WZ-IT unterstützt bei Setup und Netzwerkplanung für Proxmox auf OVHcloud. Gespräch vereinbaren.
Eine OVH Additional IP ist eine zusätzliche öffentliche IPv4-Adresse. Wie sie eine Proxmox-VM erreicht, hängt von der Serverreihe und vom Netzmodus ab: Im Bridge-Modus bekommt die VM eine virtuelle MAC, im Routed-Modus routet der Host. Dieser Artikel zeigt beide Wege mit Beispielkonfiguration, grenzt vRack ab und nennt Prüfschritte. Quellen: OVHcloud-Dokumentation, Stand Oktober 2026.
Inhalt
- Serverreihe und Netzmodus zuerst prüfen
- Additional IP im Bridge-Modus einrichten
- Additional IP im Routed-Modus einrichten
- vRack abgrenzen
- Single IP mit OPNsense
- Abnahme und typische Fehler
Serverreihe und Netzmodus zuerst prüfen
Notieren Sie Produktreihe, Generation, zugeteilte IPs und den aktuellen Netzmodus, bevor Sie die Host-Konfiguration ändern. Ein einzelnes Gateway-Rezept für alle OVH-Server wäre falsch.
| Verfahren | Serverreihe | Virtuelle MAC | Quelle |
|---|---|---|---|
| Bridge-Modus | Dedicated Server mit virtuellen MACs für die Produktlinie | Ja, Typ ovh für Proxmox |
OVHcloud: Network Bridging |
| Routed-Modus | High Grade, Scale und Advance (Advance ab der dritten EPYC-4004-Generation) | Nein, die Additional IPs dürfen keine virtuelle MAC tragen | OVHcloud: Proxmox Routed |
| vRack | Server im vRack | Nicht zutreffend | Additional-IP-Block statt einzelner /32 |
Additional IP im Bridge-Modus einrichten
Der Herstellerablauf sieht folgende Schritte vor:
- Additional IP dem richtigen Dedicated Server zuordnen und die Verfügbarkeit virtueller MACs für die Produktlinie prüfen.
- Im Control Panel unter Network > Public IP Addresses die einzelne IP wählen und eine virtuelle MAC hinzufügen. Für Proxmox den Typ
ovhverwenden (vmwareist für ESXi). - Die VM ausschalten und die MAC unter Hardware > Network Device eintragen.
- Das Gateway des Servers aus dem Control Panel (Network, General Information) oder über die API ablesen. Nicht aus der IP ableiten.
- Im Gast die Additional IP mit Maske
/32und diesem Gateway konfigurieren, die Route zum Gateway alson-linksetzen.
Beispiel für Netplan (/etc/netplan/00-installer-config.yaml) mit Adressen aus dem Dokumentationsbereich:
network:
ethernets:
ens18:
addresses:
- 192.0.2.1/32
routes:
- to: 0.0.0.0/0
via: 203.0.113.254
on-link: true
Oder unter Debian mit /etc/network/interfaces:
auto ens192
iface ens192 inet static
address 192.0.2.1
netmask 255.255.255.255
gateway 203.0.113.254
Die Maske ist immer 255.255.255.255, weil das Gateway außerhalb des Gastpräfixes liegt. Die öffentliche Bridge stellt den Netzpfad bereit; Gast- und Providerfilter bleiben gesondert zu prüfen.
Additional IP im Routed-Modus einrichten
Im Routed-Verfahren übernimmt der Host Forwarding und Routen zu den Gästen. Die Additional IPs sind dem Server zugeordnet, tragen aber keine virtuelle MAC.
Host: Die Anleitung legt die öffentliche Bridge vmbr0 mit der Server-IP als /32 und dem Gateway aus der Anleitung an, dazu ein privates Netz, etwa 192.168.0.1/24, und eine Route je Additional IP auf die Bridge. Bei HG/Scale liegt vmbr0 auf einem bond0 im 802.3ad-Modus, bei Advance direkt auf dem physischen Interface. Das Muster:
up ip route add <ADDITIONAL_IP>/32 dev $IFACE
Forwarding aktivieren (/etc/sysctl.conf):
net.ipv4.ip_forward = 1
Gast: Die VM erhält die private Adresse (192.168.0.x/24, Gateway 192.168.0.1) und die Additional IP als /32. Damit ausgehender Verkehr die Additional IP als Quelle nutzt, wird die Route mit src (ifupdown) beziehungsweise from (Netplan) an diese Adresse gebunden. Der Test aus dem Gast: curl ifconfig.io muss die Additional IP zurückgeben.
Bei servergebundener Additional IP muss ein VM-Umzug auch die Providerzuordnung der IP berücksichtigen.
vRack abgrenzen
vRack ist ein anderer Weg: Das OVHcloud-Verfahren verlangt einen Additional-IP-Block, keine einzelne /32 direkt im vRack. Planen Sie den Block und seine reservierten Adressen nach dieser Anleitung. Private Cluster-Kommunikation und öffentliche Gastadressen sind getrennte Aufgaben; die Netztrennung für Corosync und Storage beschreibt Proxmox Cluster-Netzwerk auf OVH.
Single IP mit OPNsense
Ohne Additional IP kann ein privates Gastnetz hinter der Host-IP geplant werden. Proxmox dokumentiert Masquerading, OPNsense NAT und Portweiterleitungen. Die Konfiguration mit Bridge, Masquerading und Portweiterleitung entspricht dem Aufbau aus Proxmox auf Hetzner mit einer IP und Firewall-VM; nur der Uplink-Name unterscheidet sich. Ein solcher Aufbau ist kein Bridge-Modus mit eigener öffentlicher VM-IP. Management-Ports nicht pauschal weiterleiten und Konsolen- oder Rescue-Zugang vor Änderungen sichern.
Abnahme und typische Fehler
Als Abnahme: IP-Zuordnung und MAC vergleichen, Gateway-Erreichbarkeit prüfen, DNS und ausgehende Quell-IP kontrollieren (curl ifconfig.io), erlaubte und gesperrte Dienste von außen prüfen sowie Neustart und VM-Umzug bewerten.
- Keine Verbindung im Bridge-Modus: Die virtuelle MAC stimmt nicht mit der VM überein, die VM war beim Eintragen nicht ausgeschaltet oder das Gateway wurde aus der IP abgeleitet.
- Keine Verbindung im Routed-Modus: Eine virtuelle MAC liegt auf der Additional IP,
ip_forwardist nicht aktiv oder die Route zur Additional IP fehlt auf dem Host. - Falsche Quell-IP: Im Routed-Modus fehlt
srcbeziehungsweisefroman der Gast-Route. - /32 im vRack: Das Verfahren verlangt einen Additional-IP-Block.
- Verbindung nach Umzug weg: Die Additional IP ist nicht dem Zielserver zugeordnet.
Weiterführende Guides
- Proxmox Cluster-Netzwerk auf OVH: vRack, Corosync und Storage trennen
- Proxmox auf Hetzner mit einer IP und Firewall-VM
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