem fremden Hypervisor. In den meisten Fällen wird die Virtualisierungserweiterung dort nicht an den Gast durchgereicht, sodass Proxmox keine VMs starten kann. Einige KVM-basierte Root-Server (zum Beispiel von netcup oder die VPS-Reihen von OVHcloud) aktivieren verschachtelte Virtualisierung (Nested Virtualization). Damit läuft Proxmox technisch, aber mit spürbarem Leistungsverlust und ohne Eignung für Produktivlast. Für Labor, Schulung oder einen Test-Cluster ist das in Ordnung, für den Geschäftsbetrieb nicht.
Die Konsequenz: Produktiv gehört Proxmox auf einen dedizierten Server. Dort haben Sie volle Kontrolle über CPU, RAM, NVMe/SSD und Netzwerk und können Funktionen wie Live-Migration, ZFS oder Ceph und einen HA-Cluster aufbauen.
Anbieter im Vergleich
Die folgende Tabelle vergleicht die vier Anbieter nach den Kriterien, die für eine Proxmox-Entscheidung zählen. Preise ändern sich laufend, daher bewerten wir das Preisniveau qualitativ statt mit konkreten Beträgen.
| Anbieter | Rechenzentren | Firmensitz / DSGVO | Proxmox-Installation | Netzwerk-Besonderheit | Preisniveau |
|---|---|---|---|---|---|
| Hetzner | Falkenstein, Nürnberg (DE), Helsinki (FI) | Deutschland, EU | Rescue-System, Auto-Install-ISO | Strenges IP/MAC-Binding, Routed-Setup, vSwitch für Cluster | sehr günstig (inkl. Server-Auktion) |
| IONOS | Deutschland (u. a. Berlin, Frankfurt) | Deutschland, EU | Bare Metal, VT-x/IOMMU im BIOS aktivieren | Private Network mit Tagged VLAN | mittel |
| OVHcloud | Frankreich, Frankfurt, Warschau u. a. | Frankreich, EU | Proxmox-VE-Image vorinstallierbar | vRack Private Network | mittel bis gehoben |
| netcup | Nürnberg (DE), Wien (AT) | Deutschland, EU | Dedizierte Server oder Root-Server (KVM, Nested auf Anfrage) | Standard-Routing | günstig |
Ein paar praktische Hinweise zu den Eigenheiten:
- Hetzner ist beim reinen Hardware-Preis führend, vor allem über die Server-Auktion mit gebrauchten dedizierten Servern. Wichtig ist das strenge IP- und MAC-Binding: Für VMs mit eigener öffentlicher IP brauchen Sie ein Routed-Setup oder einen vSwitch. Details im Artikel Proxmox-Cluster-Netzwerk bei Hetzner.
- OVHcloud punktet mit vorinstalliertem Proxmox-Image und dem vRack als privatem Layer-2-Netzwerk über mehrere Server hinweg, ideal für Cluster und Storage-Trennung. Die Netzwerk-Konfiguration unterscheidet sich von Hetzner, siehe Cluster-Netzwerk bei OVH.
- IONOS bietet ein Private Network mit Tagged VLANs, sodass Sie Cluster-, Storage- und Management-Verkehr sauber trennen können. Mehr dazu im Artikel Cluster-Netzwerk bei IONOS.
- netcup ist preiswert und in der EU beheimatet. Die günstigen Root-Server sind KVM-basierte vServer; Nested Virtualization für eigene VMs ist dort nicht standardmäßig aktiv, sondern muss beim Support beantragt werden (teils gegen monatlichen Aufpreis). Für echtes Bare Metal bietet netcup separate dedizierte Server. Für Produktivlast empfehlen wir auch hier dedizierte Hardware.
Beim Thema DSGVO gilt für alle vier: Solange der Server in einem EU-Rechenzentrum steht und ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) vorliegt, ist die Grundlage gegeben. Hetzner, IONOS und netcup sind Unternehmen mit Sitz in Deutschland beziehungsweise der EU, OVHcloud ist französisch. Die endgültige Konformität hängt von Ihrer Konfiguration ab, etwa Verschlüsselung, Backups und Zugriffskontrolle.
Proxmox auf einem netcup-Server einrichten
netcup ist ein Sonderfall, der eine genauere Betrachtung verdient, denn der Anbieter führt zwei sehr unterschiedliche Produktlinien. Davon hängt ab, was mit Proxmox technisch möglich ist.
Die günstigen (v)Root-Server von netcup sind virtuelle KVM-Server. Verschachtelte Virtualisierung (Nested Virtualization) für eigene KVM-VMs ist dort standardmäßig nicht freigeschaltet, sondern muss beim netcup-Support beantragt werden und kostet teils einen monatlichen Aufpreis. Ohne Nested läuft Proxmox auf diesen Servern trotzdem sinnvoll, allerdings mit schnellen LXC-Containern statt vollwertiger KVM-VMs. Für viele Workloads wie Webdienste, Datenbanken oder Reverse-Proxies sind LXC-Container ressourcenschonend und absolut produktionstauglich.
Wer volle KVM-VMs mit eigenem Kernel braucht, greift zu den dedizierten Root-Servern (Bare Metal) von netcup. Dort steht die Hardware-Virtualisierung direkt zur Verfügung, und Proxmox läuft mit dem kompletten Funktionsumfang aus KVM und LXC. Grundlagen zur Plattform erklären wir unter Was ist Proxmox.
Praktisches Setup auf einem netcup-(v)Root-Server
- Debian installieren: Im netcup Server Control Panel (SCP, früher CCP) wählen Sie ein aktuelles Debian-Image passend zur Proxmox-Version, also Debian 13 "Trixie" für Proxmox VE 9, und installieren es über die Konsole.
- FQDN sauber setzen: Tragen Sie in
/etc/hostseinen vollqualifizierten Hostnamen ein, der auf die öffentliche Server-IP zeigt, zum Beispiel203.0.113.10 pve.example.com pve. Ein korrekt auflösbarer FQDN ist Voraussetzung für die Installation, sonst bricht sie ab. - Proxmox-Repository hinzufügen: Ergänzen Sie das No-Subscription- oder Enterprise-Repository von Proxmox in den APT-Quellen und importieren Sie den Signaturschlüssel.
- Proxmox installieren: Über die SCP-Konsole installieren Sie das Paket
proxmox-vesamt Kernel, starten neu und erreichen die Weboberfläche anschließend über Port 8006.
Prüfen Sie auf einem virtuellen (v)Root-Server vor dem Anlegen von VMs mit kvm-ok oder über das Flag in /proc/cpuinfo, ob Nested Virtualization aktiv ist. Ist sie es nicht, planen Sie von Anfang an mit LXC. Für Produktivlast empfehlen wir auch bei netcup dedizierte Hardware; was der Betrieb darüber hinaus kostet, rechnen wir unter Was kostet Proxmox durch.
Self-managed oder Managed Proxmox?
Die Hardware ist nur die halbe Miete. Entscheidend ist, wer die Plattform betreibt.
| Aspekt | Self-managed | Managed (z. B. WZ-IT) |
|---|---|---|
| Hardware mieten | Sie selbst beim Hoster | Sie selbst oder über uns |
| Installation und Netzwerk | Sie selbst | übernimmt der Dienstleister |
| Updates und Patch-Management | Sie selbst | übernimmt der Dienstleister |
| Monitoring und Alarmierung | Sie selbst | übernimmt der Dienstleister |
| Backup und Notfallwiederherstellung | Sie selbst | übernimmt der Dienstleister |
| Verantwortung bei Störungen | bei Ihnen | beim Dienstleister (mit Reaktionszeiten) |
Self-managed lohnt sich, wenn Sie internes Know-how und Kapazität für Virtualisierung haben. Managed lohnt sich, wenn Proxmox geschäftskritisch läuft, aber kein Team rund um die Uhr daran arbeiten soll. In der Praxis ist der Hoster austauschbar, der zuverlässige Betrieb nicht. Was Proxmox abseits der Miete wirklich kostet, rechnen wir im Artikel Was kostet Proxmox durch.
Wer bietet Support für Open-Source-Virtualisierung?
Hersteller-Support buchen Sie über eine Proxmox-Subscription direkt bei Proxmox Server Solutions. Diese deckt die Software ab, nicht aber Ihre individuelle Umgebung, Ihr Netzwerk beim Hoster oder Ihre Backup-Strategie. Genau hier setzt WZ-IT an: Wir sind ein deutscher Managed-Service-Provider, der Proxmox produktiv für Kunden betreibt - von der Auswahl des passenden Hosters über Installation, Cluster-Aufbau und Netzwerk bis zu Updates, Monitoring und verschlüsselten Offsite-Backups mit dem Proxmox Backup Server.
Anders als ein reiner Hoster sind wir herstellerunabhängig und an die Open-Source-Plattform gebunden, nicht an eine bestimmte Hardware. Sie bleiben Eigentümer Ihrer Server und Ihrer Daten, wir übernehmen den verlässlichen Betrieb mit definierten Reaktionszeiten.
Betrieb und Unterstützung
Den Server zu mieten ist der einfache Teil. Der verlässliche Betrieb von Proxmox - Cluster, Netzwerk, Updates und Backup - ist die eigentliche Aufgabe. Wir planen, richten ein und betreiben Proxmox-Umgebungen bei Hetzner, IONOS, OVHcloud und auf Wunschhardware. Einen Überblick gibt unsere Seite zu Proxmox und Private Cloud, den laufenden Betrieb beschreibt unsere Proxmox-Wartung und -Betrieb. Gern besprechen wir Ihr Vorhaben in einem kostenlosen Erstgespräch.
Sie möchten Proxmox nicht selbst betreiben? WZ-IT übernimmt Einrichtung, Betrieb und Wartung – DSGVO-konform aus Deutschland.
Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Bei Anbietern dedizierter Bare-Metal- oder Root-Server. In Deutschland und der EU sind das vor allem Hetzner, IONOS, OVHcloud und netcup. Proxmox VE benötigt Hardware-Virtualisierung und gehört daher auf einen dedizierten Server, nicht auf einen Shared-VPS. Proxmox selbst (die österreichische Proxmox Server Solutions GmbH) verkauft nur die Software, kein Hosting.
Auf den meisten Shared-VPS nicht, weil diese bereits virtualisiert sind und die nötige CPU-Virtualisierung (Intel VT-x / AMD-V) nicht durchreichen. Einige KVM-basierte Root-Server (etwa von netcup oder OVHcloud) erlauben verschachtelte Virtualisierung (Nested Virtualization), bei netcup nur auf Anfrage und teils gegen Aufpreis. Das funktioniert für Labor und Tests, ist aber langsamer und für Produktivsysteme nicht empfohlen. Produktiv gehört Proxmox auf Bare Metal.
Im reinen Hardware-Preis liegt Hetzner vorn, besonders über die Server-Auktion mit gebrauchten dedizierten Servern. netcup ist ebenfalls preiswert. OVHcloud und IONOS bewegen sich im mittleren Segment, bieten dafür Zusatzfunktionen wie private Netzwerke (vRack, Tagged VLAN). Der größte Kostenblock ist langfristig nicht die Miete, sondern der Betrieb.
Self-managed bedeutet: Sie mieten die Hardware und übernehmen Installation, Netzwerk, Updates, Monitoring und Backup selbst. Managed bedeutet: Ein Dienstleister wie WZ-IT plant, richtet ein, betreibt, patcht und überwacht die Umgebung und kümmert sich um Backups und Notfallwiederherstellung. Der Hoster stellt in beiden Fällen nur die Hardware.
Wenn der Server in einem EU-Rechenzentrum steht und ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AVV) mit dem Hoster besteht. Hetzner und IONOS sind deutsche Unternehmen mit Rechenzentren in Deutschland, OVHcloud ist französisch mit EU-Standorten. Die DSGVO-Konformität hängt zusätzlich von Ihrer Konfiguration ab, etwa Verschlüsselung und Zugriffskontrolle.
Proxmox Server Solutions ist der Software-Hersteller und bietet Subscriptions mit Hersteller-Support, aber kein Hosting. Das Mieten der Server übernehmen Hoster wie Hetzner oder OVHcloud, den Betrieb und individuellen Support für die Open-Source-Virtualisierung übernehmen Dienstleister wie WZ-IT.
Nein, technisch nicht. Proxmox VE läuft im vollen Funktionsumfang ohne Subscription. Für Produktivsysteme empfehlen wir mindestens die Community-Subscription pro CPU-Sockel, damit das stabilere Enterprise-Repository mit getesteten Updates aktiv ist. Die Subscription buchen Sie unabhängig vom Hoster direkt bei Proxmox.
Mehr zu Proxmox
- Was ist Proxmox?
- LXC vs KVM
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- Was kostet Proxmox?
- Proxmox vs VMware
- Von VMware zu Proxmox migrieren
- Nachteile & Eignung
- Proxmox installieren
- Proxmox auf Hetzner einrichten
- Hardware & Sizing
- Proxmox VE 8 auf 9 upgraden
- Subscription-Warnung entfernen
- Proxmox Troubleshooting (in Arbeit)
- HA-Cluster mit Proxmox aufbauen
- Cluster-Netzwerk auf Hetzner (vSwitch)
- Cluster-Netzwerk auf OVH (vRack)
- Cluster-Netzwerk auf IONOS (VLAN)
- Was ist Proxmox Backup Server?
- Proxmox Backup Server offsite (Pull-Architektur)
- Verschlüsselte Backups mit Hetzner Storage Box
- Was ist Datacenter Manager?
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