Multi-GPU-Inferenz ohne NVLink: Tensor Parallelism, Pipeline Parallelism oder Replicas
Timo Wevelsiep•Aktualisiert: 30.09.2026Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.
Größeres Modell oder mehr Durchsatz, als eine GPU hergibt? WZ-IT betreibt Managed GPU-Server mit NVIDIA RTX PRO 4000 Blackwell (24 GB) und RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q (96 GB) inklusive vLLM, Open WebUI und Monitoring. Multi-GPU-Konfigurationen planen wir passend zu Modell und Last. GPU-Server ansehen · Termin vereinbaren
Ein Server mit zwei GPUs liefert nicht automatisch die doppelte Leistung. Entscheidend ist, wie die Inferenz-Software das Modell auf die Karten verteilt, und wie viel Bandbreite zwischen den Karten zur Verfügung steht. Rechenzentrums-GPUs wie H100 oder B200 sind über NVLink gekoppelt. Die RTX PRO Blackwell-Karten, die in vielen Unternehmensservern stecken, kommunizieren nur über PCIe. Damit verschiebt sich die Abwägung zwischen Tensor Parallelism, Pipeline Parallelism und mehreren unabhängigen Instanzen (Replicas). Dieser Artikel erklärt die drei Verfahren, die zugehörigen vLLM-Parameter und eine Entscheidungsregel für Systeme ohne NVLink. Stand Oktober 2026.
Inhaltsverzeichnis
- NVLink und PCIe bei RTX PRO Blackwell
- Drei Arten, ein Modell auf mehrere GPUs zu bringen
- Warum Tensor Parallelism ohne NVLink teuer wird
- Die Entscheidungsregel: so wenig Aufteilung wie möglich
- vLLM-Konfiguration für zwei GPUs
- Was eine öffentliche Messung zeigt
- Topologie prüfen und messen
NVLink und PCIe bei RTX PRO Blackwell
NVLink ist NVIDIAs direkte Verbindung zwischen GPUs. Die fünfte Generation (Blackwell) erreicht laut NVIDIA 1.800 GB/s pro GPU, die vierte Generation (Hopper) 900 GB/s (NVIDIA, NVLink). Zum Vergleich gibt NVIDIA für die PCIe-Gen5-Anbindung einer H100 128 GB/s an (NVIDIA, H100). Der Wert gilt für beide Richtungen einer x16-Verbindung zusammen.
Die RTX PRO Blackwell-Karten in der folgenden Tabelle haben keinen NVLink-Anschluss. Ihre Datenblätter nennen ausschließlich PCIe als Systemschnittstelle:
| GPU | Speicher | Speicherbandbreite | Systemschnittstelle | NVLink | Quelle |
|---|---|---|---|---|---|
| RTX PRO 6000 Blackwell Workstation Edition | 96 GB GDDR7 ECC | 1.792 GB/s | PCIe 5.0 x16 | nicht aufgeführt | Datenblatt |
| RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q | 96 GB GDDR7 ECC | 1.792 GB/s | PCIe 5.0 x16 | nicht aufgeführt | Datenblatt |
| RTX PRO 4000 Blackwell | 24 GB GDDR7 ECC | 672 GB/s | PCIe 5.0 x16 | nicht aufgeführt | Datenblatt |
| RTX PRO 4000 Blackwell SFF Edition | 24 GB GDDR7 ECC | 432 GB/s | PCIe 5.0 x8 | nicht aufgeführt | Datenblatt |
Die Größenordnung ist wichtig: Innerhalb einer RTX PRO 6000 bewegt der Speicher 1.792 GB/s, zwischen zwei Karten stehen über PCIe 5.0 x16 rechnerisch gut 60 GB/s je Richtung zur Verfügung. Jeder Datenaustausch zwischen den GPUs ist damit um mehr als eine Größenordnung langsamer als ein Zugriff auf den eigenen Speicher. Ob die Karten im Server tatsächlich mit voller Lane-Zahl und ohne Umweg über den zweiten Prozessor verbunden sind, hängt vom Mainboard ab (siehe Topologie prüfen).
Drei Arten, ein Modell auf mehrere GPUs zu bringen
vLLM kennt drei grundlegende Verfahren, die sich kombinieren lassen (vLLM, Parallelism and Scaling):
| Verfahren | Was geteilt wird | Kommunikation zwischen GPUs | Nutzen | vLLM-Parameter |
|---|---|---|---|---|
| Tensor Parallelism (TP) | Jede Schicht wird auf alle GPUs zerschnitten | In jeder Schicht (All-Reduce) | Großes Modell passt, einzelne Anfrage wird schneller | --tensor-parallel-size (-tp) |
| Pipeline Parallelism (PP) | Schichten werden blockweise auf GPUs verteilt | Nur an den Blockgrenzen | Großes Modell passt, weniger Datenverkehr als TP | --pipeline-parallel-size (-pp) |
| Data Parallelism (DP) / Replicas | Nichts, jede GPU hält eine vollständige Kopie | Keine (bei dichten Modellen) | Mehr parallele Anfragen, Ausfallsicherheit | --data-parallel-size (-dp) oder getrennte Instanzen |
| Expert Parallelism (EP) | Experten eines MoE-Modells werden auf GPUs verteilt | Token-Routing zu den Experten | MoE-Modelle verteilen | --enable-expert-parallel (-ep) |
Alle Parameter haben in vLLM den Standardwert 1 bzw. sind standardmäßig aus (vLLM, Engine Arguments). Die Zahl der benötigten GPUs ergibt sich als Produkt: -dp 2 -tp 2 braucht vier GPUs.
Tensor Parallelism ist das Verfahren, das die meisten Anleitungen zuerst nennen. Die vLLM-Dokumentation empfiehlt es für den Fall, dass ein Modell nicht auf eine GPU, aber auf einen Server passt.
Pipeline Parallelism legt zum Beispiel die erste Hälfte der Schichten auf GPU 0 und die zweite auf GPU 1. Zwischen den Karten wandern nur die Zwischenergebnisse an der Übergabestelle. Eine einzelne Anfrage wird dadurch nicht schneller, weil die GPUs nacheinander arbeiten. Bei vielen gleichzeitigen Anfragen arbeiten beide Stufen parallel an verschiedenen Anfragen.
Replicas sind keine Aufteilung des Modells, sondern mehrere vollständige Instanzen. vLLM bietet dafür --data-parallel-size mit einem gemeinsamen API-Endpunkt und interner Lastverteilung; das funktioniert für dichte und MoE-Modelle (vLLM, Data Parallel Deployment). Alternativ laufen zwei getrennte vLLM-Prozesse, die ein Gateway wie LiteLLM gemeinsam anspricht.
Expert Parallelism betrifft nur Mixture-of-Experts-Modelle. Die Experten werden auf die GPUs verteilt, statt jeden Experten per TP zu zerschneiden; die EP-Größe ergibt sich aus TP mal DP (vLLM, Expert Parallel Deployment).
Warum Tensor Parallelism ohne NVLink teuer wird
Tensor Parallelism geht auf das Verfahren aus Megatron-LM zurück: Die Gewichtsmatrizen von Attention und MLP werden spaltenweise bzw. zeilenweise geteilt, jede GPU rechnet ihren Teil, und nach Attention und MLP werden die Teilergebnisse per All-Reduce zusammengeführt (Shoeybi et al., Megatron-LM). Das sind zwei Synchronisationspunkte pro Transformer-Schicht. Ein Modell mit 60 Schichten synchronisiert bei jedem erzeugten Token also rund 120-mal.
Bei der Token-Erzeugung (Decode) sind die übertragenen Datenmengen pro Schritt klein, aber jede Synchronisation hat eine feste Latenz. Bei der Verarbeitung langer Eingaben (Prefill) fallen große Datenmengen an. Über NVLink fallen beide Effekte kaum ins Gewicht. Über PCIe wartet die GPU messbar auf die andere Karte, und mit jeder zusätzlichen TP-GPU wächst der Anteil dieser Wartezeit.
Die vLLM-Dokumentation zieht daraus eine ausdrückliche Konsequenz: Haben die GPUs eines Servers keine NVLink-Verbindung, etwa bei der L40S, sollte Pipeline Parallelism statt Tensor Parallelism eingesetzt werden, um höheren Durchsatz und geringeren Kommunikationsaufwand zu erreichen (vLLM, Parallelism and Scaling). Die RTX PRO Blackwell-Karten fallen in dieselbe Kategorie.
Daraus folgt nicht, dass TP über PCIe unbrauchbar ist. Bei zwei GPUs bleibt der Aufwand überschaubar, und TP verkürzt die Antwortzeit einer einzelnen Anfrage, was PP nicht tut. Der Abstand wächst mit TP=4 und TP=8 und mit der Zahl gleichzeitiger Anfragen.
Die Entscheidungsregel: so wenig Aufteilung wie möglich
Für Server ohne NVLink lässt sich die Wahl auf eine Regel reduzieren: Das Modell auf so wenige GPUs verteilen, wie nötig sind, damit es mit ausreichend KV-Cache passt, und die übrigen GPUs für weitere Replicas nutzen. Wie viel Speicher Gewichte und KV-Cache brauchen, rechnet GPU- und VRAM-Sizing für LLMs durch; welches Format die Gewichte verkleinert, erklärt LLM-Quantisierung.
| Ausgangslage | Empfehlung bei 2 GPUs ohne NVLink | Begründung |
|---|---|---|
| Modell plus KV-Cache passt auf eine GPU | Zwei Replicas (-dp 2 oder zwei Instanzen) |
Kein Datenverkehr zwischen GPUs, Durchsatz skaliert, Ausfall einer GPU bleibt verkraftbar |
| Modell passt auf eine GPU, aber zu wenig KV-Cache für Kontext oder Nutzerzahl | Zuerst Quantisierung oder FP8-KV-Cache prüfen, sonst TP=2 | Replicas mit zu kleinem KV-Cache verlieren den Vorteil |
| Modell passt nicht auf eine GPU | TP=2 oder PP=2, beides messen | TP für kürzere Antwortzeiten, PP für mehr Durchsatz bei vielen Anfragen |
| Kurze Antwortzeit pro Anfrage hat Vorrang | TP=2 | Nur TP verkürzt die Rechenzeit pro Token |
| Mixture-of-Experts-Modell über zwei GPUs | TP=2 mit und ohne --enable-expert-parallel messen |
Effekt hängt vom Modell und von der Last ab |
| Mehrere kleine Modelle auf einer großen GPU | MIG-Partitionen (RTX PRO 6000: bis 4 x 24 GB) | Replicas oder verschiedene Modelle isoliert auf einer Karte |
Ein Beispiel für den dritten Fall: Qwen3.5-122B-A10B in FP8 belegt allein mit den Gewichten deutlich mehr als die 96 GB einer RTX PRO 6000. Zwei Karten mit TP=2 halten Gewichte und KV-Cache gemeinsam; der Aufbau ist im Beitrag vLLM mit Qwen3.5-122B auf zwei RTX PRO 6000 dokumentiert.
Ein Beispiel für den ersten Fall: Ein Modell mit rund 30 Mrd. Parametern in FP8 oder 4 Bit passt auf eine 96-GB-Karte mit viel Platz für KV-Cache. Mit zwei solchen GPUs liefern zwei Instanzen mehr Durchsatz als eine Instanz mit TP=2.
vLLM-Konfiguration für zwei GPUs
Die folgenden Befehle zeigen die drei Varianten mit vllm serve. Modellnamen, Kontextlänge und Speicheranteil sind Platzhalter, die zum Modell passen müssen.
Tensor Parallelism: ein Modell über beide GPUs
vllm serve <modell> \
--tensor-parallel-size 2 \
--max-model-len 32768 \
--gpu-memory-utilization 0.90
Pipeline Parallelism: Schichten blockweise verteilt
vllm serve <modell> \
--pipeline-parallel-size 2 \
--max-model-len 32768
Replicas über Data Parallelism: zwei Kopien hinter einem Endpunkt
vllm serve <modell> \
--data-parallel-size 2 \
--max-model-len 32768
Replicas als getrennte Instanzen
CUDA_VISIBLE_DEVICES=0 vllm serve <modell> --port 8000
CUDA_VISIBLE_DEVICES=1 vllm serve <modell> --port 8001
Getrennte Instanzen lassen sich einzeln neu starten und aktualisieren. Die Verteilung übernimmt ein Gateway mit Lastverteilung und Health-Checks, etwa LiteLLM. Bei --data-parallel-size übernimmt vLLM die Verteilung selbst; die Warteschlangen-Limits gelten dann für den gesamten Server und nicht je Rang (vLLM, Data Parallel Deployment).
Weitere Parameter, die auf PCIe-Systemen eine Rolle spielen:
| Parameter | Wirkung | Wann relevant |
|---|---|---|
--enable-expert-parallel |
Experten eines MoE-Modells verteilen statt per TP schneiden | MoE-Modelle mit TP oder DP größer 1 |
--disable-custom-all-reduce |
Eigenen All-Reduce-Kernel abschalten, NCCL verwenden | Fehlersuche bei Hängern oder Abbrüchen beim Start mit TP |
--distributed-executor-backend |
mp (Multiprocessing) oder ray |
Ein Server: mp; mehrere Knoten: je nach Setup |
--max-num-seqs |
Höchstzahl gleichzeitig verarbeiteter Sequenzen | Durchsatz gegen KV-Cache-Bedarf abwägen |
Die Beschreibungen stammen aus der Referenz der Engine-Argumente (vLLM, Engine Arguments). Wie sich vLLM insgesamt von Ollama unterscheidet, zeigt vLLM vs. Ollama.
Was eine öffentliche Messung zeigt
Belastbare, veröffentlichte Messungen zu TP gegen Replicas auf PCIe-Systemen sind selten. Eine nachvollziehbare Messreihe ist vllm-topology-bench. Sie vergleicht auf vier RTX 3090 ohne NVLink eine Instanz mit TP=4 gegen zwei Replicas mit je TP=2:
| Merkmal | Wert |
|---|---|
| Hardware | 4 x RTX 3090 (24 GB), ohne NVLink |
| Modell | Qwen3.6-35B-A3B, AWQ-quantisiert (Gewichte rund 23 GB) |
| vLLM-Version | 0.21.0 |
| Kontextlänge | 8.192 Token, 512 Token Eingabe, 256 Token Ausgabe |
| Durchsatz bei 1 Anfrage | 111 (TP=4) gegen 116 Token/s (2 x TP=2) |
| Durchsatz bei 128 parallelen Anfragen | 610 (TP=4) gegen 1.437 Token/s (2 x TP=2) |
| Zeit bis zum ersten Token bei 16 parallelen Anfragen | 3,9 s (TP=4) gegen 1,4 s (2 x TP=2) |
Das Muster bestätigt die Regel: Bei einer einzelnen Anfrage liegen beide Varianten fast gleichauf, mit steigender Last sättigt die Variante mit mehr TP-GPUs früher. Eine Kopie pro Karte (4 x TP=1) war in dieser Messung nicht möglich, weil die Gewichte die 24-GB-Karten fast vollständig belegen.
Die Einschränkungen nennt das Projekt selbst: eine Messung je Punkt, Consumer-Karten, kurze Kontextlänge, ein einzelnes MoE-Modell. Die absoluten Zahlen lassen sich nicht auf RTX PRO Blackwell oder andere Modelle übertragen. Übertragbar ist die Richtung, und die sollte vor jeder Festlegung auf dem eigenen System mit der eigenen Last geprüft werden.
Topologie prüfen und messen
Wie gut zwei GPUs miteinander kommunizieren, hängt nicht nur von der Karte ab, sondern auch vom Server. Drei Prüfungen gehören vor jede Multi-GPU-Konfiguration:
- Verbindung zwischen den GPUs anzeigen.
nvidia-smi topo -mzeigt die Topologiematrix. Stehen die GPUs am selben PCIe-Switch oder Root Complex, ist der Weg kurz. Steht zwischen ihnenSYS, läuft der Verkehr über die Verbindung zwischen zwei Prozessoren, was TP zusätzlich ausbremst. - Lane-Zahl und Generation prüfen.
nvidia-smi -qzeigt die aktuelle PCIe-Generation und Link-Breite. Eine Karte, die nur mit x8 oder PCIe 4.0 angebunden ist, halbiert die verfügbare Bandbreite. - Mit realistischer Last messen. Durchsatz und Zeit bis zum ersten Token bei der erwarteten Zahl gleichzeitiger Nutzer und der tatsächlichen Eingabelänge vergleichen, jeweils für TP=2, PP=2 und Replicas, sofern das Modell es zulässt. vLLM bringt dafür ein eigenes Benchmark-Werkzeug mit (
vllm bench serve).
Beim Start mit TP protokolliert NCCL, über welchen Weg die GPUs kommunizieren. Die vLLM-Dokumentation beschreibt, wie sich diese Ausgaben lesen lassen (vLLM, Parallelism and Scaling). Wer mehrere Server statt mehrerer GPUs in einem Server verbinden möchte, steht vor denselben Fragen auf Netzwerkebene; für GB10-Systeme beschreibt das AI Cubes mit ConnectX-7 verbinden.
Was das für Ihr Projekt heißt
Zwei GPUs ohne NVLink sind eine gute Basis für den Produktivbetrieb, wenn die Aufteilung zum Ziel passt. Für mehr Nutzer mit einem Modell, das auf eine Karte passt, sind Replicas der direkte Weg. Für Modelle, die eine Karte übersteigen, ist TP=2 der verbreitete Standard und PP=2 die Alternative, die sich bei hoher Last lohnen kann. TP über vier oder mehr PCIe-GPUs sollte nur nach eigener Messung gewählt werden.
WZ-IT stellt Managed GPU-Server mit einer dedizierten NVIDIA RTX PRO 4000 Blackwell (24 GB, ab 699 € netto/Monat) oder RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q (96 GB, ab 1.799 € netto/Monat) bereit, jeweils mit vLLM, Open WebUI und Monitoring. Multi-GPU-Konfigurationen, getrennte Instanzen hinter einem Gateway und redundante Modell-Endpunkte planen wir passend zu Modell, Kontextlänge und Nutzerzahl und weisen sie im Angebot aus. Für den Betrieb im eigenen Haus ist der AI Cube die Alternative. Support, Beratung und Implementierung durch WZ-IT.
Welches Modell überhaupt in Frage kommt, ordnet Welches LLM selbst hosten? ein. Wie viele Nutzer ein Server tragen kann, beschreibt Lokalen KI-Server nach Nutzerzahl dimensionieren, und den Unterschied zwischen den Inferenz-Engines vergleicht der Beitrag vLLM, Ollama und llama.cpp im Vergleich.
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Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Nein. Die NVIDIA-Datenblätter der RTX PRO 6000 Blackwell Workstation Edition und der Max-Q Workstation Edition nennen als Systemschnittstelle PCIe 5.0 x16 und führen keinen NVLink-Anschluss auf. Dasselbe gilt für die RTX PRO 4000 Blackwell (PCIe 5.0 x16) und ihre SFF Edition (PCIe 5.0 x8). Mehrere dieser Karten in einem Server tauschen Daten über PCIe aus (Stand Oktober 2026).
Nein. Jede GPU behält ihren eigenen Speicher. Ein Modell, das mehr als 96 GB braucht, lässt sich nur nutzen, wenn die Inferenz-Software es aufteilt, etwa per Tensor Parallelism oder Pipeline Parallelism in vLLM. Die Summe der Speicher steht dann für Gewichte und KV-Cache zur Verfügung, aber jede Aufteilung erzeugt Datenverkehr zwischen den Karten.
Nein. Tensor Parallelism teilt jede Schicht auf beide GPUs auf und synchronisiert die Teilergebnisse in jeder Schicht über eine All-Reduce-Operation. Ohne NVLink läuft diese Synchronisation über PCIe und kostet Zeit. Die Rechenleistung verdoppelt sich, der Gesamtdurchsatz steigt aber deutlich weniger als um den Faktor zwei. Passt das Modell auf eine GPU, liefern zwei unabhängige Instanzen meist mehr Durchsatz.
Nein. vLLM unterstützt Tensor Parallelism, Pipeline Parallelism und Data Parallelism auch über PCIe. Die vLLM-Dokumentation empfiehlt für GPUs ohne NVLink sogar, Pipeline Parallelism statt Tensor Parallelism zu prüfen, weil der Kommunikationsaufwand geringer ist. NVLink verbessert die Skalierung, ist aber keine Voraussetzung.
Wenn das Modell mit KV-Cache für die gewünschte Kontextlänge auf eine einzelne GPU passt. Dann bearbeitet jede GPU eigene Anfragen, es gibt keine Synchronisation zwischen den Karten, und der Durchsatz skaliert mit der Zahl der Instanzen. Fällt eine GPU aus, antwortet die andere weiter. Tensor Parallelism ist die Wahl, wenn das Modell sonst nicht passt oder eine einzelne Anfrage schneller beantwortet werden muss.
--tensor-parallel-size 2 (kurz -tp 2) teilt jede Schicht auf zwei GPUs auf. --pipeline-parallel-size 2 (-pp 2) verteilt die Schichten blockweise. --data-parallel-size 2 (-dp 2) startet zwei vollständige Kopien hinter einem Endpunkt. Bei Mixture-of-Experts-Modellen verteilt --enable-expert-parallel die Experten statt sie per Tensor Parallelism zu zerschneiden. Alle Parameter haben den Standardwert 1.
Er misst auf vier RTX 3090 ohne NVLink ein AWQ-quantisiertes Qwen3.6-35B-A3B mit vLLM 0.21.0. Zwei Replicas mit je TP=2 erreichten bei 128 parallelen Anfragen 1.437 Token pro Sekunde, eine Instanz mit TP=4 nur 610. Es handelt sich um eine einzelne Messreihe auf Consumer-Karten mit 8.192 Token Kontext. Die Richtung ist übertragbar, die Zahlen gelten für andere GPUs und Modelle nicht.
Ja. Die RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q unterstützt laut NVIDIA-Datenblatt Multi-Instance GPU (MIG) mit bis zu vier Instanzen zu je 24 GB oder zwei zu je 48 GB. Jede Instanz verhält sich wie eine eigene GPU. Das ist das Gegenstück zu Multi-GPU: mehrere Replicas auf einer Karte statt eines Modells auf mehreren Karten.
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