ThingsBoard Preise 2026: Editionen, Lizenzen und echte Kosten
Timo Wevelsiep•Aktualisiert: 30.06.2026Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.
ThingsBoard gibt es in drei Preis-Welten: Die Community Edition (CE) ist Open Source unter Apache 2.0 und ohne Lizenzkosten nutzbar, ohne Limit für Geräte oder Nachrichten. Die Professional Edition (PE) ist ein kommerzielles Abo, das Self-Managed (Stand Juni 2026) bei etwa 10 USD pro Monat startet und nach Geräte-Tier abgerechnet wird. ThingsBoard Cloud ist das gehostete SaaS-Angebot und rechnet pro Gerät und Datenpunkt ab. Die entscheidende Kostenfrage ist nicht der Listenpreis, sondern das Modell: Per-Device-Cloud skaliert linear mit jeder Maschine, self-gehostete CE bleibt eine flache Rechnung aus Server plus Betrieb. Was die Plattform technisch leistet, lesen Sie in Was ist ThingsBoard.
Die drei Editionen im Überblick
ThingsBoard wird von der ThingsBoard, Inc. entwickelt. Anfang 2026 hat das Unternehmen sein Preismodell umgebaut (offizieller Stand: Modell veröffentlicht am 27. Januar 2026, thingsboard.io) und auf modulare Add-ons, Top-ups und feinere Tiers umgestellt. Die drei Editionen unterscheiden sich grundlegend:
- Community Edition (CE): Kostenlos, Apache-2.0-Lizenz, Self-Hosting. Kein Per-Device-Modell, keine Nachrichten-Obergrenze. Support über die Community auf GitHub.
- Professional Edition (PE): Kommerzielles Abo oder Perpetual-Lizenz. Zusätzlich White Labeling, erweiterte Rechteverwaltung, Trendz Analytics und Edge-Module. Self-Managed oder als ThingsBoard Cloud.
- ThingsBoard Cloud: Vollständig gehostetes SaaS, Abrechnung pro Gerät und Datenpunkt, inklusive Betrieb und SLA.
ThingsBoard Community Edition: kostenlos und ohne Per-Device-Gebühr
Die CE ist der Kern der Plattform und steht unter der Apache 2.0-Lizenz. Das bedeutet konkret:
- Kostenlose, dauerhafte und kommerzielle Nutzung ohne Lizenzgebühr.
- Keine Begrenzung der Anzahl Geräte, Assets oder verarbeiteter Nachrichten durch die Lizenz.
- Kern-Features wie Telemetrie-Ingestion, Rule Engine, Dashboards, Multi-Tenancy und MQTT/HTTP/CoAP-Schnittstellen sind enthalten.
Die Grenzen der CE sind technischer, nicht lizenzrechtlicher Natur: Wie viele Geräte ein Server trägt, hängt von Hardware, Datenbank (PostgreSQL oder Cassandra/Timescale) und Clustering ab, nicht von einem Lizenz-Tier. Was der CE gegenüber der PE fehlt, sind kommerzielle Komfort-Features: White Labeling, granulare RBAC, die Trendz-Analytics-Suite und einige Edge-Computing-Module. Für viele Industrie- und Monitoring-Szenarien reicht die CE vollständig aus.
ThingsBoard Professional Edition: Abo nach Geräte-Tier
Die PE ist ein zeitbasiertes Abonnement. Innerhalb eines Tiers gibt es keine zusätzlichen Gebühren pro Nachricht oder Gerät; erst im Business-Tier lassen sich Geräte über das Limit hinaus gegen eine geringe Overage zukaufen. Das Self-Managed-Modell (Sie hosten selbst, ThingsBoard liefert die Lizenz) sieht Stand Juni 2026 so aus (Quelle: thingsboard.io/pricing, Netto-Listenpreise in USD, Änderungen vorbehalten):
| Tier | Preis/Monat | Geräte | Assets | Extra-Gerät |
|---|---|---|---|---|
| Maker | 10 USD | 10 | 10 | - |
| Prototype | 39 USD | 50 | 50 | - |
| Pilot | 99 USD | 100 | 100 | - |
| Startup | 299 USD | 500 | 500 | - |
| Business | 499 USD | 1.000 | 1.000 | ab 0,10 USD |
Wichtig zum neuen Modell: Zusätzliche Geräte über das Tier-Limit hinaus lassen sich nur im Business-Tier zukaufen (ab 0,10 USD pro Gerät). Bei kleineren Tiers wechseln Sie ins nächsthöhere Tier; einzelne Kapazitäten (z. B. Datenpunkte) lassen sich ab dem Pilot-Tier über Top-ups erweitern. Daneben gibt es die Perpetual-Lizenz ab rund 4.999 USD einmalig für eine dauerhafte On-Premises-Nutzung mit optionalem Offline-Modus, interessant für abgeschottete oder sicherheitskritische Umgebungen. Add-ons wie Edge Computing oder Trendz Analytics lassen sich modular dazubuchen.
ThingsBoard Cloud: bequem, aber pro Gerät
ThingsBoard Cloud ist das gehostete SaaS. Sie müssen nichts betreiben, zahlen aber pro Gerät und pro Datenpunkt. Stand Juni 2026 (Quelle: thingsboard.io/pricing, USD):
| Tier | Preis/Monat | Geräte | Datenpunkte/Monat | Extra-Gerät |
|---|---|---|---|---|
| Free | 0 USD | 5 | 1 Mio. | - |
| Prototype | 49 USD | 50 | 10 Mio. | - |
| Pilot | 149 USD | 100 | 100 Mio. | - |
| Startup | 399 USD | 500 | 500 Mio. | - |
| Business | 749 USD | 1.000 | 1 Mrd. | 0,30 USD |
Zusätzliche Geräte über das Tier-Limit hinaus lassen sich auch in der Public Cloud nur im Business-Tier zukaufen: jedes weitere Gerät kostet dort etwa 0,30 USD pro Monat, mit einer Obergrenze von 5.000 Geräten. Für größere, gemanagte Flotten gibt es Private-Cloud-Pläne (Launch ab rund 1.499 USD/Monat für 5.000 Geräte). Wichtig: Auch die Datenpunkt-Caps können Zusatzkosten auslösen, wenn Ihre Sensoren häufig senden.
Beispielrechnung: 5.000 Geräte im Vergleich
Die spannende Frage ist, was bei einer realistischen Flotte passiert. Beispiel: 5.000 Geräte im Dauerbetrieb. So sehen die jährlichen Kosten je Modell aus (USD, Stand Juni 2026, gerundet):
| Modell | Rechnung | Kosten/Jahr |
|---|---|---|
| ThingsBoard Cloud (public) | Business 749 + 4.000 x 0,30 = 1.949/Monat | ca. 23.400 USD |
| ThingsBoard Private Cloud (managed) | Launch 1.499/Monat | ca. 18.000 USD |
| PE Self-Managed | Business 499 + 4.000 x 0,10 = 899/Monat + eigener Server | ca. 10.800 USD + Infra |
| Community Edition self-hosted | 0 Lizenz + Server + Betrieb | nur Infra + Betrieb |
Die self-gehostete Community Edition trägt 5.000 Geräte bei passender Hardware ohne Lizenzkosten. Ein leistungsfähiger dedizierter Server oder ein kleines Cluster (z. B. bei Hetzner) liegt bei rund 150 bis 250 Euro pro Monat, plus Betrieb. Entscheidend ist der Skalierungseffekt: Wächst die Flotte von 5.000 auf 10.000 Geräte, verdoppeln sich die Per-Device-Kosten der Cloud, während die CE-Rechnung bis zur Kapazitätsgrenze des Servers nahezu flach bleibt. Genau hier liegt der Lock-in-Unterschied zwischen einem Per-Device-Modell und einer souveränen Self-Hosting-Strategie. Mehr zur Abwägung in IoT Self-Hosted vs. Cloud.
Die ehrlichen Gesamtkosten (TCO) der Community Edition
Kostenlos heißt nicht kostenfrei. Bei der CE entfällt die Lizenz, dafür übernehmen Sie:
- Server und Storage: CPU, RAM, schnelle NVMe für die Zeitreihen-Datenbank. Telemetrie-lastige Workloads sind I/O-hungrig.
- Betrieb: Installation, Updates, Monitoring, Backups, Skalierung und Hochverfügbarkeit. Dieser Posten dominiert die TCO über die Jahre, unabhängig von der Software.
- Optionale PE-Lizenz: Falls Sie White Labeling, granulare Rollen oder Trendz Analytics brauchen, kombinieren viele Teams self-gehostetes Betrieb mit einer PE-Lizenz, statt in die Per-Device-Cloud zu gehen.
Der Vorteil der Self-Host-Rechnung ist ihre Planbarkeit und EU-Datenhoheit: keine Per-Device-Lizenz-Explosion, kein Cloud-Lock-in, volle Kontrolle über Daten und Betriebsort. Ob ThingsBoard für Ihren Anwendungsfall überhaupt das richtige Werkzeug ist oder ob ein LoRaWAN-fokussierter Stack besser passt, zeigt der Vergleich ThingsBoard vs. ChirpStack.
Unsere Einordnung
Für Prototypen und kleine Flotten ist ThingsBoard Cloud bequem und oft günstig. Ab einigen Tausend Geräten lohnt die ehrliche TCO-Rechnung fast immer zugunsten der self-gehosteten Community Edition, optional ergänzt um eine PE-Lizenz für kommerzielle Features. Wir planen, betreiben und warten ThingsBoard auf Ihrer Infrastruktur (Proxmox, Hetzner oder on-prem), inklusive Edition-Wahl, Sizing und Hochverfügbarkeit. Details auf unserer Seite zu ThingsBoard und im IoT-Hub. Gern rechnen wir Ihr Szenario in einem kostenlosen Erstgespräch durch.
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Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Ja. Die ThingsBoard Community Edition (CE) steht unter der Apache-2.0-Lizenz und ist ohne Lizenzkosten voll nutzbar, ohne Begrenzung von Geräten, Assets oder Nachrichten. Kosten entstehen nur durch Self-Hosting: Server, Storage und Betrieb. Per-Device-Gebühren gibt es bei der CE nicht.
Die Professional Edition (PE) wird als zeitbasiertes Abo verkauft, ohne Gebühren pro Nachricht oder Gerät innerhalb des Tiers. Stand Juni 2026 startet das Self-Managed-Abo bei etwa 10 USD pro Monat (Maker, 10 Geräte) und reicht bis 499 USD pro Monat (Business, 1.000 Geräte), zusätzliche Geräte ab rund 0,10 USD. Daneben gibt es eine Perpetual-Lizenz ab 4.999 USD einmalig (Quelle: thingsboard.io/pricing).
ThingsBoard Cloud ist das gehostete SaaS-Angebot und rechnet pro Gerät und Datenpunkt ab. Stand Juni 2026 reichen die Tiers von kostenlos (5 Geräte, 1 Mio. Datenpunkte) über Prototype 49 USD/Monat bis Business 749 USD/Monat (1.000 Geräte). Zusätzliche Geräte kosten etwa 0,30 USD pro Gerät und Monat, maximal 5.000 Geräte (Quelle: thingsboard.io/pricing).
Bei kleinen Flotten und Prototypen ist die Cloud bequem und oft günstiger. Ab einigen Tausend Geräten kippt die Rechnung: Per-Device-Modelle skalieren linear mit der Gerätezahl, während die self-gehostete Community Edition eine flache Rechnung aus Serverkosten plus Betrieb hat. Bei 5.000 Geräten liegt die Cloud schnell bei über 18.000 USD pro Jahr, self-hosted bleiben es nur Server und Betrieb.
Nein, keine Lizenzlimits. Die Community Edition kennt keine Geräte-, Asset- oder Nachrichten-Obergrenze und keine Zeitsperre. Die Grenzen sind technisch (Hardware, Datenbank-Tuning, Clustering), nicht lizenzrechtlich. Funktionen wie White Labeling, erweiterte RBAC, Trendz Analytics oder Edge-Computing-Module sind allerdings der Professional Edition vorbehalten.
Weil bei der Self-Managed-PE die Server- und Betriebskosten bei Ihnen liegen, nicht bei ThingsBoard. Sie zahlen nur die Lizenz (Geräte-Tier plus geringe Overage ab ca. 0,10 USD/Gerät), betreiben die Plattform aber selbst. ThingsBoard Cloud bündelt Hosting, Betrieb und SLA in den Preis und verlangt dafür die höhere Per-Device-Gebühr von rund 0,30 USD.
Prototyp oder Pilot mit wenigen Geräten: ThingsBoard Cloud oder die CE auf einem kleinen Server. Wachsende Flotte mit Wunsch nach EU-Datenhoheit und ohne Per-Device-Explosion: Community Edition self-hosted, optional mit PE-Lizenz für White Labeling und Support. Wir helfen bei der ehrlichen TCO-Rechnung und beim Betrieb.
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