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Anleitung · Proxmox

Proxmox Backup Server einrichten: Installation und Betrieb

Hinweis zum Inhalt: Versionen, Befehle und Preise können sich ändern. Bitte prüfen Sie kritische Schritte vor dem produktiven Einsatz eigenständig. Dieser Leitfaden ersetzt keine individuelle Fach-, Rechts- oder Steuerberatung.

WZ-IT unterstützt PBS-Einrichtung und Betrieb, einschließlich des vereinbarten Backup- und Prüfkonzepts. Gespräch vereinbaren.

Diese Anleitung führt von der Installationsplanung zum ersten geprüften Backup. Dazu gehören die Befehle für Datastore, Zugriff, Anbindung an Proxmox VE und Wartungsaufgaben. Stand: Oktober 2026, bezogen auf die PBS-4.2-Dokumentation.

Inhalt

Anforderungen und Betriebsform

Die Installationsdokumentation empfiehlt vier oder mehr CPU-Kerne, 4 GiB RAM plus mindestens 1 GiB je TiB Storage und mindestens 32 GiB OS-Speicher. Backup-Kapazität und Reserven sind separat zu planen; schneller lokaler Speicher wird bevorzugt.

Variante Vor der Entscheidung klären
Separater physischer Server Zugriff auf Backups bei Ausfall des PVE-Hosts
PBS als VM auf Proxmox Startmöglichkeit und Datastore-Zugriff ohne den ausgefallenen Produktivhost
PBS in LXC Zusätzliche Abhängigkeiten von Kernel, Rechten und Mounts; kein gleichwertiger Supportstatus aus dieser Anleitung ableiten
PBS direkt auf PVE Vom Hersteller nicht empfohlen; gemeinsame Ausfalldomäne

VM und LXC sind hier Architekturfragen. Als Standardweg verwenden wir den Hersteller-ISO-Installer. Ein getrenntes System und eine Offsite-Kopie lösen unterschiedliche Ausfallszenarien.

PBS installieren

  1. ISO von der Proxmox-Downloadseite beziehen und veröffentlichte Prüfsumme vergleichen.
  2. Zielgerät eindeutig identifizieren. Der Installer überschreibt die ausgewählten Laufwerke; vorhandene Daten vorher unabhängig sichern.
  3. Vom ISO booten, Ziellaufwerke, Zeitzone, Administratorzugang, Hostname, IP, Gateway und DNS festlegen.
  4. Nach dem Neustart Weboberfläche über https://PBS-HOST:8007 öffnen und Zertifikatsidentität prüfen.
  5. Repository passend zur Subscription konfigurieren und Updates nach Prüfung der Release-Hinweise einspielen. Für Produktion empfiehlt der Hersteller das Enterprise-Repository.

Der Port ist TCP 8007, nicht 8006 (PBS-Dienste). Firewall-Zugriff auf notwendige PVE-Nodes und Administrationsnetze beschränken.

Datastore und Zugriff einrichten

Unter Datastore > Add Datastore einen Namen und den vorgesehenen Speicherpfad wählen. Für lokale Datastores dokumentiert PBS ext4, XFS und ZFS sowie konkrete Dateisystemanforderungen. NFS ist kein eigener PBS-Datastore-Typ. Bei einem NFS-Mount sind insbesondere Startreihenfolge, Mount-Ausfälle, Rechte und Dateisystemverhalten vorab zu prüfen; ein erreichbarer Pfad ist kein Eignungsnachweis.

Datastore per Kommandozeile anlegen, entweder auf einer neuen Platte oder auf einem vorhandenen Pfad:

proxmox-backup-manager disk list
proxmox-backup-manager disk fs create store1 --disk sdb --filesystem ext4 --add-datastore true
# oder auf einem vorhandenen Pfad:
proxmox-backup-manager datastore create store1 /backup/disk1/store1
proxmox-backup-manager datastore show store1

Das Dateisystem muss mindestens 65.538 Unterverzeichnisse je Verzeichnis unterstützen; ext3 und ext4 ohne das Merkmal dir_nlink sind nicht unterstützt. Der Datastore legt ein Verzeichnis .chunks mit den Datenblöcken an.

Benutzer, Berechtigung und Token für Proxmox VE:

proxmox-backup-manager user create backup@pbs --password '<Passwort>'
proxmox-backup-manager acl update /datastore/store1 DatastoreBackup --auth-id backup@pbs
proxmox-backup-manager user generate-token backup@pbs pve
proxmox-backup-manager acl update /datastore/store1 DatastoreBackup --auth-id 'backup@pbs!pve'

Die Rolle DatastoreBackup erlaubt Sicherung und Wiederherstellung der eigenen Backups. Das Token erhält eigene ACLs; sein Geheimnis wird nur einmal angezeigt.

Für S3 gilt ein eigener Ablauf mit lokalem Cache: PBS mit Hetzner Object Storage.

Dedizierten Backup-Benutzer und bei Bedarf API-Token anlegen. Den benötigten Datastore-Umfang über ACLs begrenzen; Benutzer und getrennt berechtigter Token benötigen wirksame Rechte. Die Benutzerverwaltung erklärt Rollen und Berechtigungsschnittmenge. Administratorzugänge nicht als allgemeine Backup-Zugangsdaten verteilen.

Proxmox VE anbinden

In PVE unter Datacenter > Storage > Add > Proxmox Backup Server Server, Datastore und Zugang eintragen. Bei selbst signiertem Zertifikat den auf PBS unabhängig geprüften Fingerprint hinterlegen. Danach Erreichbarkeit und Datastore-Zugriff kontrollieren (PVE-Integration).

Auf der Kommandozeile entspricht das diesen Befehlen. Den Fingerprint ermitteln Sie auf dem PBS-Server:

# auf dem PBS-Server
proxmox-backup-manager cert info | grep Fingerprint

# auf dem Proxmox-VE-Node
pvesm add pbs pbs-store1 --server pbs.example.com --datastore store1
pvesm set pbs-store1 --username backup@pbs --password '<Passwort>'
pvesm set pbs-store1 --fingerprint '<Fingerprint von PBS>'
pvesm status --storage pbs-store1

Der erste Backup-Lauf für einen einzelnen Gast:

vzdump 100 --storage pbs-store1 --mode snapshot

Einen abgegrenzten ersten Backup-Job konfigurieren, starten und Task-Log sowie sichtbaren Snapshot prüfen. Gastumfang und Ausschlüsse dokumentieren. Bei gewünschter Backup-Verschlüsselung den Schlüssel unabhängig sichern. Sie ist laut PBS-FAQ nicht automatisch aktiviert.

Betrieb und Abnahme

Retention, Prune, Garbage Collection, Verify und Benachrichtigungen ausdrücklich einrichten. Prune entfernt Snapshot-Metadaten; GC entfernt nicht mehr benötigte Chunks nach den vorgesehenen Schutzfristen (Wartungsaufgaben).

Die Aufgaben lassen sich auch auf der Kommandozeile einrichten (Namen und Zeitpläne anpassen):

# Garbage Collection wöchentlich
proxmox-backup-manager datastore update store1 --gc-schedule 'sat 03:00'
# Prune-Job: 7 tägliche, 4 wöchentliche und 6 monatliche Stände behalten
proxmox-backup-manager prune-job create daily-prune --store store1 --schedule daily \
  --keep-daily 7 --keep-weekly 4 --keep-monthly 6
# Verify-Job wöchentlich
proxmox-backup-manager verify-job create weekly-verify --store store1 --schedule weekly

Die Garbage Collection arbeitet in zwei Phasen: Sie markiert benutzte Chunks und entfernt danach Chunks, die älter als eine Schutzfrist von 24 Stunden und 5 Minuten oder der älteste aktive Backup-Vorgang sind. Die Dokumentation empfiehlt eine regelmäßige, etwa monatliche, Neuprüfung (Reverifikation), um Bit-Rot zu erkennen. Prune ohne Garbage Collection gibt keinen Speicher frei.

Für die Abnahme einen isolierten Restore von VM oder Container mit freier ID, geprüften Mounts und Anwendungsprüfung durchführen. Einen bloßen Job-Erfolg nicht als Wiederanlaufnachweis verbuchen. Zuständigkeiten und nächste Prüfungen protokollieren.

PBS-Einrichtung und Betrieb sind das Zielangebot für Aufbau, Backup-Management und ausdrücklich vereinbarte Prüfungen; als gehostetes Ziel gibt es den PBS-Betrieb an einem zweiten Standort.

Vor der Produktauswahl hilft die Übersicht zu Proxmox-Backup-Software.

Quellen

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