Open WebUI Lizenz 2026: Was die Branding-Klausel für Unternehmen bedeutet

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Open WebUI im Unternehmen betreiben? WZ-IT übernimmt Hosting und Betrieb für Open WebUI in deutschen Rechenzentren, mit Updates, Backups und Monitoring, ab 129,90 € netto je Workload und Monat. Das Open-WebUI-Branding bleibt dabei sichtbar, siehe Hosting und Betrieb für Open WebUI. Termin vereinbaren
Open WebUI ist eine der meistgenutzten Oberflächen für selbst betriebene Sprachmodelle. Weniger bekannt ist, dass die Software seit Mai 2025 nicht mehr unter einer klassischen Open-Source-Lizenz steht. Seit Version 0.6.6 gilt die Open WebUI License: BSD-3-Clause mit einer zusätzlichen Branding-Klausel. Name und Logo dürfen nur in drei Fällen entfernt oder ersetzt werden.
Für die meisten Unternehmen ändert das wenig: Wer Open WebUI mit Original-Branding einsetzt, nutzt es kostenlos, unabhängig von der Nutzerzahl. Relevant wird die Klausel, sobald eine Organisation die Oberfläche unter eigener Marke ausrollen, Logos kombinieren oder Open WebUI an Kunden weitergeben will.
Dieser Beitrag ordnet den Lizenztext ein: Lizenzgeschichte mit Versionen und Daten, was erlaubt ist und was nicht, wie die 50-Nutzer-Grenze gezählt wird, was die Enterprise-Lizenz umfasst, welche Rolle Forks auf BSD-3-Basis spielen und wie AnythingLLM und LibreChat lizenziert sind. Alle Angaben haben den Stand Oktober 2026, aktuelle Version ist v0.11.4 vom 21. September 2026.
Hinweis: Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung. Er gibt den Lizenztext und die Erläuterungen des Herstellers wieder. Für verbindliche Auslegungen im Einzelfall sind der vollständige Lizenztext, der Hersteller oder eine Rechtsberatung maßgeblich.
Inhaltsverzeichnis
- Die Lizenz in Kürze
- Lizenzgeschichte: von MIT zur Open WebUI License
- Was die Branding-Klausel regelt
- Erlaubt und nicht erlaubt ohne Enterprise-Lizenz
- Die 50-Nutzer-Grenze mit Beispielen
- Was die Enterprise-Lizenz bietet
- Forks auf BSD-3-Basis
- Vergleich mit AnythingLLM und LibreChat
- Optionen für Unternehmen
- Unser Vorgehen bei WZ-IT
- Weiterführende Guides
Die Lizenz in Kürze
| Merkmal | Wert (Stand Oktober 2026) |
|---|---|
| Lizenzname | Open WebUI License |
| Basis | BSD-3-Clause mit zusätzlicher Branding-Klausel (Klausel 4) |
| Gilt seit | v0.6.6, veröffentlicht am 5. Mai 2025 |
| Rechteinhaber | Open WebUI Inc. |
| OSI-konform | nein, laut Hersteller |
| Einstufung auf GitHub | "Other" (keine erkannte Standardlizenz) |
| Nutzung mit Original-Branding | kostenlos, ohne Nutzergrenze |
| Branding ändern erlaubt bei | höchstens 50 Endnutzern in 30 rollierenden Tagen, schriftlicher Erlaubnis oder Enterprise-Lizenz |
| Beiträge zum Code | nur mit Contributor License Agreement (CLA) |
| Letzte reine BSD-3-Version | v0.6.5 vom 14. April 2025 |
Quellen: LICENSE, Lizenzseite der Dokumentation, CHANGELOG.
Lizenzgeschichte: von MIT zur Open WebUI License
Open WebUI hat die Lizenz zweimal gewechselt und den Text danach mehrfach überarbeitet. Welche Lizenz für welchen Code gilt, regelt die Datei LICENSE_HISTORY im Repository anhand von Commits.
| Zeitpunkt | Version | Änderung |
|---|---|---|
| 2023 bis 5. Januar 2025 | bis v0.5.4 | MIT-Lizenz |
| 10. Januar 2025 | erstmals in v0.5.5 (22. Januar 2025) | Wechsel zu BSD-3-Clause (Commit a76068d) |
| 14. April 2025 | v0.6.5 | letzte Version unter reiner BSD-3-Clause |
| 18. und 19. April 2025 | im Repository | Branding-Klausel (Commit 60d84a3) und Contributor License Agreement eingeführt |
| 5. Mai 2025 | v0.6.6 | erstes Release unter der Open WebUI License (Release-Notes) |
| 21. Dezember 2025 | v0.6.42 | Rechteinhaber wird Open WebUI Inc. |
| 1. März 2026 | v0.8.6 | CLA neu gefasst: unwiderrufliche Lizenz an Open WebUI Inc., auch für Patente und kommerzielle Nutzung |
| 20. April 2026 | v0.9.0 | Lizenztext gestrafft: Titel "Open WebUI License", Ausnahmen direkt in Klausel 4 |
| 21. September 2026 | v0.11.4 | aktuelle Version, Lizenz unverändert |
Die Daten stammen aus dem CHANGELOG, der Commit-Historie der LICENSE-Datei und den Lizenzdateien der jeweiligen Release-Tags. Die Dokumentation nennt den 19. April 2025 als Stichtag für v0.6.6. Das ist das Datum der Lizenzänderung im Repository; das Release selbst erschien am 5. Mai 2025.
Zwei Änderungen an der Fassung von 2025 sind für Unternehmen relevant:
- Schriftliche Erlaubnis. In v0.6.6 stand die Ausnahme (ii) nur offiziellen Contributors mit einer substanziellen, gemergten Code-Änderung offen. Seit v0.9.0 spricht der Lizenztext allgemein von einer vorherigen schriftlichen Erlaubnis des Rechteinhabers. Die Dokumentation beschreibt die Erlaubnis weiterhin als Ausnahme für "substantive contributors", die nur im Einzelfall erteilt wird.
- Contributor License Agreement. Wer Code beiträgt, räumt Open WebUI Inc. laut CLA eine dauerhafte, weltweite, unwiderrufliche und unentgeltliche Lizenz ein, den Beitrag unter beliebigen Bedingungen zu nutzen und zu vermarkten. Das betrifft Unternehmen, die eigene Erweiterungen upstream einreichen wollen.
Wie sich dieser Wechsel in die Reihe anderer Lizenzänderungen bei Open-Source-Projekten einordnet, zeigt die Chronik der Open-Source-Lizenzwechsel.
Was die Branding-Klausel regelt
Klausel 4 der Lizenz verbietet, das "Open WebUI"-Branding zu ändern, zu entfernen, zu verdecken oder zu ersetzen. Das umfasst Name, Logo und alle visuellen, textlichen oder symbolischen Kennzeichen der Software und ihrer Oberflächen, in jeder Installation und jeder Weitergabe. Die Klausel ist als "material condition" formuliert: Wer sie verletzt, begeht laut Lizenztext eine wesentliche Lizenzverletzung.
Ausgenommen sind drei Fälle:
| Ausnahme | Wortlaut der Lizenz (sinngemäß) | Praktische Hürde |
|---|---|---|
| (i) Kleine Installation | höchstens 50 Endnutzer innerhalb eines rollierenden 30-Tage-Zeitraums | Zählung über alle Personen mit direktem Zugriff |
| (ii) Schriftliche Erlaubnis | vorherige, ausdrückliche schriftliche Erlaubnis des Rechteinhabers | laut Dokumentation nur in Ausnahmefällen, vor allem für langjährige Contributors |
| (iii) Enterprise-Lizenz | unterzeichnete Enterprise-Lizenz, die die Änderung ausdrücklich erlaubt | kostenpflichtig, Preis auf Anfrage |
Alle anderen Rechte aus BSD-3-Clause bleiben bestehen: Der Code darf genutzt, verändert, erweitert und weitergegeben werden, auch kommerziell. Die Lizenz schränkt also nicht ein, wer Open WebUI wofür einsetzt, sondern nur, ob das Erscheinungsbild als Open WebUI erkennbar bleibt.
Die Lizenzseite konkretisiert, wo das Branding bleiben muss: Name und Logo an ihren ursprünglichen Positionen, etwa im Seitenkopf, in der Seitenleiste, auf dem Login-Bildschirm und im About-Dialog. Logos, Wortmarken, About- und Hilfe-Links sowie Credits-Ansichten müssen unverändert und vollständig sichtbar bleiben.
Erlaubt und nicht erlaubt ohne Enterprise-Lizenz
Die Lizenzseite von Open WebUI enthält zwei Tabellen mit typischen Szenarien. Zusammengefasst:
| Szenario | Ohne Enterprise-Lizenz |
|---|---|
| Open WebUI unverändert mit Original-Branding einsetzen | erlaubt |
| Beliebig viele interne Nutzer, solange das Branding sichtbar bleibt | erlaubt |
| Eigene Funktionen, Plugins und Erweiterungen bei intaktem Branding | erlaubt |
| SSO, LDAP, eigene Backends, Monitoring und Analytics anbinden | erlaubt |
| Kleiner, untergeordneter Hinweis wie "Betrieben von Firma X" (z. B. Fußzeile) | erlaubt |
| Zusätzlicher Rechts- oder Kontaktlink im About-Dialog | erlaubt |
| Öffentlicher Fork mit Branding und Hinweis, dass es kein offizielles Release ist | erlaubt |
| Branding entfernen bei höchstens 50 Endnutzern in 30 Tagen | erlaubt |
| Open-WebUI-Logo oder -Name entfernen, auch mit "Powered by Open WebUI" an anderer Stelle | nicht erlaubt |
| Logo oder Farbschema gegen eigenes Branding tauschen | nicht erlaubt |
| Eigenes Logo neben das Open-WebUI-Logo setzen (Co-Branding) | nicht erlaubt |
| Logo verschieben, verkleinern oder verdecken | nicht erlaubt |
| Fork als "Open WebUI Enterprise" oder ähnlich irreführend benennen | nicht erlaubt |
| White-Label-Angebot für Kunden oder als SaaS | nicht erlaubt |
Quelle: Open WebUI License, Abschnitt "Branding, Attribution, and Customization Guidelines".
Zwei Punkte werden in der Praxis häufig falsch eingeschätzt:
- Co-Branding ist ausgeschlossen. Ein Firmenlogo gleichrangig neben Open WebUI ist nicht erlaubt, auch wenn das Open-WebUI-Logo sichtbar bleibt. Nur ein klar untergeordneter Hinweis ist zulässig.
- Öffentliche Forks und kostenpflichtige SaaS-Angebote mit erhaltenem Branding sollen laut Lizenzseite gut sichtbar angeben, dass es sich um einen angepassten Fork handelt, der nicht vom offiziellen Open-WebUI-Team gepflegt wird.
Wer eine konkrete Gestaltung plant, kann laut Lizenzseite vor dem Start einen Screenshot oder Entwurf an den Hersteller schicken und prüfen lassen.
Die 50-Nutzer-Grenze mit Beispielen
Die Lizenz definiert Endnutzer als "individual natural persons with direct access to the application", also natürliche Personen mit direktem Zugriff auf die Anwendung. Die Grenze liegt bei höchstens 50 solcher Personen innerhalb eines rollierenden Zeitraums von 30 Tagen. Der Text knüpft dabei an die Installation oder Weitergabe an ("deployments or distributions").
Wichtig ist, was die Grenze nicht bedeutet: Sie ist keine Nutzerobergrenze für den kostenlosen Einsatz. Mit Original-Branding gibt es keine Nutzergrenze. Die 50 entscheidet nur darüber, ob das Branding ohne Erlaubnis oder Enterprise-Lizenz geändert werden darf.
| Beispiel | Endnutzer in 30 Tagen | Branding | Einordnung nach Lizenztext |
|---|---|---|---|
| Interner KI-Chat für 400 Mitarbeitende | 400 | Original | kostenlos, keine Lizenz nötig |
| Fachabteilung mit 30 Personen | 30 | eigenes Logo | Ausnahme (i) greift |
| 45 feste Nutzer plus 10 Praktikanten im selben Monat | 55 | eigenes Logo | Grenze überschritten, Erlaubnis oder Enterprise-Lizenz nötig |
| Pilot mit 50 Personen und eigenem Logo, danach Ausweitung auf 80 | 50, später 80 | eigenes Logo | Ausnahme (i) greift nur bis zur Ausweitung; danach Original-Branding, Erlaubnis oder Enterprise-Lizenz |
| Agentur hostet je eine Instanz für drei Kunden mit je 20 Nutzern unter Kundenmarke | je 20 | Kundenmarke | Zählweise über mehrere Installationen nicht ausdrücklich geregelt; White-Labeling für Kunden führt der Hersteller als Fall für die Enterprise-Lizenz |
| Kundenportal mit Chat für 2.000 externe Nutzer | 2.000 | Original | nach Lizenztext ohne Zusatzlizenz möglich; die Enterprise-Seite nennt als kostenlose Standardnutzung ausdrücklich nur die interne Nutzung, daher vorab mit dem Hersteller abstimmen |
Die Beispiele sind schematisch und wenden nur den Lizenzwortlaut an. Einige Fragen beantwortet der Text nicht ausdrücklich:
- Aktiv oder angelegt? Ob ein Konto mitzählt, das in den 30 Tagen nicht genutzt wurde, regelt die Lizenz nicht. Der Wortlaut stellt auf den direkten Zugriff ab, nicht auf tatsächliche Nutzung, und unterscheidet nicht zwischen Nutzern und Administratoren.
- API-Zugriffe. Dienste, Skripte und Integrationen, die die API von Open WebUI nutzen, sind keine natürlichen Personen. Ob Menschen hinter einer solchen Integration als Endnutzer gelten, lässt der Text offen.
- Mehrere Instanzen. Ob mehrere Installationen derselben Organisation getrennt gezählt werden, beantwortet der Text nicht. Die Lizenzseite spricht von "50+ users, aggregate".
Wer das Branding ändern will und in die Nähe der Grenze kommt, sollte die Auslegung vorab mit Open WebUI klären. Der Hersteller lädt auf der Lizenzseite ausdrücklich dazu ein.
Was die Enterprise-Lizenz bietet
Die Enterprise-Lizenz ist der Weg, Open WebUI unter eigener Marke zu betreiben. Laut Enterprise-Seite ist die Standardnutzung, also interne Nutzung mit exakt erhaltenem Original-Branding, kostenlos. Eine Enterprise-Lizenz ist nötig für White-Labeling, Rebranding, Änderungen am Branding und für Enterprise-exklusive Angebote wie Terminals, die Orchestrierungsschicht für isolierte Arbeitsumgebungen je Nutzer.
| Bestandteil | Inhalt laut Hersteller |
|---|---|
| Branding | eigenes Logo, eigene Farben, White-Labeling |
| Enterprise-exklusive Komponenten | z. B. Terminals |
| Support | Ansprechpartner, Onboarding, Sprechstunden mit Core-Entwicklern, priorisierte Support-Kanäle (Support & SLAs) |
| Vertrag | Service Level Agreements, in den Release-Notes zu v0.6.6 zusätzlich Long-Term-Support-Versionen genannt |
| Technik | Freischaltung über einen Lizenzschlüssel in der Instanz (siehe CHANGELOG, v0.11.0) |
| Preis | nicht öffentlich, Angebot nach Zahl der Endnutzer (Seats) |
| Zielgruppe | nur registrierte Unternehmen und Organisationen, keine Einzelpersonen |
Stand Oktober 2026. Anfragen laufen über das Vertriebsformular, das die erwartete Nutzerzahl in Stufen von 1-50 bis über 5.000 abfragt. Open WebUI leistet dabei laut eigener Aussage Beratung, aber keine Implementierung; dafür verweist der Hersteller auf Systemintegratoren oder eigene Teams.
Für Agenturen, Dienstleister und Reseller gibt es eine eigene Regel: Sie sollen den Vertrieb nicht direkt anschreiben, sondern sich über das Partnerprogramm bewerben. Unternehmen unter fünf Jahren sind dort in der Regel nicht berechtigt. Hat ein Dienstleister einen Endkunden, der eine Enterprise-Lizenz kaufen will, kann er den Kontakt direkt vermitteln.
Forks auf BSD-3-Basis
Open WebUI weist selbst auf den Ausweg hin: Code bis einschließlich v0.6.5 steht unter BSD-3-Clause, und "anyone can still fork from v0.6.5 with zero restrictions" (Lizenzseite). Ein solcher Fork darf umbenannt und unter eigene Bedingungen gestellt werden, solange der BSD-3-Hinweis erhalten bleibt.
Solche Forks existieren, vor allem im öffentlichen Sektor:
| Fork | Träger | Basis | Lizenz im Repository | Status |
|---|---|---|---|---|
| Albert Conversation | Etalab (französische Verwaltung) | v0.6.5 laut package.json | BSD-3-Clause | archiviert, laut README keine Weiterentwicklung mehr |
| CanChat | kanadische Bundesverwaltung | 0.5.7 laut package.json | BSD-3-Clause mit Rechtevermerk der kanadischen Regierung | aktiv gepflegt |
Stand 2. Oktober 2026, geprüft anhand der Repositories. Das Beispiel Albert Conversation zeigt das Risiko: Ein Fork lebt nur so lange, wie sein Träger ihn pflegt. Andere öffentlich bekannte Ableger, etwa GovChat-NL, basieren dagegen auf neueren Versionen und tragen die Open WebUI License.
Für Unternehmen ist ein eigener Fork selten wirtschaftlich. Die Gründe:
- Keine Upstream-Updates. Seit v0.6.5 sind über 17 Monate Entwicklung in die Versionen bis v0.11.4 geflossen. Diese Änderungen stehen unter der Open WebUI License und lassen sich nicht ohne Branding-Pflicht übernehmen.
- Sicherheitsfixes selbst pflegen. Schwachstellen, die nach April 2025 behoben wurden, muss der Fork-Betreiber selbst nachziehen oder nachbauen.
- Dauerhafte Entwicklungskapazität. Ein Fork ist ein eigenes Softwareprodukt mit eigenem Release- und Testprozess.
Vergleich mit AnythingLLM und LibreChat
Wer eigenes Branding ohne Lizenzgespräch braucht, kann auf Projekte mit Standardlizenz ausweichen. Zwei verbreitete Alternativen stehen unter MIT:
| Projekt | Lizenz | Branding-Auflagen | Kommerzielle Nutzung | GitHub-Sterne (Okt. 2026) |
|---|---|---|---|---|
| Open WebUI | Open WebUI License (BSD-3 + Branding-Klausel) | ja, über 50 Endnutzer | erlaubt | rund 154.000 |
| AnythingLLM | MIT | keine | erlaubt | rund 67.000 |
| LibreChat | MIT | keine | erlaubt | rund 45.000 |
MIT verlangt nur, dass der Copyright- und Lizenzhinweis in Kopien erhalten bleibt. Name, Logo und Oberfläche dürfen frei angepasst werden.
Die Lizenz ist aber nur ein Kriterium. Open WebUI bietet laut unserer Funktionsübersicht unter anderem Wissensdatenbanken mit Hybrid-Suche, Gruppen- und Rechteverwaltung, Kanäle, Notizen und eine OpenAI-kompatible API. Ob AnythingLLM für einen Einsatzzweck besser passt, zeigt der ausführliche Vergleich Open WebUI vs. AnythingLLM. Den Betrieb von AnythingLLM beschreibt die Seite zu AnythingLLM.
Optionen für Unternehmen
Aus dem Lizenztext ergeben sich vier Wege. Welcher passt, hängt vor allem davon ab, ob eigenes Branding wirklich gebraucht wird.
| Option | Voraussetzung | Kosten für die Lizenz | Geeignet für |
|---|---|---|---|
| Branding behalten | keine | keine | die meisten internen Einsätze, beliebige Nutzerzahl |
| Bis 50 Endnutzer bleiben | höchstens 50 Personen je 30 Tage | keine | kleine Teams, Fachabteilungen, Pilotprojekte |
| Enterprise-Lizenz | Vertrag mit Open WebUI Inc. | auf Anfrage | White-Label, Kundenportale unter eigener Marke, Bedarf an Hersteller-Support |
| Alternative mit MIT-Lizenz | Wechsel zu AnythingLLM oder LibreChat | keine | Projekte, bei denen eigenes Branding Pflicht ist |
Ein fünfter Weg, der eigene Fork auf v0.6.5, ist rechtlich offen, aber wegen fehlender Updates und Sicherheitsfixes nur mit eigener Entwicklungsabteilung sinnvoll.
In der Praxis lohnt die Frage, warum eigenes Branding gewünscht ist. Häufig geht es darum, dass Mitarbeitende das Werkzeug als freigegeben erkennen. Das lässt sich auch ohne Logo-Tausch erreichen: über eine eigene Domain, eine Anmeldung per Firmen-SSO, einen untergeordneten Hinweis in der Fußzeile und die interne Kommunikation. Wie eine freigegebene interne Alternative die Nutzung privater KI-Konten ersetzt, beschreibt der Beitrag zur Schatten-KI im Unternehmen.
Unabhängig von der Lizenz gelten beim Einsatz von KI-Oberflächen weitere Pflichten, etwa die Transparenzpflichten aus der KI-Verordnung, siehe KI-Kennzeichnungspflicht nach Artikel 50.
Unser Vorgehen bei WZ-IT
WZ-IT bietet Hosting und Betrieb für Open WebUI in deutschen Rechenzentren an, ab 129,90 € netto je Workload und Monat. In unseren Installationen bleibt das Open-WebUI-Branding sichtbar, und wir geben Open WebUI nicht als eigenes Produkt aus.
Vor einem Rollout klären wir mit Ihnen:
- Nutzerkreis. Wie viele Personen erhalten Zugriff, intern und extern, und wie entwickelt sich die Zahl?
- Branding-Wunsch. Reichen eigene Domain, SSO und ein Hinweis in der Fußzeile, oder ist echtes White-Labeling nötig? Im zweiten Fall ist eine Enterprise-Lizenz direkt beim Hersteller erforderlich, oder eine Alternative wie AnythingLLM passt besser.
- Anpassungen. Eigene Funktionen, Tools und Integrationen setzen wir bei intaktem Branding um.
- Betrieb. Updates, Backups, Monitoring und Anbindung an Modelle, ob europäische APIs oder eigene Inferenz über LLM-Hosting.
Wer Open WebUI lokal mit eigenen Modellen im eigenen Netz betreiben will, kann es auf dem AI Cube einsetzen. Lizenzrechtlich gilt dort dasselbe. Eine Rechtsberatung zur Lizenz leisten wir nicht; wir ordnen das Vorhaben technisch ein und benennen die Punkte, die mit dem Hersteller oder einer Rechtsberatung zu klären sind.
Weiterführende Guides
- Hosting und Betrieb für Open WebUI, Funktionen, Betriebsumfang und Preise.
- Open WebUI vs. AnythingLLM, der ausführliche Vergleich inklusive Lizenzmodell.
- Open WebUI unter Linux installieren, Installer-Skript mit Docker und Caddy.
- Onyx self-hosted, Installation und Vergleich mit Open WebUI.
- vLLM, Ollama und llama.cpp im Vergleich, welcher Inferenz-Server unter Open WebUI passt.
- Lizenzwechsel bei Open Source, die Chronik und was Betreiber tun müssen.
- Schatten-KI im Unternehmen, wie eine freigegebene interne Alternative aussieht.
- KI-Lösungen von WZ-IT, der Hub mit allen Angeboten zu lokaler KI und LLM-Betrieb.
Open WebUI lizenzkonform betreiben lassen? Wir betreiben Open WebUI mit sichtbarem Original-Branding, inklusive Updates, Backups und Monitoring, und klären vor dem Rollout Nutzerkreis und Branding-Wunsch. Termin vereinbaren
Quellen
- Open WebUI, LICENSE (aktuelle Fassung)
- Open WebUI, LICENSE_HISTORY
- Open WebUI, Contributor License Agreement
- Open WebUI, Commit-Historie der LICENSE-Datei
- Open WebUI, Commit 60d84a3: Branding-Klausel
- Open WebUI, Commit a76068d: Wechsel zu BSD-3-Clause
- Open WebUI, CHANGELOG
- Open WebUI, Release v0.6.6
- Open WebUI, Release v0.11.4
- Open WebUI Docs, Open WebUI License
- Open WebUI Docs, Open WebUI for Enterprise
- Open WebUI Docs, Support & SLAs
- Open WebUI Docs, Partners & Agencies
- Open WebUI Docs, Terminals
- Open WebUI, Kontakt Enterprise-Vertrieb
- Etalab, Albert Conversation (GitHub)
- Regierung von Kanada, CanChat (GitHub)
- GovChat-NL (GitHub)
- AnythingLLM, Lizenz (MIT)
- LibreChat, Lizenz (MIT)
Open WebUI lizenzkonform betreiben
Wir betreiben Open WebUI mit sichtbarem Original-Branding in deutschen Rechenzentren, mit Updates, Backups und Monitoring, und klären vor dem Rollout, welche Lizenzfragen Ihr Vorhaben berührt.
Häufig gestellte Fragen
Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema
Nein. Das ist ein verbreiteter Irrtum. Open WebUI stand bis Version 0.5.4 unter der MIT-Lizenz, von Version 0.5.5 bis 0.6.5 unter BSD-3-Clause. Seit Version 0.6.6 vom 5. Mai 2025 gilt die eigene Open WebUI License: BSD-3-Clause plus eine Branding-Klausel. GitHub führt die Lizenz deshalb nicht als Standardlizenz, sondern als 'Other'.
Ja. Mit unverändertem Open-WebUI-Branding ist der Einsatz unabhängig von der Nutzerzahl kostenlos, auch kommerziell und für die ganze Belegschaft. Die Enterprise-Seite des Herstellers führt die interne Nutzung mit exakt erhaltenem Original-Branding als 'Free' (Stand Oktober 2026).
Klausel 4 der Lizenz verbietet, das 'Open WebUI'-Branding zu ändern, zu entfernen, zu verdecken oder zu ersetzen. Gemeint sind Name, Logo und alle visuellen, textlichen oder symbolischen Kennzeichen der Software und ihrer Oberflächen, in jeder Installation und jeder Weitergabe. Ein Verstoß gilt laut Lizenztext als wesentliche Verletzung der Lizenz.
Die Lizenz definiert Endnutzer als natürliche Personen mit direktem Zugriff auf die Anwendung. Die Grenze liegt bei höchstens 50 solcher Personen innerhalb eines rollierenden Zeitraums von 30 Tagen. Ob ein Konto in dieser Zeit aktiv war oder nur angelegt ist, regelt der Text nicht ausdrücklich. Wer knapp an der Grenze liegt, sollte die Auslegung mit dem Hersteller klären.
Nein, nicht ohne Enterprise-Lizenz. Die Lizenzseite von Open WebUI schließt Co-Branding ausdrücklich aus: Das eigene Logo darf weder neben dem Open-WebUI-Logo noch in vergleichbarer Größe oder Prominenz erscheinen. Erlaubt ist ein kleiner, untergeordneter Hinweis wie 'Betrieben von Firma X', etwa in der Fußzeile, sowie ein zusätzlicher Rechts- oder Kontaktlink im About-Dialog.
Preise sind nicht öffentlich (Stand Oktober 2026). Das Angebot richtet sich nach der Zahl der Endnutzer (Seats) und wird über den Vertrieb von Open WebUI Inc. angefragt. Enterprise-Lizenzen gibt es nur für registrierte Unternehmen und Organisationen, nicht für Einzelpersonen.
Ja. Code bis einschließlich v0.6.5 steht unter BSD-3-Clause, das bestätigt Open WebUI selbst. Ein Fork auf dieser Basis darf umbenannt werden, solange der BSD-3-Hinweis erhalten bleibt. Er erhält aber keine Funktionen und Sicherheitsfixes aus späteren Versionen, die unter der Open WebUI License stehen. Der Fork-Betreiber übernimmt die Pflege selbst.
Nein. Versionen bis einschließlich 0.6.5 stehen unter BSD-3-Clause, die Branding-Klausel gilt dort nicht. Mit dem Update auf v0.6.6 oder neuer gilt für die neue Version die Open WebUI License. Eine dauerhaft auf v0.6.5 eingefrorene Installation ist aber seit Mai 2025 ohne Upstream-Updates.
Nach der Definition der Open Source Initiative nicht. Open WebUI schreibt selbst, dass die Lizenz ab v0.6.6 wegen der Branding-Klausel die OSI-Kriterien nicht erfüllt. Der Quellcode bleibt öffentlich, darf genutzt, verändert und weitergegeben werden, nur das Branding ist geschützt.
Nein. WZ-IT bietet Hosting und Betrieb für Open WebUI ab 129,90 € netto je Workload und Monat an und lässt das Open-WebUI-Branding in den Installationen sichtbar. Open WebUI wird nicht als eigenes Produkt ausgegeben. Wer eigenes Branding braucht, benötigt eine Enterprise-Lizenz direkt beim Hersteller.

Geschrieben von
Timo Wevelsiep
Co-Founder & CEO
Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.
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