openDesk-Partnerprogramm: was es für KMU bedeutet

Hinweis zum Inhalt: Die Informationen in diesem Artikel wurden nach bestem Wissen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung zusammengestellt. Technische Details, Preise, Versionen, Lizenzmodelle und externe Inhalte können sich ändern. Bitte prüfen Sie die genannten Angaben eigenständig, insbesondere vor geschäftskritischen oder sicherheitsrelevanten Entscheidungen. Dieser Artikel ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

Souveräner Arbeitsplatz ohne Microsoft 365? WZ-IT betreibt Nextcloud, Chat, Videokonferenz, Wiki, Projektmanagement und Single Sign-on als Managed Open Source in Deutschland, siehe Nextcloud Managed Hosting. Termin vereinbaren
Am 23. September 2026 hat das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) ein Partnerprogramm für openDesk gestartet. Die Office- und Kollaborationssuite des Bundes war bisher vor allem ein Thema für Behörden. Jetzt können erstmals auch privatwirtschaftliche Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister eigene Angebote auf Basis der openDesk Enterprise Edition aufbauen (ZenDiS-Pressemeldung).
Für kleine und mittlere Unternehmen stellt sich damit die Frage, ob openDesk eine realistische Alternative zu Microsoft 365 wird und über welchen Weg sie die Suite beziehen könnten. Dieser Beitrag fasst zusammen, was openDesk technisch ist, wie das Partnerprogramm aufgebaut ist, welche Anforderungen und Kosten in den veröffentlichten Unterlagen stehen und wann ein selbst zusammengestellter Stack aus einzelnen Open-Source-Anwendungen besser passt. Alle Angaben haben den Stand September 2026.
Inhaltsverzeichnis
- Was openDesk ist
- Das Partnerprogramm im Überblick
- Anforderungen und Kosten für Approved Partner
- Community Edition und Enterprise Edition
- Was das Programm für KMU bedeutet
- Technische Voraussetzungen für den Eigenbetrieb
- Wann ein selbst zusammengestellter Stack passt
- Unser Vorgehen bei WZ-IT
- Weiterführende Guides
Was openDesk ist
openDesk ist eine webbasierte Office- und Kollaborationssuite, die das ZenDiS im Auftrag des Bundes entwickelt und seit Oktober 2024 am Markt anbietet. Das ZenDiS ist eine GmbH in hundertprozentigem Bundesbesitz mit Sitz in Bochum, die Beteiligungsführung liegt beim Bundesministerium für Digitales und Staatsmodernisierung (ZenDiS).
openDesk ist kein neu entwickeltes Produkt, sondern eine Integration etablierter Open-Source-Anwendungen hinter einem gemeinsamen Portal mit zentraler Benutzerverwaltung und Single Sign-on. Die Komponenten laut Deployment-Repository auf openCode:
| Funktion | Komponente | Lizenz | Version in openDesk 1.18.2 |
|---|---|---|---|
| Dateiablage | Nextcloud | AGPL-3.0-or-later | 33.0.9 |
| Groupware (Mail, Kalender, Kontakte) | OX App Suite (Open-Xchange) | GPL-2.0 (Backend), AGPL-3.0 (Frontend) | 8.51 |
| Office im Browser | Collabora Online | MPL-2.0 | 26.04.2 |
| Chat | Element mit Nordeck-Widgets | AGPL-3.0, Apache-2.0 | 1.12.18 |
| Videokonferenz | Jitsi | Apache-2.0 | 2.0.11146 |
| Projektmanagement | OpenProject | GPL-3.0-only | 17.7.2 |
| Wissensmanagement | XWiki | LGPL-2.1-or-later | 17.10.9 |
| Notizen | Notes (Docs) | MIT | 4.4.0 |
| Diagramme | CryptPad mit diagrams.net | AGPL-3.0-only | 2026.5.1 |
| Portal und Identitäten | Nubus (Univention) | AGPL-3.0-or-later | 1.21.0 |
Das Deployment selbst (Helmfile und Helm-Charts) steht unter Apache-2.0. Releases erscheinen monatlich als Minor-Version, Major-Versionen einmal jährlich im dritten Quartal (Release-Management). Die Version 1.18 vom 19. August 2026 brachte unter anderem geteilte Postfächer und den Wechsel auf Nextcloud 33 (openDesk 1.18).
Mehrere dieser Anwendungen gibt es auch einzeln: Nextcloud, Element auf Basis von Matrix, Jitsi, OpenProject und XWiki. Das ist für die spätere Entscheidung wichtig.
Das Partnerprogramm im Überblick
ZenDiS begründet das Programm mit der Nachfrage aus Verwaltung und Privatwirtschaft und dem Ziel, den Rollout zu beschleunigen (openDesk Blog). Da das ZenDiS dem Bund gehört, werden Partner über ein offizielles Zulassungsverfahren gesucht, ein sogenanntes Open-House-Verfahren: Jeder Antragsteller, der die Kriterien erfüllt, wird zu einheitlichen, nicht verhandelbaren Bedingungen zugelassen, eine Auswahl zwischen Bewerbern findet nicht statt (Partnerseite).
| Kategorie | Rolle | Kernanforderung | Zulassungsverfahren |
|---|---|---|---|
| Official Distributor | Value-Add-Distributor, liefert Subskriptionen an Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister, betreut Reseller | nachgewiesene Erfahrung in der Vermarktung von Open-Source-Lösungen | ja |
| Approved Sovereign Service Provider (ASSP) | betreibt openDesk als SaaS in eigener Cloud | u. a. BSI-C5-Testat und SEAL-Stufe 3 des European Cloud Sovereignty Frameworks | ja |
| Approved System Integrator (ASI) | Full-Service-Dienstleister für Aufbau und Betrieb (On-Premises, Managed Service) | Open-Source- und Kubernetes-Kompetenz, openDesk-Erfahrung | ja |
| Reseller | IT-Dienstleister mit Angeboten auf Basis der Enterprise Edition | keine herausgehobenen Kriterien, Betreuung über einen Distributor | nein |
Weitere Eckdaten aus den Verfahrensunterlagen:
- Frist: Das Verfahren ist zunächst bis zum 31. Januar 2027 geöffnet.
- Weitere Kategorien: ZenDiS plant in den kommenden Wochen zusätzliche Kategorien, darunter Approved Consulting Partner (ZenDiS-Pressemeldung).
- Rolle von ZenDiS: ZenDiS tritt gegenüber gewerblichen Endkunden nicht selbst als Anbieter auf. Vertrieb, Einrichtung, Betrieb und Support erbringen die nachgelagerten IT-Partner, die als einzige Stufe in direkter Vertragsbeziehung zum Endkunden stehen.
- Lizenzfluss: Distributoren beziehen die Komponentenlizenzen nach einer einheitlichen Preisliste direkt bei den Herstellern und zahlen an ZenDiS ein nutzungsabhängiges Entgelt für die openDesk-Integrationsschicht, abgerechnet quartalsweise.
- Öffentliche Verwaltung: Behörden behalten ausschreibungsfreie Bezugswege, etwa über die Genossenschaft govdigital.
Die Fachpresse hat das Programm als Öffnung für private Cloud-Anbieter eingeordnet (cloudmagazin).
Anforderungen und Kosten für Approved Partner
Die Mustervereinbarungen für ASI und ASSP sind auf der Partnerseite als Download veröffentlicht. Sie zeigen, wie hoch die Hürden für die beiden Approved-Kategorien liegen.
| Kriterium | Approved System Integrator | Approved Sovereign Service Provider |
|---|---|---|
| Jährliches Entgelt an ZenDiS | 18.000 EUR zzgl. USt. | 18.000 EUR zzgl. USt. |
| Mindestlaufzeit | 2 Jahre, danach jährliche Verlängerung | 2 Jahre, danach jährliche Verlängerung |
| Personal und Zertifikate | mind. 5 LPIC-3, mind. 5 CKA/CKAD/CKS, mind. 5 Mitarbeitende mit 3 Jahren produktiver Kubernetes-Erfahrung | Zertifizierung „CNCF Certified Kubernetes - Hosted" |
| openDesk-Erfahrung | mind. 5 Projekte mit drei- bzw. vierstelliger Nutzerzahl oder Mitarbeit an Referenzimplementierungen | mind. 5 Projekte oder Betrieb in Hochsicherheitsumgebung |
| Managementsysteme | ISO/IEC 20000-1 oder gleichwertig, ISMS nach ISO 27001 auf Basis IT-Grundschutz (entfällt bei Betrieb beim Kunden), NIS-2-Compliance | ISO/IEC 20000-1, ISO 27001 auf Basis IT-Grundschutz, ISO/IEC 27017, ISO 9001 (jeweils oder gleichwertig, außer ISO 27001), NIS-2-Compliance |
| Cloud-Nachweise | keine | BSI C5 Typ 2 (oder vergleichbar, z. B. SecNumCloud), SEAL-3 per Selbstbewertung |
| Verfügbarkeit | keine Vorgabe | mind. 99,9 % im Monatsmittel |
| Support | Deutsch, 8x5, bei kritischen Diensten 24x7 mit Erstreaktion in 30 Minuten | Deutsch, 9x5, 24x7 für geschäftskritische Dienste |
| Datenstandort | EWR oder Schweiz | Rechenzentren in Deutschland oder im EWR, auch für Backup |
| Haftpflicht | mind. 1 Mio. EUR je Versicherungsfall | mind. 1 Mio. EUR je Versicherungsfall |
Zwei Punkte sind für Kunden wichtig. Erstens räumen die ASI- und ASSP-Vereinbarungen ausschließlich das Recht ein, die jeweilige Bezeichnung im Vertrieb zu führen. Nutzungsrechte an der Software sind nicht Gegenstand; die Lizenzen bezieht der Partner über einen Distributor, in dessen Netz er eingebunden sein muss. Zweitens lassen die Kriterien erwarten, dass die Approved-Kategorien vor allem von größeren Systemhäusern und Cloud-Anbietern besetzt werden, die bereits für die öffentliche Verwaltung arbeiten. Das jährliche Entgelt und die Lizenzkosten fließen in deren Angebote ein.
Community Edition und Enterprise Edition
openDesk gibt es in zwei Editionen. Die Unterschiede beschreibt die Enterprise-Dokumentation im Repository:
| Aspekt | Community Edition (CE) | Enterprise Edition (EE) |
|---|---|---|
| Kosten | kostenfrei | Subskription, Preise auf Anfrage |
| Lizenzen der Kernkomponenten | Open Source | dieselben Open-Source-Lizenzen |
| Proprietäre Module | keine | u. a. Collabora-Branding und Lastskalierung, Element-Admin-Werkzeuge, Nextcloud Guard und Enterprise-Patches, OX- und Dovecot-Pro-Module |
| Bezug | öffentliche Images und Charts auf openCode | eigene Registry und Lizenzdatei |
| Support | Community über openCode, kein SLA | SLA-gestützter Support, 2nd und 3rd Level |
| Zielgröße laut ZenDiS | kleinere Einrichtungen, erste Erfahrungen | große Organisationen mit über 500 Anwendern |
Die Angabe zur Zielgröße stammt von der Seite Betriebsmodelle. Laut dieser Seite bietet die Community Edition dieselbe Funktionalität wie die Enterprise Edition, jedoch ohne Herstellersupport.
Ein Detail mit praktischer Wirkung: Sicherheitspatches, die Nextcloud ausschließlich für die Enterprise-Version veröffentlicht, gibt es in openDesk nur in der Enterprise Edition. openDesk wechselt außerdem erst auf eine neue Nextcloud-Hauptversion, wenn die zugehörige Nextcloud-Enterprise-Version verfügbar ist. Deshalb läuft openDesk 1.18 auf Nextcloud 33, während Nextcloud selbst schon weiter ist (siehe Nextcloud 35 Update).
Was das Programm für KMU bedeutet
Das Partnerprogramm schafft einen Bezugsweg für Unternehmen, die openDesk Enterprise nutzen wollen. Für kleine und mittlere Unternehmen ergeben sich daraus vier Punkte:
| Frage | Stand September 2026 |
|---|---|
| Kann ein KMU openDesk Enterprise heute kaufen? | Noch nicht über das Programm. Die ersten Distributoren durchlaufen das Zulassungsverfahren, die Partnerliste ist leer. Reseller-Angebote setzen zugelassene Distributoren voraus. |
| Wer wird Ansprechpartner? | Ein IT-Partner (Reseller, ASI oder ASSP). ZenDiS selbst schließt keine Verträge mit gewerblichen Endkunden. |
| Was kostet es? | Unbekannt. Die Distributor-Preisliste ist vertraulich. |
| Passt die Enterprise Edition zur Unternehmensgröße? | ZenDiS beschreibt sie für über 500 Anwender. Wie Partner kleinere Umgebungen paketieren, ist offen. |
Wer eine ausgereifte Alternative zu Microsoft 365 aus einer Hand sucht, bekommt mit openDesk eine integrierte Oberfläche mit einem Login für alle Anwendungen. Dem stehen offene Punkte gegenüber, die sich erst mit den ersten Angeboten klären: Preise, Mindestabnahmen, Vertragslaufzeiten und die Frage, ob ein Partner auch Umgebungen mit 30 oder 80 Nutzern wirtschaftlich anbietet.
Laut openDesk-FAQ gibt es außerdem funktionale Grenzen, die für Unternehmen relevant sein können:
- Eine revisionssichere Archivierung ist derzeit nicht Bestandteil, die Anbindung an Dokumentenmanagement-Systeme ist geplant.
- Fachverfahren sind noch nicht angebunden. Das betrifft die Verwaltung, zeigt aber, dass Integrationen in bestehende Unternehmenssoftware im Einzelfall zu prüfen sind.
- Für Exchange-Umgebungen werden Migrationspfade zu Open-Xchange angeboten. Für Nextcloud, Element und Collabora gibt es Desktop- und Mobile-Apps.
Technische Voraussetzungen für den Eigenbetrieb
Die Community Edition ist für Unternehmen der direkte Weg, openDesk ohne Partner zu nutzen. Die Anforderungen sind allerdings auf Rechenzentrumsbetrieb ausgelegt:
| Bereich | Anforderung laut Dokumentation |
|---|---|
| Plattform | ausschließlich Kubernetes, CNCF-zertifizierte Distribution ab 1.24, getestet mit kubespray |
| Hardware (Evaluierung) | mind. 12 CPU-Kerne x86, 32 GB RAM, ARM nicht unterstützt |
| Werkzeuge | Helm ab 3.17.3 (unter 4.x), Helmfile ab 1.0.0, Helm Diff, yq |
| Netzwerk | Ingress-Controller (HAProxy Ingress oder ingress-nginx), TCP- und UDP-Ports für Element-Anrufe |
| Speicher | ReadWriteOnce-Provisioner, für Skalierung auch ReadWriteMany |
| Produktion | eigene, produktionsreife Datenbanken, Objektspeicher und Cache statt der mitgelieferten Dienste |
| Updates | nur die jeweils aktuelle Minor-Version wird unterstützt; Minor-Versionen können Breaking Changes enthalten |
Für den laufenden Betrieb bedeutet das: monatliche Updates über zehn Anwendungen hinweg, mit Migrationsschritten, die in den Release Notes angekündigt werden. Wer bisher keine Kubernetes-Plattform betreibt, baut mit openDesk zuerst eine solche Plattform auf. Ob das für die eigene Größe sinnvoll ist, behandelt der Artikel Brauchen wir Kubernetes?.
Ein aktuelles Beispiel für den Betriebsaufwand: Am 23. September 2026 meldete ZenDiS, dass die Schlüssel zur Signierung von Container-Images und Helm-Charts bei einer CI-Umstellung versehentlich öffentlich wurden. Betroffen sind alle Versionen vor 1.19.0. Kompromittierungen sind laut ZenDiS nicht bekannt. Betreiber sollen openDesk bis dahin nicht über Drittanbieter beziehen und sofort aktualisieren, sobald 1.19.0 erscheint (Sicherheitsmeldung). Stand Ende September 2026 ist 1.19.0 noch nicht veröffentlicht, die aktuellen Releases sind 1.18.2 und 1.17.4 (Releases). Wer openDesk selbst betreibt, muss solche Meldungen verfolgen und Signaturprüfungen anpassen.
Wann ein selbst zusammengestellter Stack passt
openDesk bündelt Anwendungen, die es auch einzeln gibt. Für viele KMU ist die Frage deshalb nicht „openDesk oder Microsoft 365", sondern „integrierte Suite oder ausgewählte Einzelanwendungen".
| Kriterium | openDesk (Enterprise über Partner) | Stack aus Einzelanwendungen |
|---|---|---|
| Oberfläche | ein Portal, ein Login, abgestimmte Navigation | Single Sign-on über einen Identity Provider, getrennte Oberflächen |
| Umfang | festes Paket mit zehn Komponenten | nur die benötigten Anwendungen |
| Plattform | Kubernetes | je nach Anwendung VM, Container oder Kubernetes |
| Update-Takt | monatlich, durch ZenDiS vorgegeben | je Anwendung planbar |
| Komponentenwahl | durch ZenDiS festgelegt | frei, z. B. Mattermost statt Element oder ein anderer Mailserver |
| Bezug für KMU | abhängig von Partnerangeboten, Stand September 2026 noch keine | über Hersteller, Dienstleister oder Eigenbetrieb |
Ein selbst zusammengestellter Stack passt, wenn mindestens einer dieser Punkte zutrifft:
- Nur ein Teil wird gebraucht. Viele Unternehmen beginnen mit Dateiablage und Office im Browser. Nextcloud mit einer Office-Komponente deckt das ab, die Wahl zwischen Nextcloud und Alternativen behandelt der Vergleich der Dateiablagen.
- Bestehende Werkzeuge sollen bleiben. Wer bereits Mattermost, ein Wiki oder ein Ticketsystem nutzt, ersetzt nicht alles auf einmal.
- Die Nutzerzahl liegt deutlich unter 500. Ein Stack aus wenigen Anwendungen auf virtuellen Maschinen ist dann oft leichter zu betreiben als ein Kubernetes-Cluster.
- Eigene Komponenten sind gesetzt. Beispiele: ein eigener Mailserver (siehe Mailcow, Stalwart oder Mailu), ein bestimmtes Wiki (siehe Unternehmenswiki im Vergleich) oder ein Projektwerkzeug (siehe Jira-Alternativen).
openDesk passt eher, wenn eine Organisation mehrere hundert Nutzer hat, eine einheitliche Oberfläche wichtiger ist als die freie Komponentenwahl und ein Partner mit Enterprise-Support verfügbar ist. Für Organisationen, die mit Behörden eng zusammenarbeiten, kann die Kompatibilität mit deren openDesk-Umgebung zusätzlich ein Argument sein, etwa bei föderiertem Chat über Element.
Der verbindende Baustein eines Einzelstacks ist der Identity Provider. Mit Keycloak oder Authentik melden sich Nutzer einmal an und erreichen alle Anwendungen; den Vergleich der Identity Provider zeigt der Beitrag Authentik vs. Zitadel.
Unser Vorgehen bei WZ-IT
WZ-IT betreibt die einzelnen Open-Source-Anwendungen, aus denen ein souveräner Arbeitsplatz besteht.
- Bestandsaufnahme. Nutzerzahl, heutige Werkzeuge, benötigte Funktionen, Schutzbedarf der Daten und Abhängigkeiten von Microsoft-Diensten.
- Einordnung. Abgleich, ob openDesk über einen Partner, die Community Edition im Eigenbetrieb oder ein Stack aus Einzelanwendungen zu den Anforderungen passt.
- Auswahl der Anwendungen. Für einen Einzelstack: Dateiablage, Office-Komponente, Chat, Videokonferenz, Wiki, Projektmanagement und Identity Provider passend zur Nutzung.
- Einrichtung und Migration. Installation in Deutschland, Single Sign-on, Datenübernahme aus bestehenden Systemen und geplanter Produktivgang.
- Betrieb. Updates, tägliche Backups, technisches Monitoring rund um die Uhr und Support als Managed Open Source ab 129,90 € netto/Monat je Workload. Notwendige Herstellerlizenzen weisen wir getrennt aus.
Wo mehrere Anwendungen auf einer Container-Plattform laufen sollen, kommt Kubernetes in Betracht. Für die meisten KMU-Umgebungen reichen einzelne, getrennt betriebene Instanzen.
Weiterführende Guides
- Nextcloud, Seafile, OpenCloud oder ownCloud, Dateiablagen im Vergleich nach Lizenz, Betrieb und Eigentümer.
- Nextcloud 35 Update, Upgradepfad, PHP und Datenbank.
- Mailcow, Stalwart oder Mailu, Mailserver selbst betreiben.
- Unternehmenswiki im Vergleich, BookStack, Wiki.js, XWiki und Docmost.
- Jira-Alternativen selbst hosten, OpenProject, Plane und Vikunja.
- Brauchen wir Kubernetes?, wann sich eine Container-Plattform lohnt.
- Managed Open Source, der Hub mit allen betreuten Anwendungen.
openDesk abwarten oder jetzt mit Einzelanwendungen starten? Wir ordnen Ihre Anforderungen ein und betreiben Nextcloud, Chat, Videokonferenz, Wiki und Single Sign-on in Deutschland. Termin vereinbaren
Quellen
- ZenDiS, Pressemeldung: openDesk-Partnerprogramm für Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister startet (23.09.2026)
- openDesk, Partner werden: Kategorien, Verfahren und Unterlagen
- openDesk Blog, Partnerprogramm startet
- openDesk, Betriebsmodelle
- openDesk, FAQ
- openDesk Blog, openDesk 1.18
- openDesk Blog, Security Incident: neue Signaturschlüssel für openDesk 1.19.0
- openCode, openDesk Deployment Automation
- openCode, openDesk Enterprise Edition
- openCode, openDesk Requirements
- openCode, openDesk Release Management
- openCode, openDesk Releases
- cloudmagazin, openDesk öffnet sich für private Cloud-Anbieter (27.09.2026)
Souveränen Arbeitsplatz für Ihr Unternehmen planen
Wir ordnen ein, ob openDesk oder ein Stack aus einzelnen Open-Source-Anwendungen zu Ihrer Größe passt, und übernehmen Einrichtung und Betrieb der gewählten Anwendungen.
Häufig gestellte Fragen
Antworten auf wichtige Fragen zu diesem Thema
Das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS) hat am 23. September 2026 ein Partnerprogramm für openDesk gestartet. Erstmals können privatwirtschaftliche Cloud-Anbieter und IT-Dienstleister eigene Angebote auf Basis der openDesk Enterprise Edition aufbauen. Es gibt drei zugelassene Kategorien (Official Distributor, Approved Sovereign Service Provider, Approved System Integrator) und zusätzlich Reseller ohne Zulassungsverfahren.
Nein, nicht mehr ausschließlich. openDesk wurde für die öffentliche Verwaltung entwickelt, und der Fokus liegt laut ZenDiS weiter auf Bundesbehörden. Mit dem Partnerprogramm adressiert ZenDiS ausdrücklich auch den Bedarf in der Privatwirtschaft. Die Community Edition war schon vorher für jede Organisation frei nutzbar.
Für die Community Edition nicht. Sie steht kostenfrei auf openCode bereit und kann eigenverantwortlich betrieben werden, Support gibt es über die Community. Für die Enterprise Edition mit SLA-Support führt der Weg für Unternehmen künftig über die Partner aus dem Programm.
Stand Ende September 2026 nein. Die ersten Official Distributors durchlaufen laut opendesk.eu noch das Zulassungsverfahren, die Liste auf der Partnerseite ist leer. Reseller können erst Angebote machen, wenn Distributoren zugelassen sind. Das Verfahren ist zunächst bis zum 31. Januar 2027 geöffnet.
Öffentliche Preise gibt es nicht. Die Preisliste für Distributoren ist vertraulich und wird erst nach der Zulassungsprüfung bereitgestellt. Bekannt ist, dass Approved System Integrators und Approved Sovereign Service Provider an ZenDiS jährlich 18.000 Euro netto für das Kennzeichnungsrecht zahlen, bei zwei Jahren Mindestlaufzeit. Die Softwarelizenzen beziehen sie zusätzlich über einen Distributor.
Nicht im Sinne einer Produktzertifizierung. Die ASI- und ASSP-Vereinbarungen räumen ausschließlich das Recht ein, die jeweilige Bezeichnung im Vertrieb zu führen. Voraussetzung ist ein Kriterienkatalog mit Nachweisen, etwa zertifizierte Kubernetes-Engineers, ISO/IEC 20000-1 und openDesk-Referenzen. Nutzungsrechte an der Software sind nicht Gegenstand dieser Vereinbarungen.
Nein. openDesk ist laut Deployment-Dokumentation eine reine Kubernetes-Lösung und setzt einen zertifizierten Kubernetes-Cluster ab Version 1.24 voraus. Für eine Evaluierung nennt die Dokumentation mindestens 12 CPU-Kerne (x86, ARM wird nicht unterstützt) und 32 GB RAM. Für den produktiven Betrieb sind eigene, produktionsreife Datenbanken und Speicherdienste vorgesehen.
ZenDiS beschreibt die Enterprise Edition als konzipiert für große Organisationen mit über 500 Anwendern. Die Community Edition nennt ZenDiS für kleinere Einrichtungen und erste Erfahrungen. Für viele KMU liegt die Nutzerzahl damit unter der Zielgröße der Enterprise Edition.
Nicht in jedem Punkt. openDesk deckt E-Mail, Kalender, Dateien, Office im Browser, Chat, Videokonferenz, Wiki und Projektmanagement ab. Eine revisionssichere Archivierung ist laut openDesk-FAQ derzeit nicht enthalten, die Anbindung an Dokumentenmanagement-Systeme ist geplant. Fachanwendungen und Integrationen sind im Einzelfall zu prüfen.
Am 23. September 2026 hat ZenDiS gemeldet, dass die Schlüssel zur Signierung von Container-Images und Helm-Charts im Zuge einer CI-Umstellung versehentlich öffentlich wurden. Betroffen sind alle Versionen vor 1.19.0. Kompromittierungen sind ZenDiS nicht bekannt. Empfohlen wird, openDesk nicht über Drittanbieter zu beziehen und sofort auf 1.19.0 zu aktualisieren, sobald die Version erscheint.

Geschrieben von
Timo Wevelsiep
Co-Founder & CEO
Co-Founder von WZ-IT. Spezialisiert auf Cloud-Infrastruktur, Open-Source-Plattformen und Managed Services für KMUs und Enterprise-Kunden weltweit.
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