Was kostet ChirpStack? Lizenz, Hosting und ehrliche TCO
Timo Wevelsiep•Aktualisiert: 30.06.2026Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.
ChirpStack ist Open Source unter der MIT-Lizenz und damit komplett kostenlos - es gibt keine Lizenzgebühr, keine Per-Device-Kosten und kein Limit bei Gateways, Mandanten oder Nachrichten. Was ein ChirpStack-Setup wirklich kostet, sind drei Dinge: der Server bzw. das Hosting (ab etwa 5 Euro im Monat oder marginal auf vorhandener Infrastruktur), die Gateway- und Sensor-Hardware (einmalig, je nach Modell) und der laufende Betrieb (Updates, Monitoring, Backups, Security). Was ChirpStack genau ist und wo es im Stack sitzt, erklärt unser Artikel Was ist ChirpStack.
ChirpStack als Managed Service - WZ-IT plant, baut und betreibt souveräne LoRaWAN-Netze mit ChirpStack auf Ihrer Infrastruktur: EU-gehostet, Open Source, ohne Cloud-Lock-in und ohne Per-Device-Lizenz. Termin vereinbaren · Mehr zu LoRaWAN
ChirpStack ist Open Source und ohne Lizenzkosten
ChirpStack ist ein quelloffener LoRaWAN Network Server (LNS), der von Orne Brocaar entwickelt wird. Alle Komponenten - ChirpStack Network Server, Gateway Bridge, die REST- und gRPC-API sowie das ChirpStack Gateway OS - stehen unter der MIT-Lizenz (chirpstack.io/project). Das ist eine der freizügigsten Open-Source-Lizenzen überhaupt.
Konkret heißt das:
- Die Software ist dauerhaft kostenlos und im vollen Funktionsumfang nutzbar, von der Testumgebung bis zur Produktion.
- Es gibt keine Lizenzgebühr pro Gerät, Gateway oder Nachricht und kein Feature-Gating.
- Es gibt kein Vendor-Lock-in: Sie betreiben den Server auf eigener Infrastruktur, Ihre Daten bleiben bei Ihnen.
Die aktuelle Generation ist ChirpStack v4 (Version 4.18.0, veröffentlicht im Mai 2026, GitHub-Releases). Sie fasst die früher getrennten Dienste in einer schlanken Anwendung zusammen und nutzt PostgreSQL ab Version 13 als Datenspeicher sowie Redis ab 6.2 für Sessions und Cache (Requirements).
Was ChirpStack wirklich kostet: die Kostenblöcke
Weil die Software gratis ist, verschieben sich die Gesamtkosten (Total Cost of Ownership) auf Hardware und Betrieb. Diese Blöcke bestimmen den Preis:
| Kostenblock | Art | Größenordnung |
|---|---|---|
| ChirpStack-Lizenz | - | 0 Euro (MIT) |
| Server / Hosting | wiederkehrend | ab ca. 5 Euro/Monat (kleiner VPS) oder marginal auf vorhandener Proxmox-VM |
| Gateway-Hardware | einmalig | ca. 150-400 Euro (Indoor), 500-900 Euro (Outdoor) je Gateway |
| Sensoren / Endgeräte | einmalig | je nach Anwendung, oft 20-150 Euro pro Sensor |
| Betrieb & Wartung | wiederkehrend | interne Zeit oder MSP-Pauschale |
| Support / SLA | optional | über Integrator/MSP, kein Hersteller-Abo |
Server und Hosting
ChirpStack ist in Rust geschrieben und sehr ressourcenschonend. Für ein typisches Netz mit einigen tausend Geräten genügt eine kleine VM mit 2 bis 4 vCPU und 4 bis 8 GB RAM inklusive PostgreSQL und Redis. Erst sehr große Flotten oder hohe Nachrichtenraten erfordern mehr.
Daraus ergeben sich zwei realistische Szenarien:
- Eigene Cloud-VM: Ein kleiner Server wie eine Hetzner-Cloud-Instanz (2 vCPU, 4 GB RAM) kostet ab etwa 5 Euro im Monat. Das deckt einen kompletten LNS für ein KMU-Netz bereits ab.
- Auf vorhandener Infrastruktur: Läuft ohnehin ein Proxmox- oder Hetzner-Setup, sind die Mehrkosten für eine ChirpStack-VM praktisch marginal. Genau hier liegt der Souveränitäts-Vorteil: alles bleibt EU-gehostet und in Ihrer Hand.
Wann self-hosted gegenüber einer Cloud-Plattform sinnvoll ist und wo die Grenzen liegen, vergleicht unser Artikel IoT self-hosted vs. Cloud.
Gateways und Sensoren: die einmaligen Hardwarekosten
Der größte Posten in vielen Projekten ist nicht die Software, sondern die Funk-Hardware. Wichtig: Diese Kosten fallen bei jedem LoRaWAN-Setup an, unabhängig davon, ob Sie ChirpStack, eine Cloud-Plattform oder einen Managed-Dienst nutzen. Sie sind kein ChirpStack-Aufpreis.
- Indoor-Gateways: Ein RAK WisGate Edge Lite 2 (RAK7268) startet bei rund 150 US-Dollar, ein Milesight UG65 liegt bei etwa 325 Euro netto (rund 384 Euro inkl. MwSt., Stand Juni 2026). Das reicht für viele Gebäude und Campus-Szenarien.
- Outdoor-Gateways: Robuste IP67-Modelle wie Milesight UG67 oder RAK7289 liegen meist zwischen 500 und 900 Euro, decken dafür aber große Flächen ab.
- Sensoren: LoRaWAN-Endgeräte (Temperatur, Füllstand, Energie, Zähler) kosten je nach Typ oft 20 bis 150 Euro pro Stück, einmalig.
ChirpStack ist herstellerunabhängig: Jedes LoRaWAN-zertifizierte Gateway, das Semtech UDP, MQTT oder Basics Station spricht, lässt sich anbinden. Eine Übersicht passender Hardware finden Sie auf unserer Milesight-Expertise.
Betrieb, Wartung und Support: die wiederkehrenden Kosten
Hier liegt der ehrliche Hauptkostentreiber - und er wird oft unterschätzt. Wer ChirpStack produktiv betreibt, braucht:
- Updates und Patches für ChirpStack, PostgreSQL, Redis und das Betriebssystem.
- Monitoring und Alerting, damit ein ausgefallenes Gateway oder ein voller Speicher auffällt, bevor Daten verloren gehen.
- Backups der PostgreSQL-Datenbank und der Konfiguration.
- Security: TLS, abgesicherte API-Zugänge, Netztrennung der Gateways.
Diese Aufgaben kosten entweder interne Arbeitszeit oder eine MSP-Pauschale. Einen offiziellen Hersteller-Support mit Abo gibt es für ChirpStack nicht; das Projekt bietet kostenlose Hilfe über das Community-Forum und die Dokumentation. Professionellen Support, ein SLA und den kompletten Betrieb übernehmen Dienstleister - bei WZ-IT als Teil unserer ChirpStack-Expertise.
TCO-Beispiel: ChirpStack für ein mittleres LoRaWAN-Netz
Ein realistisches Rechenbeispiel für ein KMU mit 3 Indoor-Gateways und 200 Sensoren:
| Posten | Annahme | Kosten |
|---|---|---|
| ChirpStack-Lizenz | MIT, kostenlos | 0 Euro |
| 3 Indoor-Gateways | je ca. 325 Euro netto | ca. 975 Euro (einmalig) |
| 200 Sensoren | je ca. 60 Euro | ca. 12.000 Euro (einmalig) |
| Server | kleine VM oder Proxmox-VM | ca. 5-10 Euro/Monat |
| Betrieb/Wartung | intern oder MSP | wiederkehrend, je nach Modell |
Entscheidend: Die wiederkehrenden Plattformkosten beschränken sich auf Server und Betrieb. Es gibt keine Position, die mit jedem zusätzlichen Gerät teurer wird. Wächst das Netz von 200 auf 2.000 Geräte, ändert sich an den Lizenzkosten nichts - lediglich eine etwas größere VM kann nötig werden.
ChirpStack vs. kommerzielle LNS und TTN
Der Kostenvorteil von ChirpStack wird im Vergleich am deutlichsten:
| Lösung | Modell | Kostenlogik |
|---|---|---|
| ChirpStack (self-hosted) | Open Source, MIT | Server + Hardware + Betrieb, keine Per-Device-Kosten |
| The Things Network (Community) | öffentliches Gratis-Netz | kostenlos, aber Fair-Use-Limit: 30 s Uplink-Airtime und 10 Downlinks pro Gerät/Tag, keine SLA |
| The Things Stack Cloud | Managed LNS | Gratis-Tier (Discovery) bis 10 Geräte/10 Gateways; Standard inkl. 1.000 Geräte, danach pro Gerät |
| AWS IoT Core / Azure / Actility | Managed/Cloud | Abrechnung pro Gerät und/oder pro Nachricht |
Das öffentliche The Things Network ist ideal zum Ausprobieren, für produktive Anwendungen aber durch die Fair-Use-Policy stark limitiert. Kommerzielle Managed-LNS nehmen Ihnen den Betrieb ab, koppeln den Preis aber an die Geräteanzahl - bei wachsenden Flotten führt das zur typischen Per-Device-Lizenz-Explosion. ChirpStack dreht diese Logik um: Sie zahlen für Infrastruktur und Betrieb, nicht für jedes einzelne Gerät.
Fazit
ChirpStack selbst kostet nichts - es ist Open Source unter MIT und ohne Lizenzgebühr. Die echten Kosten stecken in Server, Gateway-Hardware und Betrieb, wobei die Hardware bei jedem LoRaWAN-Projekt anfällt und der Betrieb der eigentliche Hebel ist. Für Unternehmen mit Datensouveränität und planbaren Kosten ist die self-hosted-Variante die ehrlichere Antwort als ein per-Device abgerechneter Cloud-Dienst.
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Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Ja. ChirpStack steht vollständig unter der MIT-Lizenz und ist ohne Lizenzkosten nutzbar. Es gibt keine Gebühr pro Gerät, kein Limit bei Gateways, Mandanten oder Nachrichten und keinen Funktionsumfang, der hinter einer Bezahlschranke liegt. Kosten entstehen nicht für die Software, sondern für Server, Gateway-Hardware und Betrieb.
Die Infrastruktur ist günstig: Ein kleiner Cloud-Server ab etwa 5 Euro im Monat reicht für tausende Geräte, auf einer vorhandenen Proxmox-Umgebung sind die Mehrkosten praktisch marginal. Der eigentliche Kostentreiber ist nicht der Server, sondern der laufende Betrieb: Updates, Monitoring, Backups und Security.
Ein Indoor-Gateway kostet je nach Modell etwa 150 bis 400 Euro (z. B. RAK WisGate Edge Lite 2 ab rund 150 US-Dollar, Milesight UG65 rund 325 Euro netto, Stand Juni 2026). Outdoor-Gateways liegen meist zwischen 500 und 900 Euro. Diese Hardwarekosten fallen einmalig an und sind unabhängig davon, welchen LoRaWAN Network Server Sie nutzen.
Es gibt kein kommerzielles Support-Abo des Projekts. ChirpStack wird als Open-Source-Projekt entwickelt, Hilfe gibt es kostenlos über das Community-Forum und die Dokumentation. Professioneller Support, SLA und Betrieb laufen über Integratoren und MSPs wie WZ-IT.
Das öffentliche The Things Network ist gratis, unterliegt aber einer Fair-Use-Policy (30 Sekunden Uplink-Airtime und 10 Downlinks pro Gerät und Tag) und bietet keine SLA. Kommerzielle Managed-LNS wie The Things Stack Cloud rechnen pro registriertem Gerät ab. ChirpStack self-hosted hat keine Per-Device-Kosten, die Kosten bleiben beim Wachstum der Flotte weitgehend flach.
Ja. Weil es keine Per-Device-Lizenz gibt, steigt mit jeder zusätzlichen Geräteklasse nicht der Lizenzpreis, sondern nur die Last auf Server und Betrieb. Bei kommerziellen Plattformen ist die Geräteanzahl dagegen der zentrale Preishebel.
ChirpStack ist in Rust geschrieben und ressourcenschonend. Für ein typisches Netz mit einigen tausend Geräten genügen 2 bis 4 vCPU und 4 bis 8 GB RAM samt PostgreSQL (ab Version 13) und Redis (ab 6.2). Erst sehr große Netze oder hohe Nachrichtenraten erfordern mehr.
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