Sie möchten Server überwachen lassen, ohne eine eigene Monitoring-Plattform zu pflegen? Server-Monitoring als Service beginnt bei 49,90 Euro netto je Server und Monat. Für eine eigene Zabbix-Plattform gibt es Managed Zabbix.
Server-Monitoring meldet Störungen, bevor Nutzer sie bemerken: ein volllaufendes Dateisystem, ein abgestürzter Dienst, ein ablaufendes Zertifikat, ein Backup, das seit Tagen fehlschlägt. Der BSI IT-Grundschutz sieht in SYS.1.1.A23 als Standard-Anforderung (SOLLTE) vor, dass Systemzustand und Dienste eines Servers laufend überwacht und Grenzwertüberschreitungen an das Betriebspersonal gemeldet werden (BSI SYS.1.1, Edition 2023).
Dieser Ratgeber zeigt, welche Werte überwacht werden sollten, mit welchen Schwellenwerten die verbreiteten Vorlagen arbeiten, welche Werkzeuge unter welcher Lizenz verfügbar sind und wann sich Selbstbetrieb oder Auslagerung lohnt. Die Kostenfrage im Detail beantwortet Was kostet Server-Monitoring?.
Inhalt
- Was Server-Monitoring leistet
- Checkliste: Was überwacht werden muss
- Messverfahren: Agent, Pull, Push und Außensicht
- Server-Monitoring-Tools im Vergleich
- Open Source oder kommerziell
- Alarmierung, die im Betrieb funktioniert
- Selbst betreiben oder auslagern
- Unser Vorgehen bei WZ-IT
- Stand und Methodik
Was Server-Monitoring leistet
Monitoring beantwortet drei Fragen: Läuft das System? Läuft es gut? Läuft es auch morgen noch? Die erste Frage beantworten Verfügbarkeitsprüfungen, die zweite Leistungsdaten, die dritte Trends, etwa das Wachstum eines Dateisystems über Wochen.
Monitoring erkennt und meldet. Es behebt nichts. Ein Alarm ohne Zuständigkeit verändert den Zustand eines Servers nicht. Deshalb gehören zu jedem Monitoring-Konzept drei Festlegungen: welche Werte gemessen werden, ab welchem Wert ein Alarm entsteht, und wer ihn in welcher Zeit bearbeitet.
Checkliste: Was überwacht werden muss
Die Tabelle fasst die Grundausstattung für einen Linux-Server zusammen. Die Schwellenwerte stammen aus der offiziellen Zabbix-Vorlage „Linux by Zabbix agent“ und der Zertifikatsvorlage für Zabbix Agent 2 (Vorlage Linux, Vorlage Zertifikate). Sie sind Ausgangswerte und werden je System angepasst.
| Bereich | Messgrößen | Ausgangswert der Zabbix-Vorlage | Warum |
|---|---|---|---|
| Erreichbarkeit | Ping, Agent erreichbar, SSH-Port | Agent 3 Minuten nicht erreichbar | Erster Hinweis auf Ausfall oder Netzproblem |
| CPU und Last | Auslastung, Load je CPU | CPU über 90 % für 5 Minuten; Load je CPU über 1,5 für 5 Minuten | Engpässe und hängende Prozesse |
| Arbeitsspeicher | Auslastung, Swap | Speicher über 90 % für 5 Minuten; freier Swap unter 50 % | Vorstufe zu OOM-Kills und Abstürzen |
| Dateisysteme | Belegung, Inodes | Warnung ab 80 %, kritisch (Schweregrad Average) ab 90 %; freie Inodes unter 20 % beziehungsweise 10 % | Volle Dateisysteme stoppen Datenbanken und Logs |
| Festplatten-I/O | Lese- und Schreiblatenz | Wartezeit über 20 ms für 15 Minuten | Langsame Datenträger bremsen alle Dienste |
| Netzwerk | Auslastung, Fehler | Auslastung über 90 % im 15-Minuten-Mittel, Fehlerpaketrate über 2 für 5 Minuten | Überlastete oder defekte Schnittstellen |
| Dienste | Prozesse, Ports, HTTP-Antwort | je Dienst | Ein laufender Server mit gestopptem Webserver ist ein Ausfall |
| Zertifikate | Ablaufdatum TLS | Warnung 7 Tage vor Ablauf | Abgelaufene Zertifikate legen Websites und APIs lahm |
| Backups | Erfolg, Alter der letzten Sicherung | je Backup-Werkzeug | Ein fehlgeschlagenes Backup fällt sonst erst beim Restore auf |
| Updates | ausstehende Sicherheitsupdates, Neustartbedarf | je Distribution | Offene Lücken bleiben sonst unbemerkt |
| Hardware | SMART-Werte, RAID-Status, Temperatur | je Hersteller | Nur bei Bare Metal und eigener Hardware |
Für Anwendungen kommen eigene Prüfungen hinzu: Antwortzeiten, Datenbankverbindungen, Warteschlangen, Fehlerraten in Logs. Bei Containern und Hypervisoren werden Host und Gäste getrennt überwacht, für Proxmox etwa mit der offiziellen Vorlage (Proxmox mit Zabbix überwachen).
Messverfahren: Agent, Pull, Push und Außensicht
- Agentenbasiert: Ein kleiner Dienst auf dem Server liefert Messwerte, auch solche, die von außen nicht sichtbar sind, etwa Dateisysteme oder Prozesse. Zabbix, Checkmk und Icinga arbeiten so.
- Agentenlos: Abfrage über SNMP, SSH oder APIs. Üblich bei Netzwerkgeräten und Appliances, auf denen keine Software installiert werden kann.
- Pull: Der Monitoring-Server fragt die Ziele in festen Abständen ab. Prometheus sammelt Zeitreihen über ein HTTP-Pull-Modell von Exportern wie dem Node Exporter (Prometheus).
- Push: Das Ziel meldet sich selbst, etwa ein Backup-Job, der nach erfolgreichem Lauf eine URL aufruft. Bleibt die Meldung aus, entsteht ein Alarm.
- Außensicht (Uptime-Monitoring): Prüfung von außerhalb des eigenen Netzes, ob eine Website oder ein Dienst erreichbar ist und korrekt antwortet. Nur die Außensicht erkennt DNS-, Routing- und Firewall-Probleme so, wie Nutzer sie erleben.
Ein vollständiges Konzept kombiniert Innen- und Außensicht. Das Monitoring selbst sollte dabei nicht auf derselben Infrastruktur laufen wie die überwachten Systeme, sonst fällt es im Ernstfall gemeinsam mit ihnen aus.
Server-Monitoring-Tools im Vergleich
| Werkzeug | Lizenz | Kosten | Stärke | Geeignet für |
|---|---|---|---|---|
| Zabbix | AGPLv3 seit Version 7.0 | alle Funktionen frei; optionaler Hersteller-Support | Integrierte Plattform mit Agent, Vorlagen, Eskalationen, Dashboards | Server, VMs, Netzwerk, gemischte Umgebungen |
| Checkmk | Community Edition GPLv2; Pro, Ultimate, Cloud kommerziell | Community 0 Euro; Pro ab 190 Euro, Ultimate ab 275 Euro pro Monat bei jährlicher Abrechnung; Cloud ab 240 Euro pro Monat (1.000 Services) bei monatlicher Abrechnung | Automatische Erkennung, schneller Einstieg | Umgebungen mit vielen Standard-Systemen; Community laut Hersteller bis etwa 100 Hosts |
| Prometheus und Grafana | Prometheus Apache 2.0, Grafana AGPLv3 | frei; Aufwand für Exporter, Regeln, Speicherung | Zeitreihen, Container und Kubernetes, flexible Abfragen | Cloud-native Umgebungen mit eigenem Plattform-Team |
| Icinga 2 | GPLv3 oder später seit Version 2.16.0 | frei; optionaler Hersteller-Support | Nagios-kompatible Prüfungen, verteilte Setups | Umgebungen mit bestehenden Nagios-Checks |
| PRTG | proprietär | Freeware bis 100 Sensoren; Abonnements nach Sensorzahl, PRTG 500 laut Paessler ab 200 US-Dollar pro Monat bei jährlicher Abrechnung | Viele fertige Sensortypen, Windows-Server als Basis | Windows-lastige Umgebungen, Netzwerk |
| Uptime Kuma | MIT | frei | Außensicht für HTTP(S), TCP, Ping, DNS, Docker; Statusseiten; über 90 Benachrichtigungsdienste | Erreichbarkeit von Websites und Diensten, keine Ressourcenmetriken wie CPU, RAM oder Dateisysteme |
Quellen: Lizenzdateien der Projekte auf GitHub (Zabbix, Checkmk, Prometheus, Grafana, Icinga 2, Uptime Kuma), Checkmk Preise, PRTG Preise, PRTG Lizenzen.
Zabbix deckt als einzelne Plattform Datensammlung, Alarmlogik, Eskalationsketten und Dashboards ab. Es gibt keine kommerzielle Edition mit zusätzlichen Funktionen. Der direkte Vergleich steht in Zabbix vs. Checkmk und Zabbix vs. Prometheus.
Checkmk erkennt Dienste auf einem Host weitgehend automatisch. Die kommerziellen Editionen werden nach überwachten Hosts beziehungsweise Services abgerechnet, die Kosten wachsen also mit der Umgebung.
Prometheus speichert Metriken als Zeitreihen und ist im Kubernetes-Umfeld Standard. Visualisierung übernimmt meist Grafana, Alarme der Alertmanager. Für klassische Server ist der Aufbau aufwendiger als bei Zabbix oder Checkmk, weil Exporter, Regeln und Speicherung einzeln eingerichtet werden.
PRTG zählt Sensoren: Ein Sensor überwacht einen einzelnen Wert. Wie sich das Sensor-Modell rechnet, zeigt Zabbix vs. PRTG.
Uptime Kuma ersetzt kein Server-Monitoring, sondern ergänzt es um die Außensicht. Wird es auf einem getrennten System betrieben, meldet es auch dann noch, wenn die überwachte Infrastruktur komplett ausfällt.
Open Source oder kommerziell
Bei Open-Source-Werkzeugen entfällt die Lizenzgebühr, nicht der Aufwand. Die Plattform braucht einen Server, eine Datenbank, Updates, Backups und Pflege der Vorlagen und Schwellenwerte. Kommerzielle Produkte bündeln oft Komfortfunktionen und Herstellersupport, verlangen dafür laufende Gebühren nach Umfang.
Drei Fragen helfen bei der Auswahl:
- Was wird überwacht? Klassische Server und Netzwerk sprechen für Zabbix, Checkmk oder Icinga, Container und Kubernetes für Prometheus.
- Wer pflegt die Plattform? Ohne Zuständigkeit veralten Vorlagen und Schwellenwerte, und das Monitoring meldet zu viel oder zu wenig.
- Wie wächst die Umgebung? Bei Lizenzen nach Host, Service oder Sensor steigen die Kosten mit jedem neuen System, bei freien Werkzeugen nur der Betriebsaufwand.
Alarmierung, die im Betrieb funktioniert
- Jeder Alarm braucht eine Handlung. Alarme, auf die niemand reagieren muss, gehören in Berichte, nicht in die Benachrichtigung. Sonst gewöhnt sich das Team an Meldungen und übersieht die wichtigen.
- Schweregrade trennen: Eine Warnung bei 80 % Belegung darf bis zum nächsten Arbeitstag warten, ein ausgefallener Dienst nicht.
- Eskalation festlegen: Wer wird zuerst benachrichtigt, wer nach welcher Zeit, über welchen Kanal?
- Wartungsfenster hinterlegen: Geplante Neustarts sollen keine Alarme auslösen.
- Das Monitoring überwachen: Ein zweites, unabhängiges System oder eine externe Prüfung meldet, wenn die Monitoring-Plattform selbst ausfällt.
Selbst betreiben oder auslagern
| Selbst betreiben | Monitoring als Service | Betreuung mit Monitoring | |
|---|---|---|---|
| Plattform | eigene Installation, eigene Pflege | Dienstleister betreibt sie | Dienstleister betreibt sie |
| Alarme prüfen | eigenes Team | Dienstleister prüft und benachrichtigt | Dienstleister prüft und handelt |
| Behebung | eigenes Team | eigenes Team | Dienstleister im vereinbarten Umfang |
| Bereitschaft nachts | eigene Rufbereitschaft nötig | je nach Vertrag | je nach Service Level |
| Geeignet für | Teams mit Admin-Kapazität und Bereitschaft | Teams, die selbst beheben, aber nicht selbst überwachen wollen | Unternehmen ohne eigenen Linux-Betrieb |
Entscheidend ist nicht das Werkzeug, sondern die Kette vom Messwert bis zur Behebung. Die Checkliste für die Anbieterwahl steht in IT-Monitoring auslagern.
Unser Vorgehen bei WZ-IT
Monitoring Only beginnt bei 49,90 Euro netto je Server und Monat. Das Monitoring läuft 24/7 und umfasst Systemmetriken, Dienste und Erreichbarkeit, SMART-Werte auf eigener Hardware sowie Zertifikate und einfache HTTP-Prüfungen. Unser Team prüft jeden Alarm und benachrichtigt den vereinbarten Kontakt in der Servicezeit; die Behebung liegt beim Kunden.
Wer eine eigene Monitoring-Plattform möchte, bekommt mit Managed Zabbix Einrichtung, Anbindung und laufenden Betrieb einer Zabbix-Umgebung nach Scope. Soll WZ-IT auch reagieren und beheben, umfasst die Linux-Server-Betreuung ab 149,90 Euro netto je Server und Monat Monitoring, Updates, Backup-Kontrolle und die Reaktion auf Störungen. Die Reaktion auf P1-Incidents richtet sich nach dem gebuchten Service Level. Wir betreuen Server remote, beim bestehenden Provider oder On-Premise.
Weiterführende Ratgeber
- Was kostet Server-Monitoring?: Lizenz, Betrieb und Personal im Vergleich
- IT-Monitoring auslagern: Checkliste für die Anbieterwahl
- Zabbix vs. Checkmk, Zabbix vs. Prometheus, Zabbix vs. PRTG
- Linux-Server-Wartungscheckliste: Monitoring als Teil der laufenden Wartung
Stand und Methodik
- Erhebung: 26.10.2026.
- Schwellenwerte: Makros der offiziellen Zabbix-Vorlagen im Zweig master des Zabbix-Repositorys. Andere Werkzeuge verwenden eigene Standardwerte.
- Lizenzen: Lizenzdateien der Projekt-Repositorys, für Icinga 2 zusätzlich die Lizenzangabe im README. Checkmk und PRTG nach Herstellerseiten.
- Preise: Listenpreise der Hersteller am Erhebungstag, Checkmk in Euro, PRTG in US-Dollar laut deutscher Preisseite.
- Nicht enthalten: SaaS-Dienste für Uptime-Monitoring, Log-Management und APM-Werkzeuge.
Quellen
- BSI IT-Grundschutz SYS.1.1 Allgemeiner Server (Edition 2023)
- Zabbix-Vorlage „Linux by Zabbix agent“
- Zabbix-Vorlage „Website certificate by Zabbix agent 2“
- Checkmk Preise
- PRTG Preise und PRTG-Handbuch: verfügbare Lizenzen
- Prometheus auf GitHub
- Grafana auf GitHub
- Icinga 2 auf GitHub
- Uptime Kuma auf GitHub











