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KI-Plattformen für Unternehmen im Vergleich 2026: DSGVO, §203 und Datenhaltung

KI-Plattformen für Unternehmen im Vergleich 2026: DSGVO, §203 und Datenhaltung

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Sie suchen eine KI-Plattform, bei der Daten, Instanz und Verträge in Ihrer Hand bleiben? Die WZ-IT KI-Plattform läuft als eigene Instanz auf eigener Domain, mit in Deutschland bei deutschen Anbietern betriebenen Modellen und der §203-Zusatzvereinbarung ab dem kleinsten Paket. Erstgespräch vereinbaren

Wer eine KI-Plattform für das ganze Team sucht, findet Dutzende Anbieter mit ähnlichen Versprechen: DSGVO-konform, Server in Deutschland, alle Modelle. Die Unterschiede liegen tiefer, und genau dort entscheidet sich die Compliance: Teilen sich viele Kunden eine Plattform, oder bekommt jede Organisation eine eigene Instanz? Welche US-Konzerne verarbeiten die Eingaben, auch wenn die Datenbank in Frankfurt steht? Gibt es eine Vereinbarung nach §203 StGB, und ab welchem Plan?

Dieser Vergleich legt zehn KI-Plattformen deutscher Anbieter nebeneinander, mit Angaben aus den Preisseiten, Auftragsverarbeitungsverträgen und Trust Centern der Anbieter. WZ-IT bietet selbst eine KI-Plattform an und steht deshalb mit in der Tabelle. Alle Angaben Stand 14. Oktober 2026.

Inhaltsverzeichnis

Was eine KI-Plattform ist

Eine KI-Plattform ist die zentrale Oberfläche, über die eine Organisation generative KI nutzt: Chat mit mehreren Sprachmodellen, Fragen an eigene Dokumente (Wissensbasen), wiederverwendbare Assistenten, Anmeldung per SSO und Rechte je Gruppe. Der Unterschied zum einzelnen KI-Tool ist die Breite, der Unterschied zum privaten ChatGPT-Konto die Kontrolle: Die Organisation entscheidet, welche Modelle erlaubt sind, wer welche Daten sieht und welcher Vertrag gilt.

Für die Auswahl zählen deshalb weniger die Funktionen, die sich zwischen den Anbietern stark ähneln, als vier Fragen: Wie sind die Daten getrennt? Wer verarbeitet die Eingaben? Welche Verträge gibt es? Was kostet das für die eigene Nutzerzahl?

Die Anbieter im Überblick

Anbieter Gesellschaft, Sitz Instanzmodell Einstieg (netto) §203-Vereinbarung Modelle ohne US-Anbieter
Langdock Langdock GmbH, Berlin geteilt; dediziert ab 2.000 Seats 29,00 € je Nutzer und Monat, jährlich 23,20 € Zusatzvereinbarung auf Anfrage Mistral
Logicc Logicc GmbH, Hamburg geteilt; eigene Instanz im Enterprise-Plan 29,90 € je Nutzer, jährlich 23,92 € ab Plan Secure+ (49,90 €) Mistral
meinGPT SelectCode GmbH, Unterhaching geteilt 20 € je Nutzer plus Modellkosten im Governance-Add-on (1,50 € je Nutzer) Mistral, GPT-OSS 120B und Kimi über Nebius
nele.ai GAL Digital GmbH, Hungen geteilt Credit-Pakete je Organisation ab 10 € Abschnitt im AVV, ohne Aufpreis Mistral
innoGPT Inno KI GmbH, Vechta geteilt 25 € je Nutzer §203-Lizenz ab 20 Lizenzen Mistral, TensorX
DeutschlandGPT DeutschlandGPT GmbH, Germering geteilt 24 € je Nutzer, jährlich 20 € Berufsgeheimnisträger-Modus im Business-Plan offene Modelle auf der Open Telekom Cloud, Mistral
kamium Zweitag GmbH, Münster dediziert im Azure-Tenant des Kunden 750 € im Monat für 30 aktive User, jährlich 600 €, plus Azure nicht erwähnt keins genannt
CompanyGPT innFactory AI Consulting GmbH, Rosenheim dediziert im Cloud-Tenant des Kunden 14.990 € einmalig, 399 € im Monat plus Infrastruktur über Microsoft-Vereinbarung (Azure) STACKIT-Variante: Llama, Gemma, GPT-OSS, Qwen
Alan Comma Soft AG, Bonn isolierte Instanz in der Open Telekom Cloud; On-Premise 25 € je Nutzer im Jahresabo, mindestens 100 Nutzer nicht erwähnt Standard: Open-Weight-Modelle in Deutschland
plusKI plusserver GmbH, Köln private Instanz mit dedizierter GPU 1.699 € im Monat, 12 Monate nicht erwähnt Open-Source-Modelle auf eigenen GPUs
WZ-IT KI-Plattform Wevelsiep & Zins GbR (WZ-IT), Werl eigene Instanz je Kunde auf eigener Domain; vor Ort möglich 149,90 € im Monat mit 10 Nutzern inklusive, weitere je 14,90 € §203-Zusatzvereinbarung ab dem kleinsten Paket alle Modelle: gpt-oss-120b, Qwen, Ministral

„Geteilt“ bedeutet: eine mandantenfähige Anwendung für alle Kunden, logisch getrennt. Die Belege je Zeile stehen in den folgenden Abschnitten und unter Quellen.

Geteilte Plattform oder eigene Instanz

Die meisten Plattformen sind mandantenfähige SaaS: Eine Anwendung und eine Datenbank für alle Kunden, die Trennung erfolgt in der Software. innoGPT trennt Workspaces laut eigener Sicherheitsseite per Row Level Security, Logicc ebenfalls über Row-Level Security, meinGPT über getrennte Schlüssel je Mandant. DeutschlandGPT schreibt im Trust Center ausdrücklich „Kein Betrieb im eigenen Rechenzentrum“.

Eine eigene Instanz gibt es bei diesen Anbietern nur in großen Plänen: Langdock bietet eine dedizierte Bereitstellung laut Security-Seite ab 2.000 Seats, die eigene Cloud oder On-Premise laut Doku ab 5.000 Nutzern. Logicc nennt „eigene Instanz, Standort Deutschland“ im Enterprise-Plan.

Getrennte Instanzen sind dagegen der Normalfall bei:

  • kamium: dedizierte Instanz, „physisch getrennt“, im Azure-Tenant des Kunden.
  • CompanyGPT: Installation im Cloud-Tenant des Kunden; innFactory schreibt „wir sind kein SaaS-Anbieter“ (Produktseite).
  • Alan: „Isolierte Instanz in sicherer Umgebung in der Open Telekom Cloud“ (Preisseite).
  • plusKI: private Instanz mit dedizierter GPU (Produktseite).
  • WZ-IT KI-Plattform: eigene Instanz je Kunde auf eigener Domain, mit eigener Datenbank, eigenen Wissensbasen und Gruppen (KI-Plattform).

Warum das zählt: Bei einer eigenen Instanz betreffen Updates, Backups, Konfigurationsfehler und Rechte nur die eigene Organisation. Sie lässt sich so einrichten, dass sie nur aus dem eigenen Netz erreichbar ist, und sie lässt sich bei Vertragsende vollständig löschen oder übergeben. Bei einer geteilten Plattform hängt die Trennung allein an der Software des Anbieters.

Datenpfad: wo die Modelle laufen

„Hosting in Deutschland“ beschreibt meist den Speicherort der Plattform, nicht den Weg der Eingaben. Wer GPT, Claude oder Gemini anbietet, nutzt dafür Microsoft Azure, Google Cloud, AWS oder OpenAI. Diese Konzerne verarbeiten die Eingaben über ihre EU-Gesellschaften in europäischen Rechenzentren, bleiben als Teil von US-Konzernen aber dem US CLOUD Act unterworfen. Ein Beispiel für die Grenzen: Microsoft nimmt die Anthropic-Modelle in Copilot laut Dokumentation ausdrücklich von der EU Data Boundary aus.

Anbieter Plattform gehostet bei US-Konzerne im Datenpfad laut AVV oder Subprozessorenliste
Langdock Microsoft Azure, Frankfurt Microsoft, Google, AWS, OpenAI (EU-Gesellschaften), Sentry, Cloudflare (AVV)
Logicc Hetzner, Nürnberg und Falkenstein Microsoft, Google, AWS, OpenAI (EU-Gesellschaften), Cloudflare Inc., Clerk Inc. mit Verarbeitung in den USA (AVV)
meinGPT Hetzner, Nürnberg und Falkenstein Microsoft, OpenAI, Google, AWS (EU-Gesellschaften); Drittland nur bei aktiver Wahl eines Nicht-EU-Modells (AVV)
nele.ai Microsoft Azure Frankfurt, Hetzner, Scaleway Anthropic PBC, Brave Software Inc., ElevenLabs Inc.; Microsoft, OpenAI, Google über EU-Gesellschaften (AVV)
innoGPT AWS Frankfurt, mit §203-Lizenz Berlin u. a. AWS, Google Cloud, Microsoft Azure, OpenAI, Vercel, Supabase (Trust Center)
DeutschlandGPT Open Telekom Cloud, Magdeburg und Biere Microsoft, AWS, Google, OpenAI (EU-Gesellschaften), Sentry (Trust Center)
kamium Azure-Tenant des Kunden, EU Microsoft, optional Google und AWS (Preise)
CompanyGPT Tenant des Kunden: Azure, STACKIT, AWS oder Google Cloud je nach Wahl Microsoft, Google, AWS, Perplexity (Produktseite)
Alan Open Telekom Cloud im Standard keiner; optional Performance-Modus mit US-Modellen und Websuche über Brave (Datenschutz)
plusKI plusserver-Rechenzentren in Deutschland in der öffentlichen Subunternehmerliste keiner (Liste)
WZ-IT KI-Plattform eigene Instanz bei Hetzner, Deutschland keiner; bei aktivierter Websuche gehen nur Suchbegriffe ohne Personenbezug an Suchmaschinen

Wer Berufs- oder Amtsgeheimnisse verarbeitet, sollte deshalb nicht nach dem Serverstandort fragen, sondern nach der Liste der Unterauftragsverarbeiter und danach, welche Modelle auf dieser Liste ohne US-Konzern auskommen. Bei den meisten SaaS-Plattformen sind das die Modelle von Mistral AI, bei Alan, plusKI und der WZ-IT KI-Plattform alle Standardmodelle.

§203 StGB und Berufsrecht

Wer als Anwalt, Steuerberater, Notar, Wirtschaftsprüfer oder Amtsträger einen Dienstleister einbindet, macht sich nur dann nicht strafbar, wenn dieser zur Geheimhaltung verpflichtet ist (§203 Abs. 3 und 4 StGB). Das Berufsrecht legt den Mindestinhalt fest, gleichlautend in §43e BRAO, §62a StBerG, §26a BNotO und §50a WPO:

  1. ein Vertrag in Textform,
  2. Verschwiegenheitspflicht mit Belehrung über die strafrechtlichen Folgen,
  3. Kenntnisnahme nur, soweit die Leistung es erfordert,
  4. eine Regelung, ob Unterauftragnehmer eingesetzt werden, und deren Verpflichtung in Textform.

Ein AVV nach Art. 28 DSGVO allein reicht dafür nicht. So gehen die Anbieter damit um:

Anbieter §203-Vereinbarung Ab welchem Plan Aufpreis
Langdock Zusatzvereinbarung für Berufsgeheimnisträger im Trust Center, Zugang auf Anfrage nicht öffentlich nicht öffentlich
Logicc Vereinbarung nach §203 StGB, in der App unterschreibbar Secure+, Max, Enterprise Secure+ kostet 49,90 € statt 29,90 € je Nutzer
meinGPT „gesonderte Verschwiegenheitsverpflichtung“ (Preisseite) mit Governance-Add-on 1,50 € je Nutzer und Monat
nele.ai Abschnitt „Wahrung des Berufsgeheimnisses“ im AVV alle keiner
innoGPT Verschwiegenheitsverpflichtung nach §203 Abs. 4 StGB mit der §203-Lizenz ab 20 Lizenzen, nach Prüfung keiner (25 € je Nutzer)
DeutschlandGPT Berufsgeheimnisträger-Modus, nennt §43e BRAO, §62a StBerG, §50a WPO, §26a BNotO (Lösungsseite) Business keiner
CompanyGPT Grundlage ist die §203-Zusatzvereinbarung von Microsoft für Azure (Produktseite) – nicht öffentlich
kamium, Alan, plusKI nicht erwähnt – –
WZ-IT KI-Plattform §203-Zusatzvereinbarung, dieselbe Vereinbarung mit Rechenzentrum und KI-Hosting (KI-Plattform) ab dem kleinsten Paket (Start) keiner

Zwei Details übersehen viele: Bei innoGPT ist die kostenlose Testphase ausdrücklich nicht §203-konform, und auch bei WZ-IT gilt die §203-Zusatzvereinbarung erst mit dem gebuchten Paket, nicht in der Testinstanz. Und die Vereinbarung mit dem Plattformanbieter deckt nur die Kette ab, die der Anbieter selbst verpflichtet hat. Wählt ein Nutzer ein Modell bei einem Hoster, der nicht einbezogen ist, fällt dieser Teil aus dem Schutz. Logicc blendet solche Modelle nach Abschluss der Vereinbarung deshalb aus (Hilfe).

Mehr zur Vertragskette steht im Artikel Was ist §203-Hosting?. Das ist keine Rechtsberatung.

Was 25 Nutzer kosten

Die Preismodelle sind kaum vergleichbar: je Nutzer, je aktivem Nutzer, je Organisation, nach Credits oder nach GPU. Die folgende Rechnung nimmt 25 Nutzer, monatliche Zahlung, öffentliche Listenpreise netto und den Plan, der eine §203-Vereinbarung enthält, wo es einen gibt.

Anbieter Rechnung Monat, netto
WZ-IT KI-Plattform Paket Team bis 25 Nutzer, eigene Instanz, §203 und SSO inklusive 399,90 €
DeutschlandGPT 25 × 24 € (Business, Berufsgeheimnisträger-Modus inklusive) 600,00 €
innoGPT 25 × 25 € (§203-Lizenz), SSO mit nicht beziffertem Aufpreis 625,00 €
Langdock 25 × 29,00 € (Business mit Modellen), §203-Konditionen nicht öffentlich 725,00 €
meinGPT 25 × (20 € Lizenz + 9 € Modellpauschale + 1,50 € Governance) 762,50 €
CompanyGPT 399 € Wartung plus Infrastruktur und Tokens laut Beispielen 500 bis 5.000 €, einmalig 14.990 € ab ca. 900 €
kamium 750 € für 30 aktive User plus ca. 150 € Azure und ca. 1 bis 3 € Tokens je User, keine §203-Vereinbarung erwähnt ca. 925 bis 975 €
Logicc 25 × 49,90 € (Secure+ mit §203); ohne §203 im Plan Business 747,50 € 1.247,50 €
plusKI Instanz mit NVIDIA L4, Nutzerzahl nicht begrenzt angegeben, 12 Monate Laufzeit 1.699,00 €
Alan Jahresabo, mindestens 100 Nutzer à 25 € ab 2.500,00 €
nele.ai nutzungsabhängig über Credits, nicht je Nutzer –

Bei jährlicher Zahlung sinken die Preise bei Langdock, Logicc, DeutschlandGPT und meinGPT um 10 bis 20 Prozent. Nicht enthalten sind Einrichtungsgebühren (kamium, CompanyGPT, optional WZ-IT), SSO-Aufpreise und nutzungsabhängige Zusatzfunktionen. Die Rechnung ersetzt kein Angebot, zeigt aber, dass „ab 20 € je Nutzer“ bei §203-Anforderungen selten der tatsächliche Preis ist.

Betriebsmodelle: gehostet, im eigenen Netz, vor Ort

Neben der SaaS-Frage gibt es eine zweite: Wo soll die Plattform laufen, und wo die Modelle? Die Anbieter decken unterschiedliche Stufen ab:

Stufe Was läuft wo Beispiele
Geteilte SaaS Plattform beim Anbieter, gemeinsam mit anderen Kunden Langdock, Logicc, meinGPT, nele.ai, innoGPT, DeutschlandGPT
Eigene Instanz in der Cloud getrennte Installation je Kunde beim Anbieter oder im Kunden-Tenant kamium, CompanyGPT, Alan, plusKI, WZ-IT KI-Plattform
Eigene Instanz, abgeschottet erreichbar nur aus dem eigenen Netz oder per VPN WZ-IT KI-Plattform auf Wunsch
Plattform vor Ort, Modelle aus der Cloud Oberfläche, Chats und Wissensbasen im eigenen Haus WZ-IT auf der App Node
Plattform und Modelle vor Ort keine Anfrage verlässt das eigene Netz Alan Edge, WZ-IT mit dem AI Cube, Langdock ab 5.000 Nutzern

Für Gesundheitsdaten ist die letzte Stufe oft die einzige praktikable: Cloud-Dienste für Gesundheits- und Sozialdaten setzen nach §393 SGB V ein C5-Testat voraus. Einen Vergleich der Wege mit eigener Hardware bietet der Artikel On-Premise-KI-Lösungen 2026.

Checkliste für die Auswahl

Diese Fragen sollte jeder Anbieter schriftlich beantworten können:

  1. Instanz: Läuft unsere Organisation in einer eigenen Installation mit eigener Datenbank oder in einer geteilten Anwendung?
  2. Unterauftragsverarbeiter: Welche Unternehmen stehen im AVV, mit Sitz des Konzerns und Ort der Verarbeitung?
  3. Modelle: Welche Modelle kommen ohne US-Konzern aus, und lassen sich die anderen für einzelne Gruppen sperren?
  4. §203: Gibt es eine Vereinbarung mit den vier Pflichtinhalten, ab welchem Plan, und gilt sie bis zum Modellanbieter?
  5. Test: Gilt die Vereinbarung schon in der Testphase, oder nur mit unkritischen Daten testen?
  6. Kosten: Was kostet unsere Nutzerzahl im Plan mit §203 und SSO, monatlich und jährlich?
  7. Netz: Lässt sich die Plattform auf das eigene Netz oder VPN beschränken?
  8. Ausstieg: Wie werden Daten bei Vertragsende gelöscht oder übergeben, und in welchem Format?

Verbreitete Irrtümer

„Server in Deutschland heißt: kein US-Anbieter.“ Die meisten Plattformen speichern in Deutschland, lassen GPT, Claude und Gemini aber über Microsoft, Google, AWS oder OpenAI laufen. Entscheidend ist die Subprozessorenliste, nicht der Speicherort.

„DSGVO-konform ist eine Eigenschaft der Plattform.“ Die Plattform liefert Bausteine wie AVV, Speicherort und Rechteverwaltung. Ob der Einsatz DSGVO-konform ist, hängt von Daten, Zweck und Rechtsgrundlage der eigenen Organisation ab.

„Ein AVV reicht für Mandantendaten.“ Für Berufsgeheimnisse braucht es zusätzlich die Verpflichtung nach §203 StGB und Berufsrecht, in Textform und mit allen Unterauftragnehmern.

„Mandantenfähig ist dasselbe wie eine eigene Instanz.“ Eine logisch getrennte Datenbank für alle Kunden ist keine eigene Installation. Den Unterschied merkt man bei Updates, Fehlkonfigurationen, Netzbeschränkung und Löschung.

„Mehr Modelle sind besser.“ Jedes zusätzliche Modell bringt einen weiteren Anbieter in den Datenpfad. Für die meisten Aufgaben reichen wenige gute Modelle, die vertraglich sauber eingebunden sind.

Stand und Methodik

  • Stand: 14. Oktober 2026. Preise, Modelle und Verträge ändern sich häufig; maßgeblich ist die Seite des Anbieters.
  • Auswahl: Plattformen für Teams (Chat, Wissensbasen, Assistenten) von Gesellschaften mit Sitz in Deutschland (GmbH oder AG), dazu WZ-IT. Nicht aufgenommen: Zive, weil es seit April 2026 zu Docebo gehört und nicht mehr eigenständig angeboten wird, und 506.ai, weil die Gesellschaft ihren Sitz in Linz (Österreich) hat.
  • Quellen: ausschließlich Seiten der Anbieter: Preisseiten und Preisrechner, Impressum, AVV und Subprozessorenlisten, Trust Center, Dokumentation. Wo Angaben sich widersprechen, gilt die verbindlichere Quelle (AVV vor Werbeseite).
  • Preise: netto, monatliche Zahlung, Listenpreis ohne Rabatte. Bei Langdock zeigt der Preisrechner 29,00 € (22 € plus 7 € für Modelle), einzelne Seitentexte nennen noch 25 €.
  • Nicht bewertet: Antwortqualität und Bedienung. Die Funktionen ähneln sich stark und lassen sich in einer Testphase besser prüfen als in einer Tabelle.
  • Transparenz: WZ-IT ist Anbieter der WZ-IT KI-Plattform. Fehler oder geänderte Angaben bitte an uns melden, wir aktualisieren die Tabelle.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Die WZ-IT KI-Plattform ist für Organisationen gebaut, bei denen Compliance und Datenhaltung den Ausschlag geben:

  • Keine geteilte SaaS: Jede Organisation erhält eine eigene Instanz auf eigener Domain, mit eigener Datenbank, eigenen Wissensbasen und Gruppen.
  • Modelle in Deutschland bei deutschen Anbietern: gpt-oss-120b, Qwen und Ministral laufen bei einem deutschen KI-Hosting-Anbieter in Deutschland, ohne US-Anbieter und ohne Training mit Eingaben.
  • Vertragskette: AVV mit technischen und organisatorischen Maßnahmen und §203-Zusatzvereinbarung ab dem kleinsten Paket, dieselbe Zusatzvereinbarung mit Rechenzentrum und KI-Hosting.
  • Betrieb nach Vorgabe: gehostet in Deutschland, auf Wunsch nur aus dem eigenen Netz oder per VPN erreichbar, auf einer App Node vor Ort oder mit lokalen Modellen auf dem AI Cube.
  • Oberfläche: Open WebUI mit Websuche, Wissensbasen, Assistenten, Diktat und SSO, Paketpreise je Organisation statt je Lizenz.

Für Kanzleien, Steuerberatung, Notariate und Prüfungspraxen gibt es eigene Seiten mit den berufsrechtlichen Details, etwa KI für Anwälte und KI für Steuerberater.

Weiterführende Guides

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Quellen

Timo Wevelsiep

Geschrieben von

Timo Wevelsiep

Co-Founder & CEO

Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.

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