AWS zu Hetzner prüfen: Die Cloud-Migration von AWS zu Hetzner umfasst Zielarchitektur, Datenübernahme und Cutover im vereinbarten Umfang. Erstgespräch vereinbaren.
AWS und Hetzner lassen sich anhand von Preisen vergleichen, wenn klar ist, was bezahlt wird. Eine EC2-Instanz, ein Lightsail-Paket und eine selbst betriebene VM sind unterschiedliche Ausgangspunkte. Dieser Vergleich trennt Compute, Speicher, Netzwerk und Betriebsverantwortung. Er ergänzt die Migrationsseite um eine nachvollziehbare Methodik; er ist kein Benchmark und kein Kundenfall.
Stand und Methodik
Stand: 19.10.2026. Die folgenden Werte sind öffentliche Listenpreise ohne Steuern, ohne Gutschriften und ohne individuell vereinbarte Rabatte. Währungen bleiben getrennt. Ein niedrigerer Betrag in EUR gegenüber USD ist ohne Wechselkurs noch keine berechnete Ersparnis.
Die Tabellen verwenden die verlinkten Herstellerquellen und die jeweils angegebene Region, Produktkonfiguration und Abrechnungseinheit. Gesondert ausgewiesene Zusatzkosten und Betriebsleistungen sind für den Vergleich getrennt zu erfassen; gleiche Ressourcenangaben belegen keine gleiche Leistung.
Tabellen und Berechnungsmethodik dieses Artikels dürfen mit Quellenangabe und Link auf diesen Artikel weiterverwendet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Stand und Methodik
- Preistabelle mit klaren Grenzen
- Gleiche Region und Konfiguration: Frankfurt gegen Hetzner
- EC2 braucht eine vollständige Kostenliste
- Traffic und Standort getrennt vergleichen
- RDS und andere Dienste brauchen eine Zielentscheidung
- Wann bleiben und wann migrieren
- Unser Vorgehen bei WZ-IT
- Weiterführende Guides
Preistabelle mit klaren Grenzen
Die Tabelle enthält Preisreferenzen, keine gleichwertigen Leistungspakete. Bei EC2 werden 730 Betriebsstunden als Rechenannahme verwendet. Der Monat hat nicht immer 730 Stunden. Die AWS-T3-Quelle nennt US East (N. Virginia), die Hetzner-Quelle Deutschland/Finnland. Für einen EU-zu-EU-Vergleich ist der aktuelle AWS-Preis der gewählten europäischen Region einzusetzen.
| Referenz | Ressourcen laut Produkt | Preisbasis | Nicht im Referenzbetrag |
|---|---|---|---|
| EC2 t3.medium, Linux, US East | 2 vCPU, 4 GiB RAM, Baseline 20 % je vCPU | 0,0418 USD/h; 730 × 0,0418 = 30,514 USD | EBS, öffentliche IPv4, Zusatz-Credits, Traffic und Betrieb |
| Lightsail Linux/Unix, Paket mit öffentlicher IPv4 | 2 vCPU, 4 GB RAM, 80 GB SSD, 4 TB Transfer laut Pakettabelle | 24 USD/Monat | Mehrverbrauch und zusätzliche Dienste; regionsabhängige Traffic-Ausnahmen prüfen |
| Hetzner CPX22, Deutschland/Finnland | 2 geteilte vCPU, 4 GB RAM, 80 GB NVMe, 20 TB EU-Traffic (Konfiguration) | 19,49 EUR/Monat ohne IPv4 | IPv4, Backups, zusätzliche Ressourcen und Betrieb |
| Hetzner Primary IPv4 | Eine öffentliche IPv4 | 0,50 EUR/Monat zusätzlich | Kein Backup oder Betriebsservice |
Der Hetzner-Referenzbetrag mit einer IPv4 ist damit 19,99 EUR netto/Monat, aus 19,49 + 0,50 EUR. Das ist keine vollständige Zielarchitektur. Die Preisanpassung gilt seit dem 15.06.2026 für neue Bestellungen und Rescales; Altpreise können bei bestimmten Änderungen wechseln. Preisänderung und Bedingungen, Bestandsserver-Regeln.
Gleiche Region und Konfiguration: Frankfurt gegen Hetzner
Der Vergleich mit US-East-Preisen ist für deutsche Betriebe wenig aussagekräftig. Die folgende Referenz nutzt die AWS-Region Frankfurt (eu-central-1) und einen Server mit 4 vCPU und 8 GiB RAM, dazu 160 GB Block Storage und 20 TB ausgehenden Traffic im Monat. AWS-Werte stammen aus der AWS-Preisliste für EC2 in Frankfurt (On-Demand, Linux, ohne Rabatte, Savings Plans und Steuern), die Hetzner-Werte aus den oben genannten Quellen.
| Posten | AWS Frankfurt | Hetzner Cloud |
|---|---|---|
| Compute, 4 vCPU, 8 GiB | c7i.xlarge: 0,2037 USD/h; 730 h ergeben 148,70 USD | CPX32: 35,49 EUR netto/Monat ohne IPv4 |
| Öffentliche IPv4 | Gesondert nach VPC-Abrechnung | 0,50 EUR/Monat |
| Block Storage, 160 GB | EBS gp3: 0,0952 USD je GB-Monat, 160 GB ergeben 15,23 USD | 160 GB NVMe lokal inklusive |
| Ausgehender Traffic, 20.000 GB | Internet-Egress: 0,09 USD/GB bis 10 TB, 0,085 USD/GB bis 50 TB; nach 100 GB Freimenge rund 1.743 USD | 20 TB EU-Traffic im Paket inklusive |
Beim EZB-Referenzkurs vom 16.10.2026 (1 EUR = 1,1253 USD) entsprechen die AWS-Compute-Kosten rund 132 EUR, die EBS-Kosten rund 14 EUR und der Traffic rund 1.549 EUR. Die Referenzen sind keine gleichwertigen Leistungspakete: Hetzner CPX32 nutzt geteilte vCPU, die c7i-Familie von AWS ist eine Compute-optimierte Instanzfamilie. Reserved Instances und Savings Plans senken den AWS-Preis, sind aber nicht berücksichtigt. Der Traffic ist der Posten, der den Unterschied bei datenintensiven Anwendungen bestimmt; bei geringem Traffic fällt er kaum ins Gewicht. Die Rechnung nennt die Quellpreise, nicht eine Ersparnis für Ihre Anwendung.
Berechnung des Traffics: 20.000 GB abzüglich 100 GB Freimenge ergeben 19.900 GB. Davon kosten die ersten 10.240 GB je 0,09 USD (921,60 USD) und die restlichen 9.660 GB je 0,085 USD (821,10 USD). Summe: 1.742,70 USD. Die Staffelpreise stammen aus der AWS-Preisliste für Datentransfer.
EC2 braucht eine vollständige Kostenliste
Für die Beschaffungsentscheidung empfehlen wir eine Rechnung aus sechs Blöcken. Die folgende Liste ist eine Planungsmethode, keine Behauptung über eine konkrete AWS-Rechnung:
- Compute: Instanztyp, Region, Betriebssystem und tatsächliche Laufzeit erfassen. Für T3 zusätzlich CPU-Credits berücksichtigen; oberhalb der Baseline kann Unlimited zusätzliche Kosten auslösen. T3-Modell.
- Block Storage: EBS-Kapazität, Volume-Typ sowie gegebenenfalls zusätzliche IOPS und Durchsatz separat aufnehmen. EBS wird nach provisionierten Ressourcen berechnet. EBS-Preise.
- Netzwerk: Internet-Egress, öffentliche IPv4 und tatsächlich genutzte Netzwerkdienste prüfen. Die EC2-Preisseite verweist für IPv4 auf die separate VPC-Abrechnung. EC2-Preise.
- Datensicherung und Wiederherstellung: Benötigte Sicherungen, Aufbewahrung, Restore-Prüfung und Verantwortliche definieren.
- Betrieb: Monitoring, Updates, Alarmbearbeitung und Datenbankpflege auf beiden Seiten mit gleichem Umfang ansetzen.
- Migration: Datenübernahme, parallele Ressourcen, Anwendungstests und Rückweg als gesonderte Einmalkosten kalkulieren.
Vergleichen Sie die effektiven bestehenden Kosten einschließlich noch laufender Verpflichtungen mit dem Ziel. Ein On-Demand-Listenpreis allein beantwortet nicht, was durch eine Migration tatsächlich entfällt. Den Zielbetrieb beschreibt Managed Operations; der Umfang muss zur Kostenliste passen.
Traffic und Standort getrennt vergleichen
Bei EC2 sind 100 GB Internet-Egress je Monat gemeinsam über AWS-Dienste und Regionen frei, ausgenommen China und GovCloud. Diese Menge ist kein Freikontingent pro Instanz. Für einen vollständigen Ausstieg aus AWS oder einem Dienst gibt es unter Bedingungen eine gesonderte Transferbefreiung. Sie darf nicht mit dem laufenden Trafficpreis gleichgesetzt werden. AWS-Transferregeln.
Hetzner berechnet ausgehenden Mehrverbrauch nach dem Paketkontingent; eingehender und definierter interner Traffic sind kostenlos. Zwischen unterschiedlichen Netzwerkzonen gilt öffentlicher Traffic als ausgehend. Das Kontingent des konkreten Tarifs und Standorts gehört deshalb in die Kalkulation. Hetzner-Abrechnung.
Hetzner Cloud bietet Standorte in Deutschland, Finnland, den USA und Singapur. Ein deutscher Anbieter bedeutet also nicht automatisch einen deutschen Datenstandort. Wählen Sie die Region ausdrücklich und dokumentieren Sie Datenflüsse und Zugriffe. Standortübersicht.
RDS und andere Dienste brauchen eine Zielentscheidung
RDS übernimmt Aufgaben wie Bereitstellung, Sicherung und Wartung relationaler Datenbanken. Eine PostgreSQL-Installation auf einer VM verschiebt solche Aufgaben zum Betreiber. Der Vergleich muss deshalb Datenbankbetrieb und benötigte Ausfallsicherung zusätzlich zum Server kalkulieren. RDS-Funktionsumfang.
Unsere empfohlene Zuordnungsmatrix hält je Dienst fest: benötigte Funktion, Ziel, zuständige Person, laufende Kosten und Abnahmekriterium. Ein PostgreSQL-Dump klärt beispielsweise noch nicht Authentifizierung, Erweiterungen, Backup-Aufbewahrung oder Wiederanlauf. Für diesen Teil gibt es die RDS-/Aurora-Migrationsanleitung. Object Storage wird separat über den S3-Migrationsguide eingeordnet.
Wann bleiben und wann migrieren
Unsere Entscheidungshilfe: Hetzner als Ziel prüfen, wenn Anwendungen auf VMs oder Containern abbildbar sind und Betriebsaufgaben klar übernommen werden können. AWS beibehalten oder einen Teilumzug prüfen, wenn benötigte Dienstfunktionen im Ziel nicht abgedeckt sind oder laufende Verpflichtungen den Vorteil aufzehren. Diese Kriterien sind Empfehlungen, keine Aussage über die günstigere Lösung für jeden Workload.
Eine belastbare Rechnung lautet: laufende Zielkosten plus verbleibende Quellkosten plus vereinbarter Betrieb. Einmalkosten des Umzugs stehen daneben. Erst danach kann eine Amortisation aus einer positiven monatlichen Differenz berechnet werden. Bei null oder negativer Differenz ergibt die Formel keine kostenbedingte Amortisation. Eigene Messwerte zur Anwendung gehören in die Abnahme, nicht als erfundener Benchmark in einen Preisartikel.
Unser Vorgehen bei WZ-IT
Das Angebot AWS zu Hetzner migrieren führt von der Analyse über die Zielarchitektur zur Datenübernahme und zum Cutover. Vor einer Umsetzung kann der Cloud-Exit-Check Kostenbild, Abhängigkeiten und Migrationspfad klären. Betrieb wird passend zum vereinbarten Umfang betrachtet. Dieser Artikel verspricht weder eine Ersparnis noch eine Dauer oder einen festen Projektumfang.
Weiterführende Guides
- AWS-Egress und Hetzner-Traffic: Vertiefung zum Netzwerk-Kostenblock.
- Azure und Hetzner vergleichen: VM- und App-Service-Abgrenzung.
- DigitalOcean, Hetzner, AWS und Linode: Paketpreise und Standorte.
- Migration im Überblick: vorhandene Migrationsangebote.
AWS-Migration einordnen: Zielarchitektur und Umzug mit WZ-IT besprechen oder Termin vereinbaren.












