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Grundlagen · Lokale KI für Unternehmen

SGLang vs. vLLM: welche Inferenz-Engine für welche Last?

Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

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Die Frage "SGLang oder vLLM" wird meist mit einem Faktor beantwortet: x-mal schneller, y Prozent weniger GPU-Kosten. Solche Zahlen gelten für ein Modell, eine Version, eine GPU und ein Lastprofil, und veröffentlichte Tests kommen zu entgegengesetzten Ergebnissen. Dieser Beitrag vergleicht deshalb, was beide Projekte dokumentieren, und gibt eine Entscheidungstabelle und einen Messplan für die eigene Last. Die Angaben stammen aus den Projektdokumentationen, den Repositories und der GitHub-API, die Benchmark-Angaben aus den genannten Quellseiten, Stand 28. Oktober 2026. Eigene Benchmarks enthält der Beitrag nicht.

Inhaltsverzeichnis

Kurzantwort

Beide Engines sind Apache-2.0-lizenziert, laufen auf NVIDIA- und AMD-Hardware, sprechen die OpenAI-API und decken die gängigen Funktionen ab. Der Unterschied liegt weniger in der Funktionsliste als im Verhalten bei Last mit wiederkehrenden Präfixen und im Reifegrad je Modell und Plattform.

  • Ohne nennenswerten Präfixanteil (einzelne Dokumente, Klassifikation, Batch) zeigen zwei veröffentlichte Tests Gleichstand, ein dritter sieht vLLM bei Durchsatz und erstem Token vorn. Die Wahl folgt dann Modellunterstützung und Betrieb.
  • Mit hohem Präfixanteil (Agenten mit langen Werkzeugbeschreibungen, lange Systemprompts, Mehrschritt-Gespräche) berichten zwei Anbietertests Vorteile für SGLang, ein dritter mit anderer Last sieht vLLM vorn. Hier lohnt der eigene Vergleich.
  • Pauschale Faktoren aus Blogartikeln sind nicht übertragbar, siehe die Tabelle der Testbedingungen unten.

Architektur: zwei Datenstrukturen für denselben Zweck

vLLM verwaltet den KV-Cache in Blöcken (PagedAttention, Paper) und bündelt Anfragen per Continuous Batching. Das Prefix Caching (APC) bildet für jeden vollen Block einen Hash aus dem Hash des Vorgängers, den Tokens des Blocks und Zusatzwerten wie LoRA-ID oder Cache-Salt für Mandantentrennung; nur volle Blöcke werden gecacht (vLLM, Design). Im Quellcode ist das Verfahren standardmäßig aktiv, sofern das Modell es unterstützt (arg_utils.py).

SGLang legt den KV-Cache in einem Radix-Baum ab (RadixAttention, Paper). Der Baum ist standardmäßig aktiv (--disable-radix-cache steht auf False); für einzelne Modelle und Betriebsarten schaltet SGLang ihn selbst ab, etwa auf Decode-Servern der Prefill/Decode-Trennung. Bei Speicherdruck wählt eine Richtlinie die zu verdrängenden Präfixe: lru als Standard, dazu lfu, slru, priority und tlru, letztere für Agenten und Mehrschritt-Gespräche mit Zielwert für die Zeit bis zum ersten Token (SGLang, Eviction). HiCache ergänzt zwei weitere Ebenen für den KV-Cache: CPU-Speicher und externen Speicher.

Für einen identischen Systemprompt verhalten sich beide gleich: Der gemeinsame Teil wird nicht neu berechnet. Wie sich Hash über Blöcke und Radix-Baum bei teilweise überlappenden Prompts unterscheiden, hängt von Blockgröße und Lastprofil ab; keine Dokumentation beziffert das. Beide Verfahren verkürzen nur den Prefill. vLLM schreibt selbst, dass Prefix Caching bei langen Antworten keinen Gewinn bringt, weil dort die Erzeugung dominiert (vLLM, APC).

Funktionen und Hardware laut Dokumentation

Merkmal vLLM SGLang
Lizenz Apache-2.0 Apache-2.0
Träger auf pytorch.org als Projekt der PyTorch Foundation geführt von LMSYS (gemeinnützig) gehostet
Ausrichtung laut README "Easy, fast, and cheap LLM serving for everyone" optimiert für agentische Workloads, Serving im großen Maßstab und RL-Rollouts
Hardware NVIDIA, AMD, Intel, CPUs (x86, ARM, PowerPC, IBM Z experimentell); per Plugin u. a. TPU, Gaudi, Ascend, Apple Silicon NVIDIA (u. a. RTX PRO 6000, DGX Spark), AMD Instinct, TPU v6e/v7, Intel, Apple Silicon, Ascend
Spekulatives Decoding EAGLE, MTP, Draft-Modell, PARD, N-Gram, Suffix, DFlash EAGLE-2/3, MTP, Draft-Modell, NGRAM, DFlash, UNO
Strukturierte Ausgabe xgrammar, guidance xgrammar (Standard), Outlines, llguidance
Tool Calling Parser je Modell (--tool-call-parser) Parser u. a. für DeepSeek, Llama, Qwen, Mistral, GLM, Kimi K2
Multi-LoRA dense und MoE mehrere Adapter je Batch (S-LoRA, Punica)
Quantisierung FP8, MXFP8/MXFP4, NVFP4, INT8, INT4, GPTQ, AWQ, GGUF u. a. FP8, MXFP4, AWQ, GPTQ, ModelOpt (FP8/FP4) u. a.
Prefill/Decode getrennt dokumentiert, als experimentell gekennzeichnet PD Disaggregation mit Mooncake und NIXL
Expert Parallelism --enable-expert-parallel, DeepEP-Backends, Lastausgleich EPLB (--enable-eplb) --moe-a2a-backend (DeepEP, Mooncake, NIXL), Lastausgleich EPLB
API OpenAI-kompatibel, Anthropic Messages, gRPC OpenAI-kompatibel, Anthropic- und Ollama-kompatibel
Metriken Prometheus /metrics, Präfix vllm:, Prefix-Cache-Treffer Prometheus mit --enable-metrics, Präfix sglang:, cache_hit_rate
Container vllm/vllm-openai lmsysorg/sglang (CUDA-Images nur noch mit CUDA 13)

Quellen vLLM: README, Features, Installation, Metriken, PyTorch Foundation. Quellen SGLang: README, Dokumentation, Spekulatives Decoding, PD-Trennung, Expert Parallelism, Metriken.

Die Tabelle belegt, dass etwas dokumentiert ist, nicht dass es für ein bestimmtes Modell auf einer bestimmten GPU reibungslos läuft. Das zeigt erst der Test mit dem Zielmodell.

Reife und Release-Takt

vLLM SGLang
Aktuelle Version v0.32.0, 18. Oktober 2026 v0.5.22, 19. Oktober 2026
Vorherige Versionen v0.31.0 (5. Okt.), v0.30.0 (22. Sep.), v0.29.0 (9. Sep.), v0.28.0 (26. Aug.) v0.5.21 (2. Okt.), v0.5.20 (18. Sep.), v0.5.19 (5. Sep.), v0.5.18 (22. Aug.)
Abstand 13 bis 14 Tage 13 bis 17 Tage

Beide Projekte veröffentlichen etwa alle zwei Wochen und tragen eine Versionsnummer unter 1.0. Das bedeutet in der Praxis: Versionen festhalten, Release Notes lesen, Updates testen. Beispiele für Brüche aus den Dokumentationen: SGLang veröffentlicht seit v0.5.20 keine CUDA-12-Images mehr (letzter Tag v0.5.19-cu129, Installation); vLLM entfernte in v0.12.0 die Anfragefelder guided_* zugunsten von structured_outputs (vLLM, Structured Outputs). GitHub-Sterne sind hier bewusst kein Kriterium: Sie messen Bekanntheit, nicht Eignung.

Benchmarks: Quellen und ihre Bedingungen

Quelle Wer misst Bedingungen laut Quelle Ergebnis (qualitativ) Grenze
SGLang-Paper, Dezember 2023 SGLang-Autoren Vergleich mit damaligen Systemen (u. a. vLLM v0.2.5), meist A10G-GPUs, Aufgaben wie Agentensteuerung, JSON-Decoding, RAG, Multi-Turn-Chat bis zu 6,4-facher Durchsatz Stand 2023; vLLM hat seitdem Prefix Caching
Spheron, Update 19. Oktober 2026 GPU-Cloud-Anbieter 1x H100, Llama 3.3 70B in FP8, vLLM v0.18.0 und SGLang v0.5.9; Läufe mit eindeutigen Prompts und mit 80 % gemeinsamem Präfix Gleichstand ohne Präfix, SGLang bei gemeinsamem Präfix mit kürzerer Zeit bis zum ersten Token Versionen weit unter dem heutigen Stand
RunPod, Update 13. September 2026 GPU-Cloud-Anbieter 2x H100, DeepSeek-R1-Distill-Llama-70B, Mehrschritt-Prompt mit rund 7.000 Token Kontext SGLang bei Cache-Treffern vorn; bei einer Einzelanfrage ohne Kontext vLLM schneller Einzelanfragen, keine Last
Jarvislabs, 18. Mai 2026 GPU-Cloud-Anbieter H100, Qwen2.5-7B, Qwen3-30B-A3B, Qwen3-32B; ShareGPT und RULER 16K vLLM als stärkster Standard; SGLang mit niedrigerer Decode-Latenz in einigen Läufen, aber späterem ersten Token Versionen nicht angegeben
Red Hat Developers, 14. Oktober 2026 Fachartikel, berichtet die Messung von Modal Modal: mehr als ein Dutzend Modelle, zehn Kombinationen aus Eingabe- und Ausgabelänge, NVIDIA-GPUs, Standardeinstellungen, Prompts aus zufälligen Romanabschnitten beide vergleichbar kaum gemeinsame Präfixe; der Artikel nennt das selbst als Grenze
InferenceX (SemiAnalysis), fortlaufend Analysefirma, Apache-2.0-Repository Läufe über öffentliche GitHub-Actions-Workflows, Rezepte im Repository, viele Modelle und GPUs keine Einzelzahl in diesem Beitrag Hardware laut Danksagung von AMD, NVIDIA und Cloud-Anbietern gestellt

Die Abweichungen erklären sich aus den Bedingungen: Versionen unterscheiden sich um mehr als zehn Releases, Modelle und Quantisierung wechseln, und die Messgröße ist mal Durchsatz in Token pro Sekunde, mal Zeit bis zum ersten Token, mal Latenz pro Ausgabetoken. Ein Test mit hohem Präfixanteil und einer mit zufälligen Prompts messen verschiedene Dinge. Zahlen aus diesen Quellen gehören deshalb nicht in eine Hardware-Entscheidung, die Richtung schon: Der Präfixanteil ist die Größe, die den Ausschlag gibt.

Eigenen Vergleich messen

  1. Lastprofil aus eigenen Logs ableiten: Länge von Eingabe und Ausgabe, Anteil gemeinsamer Präfixe (Systemprompt, Werkzeuge, Gesprächsverlauf), gleichzeitige Anfragen zur Spitzenzeit. Die Zahl der gleichzeitigen Nutzer ist meist kleiner als die der Zugangsberechtigten.
  2. Gleiche Bedingungen herstellen: dieselbe GPU, dasselbe Modell, dieselbe Quantisierung, Container-Tags festhalten, beide Versionen notieren, Startparameter aus den Rezepten der Projekte.
  3. Ein Messclient für beide Endpunkte: vLLM empfiehlt für Produktivserver GuideLLM (vLLM, Benchmark CLI); python -m sglang.bench_serving unterstützt ein vllm-Backend (SGLang, Bench Serving).
  4. Parallelitätsstufen statt Einzelwert: eine Anfrage, Zielwert und das Doppelte, je Stufe mehrere Läufe nach der Aufwärmphase; kalten und warmen Cache getrennt ausweisen.
  5. Metriken zusammen lesen: Zeit bis zum ersten Token (p50 und p95), Latenz pro Ausgabetoken, Durchsatz unter einer festen Latenzgrenze und die Cache-Trefferquote aus /metrics.
  6. Qualität stichprobenartig prüfen: gleiche Prompts, Ausgaben und Tool-Aufrufe vergleichen.
  7. Betrieb mitbewerten: Startzeit, Speicherbedarf, Verhalten bei Überlast, Updatepfad.

Entscheidungstabelle

Last Erster Kandidat Begründung Zu messen
Chat-Assistent mit gemeinsamem Systemprompt auf einem GPU-Server, 5 bis 50 gleichzeitige Nutzer vLLM; SGLang gegentesten bei hohem Präfixanteil Beide cachen den gemeinsamen Prompt; der Unterschied zeigt sich bei verzweigten Verläufen Zeit bis zum ersten Token (p95), Trefferquote
Agenten mit langen Werkzeugbeschreibungen, viele Schritte SGLang testen, vLLM als Referenz SGLang nennt agentische Workloads als Ziel und bietet tlru für Mehrschritt-Gespräche Latenz je Schritt, Dauer bis zur fertigen Aufgabe
Batch mit unterschiedlichen Prompts (Klassifikation, Extraktion) vLLM Der Präfixvorteil entfällt; zwei Tests zeigen Gleichstand, einer vLLM vorn Anfragen pro Sekunde unter Latenzgrenze
Große MoE-Modelle über mehrere GPUs oder Knoten beide gleichrangig prüfen Beide dokumentieren Expert Parallelism und die Trennung von Prefill und Decode; das Rezept zum Modell entscheidet Rezept des Projekts, Netzwerk (RDMA)
JSON-Schema-Ausgabe mit hoher Wiederholung beide beide unterstützen xgrammar Dauer mit und ohne Schema
AMD, TPU oder Apple Silicon Hardware-Seiten beider Projekte prüfen Unterstützung ist je Modell und Version verschieden Modell läuft stabil

Betrieb und Wechsel

Beide Engines liefern eine OpenAI-kompatible API; ein Wechsel ändert für Clients meist nur Basis-URL und Modellnamen. Zu prüfen sind Tool-Call-Parser, Chat-Template, Reasoning-Parser und strukturierte Ausgabe je Modell. Ein Gateway wie LiteLLM kann beide hinter einer Adresse betreiben, etwa für einen A/B-Test mit echtem Verkehr. Für den Betrieb gelten Metriken (vllm:- und sglang:-Präfix), festgehaltene Image-Tags und ein Updatefenster pro Release. Die GPU-Auslegung ist von der Engine-Wahl getrennt: GPU und VRAM für LLMs und Multi-GPU-Inferenz behandeln sie.

Stand und Methodik

Abgerufen am 28. Oktober 2026: Versionen, Veröffentlichungsdaten und Lizenzen über die GitHub-API und die LICENSE-Dateien (beide Apache License 2.0); Funktionen und Hardware aus README und Dokumentation beider Projekte (Quelltexte der Dokumentationsrepositories); Standardverhalten des Prefix Caching aus vllm/engine/arg_utils.py und der SGLang-Serverargument-Referenz. Benchmark-Quellen sind mit Datum und den von ihnen genannten Bedingungen aufgeführt; Zahlen daraus werden nicht übernommen. Nicht geprüft wurde, ob jede aufgeführte Funktion mit jedem Modell zusammenarbeitet. Die Tabellen werden bei neuen Releases aktualisiert.

Unser Vorgehen bei WZ-IT

Im LLM-Hosting, auf dem Managed GPU Server und im AI Cube läuft vLLM, bei Teams mit mehreren gleichzeitigen Nutzern gemeinsam mit Open WebUI. Die Auslegung beginnt beim Lastprofil, also bei gleichzeitigen Nutzern, Kontextlängen und Präfixanteil, danach folgen Modell und Hardware. Den Unterschied zu Ollama behandelt vLLM vs. Ollama.

Weiterführende Guides

Welche Engine zu Ihrer Last passt, zeigt eine Messung mit Ihrem Modell. Wir legen Hardware und Modell nach Ihrem Lastprofil aus; als Modellserver läuft vLLM. LLM-Hosting ansehen · Termin vereinbaren

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