LLM-Quantisierung erklärt: FP8, NVFP4, AWQ, GPTQ und GGUF
Timo Wevelsiep•Aktualisiert: 01.10.2026Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Beratung.
Welches Modell in welchem Format auf Ihre Hardware passt? WZ-IT richtet lokale Sprachmodelle auf eigener Infrastruktur ein, wählt Modell und Quantisierung passend zu GPU, Kontextlänge und Nutzerzahl und prüft die Qualität mit Ihren eigenen Aufgaben. Managed GPU-Server ansehen · AI Cube ansehen · Termin vereinbaren
Ob ein Sprachmodell auf eine GPU passt und wie viele Anfragen es gleichzeitig bedient, entscheidet sich zu einem großen Teil an der Zahlenpräzision. Ein Modell mit 32 Milliarden Parametern belegt in BF16 rund 66 GB, als 4-Bit-Variante weniger als ein Drittel davon. Dazwischen liegen Formate mit unterschiedlichen Annahmen über Hardware und Software: FP8, NVFP4, MXFP4, AWQ, GPTQ und GGUF. Dieser Artikel ordnet die Formate ein, zeigt, welche GPU welches Format nativ beschleunigt, und erklärt, wie der KV-Cache in die Rechnung eingeht. Stand Oktober 2026.
Inhaltsverzeichnis
- Was Quantisierung bei LLMs bedeutet
- Die Formate im Überblick
- FP8: der Standard ab Ada und Hopper
- NVFP4 und MXFP4: 4 Bit als Gleitkommazahl
- AWQ und GPTQ: 4-Bit-Gewichte mit Kalibrierung
- GGUF: das Format von llama.cpp und Ollama
- Speicherbedarf an einem Beispiel
- KV-Cache quantisieren
- Welches Format für welche Hardware
- Qualitätsverlust messen statt schätzen
Was Quantisierung bei LLMs bedeutet
Sprachmodelle werden heute meist in BF16 veröffentlicht, also mit 16 Bit je Parameter. Quantisierung bildet diese Werte auf ein Format mit weniger Bits ab, typischerweise 8 oder 4 Bit. Damit die kleinen Zahlen den ursprünglichen Wertebereich abdecken, speichern alle Verfahren zusätzlich Skalierungsfaktoren, je Tensor, je Kanal oder je Block aus wenigen Werten.
Drei Dinge lassen sich quantisieren, und die Kurzschreibweise zeigt, was gemeint ist:
| Bezeichnung | Gewichte | Aktivierungen | Typisches Beispiel |
|---|---|---|---|
| W8A8 | 8 Bit | 8 Bit | FP8 auf Ada, Hopper, Blackwell |
| W4A16 | 4 Bit | 16 Bit | AWQ, GPTQ, INT4 |
| W4A4 | 4 Bit | 4 Bit | NVFP4 auf Blackwell |
| KV-Cache | - | - | FP8-KV-Cache in vLLM, q8_0 in Ollama |
Der Nutzen hat zwei Seiten. Erstens sinkt der Speicherbedarf der Gewichte, das Modell passt auf kleinere oder weniger GPUs. Zweitens liest die GPU beim Erzeugen jedes Tokens alle aktiven Gewichte aus dem Speicher. Kleinere Datentypen verbrauchen weniger Speicherbandbreite, was laut vLLM-Dokumentation zu LLM Compressor gerade bei speichergebundenen Lasten oft höheren Durchsatz bedeutet. Ob zusätzlich die Rechenoperation in niedriger Präzision läuft (W8A8, W4A4), hängt davon ab, ob die GPU dafür Tensor Cores hat.
Wie sich Gewichte, KV-Cache und Overhead zum gesamten VRAM-Bedarf addieren, rechnet GPU und VRAM für LLMs dimensionieren durch.
Die Formate im Überblick
| Format | Bits je Gewicht | Art | Kalibrierdaten | Hauptsächlich genutzt mit | Native Rechenwerke |
|---|---|---|---|---|---|
| BF16 / FP16 | 16 | Gleitkomma | nein | allen Engines | alle aktuellen GPUs |
| FP8 (E4M3) | 8 | Gleitkomma | optional | vLLM | ab Ada Lovelace (CC 8.9), Hopper, Blackwell |
| INT8 W8A8 | 8 | Ganzzahl | ja | vLLM | ab Turing laut vLLM |
| NVFP4 | rund 4,5 inkl. Skalen | Gleitkomma, Block 16 | ja | vLLM | Blackwell |
| MXFP4 | 4 plus Skala je 32 Werte | Gleitkomma, Block 32 | je nach Modell | gpt-oss in vLLM, llama.cpp | Blackwell |
| AWQ | rund 4 plus Skalen | Ganzzahl, gruppenweise | ja | vLLM | W4A16, Rechnung in 16 Bit |
| GPTQ | 4 oder 8 plus Skalen | Ganzzahl, gruppenweise | ja | vLLM | W4A16, Rechnung in 16 Bit |
| GGUF Q8_0 / Q4_K_M | 8,5 / 4,89 | Ganzzahl, blockweise | optional (imatrix) | llama.cpp, Ollama | CPU, GPU, Apple Silicon |
Quellen: vLLM, FP8 W8A8, vLLM, Quantization, NVIDIA, Introducing NVFP4, llama.cpp, quantize. Die GGUF-Werte gelten für Llama 3.1 8B laut llama.cpp-Messung; bei anderen Modellen weichen sie leicht ab.
Zu beachten: Die Übersichtstabelle der vLLM-Dokumentation endet in der Spalte Hopper (Stand Oktober 2026). Blackwell ist auf den Seiten der einzelnen Verfahren aufgeführt, etwa bei FP8 W8A8 und INT4 W4A16.
FP8: der Standard ab Ada und Hopper
FP8 halbiert den Speicherbedarf gegenüber BF16. Für Inferenz ist vor allem E4M3 verbreitet: 1 Vorzeichenbit, 4 Exponentenbits, 3 Mantissenbits, Werte bis ±448. Die Variante E5M2 hat mehr Wertebereich (bis ±57.344), aber weniger Genauigkeit (vLLM, FP8 W8A8).
| Merkmal | Wert laut vLLM-Dokumentation |
|---|---|
| Rechnung in FP8 (W8A8) | GPUs mit Compute Capability ab 8.9: Ada Lovelace, Hopper, Blackwell |
| Ältere GPUs | ab Compute Capability 7.5 (Turing) nur Gewichte in FP8 (W8A16, Marlin) |
| Speicherersparnis | Faktor 2 gegenüber 16 Bit |
| Durchsatz | bis zu Faktor 1,6 |
| Genauigkeit | „minimal impact on accuracy" |
FP8 ist für vLLM auf aktuellen NVIDIA-GPUs der naheliegende Ausgangspunkt, weil viele Hersteller offizielle FP8-Checkpoints veröffentlichen. Ein Beispiel ist Qwen3-8B-FP8 mit blockweiser FP8-Quantisierung in Blöcken von 128 × 128. vLLM erkennt solche Checkpoints anhand der quantization_config und lädt sie ohne weitere Parameter. Mit --quantization fp8_per_tensor oder fp8_per_block rechnet vLLM ein BF16-Modell außerdem beim Laden in FP8 um, ohne vorab quantisierten Checkpoint (vLLM, Online Quantization). Für produktive Systeme ist ein geprüfter Checkpoint, etwa aus llm-compressor, die nachvollziehbarere Variante.
NVFP4 und MXFP4: 4 Bit als Gleitkommazahl
NVFP4 ist NVIDIAs 4-Bit-Format für Blackwell. Jeder Wert ist eine 4-Bit-Gleitkommazahl (E2M1, Wertebereich etwa -6 bis +6). Je 16 Werte teilen sich einen Skalierungsfaktor in FP8 (E4M3), zusätzlich gibt es einen FP32-Faktor je Tensor. Mit den Skalen ergeben sich rund 4,5 Bit je Wert (NVIDIA, Introducing NVFP4).
| Merkmal | NVFP4 | MXFP4 (OCP Microscaling) |
|---|---|---|
| Datentyp je Wert | FP4 E2M1 | FP4 E2M1 |
| Blockgröße | 16 Werte | 32 Werte |
| Skala je Block | FP8 E4M3 | E8M0 (Zweierpotenz) |
| Zusätzliche Skala | FP32 je Tensor | keine |
| Speicher laut NVIDIA | rund 3,5-mal kleiner als FP16, 1,8-mal kleiner als FP8 | - |
| Bekanntes Beispiel | NVFP4-Checkpoints von NVIDIA und Red Hat | gpt-oss-20b und gpt-oss-120b |
Die kleineren Blöcke und die feinere FP8-Skala sollen den Rundungsfehler gegenüber MXFP4 senken. Native FP4-Rechenwerke bringen die Tensor Cores der fünften Generation mit, also Blackwell-GPUs wie die RTX PRO 4000 und RTX PRO 6000 Blackwell sowie der GB10-Chip.
vLLM lädt NVFP4-Checkpoints aus NVIDIA Model Optimizer und aus llm-compressor (vLLM, NVIDIA Model Optimizer). Beim Start wählt vLLM einen passenden GEMM-Kernel. Fehlt auf der GPU ein nativer FP4-Kernel, fällt vLLM auf W4A16 über Marlin zurück und protokolliert eine Warnung; der Speichervorteil bleibt, der Rechenvorteil entfällt. Welcher Kernel tatsächlich aktiv ist, steht im Startprotokoll und gehört bei jeder Inbetriebnahme geprüft.
MXFP4 ist vor allem durch gpt-oss bekannt geworden: Die MoE-Gewichte wurden laut Modellkarte bereits im Post-Training mit MXFP4 quantisiert, alle veröffentlichten Benchmarks beziehen sich auf diese Variante. gpt-oss-120b läuft damit auf einer einzelnen 80-GB-GPU, gpt-oss-20b mit 16 GB Speicher.
Zur Qualität gibt es Herstellerangaben, keine unabhängige Garantie:
| Quelle | Modell / Größe | Angabe |
|---|---|---|
| NVIDIA | DeepSeek-R1-0528, FP8 gegen NVFP4 | 1 % oder weniger Abweichung auf sieben Benchmarks |
| Red Hat | 70 bis 235 Mrd. Parameter | rund 99 % der BF16-Genauigkeit |
| Red Hat | rund 30 Mrd. Parameter | 97 bis 99 % |
| Red Hat | 7 bis 14 Mrd. Parameter | rund 95 bis 98 % |
Die Tendenz ist eindeutig: Große Modelle und MoE-Modelle vertragen 4 Bit besser als kleine dichte Modelle.
AWQ und GPTQ: 4-Bit-Gewichte mit Kalibrierung
AWQ und GPTQ sind keine Datentypen, sondern Verfahren, die Gewichte nach dem Training (Post-Training Quantization) meist in 4-Bit-Ganzzahlen umrechnen. Beide nutzen eine kleine Menge Kalibriertexte, um die Rundungsfehler gezielt klein zu halten. Die Aktivierungen bleiben in 16 Bit (W4A16).
| Merkmal | GPTQ | AWQ |
|---|---|---|
| Veröffentlichung | Frantar et al., ICLR 2023 | Lin et al., MLSys 2024 (Best Paper) |
| Grundidee | Gewichte schichtweise runden und Fehler mit Näherung zweiter Ordnung ausgleichen | Wichtige Kanäle anhand der Aktivierungen erkennen und vor dem Runden skalieren |
| Bitbreite | 3, 4 oder 8 Bit | meist 4 Bit |
| Werkzeug heute | GPTQModel, llm-compressor | llm-compressor (AutoAWQ ist laut vLLM veraltet) |
| vLLM-Kernel | Marlin, Machete | Marlin |
Die AWQ-Autoren zeigen, dass schon der Schutz von rund 1 % der wichtigsten Gewichte den Quantisierungsfehler deutlich senkt. GPTQ quantisierte laut Paper ein Modell mit 175 Mrd. Parametern in etwa vier GPU-Stunden auf 3 bis 4 Bit.
In vLLM sind AWQ und GPTQ laut Hardware-Tabelle auf Turing, Ampere, Ada und Hopper unterstützt, GPTQ auch auf Volta. Die INT4-Seite nennt als Rechenplattform Ampere, Ada Lovelace, Hopper und Blackwell (vLLM, INT4 W4A16). Für GPUs ohne FP4-Rechenwerke sind AWQ und GPTQ damit die gängigen 4-Bit-Formate. Auf Blackwell ist NVFP4 eine Alternative, sofern ein Checkpoint verfügbar ist.
GGUF: das Format von llama.cpp und Ollama
GGUF ist das Dateiformat von llama.cpp. Es enthält Gewichte, Tokenizer und Metadaten in einer Datei und bringt eigene Quantisierungstypen mit. Gebräuchlich sind die K-Quants (etwa Q4_K_M, Q5_K_M, Q6_K) und die I-Quants für sehr niedrige Bitbreiten. Eine Importance Matrix (imatrix) aus Kalibriertexten senkt laut llama.cpp den Qualitätsverlust; gemessen wird er dort über Perplexity und KL-Divergenz.
Messwerte aus der llama.cpp-Dokumentation für Llama 3.1 8B:
| Typ | Bits je Gewicht | Größe (GiB) |
|---|---|---|
| F16 | 16,0 | 14,96 |
| Q8_0 | 8,50 | 7,95 |
| Q6_K | 6,56 | 6,14 |
| Q5_K_M | 5,70 | 5,33 |
| Q4_K_M | 4,89 | 4,58 |
| IQ3_M | 3,76 | 3,52 |
| IQ2_M | 2,93 | 2,74 |
Ollama nutzt GGUF als Modellformat. Laut Ollama-Dokumentation quantisiert Ollama GGUF-Modelle beim Import nicht; die Quantisierung erfolgt vorher mit llama-quantize. GGUF läuft auf CPU, NVIDIA- und AMD-GPUs sowie Apple Silicon und kann Schichten zwischen GPU und Arbeitsspeicher aufteilen. Das macht es zur ersten Wahl für Einzelplatz und kleine Installationen. vLLM unterstützt GGUF nur über ein separates Plugin und bezeichnet die Unterstützung als „highly experimental and under-optimized" (vLLM, GGUF). Für vLLM sind FP8, NVFP4, AWQ oder GPTQ die passenden Formate. Die Abwägung zwischen beiden Engines vertieft vLLM vs. Ollama.
Speicherbedarf an einem Beispiel
Qwen3-32B hat rund 32,8 Mrd. Parameter (Apache 2.0). Der Speicherbedarf der Gewichte ergibt sich aus Parameterzahl mal Bits je Gewicht geteilt durch 8:
| Format | Bits je Gewicht (gerechnet) | Gewichte, gerundet |
|---|---|---|
| BF16 | 16 | rund 66 GB |
| FP8 | 8 | rund 33 GB |
| GGUF Q8_0 | 8,5 | rund 35 GB |
| GGUF Q4_K_M | 4,89 | rund 20 GB |
| NVFP4 | 4,5 | rund 18 GB |
| INT4 (AWQ/GPTQ, Gruppe 128) | etwas über 4 | rund 17 GB |
Das sind Rechenwerte. Reale Dateien weichen ab, weil einzelne Schichten wie Embeddings oder die Ausgabeschicht oft in höherer Präzision bleiben.
Die Tabelle zeigt die Abstufung: In BF16 braucht das Modell eine Karte mit 96 GB, in FP8 passt es dort mit viel Raum für den KV-Cache. Eine 24-GB-Karte trägt es nur in 4 Bit, und dann bleiben für KV-Cache und Laufzeit nur wenige Gigabyte.
KV-Cache quantisieren
Neben den Gewichten belegt der KV-Cache Speicher: Für jedes Token im Kontext speichert jede Schicht Keys und Values. Der Bedarf je Token ist:
KV je Token = 2 × Schichten × KV-Köpfe × Kopfdimension × Bytes je Wert
Für Qwen3-32B (64 Schichten, 8 KV-Köpfe, Kopfdimension 128 laut config.json) ergibt das:
| KV-Cache-Typ | Je Token | 32.768 Tokens | 10 Anfragen à 32.768 Tokens |
|---|---|---|---|
| BF16 | 256 KiB | rund 8,6 GB | rund 86 GB |
| FP8 | 128 KiB | rund 4,3 GB | rund 43 GB |
Der KV-Cache wächst mit Kontextlänge und Parallelität, nicht mit der Quantisierung der Gewichte. Ein 4-Bit-Modell mit langem Kontext und vielen Nutzern kann deshalb mehr Speicher für den Cache als für die Gewichte brauchen.
vLLM: --kv-cache-dtype fp8 (oder fp8_e4m3, fp8_e5m2) speichert den Cache in FP8. Ohne Kalibrierung setzt vLLM alle Skalierungsfaktoren auf 1,0; empfohlen sind kalibrierte Faktoren über llm-compressor. Mit dem Backend Flash Attention 3 werden zusätzlich die Queries in FP8 gerechnet (vLLM, Quantized KV Cache).
Ollama: OLLAMA_KV_CACHE_TYPE erlaubt f16 (Standard), q8_0 (rund halber Speicher, laut Dokumentation meist ohne spürbaren Qualitätsunterschied) und q4_0 (rund ein Viertel, kleiner bis mittlerer Präzisionsverlust, bei langem Kontext eher spürbar). Voraussetzung ist Flash Attention, die Einstellung gilt global für alle Modelle (Ollama FAQ).
Welches Format für welche Hardware
Die Formatwahl folgt aus Compute Capability, Speichergröße und Speicherbandbreite der GPU. Die Hardwaredaten stammen von NVIDIA (CUDA GPUs, RTX PRO 4000 Blackwell, RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q, DGX Spark Hardware), Stand Oktober 2026:
| Hardware | Speicher | Bandbreite | Compute Capability | FP8 | FP4 nativ |
|---|---|---|---|---|---|
| RTX PRO 4000 Blackwell | 24 GB GDDR7 ECC | 672 GB/s | 12.0 | ja | ja |
| RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q | 96 GB GDDR7 ECC | 1.792 GB/s | 12.0 | ja | ja |
| GB10 (AI Cube) | 128 GB LPDDR5x, gemeinsam für CPU und GPU | 273 GB/s | 12.1 | ja | ja |
| Zum Vergleich: L40S, RTX 4090 (Ada) | - | - | 8.9 | ja | nein |
| Zum Vergleich: Ampere (A100, RTX 30) | - | - | 8.0 / 8.6 | nur Gewichte | nein |
Daraus ergeben sich typische Ausgangspunkte:
| Szenario | Naheliegendes Format | Begründung |
|---|---|---|
| 24 GB, Modelle bis rund 8 Mrd. Parameter | BF16 oder FP8 mit FP8-KV-Cache | Gewichte klein, viel Platz für Cache und Nutzer |
| 24 GB, Modelle mit 14 bis 32 Mrd. Parametern | 4 Bit: NVFP4, AWQ oder GPTQ | nur so passen die Gewichte, Kontext begrenzt |
| 96 GB, dichte Modelle bis rund 70 Mrd. Parameter | FP8 | Qualität nah an BF16, Raum für KV-Cache |
| 96 GB, große MoE-Modelle | NVFP4 oder MXFP4 (gpt-oss) | Gewichte passen nur in 4 Bit |
| AI Cube mit GB10, 128 GB | 4-Bit-Formate (MXFP4, NVFP4, GGUF Q4_K_M) | großer Speicher, aber 273 GB/s Bandbreite; weniger Bits je Gewicht heißt mehr Tokens pro Sekunde |
| Ältere GPUs ohne FP8 (Ampere) | AWQ oder GPTQ, FP8 nur als W8A16 | keine FP8-Rechenwerke |
Die Grenzen sind fließend und hängen vom Modell ab. Welche Modelle auf 128 GB Unified Memory sinnvoll laufen, zeigt LLM-Modelle auf 128 GB Unified Memory, den Betrieb von gpt-oss-120b auf dem AI Cube beschreibt der Beitrag gpt-oss-120b auf dem AI Cube. Ein Praxisbeispiel für FP8 auf zwei 96-GB-Karten ist Qwen 122B mit vLLM auf zwei RTX PRO 6000. Wann ein Modell auf mehrere GPUs verteilt wird, behandelt Multi-GPU-Inferenz ohne NVLink.
Qualitätsverlust messen statt schätzen
Herstellerzahlen beziehen sich auf öffentliche Benchmarks wie MMLU, GPQA oder HumanEval. Sie zeigen die Richtung, aber nicht, wie sich ein quantisiertes Modell bei deutschen Vertragsklauseln, strukturierten Ausgaben oder Werkzeugaufrufen verhält. Gerade bei kleinen Modellen und bei 4 Bit lohnt ein eigener Vergleich.
Ein sauberer Vergleich hat vier Schritte:
- Referenz festlegen. Das Modell in BF16 oder FP8 auf denselben Aufgaben laufen lassen.
- Aufgaben aus dem Alltag wählen. 50 bis 200 echte Anfragen mit erwarteten Antworten, dazu Fälle mit JSON-Ausgabe oder Tool-Calls, wenn das System sie nutzt.
- Gleich konfigurieren. Gleicher Prompt, gleiche Temperatur, gleiche Kontextlänge; nur das Format ändert sich.
- Abweichungen auswerten. Nicht nur Treffer zählen, sondern auch Formatfehler, abgebrochene Antworten und Ausreißer prüfen.
Für standardisierte Benchmarks nutzt die vLLM-Dokumentation lm-evaluation-harness. llama.cpp bringt mit llama-perplexity ein Werkzeug für Perplexity und KL-Divergenz gegenüber dem Original mit. Bei RAG-Systemen gehört die Antwortqualität mit Quellen in die Messung, wie in RAG-Qualität messen beschrieben.
Außerdem zählt die Lizenz: Eine quantisierte Variante ist aus dem Originalmodell abgeleitet und unterliegt in der Regel weiterhin dessen Lizenzbedingungen. Mehr dazu in LLM-Lizenzen für kommerzielle Nutzung.
Was das für Ihr Projekt heißt
Quantisierung ist kein Feinschliff am Ende, sondern Teil der Hardwareentscheidung. Wer weiß, welches Modell in welchem Format laufen soll, kann die GPU-Größe, die Kontextlänge und die Zahl gleichzeitiger Nutzer belastbar planen. Wer zuerst die Hardware kauft, legt damit die möglichen Formate fest.
Wir richten Modelle mit vLLM oder Ollama ein, wählen das Format passend zur GPU, prüfen im Startprotokoll, welcher Kernel tatsächlich läuft, und vergleichen die quantisierte Variante mit Ihren eigenen Aufgaben gegen die Referenz. Grundlage sind Managed GPU-Server von WZ-IT mit NVIDIA RTX PRO 4000 Blackwell (24 GB GDDR7 ECC) oder RTX PRO 6000 Blackwell Max-Q (96 GB GDDR7 ECC) und der AI Cube mit 128 GB Unified Memory. Support, Beratung und Implementierung durch WZ-IT.
Die Modellwahl selbst behandelt Welches LLM selbst hosten?, den gesamten Speicherbedarf GPU und VRAM für LLMs dimensionieren. Den Unterschied zwischen Inferenz und Training erklärt Inferenz vs. Training, den Vergleich der Inferenz-Engines der Beitrag vLLM, Ollama und llama.cpp im Vergleich.
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Häufig gestellte Fragen
Antworten auf die wichtigsten Fragen
Quantisierung speichert die Gewichte eines Sprachmodells, und je nach Verfahren auch Aktivierungen und KV-Cache, mit weniger Bits als im Original. Ein Modell in BF16 belegt 16 Bit je Parameter, in FP8 8 Bit und in 4-Bit-Formaten wie NVFP4, AWQ oder GGUF Q4_K_M rund 4,2 bis 4,9 Bit. Dadurch sinkt der Speicherbedarf, größere Modelle passen auf dieselbe GPU, und weil weniger Daten aus dem Speicher gelesen werden, steigt oft der Durchsatz.
Es gibt kein bestes Format, nur ein passendes für Hardware, Inferenz-Engine und Modell. FP8 ist auf GPUs ab Ada Lovelace (Compute Capability 8.9) der naheliegende Standard für vLLM. NVFP4 nutzt die FP4-Tensor-Cores von Blackwell. AWQ und GPTQ sind verbreitete 4-Bit-Formate für vLLM auf älteren und aktuellen GPUs. GGUF ist das Format von llama.cpp und Ollama. Welches Format bei einem bestimmten Modell genug Qualität behält, zeigt nur ein Test mit eigenen Aufgaben.
Quantisierung verändert die Gewichte und kann die Qualität senken, wie stark, hängt von Format, Modellgröße und Aufgabe ab. NVIDIA nennt für DeepSeek-R1-0528 beim Wechsel von FP8 auf NVFP4 eine Abweichung von höchstens 1 Prozent auf sieben Benchmarks. Red Hat berichtet für NVFP4 bei Modellen mit 70 bis 235 Mrd. Parametern rund 99 Prozent der BF16-Genauigkeit, bei 7 bis 14 Mrd. Parametern rund 95 bis 98 Prozent. Kleine Modelle reagieren also empfindlicher. Das sind Herstellerangaben auf öffentlichen Benchmarks, keine Garantie für eigene Aufgaben.
Nein. NVFP4 ist ein 4-Bit-Gleitkommaformat (E2M1) mit einem FP8-Skalierungsfaktor je Block aus 16 Werten und einem zusätzlichen FP32-Faktor je Tensor. AWQ und GPTQ sind Verfahren, die Gewichte meist in 4-Bit-Ganzzahlen (INT4) umrechnen und dabei Kalibrierdaten nutzen. Bei AWQ und GPTQ bleiben die Aktivierungen typischerweise in 16 Bit (W4A16). NVFP4 kann auf Blackwell-GPUs auch die Rechenoperation selbst in FP4 ausführen.
Eingeschränkt. Native FP4-Rechenwerke haben erst die Tensor Cores der fünften Generation in Blackwell. vLLM fällt laut Dokumentation auf GPUs ohne passenden FP4-Kernel auf eine Ausführung nur mit 4-Bit-Gewichten (W4A16 über Marlin) zurück und gibt eine Warnung aus. Das Modell läuft dann mit dem Speichervorteil, aber ohne den Rechenvorteil von FP4.
Ollama arbeitet mit GGUF, dem Format von llama.cpp, und kann zusätzlich Safetensors-Gewichte importieren. Laut Ollama-Dokumentation quantisiert Ollama GGUF-Modelle beim Import nicht; die Quantisierung erfolgt vorher mit llama-quantize aus llama.cpp. AWQ- und GPTQ-Checkpoints sind für Engines wie vLLM gedacht. Wer zwischen beiden Welten wechselt, braucht in der Regel eine andere Modelldatei.
Der KV-Cache speichert je Token und Schicht die Keys und Values der Attention. In FP8 statt BF16 halbiert sich sein Speicherbedarf, sodass bei gleichem VRAM doppelt so viele Tokens über alle gleichzeitigen Anfragen Platz haben. In vLLM wird das mit --kv-cache-dtype fp8 aktiviert. Ohne Kalibrierung setzt vLLM alle Skalierungsfaktoren auf 1,0; für höhere Genauigkeit empfiehlt die Dokumentation kalibrierte Faktoren über llm-compressor.
Nur quantisiert. Qwen3-32B hat rund 32,8 Mrd. Parameter und belegt in BF16 etwa 66 GB, in FP8 etwa 33 GB. In einem 4-Bit-Format sind es rechnerisch rund 17 bis 20 GB. Auf einer 24-GB-Karte bleiben dann nur wenige Gigabyte für KV-Cache und Laufzeit, was Kontextlänge und Zahl gleichzeitiger Anfragen deutlich begrenzt. Für mehr Nutzer oder langen Kontext ist eine Karte mit 96 GB die passendere Größe.
Meist nicht. Viele Hersteller veröffentlichen offizielle FP8-Varianten, etwa Qwen3-8B-FP8, und gpt-oss erschien mit MoE-Gewichten, die bereits im Post-Training mit MXFP4 quantisiert wurden. Für andere Formate gibt es Werkzeuge wie llm-compressor (FP8, INT8, INT4, NVFP4, MXFP4, AWQ, GPTQ), NVIDIA Model Optimizer (FP8, NVFP4) und llama-quantize für GGUF. Selbst zu quantisieren lohnt sich, wenn ein Modell in der gewünschten Variante fehlt oder die Kalibrierung mit eigenen Daten erfolgen soll.
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